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http://archive.org/details/dereunuchusdesteOOtere
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t 305 SIE PUBLIC ATION
DES
LITTERAHISCHEN VEREINS IN STUJTGAIIT
(TÜBINGEN),
(62sten Jahrgangs, 1914/1915, 4te publication),
enthaltend
TEKENZ' EMÜCHUS VON HANS NEIDHAKT.
Die mitglieder werden ersucht, von Teränderungeu ihres Wohnorts dem
mit der Versendung der Schriften beauftragten kassier (herrn rechnungs-
rat Rück in Tübingen) anzeige zu machen. Unkosten, die sonst aus
irriger Versendung erwüchsen, könnte die vereinskasse nicht übernehmen.
Der sitz der verwaltang des litterarischen Vereins ist seit 1849 in
Tübingen.
Tübingen, 31. Mai 1915.
ui ^nn Fischer.
Statuten des litterarischen Vereins.
1. Der litterarische verein in Stuttgart zu herausgäbe älterer drucke und hand-
schriften und ausschließlicher Verteilung derselben an die Vereinsmitglieder, gegrün-
det 1839 unter dem Protektorate Seiner Majestät des Königs von Württemberg hat
den zweck, die jährlich von den mitgliedern zu leistenden beitrage auf die heraus-
gäbe wertvoller, sei es handschriftlicher, sei es älterer schon gedruckter, aber
bereits aus dem buchhandel verschwundener und sehr selten gewordener werke zu
verwenden, und zwar solcher, die dem germanischen oder romanischen Sprachgebiete
angehören und ein allgemeineres Interesse darbieten wie vorzugsweise Schriften
geschichtlichen oder poetischen Inhaltes.
2. Der eintritt in den verein erfolgt durch anmeldung bei dem Präsidenten oder
einem andern mitgliede der Verwaltung.
3. Jedes mitglied hat zu anfang jedes Jahres einen beitrag von 20 mark zu
entrichten und erhält dafür ein exemplar der im laufe des jahres von dem verein
herausgegebenen werke. Mehrere actien berechtigen zu mehreren exemplaren. Sollte
in einem jähre keine publication erscheinen, so gelten die einlagen zugleich für
das folgende jähr. In diesem falle bilden zwei kalenderjahre ein verwaltungsjahr.
d. Wer für 1 actie 260 mark einzahlt, wird lebenslängliches mitglied und erhält
von da an ohne weitere Jahresbeiträge 1 exemplar der Vereins Schriften, so lange er lebt.
Eine lebenslängliche actie ist persönlich und kann nicht an andere abgegeben werden.
5. Alle beitrage müssen pränumeriert werden. Später einzahlende können bei
der Verteilung der bücher nur soweit berücksichtigung erwarten, als der vorrat
der exemplare reicht.
6. Der austritt aus dem vereine ist dem Präsidenten anzuzeigen. Erfolgt die
anzeige nicht vor dem 1. Februar des neuen verwaltungsjahres, so kann der austritt erst
mit dem folgenden geschehen und ist der beitrag für das laufende noch zu entrichten.
7. Die Zusendung der beitrage wird je im Januar durch posteinzahlung er-
beten. Erfolgt die Zahlung nicht vor dem 1. Februar, so wird angenommen, dass
der einzug durch postnachnahme gewünscht werde.
8. Bei Zusendung in papiergeld wird der etwaige überschuss dem übersender
für den nächsten Jahrgang gutgeschrieben.
9. Auf besonderes verlangen sendet der kassier eine Quittung.
10. Die Zusendung der publicationen erfolgt im umkreise des deutschen reiches
frei durch die post, und zwar unter eiazug des Jahresbeitrags mittels postnachnahme,
wenn derselbe nicht schon voraus dem kassier übersendet worden ist. Auswärtige
mitglieder werden ersucht, dem kassier den weg zu bezeichnen, auf dem sie
die publicationen zu erhalten wünschen.
11. Die mitglieder werden ersucht, von Veränderungen ihres Wohnorts dem mit
der Versendung der Schriften beauftragten kassier anzeige zu machen. Unkosten,
die sonst aus irriger Versendung erwüchsen, könnte die vereinskasse nicht übernehmen.
12. Die Schriften des litterarischen Vereins werden nicht in den buchhandel ge-
geben. Die zahl der veranstalteten abdrücke richtet sich nach der zahl der mitglieder.
13. Frühere publicationen werden jahrgangweise nur an neu eintretende mit-
glieder gegen Vorausbezahlung von 20 mark für den Jahrgang abgegeben; diese-
preis bleibt derselbe, auch wenn nicht mehr alle zu dem Jahrgang gehörige bände
geliefert werden können.
14. Eine einzelne publication kostet 20 mark. Die zusenduag erfolgt portofrei
aber nur gegen direkte frankierte vorauseinsendung des betrags.
15. Die geschäfte des litterarischen Vereins werden von einem Präsidenten und
einem kassier geleitet. Der kassier legt einmal jährlich öffentlich rechnung ab.
16. Der präsident wird vom ausschusse bestellt und abberufen. Der Präsident
bestellt und entlässt die beamten des Vereins.
17. Einer der ersten publicationen jedes Jahrgangs wird ein rechenschaftsbericht
beigegeben.
18. Wünsche und vorschlage über abzudruckende Schriften sind an den Präsi-
denten zu richten.
19. Über die wähl der abzudruckenden schriften entscheidet auf den antrag der
Verwaltung ein ausschuss von 12 Vereinsmitgliedern.
20. Der ausschuss wird jährlich neu gewählt.
21. Jedes mitglied, das sich an der wähl beteiligen will, hat zu diesem zwecke
vor dem 1, Januar einen Stimmzettel portofrei an den Präsidenten zu senden.
22. Der eintritt neugewählter mitglieder in den ausschuss unterliegt der bo-
stätigung des Präsidenten und des ausschus&es.
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STUTTGART,
CCLXY.
TUBINGEN.
SEDEUOKT AUF KOSTEN DES LITTERABISCHEN VBRBINS.
1915.
TrzwS
PROTECTOR
DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
*
VERWALTUNG:
Präsident:
Dr. H. Fischer, professor an der Universität Tübingen.
Kassier:
Rechnungsrat Rück in Tübingen.
*
GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS :
Dr. Bohnen berger, professor in Tübingen.
Dr. Bolte, professor in Berlin.
Dr. Haas, professor in Tübingen.
Dr. Hartmann, oherstudienrat in Stuttgart.
Dr. G. Meyer von Knonau, professor an der Universität Zürich,
Dr. H. Paul, professor an der Universität München.
Dr. Sievers, professor an der Universität Leipzig.
Dr. Steinmeyer, professor an der Universität Erlangen.
Dr. Strauch, professor an der Universität Halle.
Dr. Vollmöller, professor in Dresden.
Dr. Voretzsch, professor an der Universität Halle a. S.
DER
EUNUCHUS
DES
TERENZ
ÜEBERSETZT VON HANS NEIDHART
1486.
HERAUSGEGEBEN
VON
HERMANN FISCHER.
fr
.L5
\jAQ>S
«EDKUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART
TÜBINGEN 1915.
ALLE EECHTE VORBEHALTEN.
DRUCK VON H. LAUPP JR IN TÜBINGEN,
Einleitung.
üeber das werk, dessen neudruck hier gegeben wird,
bat zuerst 1893 Hermann Wunderlich gehandelt in den
„Studien zur Litteraturgeschichte, Michael Bernays gewidmet",
S. 201 — 216: „Der erste deutsche Terenz". Er plante da-
mals den neudruck für unsern verein, hat dann aber, mit
meinem einverständnis, ihn für Sauers „Bibliothek älterer
deutscher Uebersetzungen" bestimmt. Nachdem dieser plan
nicht zu stände gekommen, habe ich es mit Wunderlichs Zu-
stimmung übernommen, den alten plan ins werk zu setzen.
Anlaß dazu gab eine abschrift, die mein schüler cand. phil.
Karl Flad von dem Stuttgarter exemplar genommen und mir
zur Verfügung gestellt hat. Ich habe das Stuttgarter und das
Göttinger exemplar hier in Tübingen vergleichen dürfen und
sage den beiden bibliotheken dafür geziemenden dank. Wenn
in meinem abdruck eine mehrzahl von freilich zumeist unbe-
deutenden fehlem stehen geblieben ist, so bitte ich es zu
entschuldigen; eine erneute collationierung unter günstigeren
umständen hat es mir möglich gemacht, das Verzeichnis von
drackfehlern und kleinen ergänzungen des kritischen apparats
am Schlüsse dieser einleitung zu geben.
Der erste deutsche Terenz-übersetzer, von dem wir wis-
sen, ist kein ganz unbekannter *. Die Neidhart sind ein altes
Ulmer geschlecht, von dem Felix Fabri De civitate Ulmensi**
* Das folgende, wo nicht anders angegeben, zumeist nach Wunder-
lichs aufsatz.
** Publication 186 des Litterarischen Vereins.
— VI —
s. 93 ff., redet. Unser Hans Neidhart war ein angesehener
mann; 1478 und 1489 muß er bürgermeister gewesen sein,
wird auch mehrmals als richter und rat genannt. Ulm stand
damals auf der höhe seiner bltite und war noch nicht durch
Augsburg an die zweite stelle unter den schwäbischen reichs-
städten gedrängt; für das Wahrzeichen jener blute, das münster,
hat damals Matthäus Böblinger den plan zur Vollendung des
turms entworfen, der vierhundert jähre später Wirklichkeit
geworden ist. Auch der humanismus war in Ulm wie in
audern schwäbischen städten gepflegt*; einer seiner haupt-
vertreter in der deutschen litteratur, Heinrich Steinböwel, hat
1450 bis 1477 oder 1478 dort gelebt. Neidharts anteil an
der neuen bildung wird durch Fabri bezeugt; er nennt ihn
,secularem quidem et sine gradu scholaris eminentiae, sed lit-
teratum historiographum , oratorum et poetarum volumina
revolventem, bucolica et comoedias . . . legentem'**. Daß er
die Terenz-übersetzung veranstaltet hat, bezeugt ihre schluß-
bemerkung : ,Dise Comedia hat Hans Nythart zu Ulm lassen
trucken' usw. ; daß er etwa die Übersetzung durch einen andern
hätte anfertigen lassen, ist nicht bekannt, also auch bis auf
weiteres nicht anzunehmen ***.
Wie er dabei verfahren ist, darüber sind genauere Unter-
suchungen abzuwarten; an diesem orte will ich nur das nö-
tigste geben. Er hat von den sechs comödien des Terenz nur
den Eunuchus, eine der von anfang an geschätztesten, ausge-
wählt. Ob er eine handscbrift des Terenz oder einen der seit
1472 vorhandenen drucke benutzt hat, kann vielleicht, aber
nur vielleicht, eine genauere Untersuchung ergeben f. Dem
* Paal Joachimsohn, Frühhumanismus in Schwaben, Württ. Vier-
teljahrshefte, Neue Folge 5, 63 ff. 257 ff.
** Civ. Ulm. 95.
*** Wunderlich 204 f. Die Urheber des Straßburger Terenz von
1499 wollen wissen, man habe dem N. dieses werk „übel angelegt".
Wenn Wunderlich daraus schließen will, sie hätten ihre notiz über N.
als Übersetzer nicht bloß aus der Schlußangabe gezogen, so halte ich
diesen Schluß nicht für bündig. Aber ohne beweis des gegenteils wird
N. füglich als Übersetzer gelten müssen.
t Ich habe verglichen: den wenig späteren Venezianer druck per
— YII -
text getien mehrere einleitungen voraus, die teils auf lateini-
scher vorläge beruhen (unten s. 5 f. 9 — 11), teils selbständig
sind. Der metrische prolog ist weggelassen. Der text des
Stücks ist in prosa wiedergegeben. Manche unarten damaliger
Übersetzer gelten von ihm nicht. Neidhart strebt nicht, wie
Niclas von Wyle programmatisch tut, eine latinisierende dic-
tion als vermeintliche Verbesserung des deutschen stils an ;
seine fehler sind mehr negativer als positiver art. Unter
dem text steht, mit ausnähme weniger selten, die „glosse",
die gegen den schluß hin recht mager wird, um ganz zuletzt
wieder etwas voller zu werden; von vornherein übertrifft sie
den text an umfang nicht wenig. Sie ist den sog. Donat-
scholien entnommen, die in den alten ausgaben (,Terentius
cum Donato') mit abgedruckt sind. Dabei ist aber sehr frei
verfahren. Ganz wörtlich ist nur weniges aus den schollen
übersetzt, manches recht frei, auch wohl mißverständlich ;
nicht weniges ist ausgelassen, so besonders fast alle citate
aus andern antiken dichtem ; anderes selbständig hinzu getan,
besonders wo antikes in der sache oder im ausdruck mit sol-
chem aus der eigenen zeit und dem eigenen land zu vergleichen
war. Die ganze haltung ist weit mehr populär, nicht wie die
alten scholien auf philologische leser berechnet; dem ver-
danken wir besonders auch eine anzahl sehr willkommener
proverbieller Wendungen udgl., z. t. gereimter. Die spräche
verrät sich leicht als gut schwäbisch*.
Mein glossar am Schluß des bandes wird von diesen dingen
einen kleinen begriff zu geben suchen.
Philippum Pinzium Mantuanum 1493 und die ausgäbe von Stallbaum,
vol. 2, 1830. Die lateinischen originale für die im glossar meines neu-
drucks zusammengestellten deutschen ausdrücke sind da eingesetzt,
wo mir der Wortlaut von Neidharts original sicher schien.
* Das schwäbische Wörterbuch des alten Schmid hat den druck
etliche male benutzt; ich freue mich, in dem meinigen das von jetzt
an mehr tun zu können. Ob es (Wunderlich 215 f.) möglich sein wird,
die spräche zeitlich genauer festzulegen, muß ich vorerst dahin stellen;
wir sind so weit noch nicht, und ob wir es einmal sein werden, weiß
ich nicht. Daher kann ich auch darüber , ob die Übersetzung nach
1470 oder nach 1480 entstanden ist, nichts vermuten.
VIII —
Ueber das fortleben des werks ist nur bekannt , daß die
Straßburger Übersetzer des ganzen Terenz 1499 Neidharts text
fast unverändert aufgenommen haben*.
Der drucker, Conrad Dinckmüt **, hat viel auf die aus-
gäbe verwandt, die man die beste leistung seiner officin nennen
kann. Er begnügt sich nicht mit stattlichem format und
großen lettern, sondern fügt zu anfang der einzelnen scenen
nicht weniger als 28 holzschnitte mit darstellungen aus dem
stück ein. Ob ihr kunst wert groß ist , weiß ich nicht ; die
architekturen, die mit der kleidertracht zusammen ein interes-
santes Zeitbild geben, sind schematisch angedeutet, die fenster,
falls nicht eine person darin liegt, nur durch starke senk-
rechte linien. Aber keiner der holzschnitte ist dem andern
gleich , auch die architektur, fast immer straßenbilder, ist
auf jedem blatt wieder anders***. Ueber der haustür des
bildes fol. 45 v° (unten s. 108) ist ein wappen, das ich
nicht habe bestimmen können. Das der Neidhart ist es
nicht.
Der band besteht aus 15 lagen von ungleich vielen dop-
pelblättern. Die lagen a, b, d, e, g, h, n haben 4 doppel-
blätter mit signatur i bis iiij, die lagen c, f, i, k, 1, m, o, p
3 mit Signatur i bis iij ; von a fehlt im Stuttgarter exemplar
das leere erste blatt, von p im Göttinger die leeren blätter
5 und 6, im Stuttgarter das blatt 6. Der text (einschl. glosse
und holzschnitte) steht auf b 1 ff. und ist, außer der signatur
der lagen und wohl wegen deren Ungleichheit, auch noch
* WunderUch 205.
** Ueber ihn Hassler, Die Buchdrucker-Greschicbte Ulms, 119 ff.
*** Muther, Die deutsche Bücherillustration 1, 46 führt die holz-
schnitte an, ohne einen verfertiger zu nennen; nur gibt er fälschlich
30 statt 28 bilder an, und seinem lob wäre entgegenzusetzen, daß das
größenverhältnis zwischen der architektur und den figuren keineswegs
realistisch getreu ist, auch die bewegungen der letzteren öfters recht
conventionell ausgefallen sind. Vgl. Paul Kristeller, Kupferstich und
Holzschnitt in vier Jahrhunderten, 2. Aufl. 1911, S. 41 f.
~ IX —
foliiert. Die läge a ist, wie die (unten 9 — 11) angegebenen
fol. für den beginn der einzelnen akte zeigen, erst nach den
andern gedruckt; es hat auch den anschein, als ob der satz
dieser ersten läge etwas künstlich weit auseinander gezogen
sei, um gleich zu anfang einen ganzen quaternio zu geben,
wobei doch noch das erste blatt und die letzte seite leer ge-
blieben sind. Die Ungleichheit der lagen, auch des weiteren
und engeren drucks, hängt gewiß damit zusammen, daß
mehrere setzer neben einander gesetzt haben : läge g fängt mit
dem text von act 3, scene 3 an (bild vorher) ; ebenso i mit
dem von 4, 4; m mit dem von 5, 2 ; k mit dem bild vor 4, 6;
n mit dem vor 5, 4 ; o mit dem vor 5, 8 ; p mit dem vor 5, 11.
Custoden sind nicht vorhanden.
Format und druck sind opulent: blatthöhe 290, breite
200 mm ; bedruckter räum, wo ganz herüber gedruckt ist (s. u.),
119 — 120 breit, sonst 122 — 125. Wo eine seite, wie zumeist,
text und glosse enthält, steht der text links von oben an
(nicht immer ganz gleich) in einer breite von 72 , daneben
rechts die glosse in einer von 44 mm ; geht, was meistens der
fall ist, die glosse über den text herunter, so ist sie unterhalb
desselben in der ganzen breite von 122 — 125 mm durch ge-
druckt. Ganz herüber gedruckt sind läge a und die inhalts-
angaben über den bildern. Die Schlußangabe (unten 203)
steht in der mitte der breite. Bildbreite 123 mm , Bildhöhe
189 — 195, beides einschließlich des schmalen rahmens. Die
höhe des bedruckten raumes wechselt sehr. Wo, wie beson-
ders gegen das ende, die Seiten sehr wenig voll sind, ist der
text mit größerem, oft recht beträchtlichem durchschuß ge-
druckt.
Der text und die anfangsbemerkung aij r^ (unten 3)
haben eine schöne rundliche schrift von 3 72 mm der kleinen,
6 der überhöhten lettern; alles andere eine ähnliche von 2
und 4 mm höhe.
Weniger zu rühmen ist die Sorgfalt des druckes. Nicht
nur sind die phonetischen zeichen, s. u., im text nicht ganz
dieselben wie sonst, so daß dort offenbar die anschafiung ge-
wisser lettern gescheut wurde ; es kommen auch mehrere
— X —
formen derselben raajuskeln vor *. Es fehlt nicht an druck-
fehlern und verkehrten lettern.
Außer den lettern sind verwandt : § vor den lemmata der
glosse; an interpunktionen punkt, komma (/, von mir „," ge-
geben), fragezeichen, parenthese. Die parenthese ist selten,
aber richtig verwendet ; das fragezeichen oft, aber auch falsch
gesetzt und oft durch punkt ersetzt. Zwischen punkt und
komma läßt sich gar kein konsequenter unterschied finden ;
ebenso zwischen setzung und nichtsetzung des punkts; trotz
der erläuterung in den Vorbemerkungen (unten s. 14). Das
oberste gesetz für den setzer war, wie in den alten drucken
so oft, nur die füllung der zeile ; so ist das absetzungszeichen
zwar nie falsch gesetzt, aber in gleichen fällen bald gesetzt
bald weggelassen. Absetzungen wie sch|ickt (unten s. 79),
kne|cht (91) sind häufig.
Orthographie : ü und u sind in der glosse geschieden, im
text nur u. Ebenso scheinen ü und ü geschieden zu sein,
aber oft ist die lesung unsicher. Im anlaut v (text U), In-
halt u = u und = V (f); statt j immer i. Abkürzungen die
gewöhnlichen : ' = er ; e = en, em, ä = an, am usw. ; vm ^umb
(auch darüb), vn = und, ftim = ftimm usw. ; dz = das (aus-
gedruckt nur das), wz = was; lateinisch: 2C (ac, 2C|) etcetera,
I = is (unten s. 68).
Der alte druck scheint selten. Goedeke ^ 1 , 444 kennt
ihn in Berlin, Göttingen, Hannover, ich auch in der Stutt-
garter landesbibliothek. Ich habe das Stuttgarter und das
Göttinger exemplar verglichen; Stuttgart im fach der incu-
nabeln, Hain 15436 : im wesentlichen recht gut erhalten.
Originalband mit neuem rücken; Göttingen 4. Auct. lat. I,
4 202 : vielfach wurmstichig, wohl deshalb in modernem ein-
band. Die beiden exemplare stimmen ganz genau überein;
mitunter sind im Gott, buchstaben nicht gekommen, die im
Stuttg. deutlich oder doch sicher sind, umgekehrt nur einmal
(unten s. 138).
* So T, was in einer form an C erinnern kann, wo freilicli immer
sicher T gemeint ist; ebenso mehrere G, eins mit B zu verwechseln.
— XI —
In meinem neudruck habe ich Seitengleichheit mit dem
original beobachtet. Die glosse ist immer erst unter den text
gestellt; von wo an sie im original untergesetzt ist, ist durch
I bezeichnet. Garmond gibt die größere, petit die kleinere
Schrift wieder ; größere Schriften hätten mehrmals den rahmen
einer seite gesprengt. Da die alinea (meist in der glosse) im
original sehr willkürlich, oft gar nicht sicher als beabsich-
tigt zu erkennen sind, so habe ich sie unberücksichtigt ge-
lassen. Wo dagegen ein teil der glosse erst nach kleinerem
oder größerem Zwischenraum folgt, ist das im abdruck ange-
deutet.
Die u und v, i und j habe ich dem lautwert nach gesetzt.
Die abkürzungen sind aufgelöst. Das war zu allermeist mit
voller Sicherheit möglich. Wo zweifelhaft, habe ich zwar
aufgelöst, aber in anmerkung gegeben, was der druck hat.
Zwischen widergabe eines sicher falschen wortes und ein-
setzung der vermutlichen richtigen form, beides nebst angäbe
in anmerkung, war öfters nicht leicht zu entscheiden; Un-
gleichheiten mögen mir da passiert sein. Aber ich habe wohl
im apparat alles gegeben, was nötig war; wo ich dessen an-
fangs zu wenig getan hatte, habe ich es in dem Verzeichnis
auf s. XII nachgetragen. Die Interpunktion, so mangelhaft
und willkürlich sie ist, habe ich beibehalten, da besonders in
der glosse eine ganz gesicherte oft nicht möglich schien.
Tübingen, April 1915.
Hermann Fischer.
XII
Berichtigungen und nachtrage.
(In Seitenzahlen dieses neudrucks ; gl. = Zeilenzahl der glosse.)
3, 5 aigenschafFt 5, 12 zeit 7 anm. statcs 19 gl. 5 zweif-
Inng 19 gl. 15 ainem 20, 9 unfinnen. 21, 1 geftillen, 21, 7
minfte klaine 21 gl. 2 v. n. hagel (ohne punkt) 25 gl. 1 Als] s
verkehrt 25 gl. 7 verfwigen 25 gl. 15 waiß das 26 gl. 5 ver-
dient 27 gl. 5 kauffhuß. 28 gl. 5 ich dich 29, 3 f. dem saitten-
fpil 29, 5 fie 30 gl. 11 etc 30 gl. 17 fie 30 gl. 20 gauch.
31,4 nit? Phe. 31 gl. 4 gefchlachts 31 gl. 9 züge 31 gl. le fo
lang 34 gl. 1 u. 7 zewegen 34 gl. 17 darumb 37 gl. 9 Dise.
40, 12 gab. 45, 1 het. 46 gl. 5 zeneren 46 gl. 7 rat. Das 47, 9
fprach 48, 7 kaufft 48 gl. 12 tünd 49 gl. 3 v. u. ariftoteles *
epicurns 50,5 umb treiben 51 gl. 8 etc. 51 gl. 11 wirt. ie mer
wirt 57 gl. 5 unerkante 57 gl. 2 v. u. Trincken 60 gl. 6 dreierlai
62 gl. 7 V. u. fürfich 63 gl. 2 vö 63 gl. 13 die 63 gl. u hinweg
65 gl. 7 f. fchnoder. 68 gl. 7 de allen 73 gl. 8 v. u. aine 76 gl. 5
V. u. fiaidig 77, 2 meren 78 gl. 14 feiner weißhait 78 gl. 1 v. u.
finn 80 über dem text auf besonderer linie: Thais 81 gl. 6 hoflicher
83 gl. 20 Thaidi] 2tes i verkehrt 84 gl. 4 lunder 84 gl. 6 v. u. ab
legt 87, 10 fleiflich 89 gl. 2 v. u. feins 90, 8 frage 90 gl. 3 v. u.
frage 91,7 wider kommeft. 92 gl. 6 wil 96,3 mennfch 97 gl. 5
wann vor | alten 98, 5 du 101, 7 gefchenkt 101, 9 junhkfrawen
101 gl. 2 frage 103 gl. 2 dar von 105, 6 befchiht 106 gl. 3 jung-
ling 109 gl. 10 f. iederman 109 gl. 17 doch HO gl. 12 als ob in
Thais 110 gl. 16 gezogne 111, 2 auß Thais hauß 112 gl. g v. u.
Hunhun 115 g1. 4 v. u. wiewol 117 gl. 4 v. u. ab irer 118, 3 ge-
thon 118 gl. vcrfchniten 122, 10 kainn 123, 4 feheft 124 gl. 1
das fi recht habe das 125 gl. 4 grivig 125 gl. 4 v. u. flütiger
132 gl. 1 deß korns 132 gl. 2 deß weinß. 133, 3 volck 134 gl. 6
V. u. wann 134, 4 v. u. hat. 185 gl. 6 f i 136 gl. 7 v. u. kunt-
zaichen 136 gl. 6 v. u. fie 138 gl. 3 Merk 141 gl. 6 v. u. ift ain
klains 141 gl. 1 v. u. fürtüch. 142, 1 tregftu 142 gl. 6 ein ge-
flochten 143 gl. 2 deß riters 144, 3 thais. 144 gl. 7 v. u. frageftu
du waift 145, 7 übelredeft 146, 4 fein 148, 2 fi 152, 3 fein
152 gl. 1 reden. 155 gl. 3 fiarach (ftatt -p umgekehrtes i und e)
156, 3 gaffen 157, 7 fliehen 158, 10 bedunkt 164 gl. 4 v. u. wann
fie 168, 4 wider-|auß 175, 7 ainn 176, 10 kommen 179, 5
parmeno. 179 gl. 4 f. zübetrübnuß 180 gl. 1 znng . . . erfchrocken
181 gl. 9 allt 182 gl. 1 anders 186 gl. 2 v. u. wes 188, 8 der
188 gl. 1 vnaddelft. 191 gl. 8 wolt 191 gl. i4 volk 192 gl. 3
Ritter 192 gl. 4 thet
[a j lesr]
T e r e n z.
ijv^ Hernach volget ain Maifterliche und Avolgefetzte Comedia
zelefen und zehoren lüftig und kurtzwylig. Die der Hoch ge-
lert und groß Maifter und Poet Therencius gar fubtill, mit
groffer kunnft und hochem fljß gefetzt hat. Darinn man
lernet die gemüet, aigenfchaft und fitten der menfchen des
gemainen volcks erkennen Darumb ain jeder fo durchlefen
oder hören deß wiffen empfachet. fich defterbas vor aller be-
trügnuß der bofen menfchen mag hütten und wiffen zebewaren.
Argumentum.
Das ift ain entdeckung. oder lautere erklarung in der vorred ainer
yeden Comedi. wie man die verftan foll und mag. Und vacht da»
argument difer Comedi allfo an.
— 4 —
§ Ain bülerin fchloß auß den Jüngling in deß wechffel liebe fi
gehalten was. Und im wider rüfften. fagt fi urfachh deß aoß schlief-
fens. Sein junger brüder ward in liebe der Jungkfrauwen. die ain
Ritter der bülerin het zu haus gefendet. entzündet, die er auch für
ainen hemling in der bülerin hauß gefürt, fchwechet. Da die ding
offenbar wurden, und der bülerin die fchmachait wee thet. ward fi
mit dem selben Jüngling verfonet. Und durch beikomen irs brüders.
nam er fi erkannte burgerin von Athenis zeweib. Und der Ritter
ward genomen in ainen tail der bülerin liebe und verfpottet.
Argumentum
§ Es ift zemercken ain ander argument das noch lüttrer und verftent-
licher ist.
§ Und als in ainer yeden Comedi gewonlich ain Prologus gefetzt,
allfo wirt in difer Comedi das argument für ainen prologum zu noch
aigentlicher erklerung beschriben. darinn man den grund difer Comedi
findet.
§ Es mag auch das buch dar durch von afang bis zu end defterbas
verftanden werden.
— 5 —
Ain Edle Jangkfraw mit namen Pamphilia aus Athenis geraubet
ward gen Rodis gefürt, allda von den raubern verkauift. und ge-
fchenckt ainer bulerin von irem liebhaber. Die felb ertzocb fi mit
irer aignen tocbter genannt Thais, in aller weiß als ob fi derfelben
fchwefter were. bis auff die manbern iar. Da verließ Thais ir mutter
zu Rodis, und ward von irem bülen gen Athenis gefürt, der allda in
kürtz geftorben ift. Und ward Thais alles von ihm verl äffen gütz
nach feinem tod erb gefetzt. Zehand ward fie über lieb gehebt von
ainem Ritter gehaiffen Trafo, der in kürtz darnach gen Rodis kam
Und ungef'arlich die felben Pamphiliam fach an offnem marckt zu failem
kauft' gestellet sein, von den erben der mutter Thaidis die auff die
Celben Zeit geftorben was. Allfo thet Ritter Trafo die felben Pamphi-
liam von fchone der geftalt und irer kunft wegen die fi kund auf der
harpffen, unwiffend fiift aller ding wer fie was. kauffen. zefchencken
feinem bülen Thaidi. Aber als er wider gen Athenis komender. fände
ainen mitbauwer feines wyers. nämlich Phedria ainen fun ains Edeln
Burgers dafelbs der hießLaches. den die Thais in abwefen des Ritters
gehaimfet und angenomen hett. Aber der Ritter überfreüntlich ver-
fonung befeftiget fein gemüet. das er ir die Jangkfrawen Pamphiliam
vor nit fchencken wolte. bis das fi den züknecht von ir vertrib. wie
wol nun Thais Phedriam lieb hett. doch als fi Pamphiliam erkannt,
umb befunder begird fi iren freunden zu Athenis. dannen fi ver-
ftolen. und das fi von kinds wefen ir fchwefter gehaiffen. und allfo
ertzogen ward, wider zegeben. fchlos fi von ir Phedriam. davon
Phedria am erften erizürnet. Aber als er die urfach feins aus fchlifens
vernam von Thaidi. ward fein zorn gelindert. Allfo. das er mit
willen dem Ritter wychen. und in fein dorff zwen tag ziehen wolt.
doch das er von feinem mitnager von gab wegen aus gemainem wyer
nit gar vertriben wurde, ließ er kauffen ain diern von Morenland.
und ainen verfchnitnen knecht die man da zemal hieß hemling. und
gebot feinem knecht genannt Parmeno abfchaident das er die zwai
menfchen der
~ 6 —
Thais (umb fein zu gedencken) haim füret. Aber ainer mit namen
Cherea des Phedrie brüder ain junger fprüßling als er Pamphiliam des-
Ritter * gab erft anfache, ward in irer liebe fo inbrünftigklich ent-
zündet, das er von dem knecht Parmeno wolt in geftalt deß ver-
fchniten knechts gefürt, und Thaidi gefchenckt werden, umb das er
mit vnd bei der Jungkfrauwen wefen vnd wonen mochte. Aus der ur-
lach ward fi gewaltigklich von im gefchwechet. Und darnach zehand
ain Edle Bürgerin von Athenis erfunden, und dem benannten Cherea
zu ainem weib gegeben. Und wurden Phedria und der ergeüdig Ritter
durch ainen knecht den groften zütüttler genannt Gnato verainet.
Allfo wie off't ir yedem not were. das er on des andern mißfallen oder
yffern feinen getzeüg in gemainem weier fencken mochte.
— 7 —
§ So nun diß buch im anfang ain Comedia genannt wirt fo ift
gar ain groffe notturfFt das man wiß und verftan müge was Comedia
zeteütfch gefprochen feie. Wie fi auch getailt und aus gelegt werde
§ Darumb fo wirt das aigentlich und mit gutem fleiß erftlich erklärt
was Comedia zeteütfch feie. Und nachfolgend wie fi getailt und
aus gelegt werde.
§ Comedia ift ain gedieht aus mengerlai das gemüt und anfechtung
mitler perfon inhaltende. Dar aus man lernet was gut ift züge-
brauchen und das boß zemeiden. Und fpricht Cicero das Comedia
menfchlichs wefens ain fpiegel feie, und ain pildung der warhait.
Und wirt Comedia darvon gehaiffen das fi offenlich vor allem volck
des mitlen ftates* oder wefens verkündt ward. Wann Camos bedeüt
die wonung deffelben volcks. es feien Stet marckt oder dorffer. wann
Comedia der nam ift genomen aus den kriechifchen worttern camos
und oda. das ift gefang oder gedieht von den mitlen perfonen. Es
kan noch mag fi auch nimand recht noch wol verfton er künde dann
fein geberd und ftimm auff hoch und nider fittlich und fchnell nach
wegung des gemüts verkern. Darumb es billich Comedia wirt ge-
haiffen.
iVI
stases] sie
— 8 —
§ Es ift zemercken das ain yetlich Comedi mag underfchaidenlich aiii
getailt werden, in vier tail. Und wie ain yeder tail genennt wirt.
§ Der erft tail ift ain vorred. Und wird genennt Methaplafmus.
§ Der ander tail ift ain anfang und ain zettel der nachgenden
materien. Und macht das volck begirig das nachfolgend zehoren. und
wirt genannt Prothefis.
§ Der dritt tail ift ain merung der materien und betrübnuß aller per-
fönen, fo dar ein getzogen werden. Und wirt genannt Epenthesis.
§ Der vierd tail ift ain verkorung aller betrübnuß zu frolichem auß-
gang. darinn die gantz Comedi wirt geleütert. Und ift genannt Para-
goge.
§ Furo ift dife Comedi in latin Enuchus (daz ift in teütfch hemling)
genannt. Umb das ain Jüngling fich in weife ains verfchnittnen
knechts ainer bülerin fchencl^en lieffe.
— 9 —
§ Mer ift zemercken das~ ain yetlicli Coniedia wirt in fünff under-
fchaid oder gefchichten getailet.
§ Aber dife Comedi hat Therencius von mengerlai fchoner leren,
klüghait und fprüchh wegen aUfo vermifcht das die (als die andern)
nit mag so lauter, doch fo werden die fünff underfchaid und ge-
fchichten difer Comedi allfo getailt wie hernach volget.
§ Die erft gefchicht vacht an dem .j. blat an. Was thun ich nun'^
etc. Darinn wirt Phedria von Thaidi aus gefehloffen der fein
vngefell erklagt, erftlich mit im felber. darnach gegen Parmenoni.
Zeletst m gegenwürtigkait Thaidis. Doch fo wirt er von ir allfo er-
waicht vnd gefünet. das er fich gütlich verwilligt zwen tag von ir
in fein dorft zereiten. und dem ritter die zeit den beffern tail an ir
zel äffen.
— 10 —
§ Die ander gefchicht vacht an dem .xj. blat an. Tu allfo als
ich dich gehaiffen hon etc. Und halt in ir das abfchaiden Phedrie.
und empfelchnuß Parmenoni die diernen und den verfchnitnen knecht
(der mit namen hieß Dorus) Thaidi haim zefüren. Und mer den zü-
tüttler Gnatonem redenden mit im felbs. als er die Jungkfrauwen
Pamphiliam von dem ritter Trafo Thaidi wolt fchencken. über das
wie Cherea die Jungkfrauwen erfach. und mit Parmenoni zerat ward.
das er in geftalt deß verfchnitnen Thaidi gefchenckt. und dar durch
der Jungkfrauwen zu gefüget wurde.
§ Die drit gefchicht vacht am .xxvij. blat an. Freilich Thais
fagt mir groffen danck etc. Und weifet des ritters wefen. und des
zütüttlers fchimpflich fpott wort gegen im. Und mer wie der ritter die
thais zu dem nachtmal komen ließ. Auch wie cherea in gestalt
des verfchnitnen. mit der diernen von Morenland thaidi von parmenone
zu gefürt, und in namen feines herren Phedrie ward gefchenckt.
Fürbas wie der Jungkfrauwen brüder Cremes redt mit thaidi in des
ritters hanß. Mer wie cherea nach dem fchwechen der Jungkfrauwen
mit feinem gefellen Antiphoni redet, wie er fi mit liften überkommen
bette.
— 11 —
§ Die vierd gefchicht vacht an dem . xlvj . blat an. Al\fo haben
mich die gott wol lieb etc. Und wirt ain magt genannt Dorias dar
ein getzogen wie fi von dem ritter, thaide. und der Jungkfrauwen
redet, wie Phedria widerumb keret von dem dorff. und nit mocbt
auß beleiben. Wie ain andere magt hieß pithias phedrie klaget das
die pamphilia von feinem verfchnittnen (den fein knecht parmeno ge-
fchenckt het) gefchwechet were. Wie der Jungkfrauwen brüder Cre-
mes ertzürnet ward. Wie thais ungeftümglich wider den ritter. und
er wider fi reden wurden, wie fich der ritter mit etlichen feinen
knechten nämlich Sa nga. Simalio. Siriftus. Dorax. zefechten ruftet und
fpotlich abließ.
§ Die fünfft gefchicht vacht an dem . Ixvij . blat an. 0 du bofs-
hafi'tige etc. Und hat inn thais klag der gefchwechten Junkfrawen
mit pitliia. darnach mit cherea. Und wie cremes der Jungkfrauwen
brüder mit der fogamen genannt fophronia. die fi gefogt het dar zu
käme. Auch wie parmeno durch pithiam liftiglich durch trübet. Und
wie der alt Laches phedrie und cheree vatter von parmenone dar zu
berüfft. und durch in die hochtzeit beftetiget ward. Und zeletft wie
der ritter durch den zütüttler von phedria begnadet ward das er in
ließ mit würken in feinem wyer. Das doch nit on ritter fchoblins
groffen koften mocht gefchechen.
l
- 12 - (
§ Fürbas ward geraerckt wie vil perfonen in difer Comedi einge- [avjji
zogen, und wie fi mit namen genennt werden.
§ Auch wie man verftan l'oll welche perfon in ainer yeden ge-
fchicht rede. Es feie das ir lützel oder vil darinn mit ainander reden.
Oder es rede ain perfon mit ir felb.
§ In difer Comedi werdent eingetzogen neüntzehen perfonen..
§ Ein Erber Edler tagter Burger zu Athenis mit namen Laches.
Und zwen feiner fün junger gefeilen. Die mit bü'fchafft umb giengen.
Nämlich Phedria und Cherea. Auch ain knecht genannt Parmeno der
den zwaien jungen gefellen zu irem gewerb dienete.
§ Mer ain Ergeüdiger bülender torochter Ritter mit namen Trafo.
Und fünff feiner knecht. Nämlich Gnato der zütüttler. Sanga der
koch. Simalio. Siriftus. und Dorax feine diener.
§ Mer ain liftige vilwiffende bülerin mit namen Thais, mit zwaien
megten. Nämlich Pithias und Dorias. Auch ainer harpffenfpllerin
genannt Pamphilia. Die ir der ritter Trafo fchencket. Und ain diern
aus Morenland mit ainem verfchnitnen knecht der hieß Dorus die ir
der Phedria fchencket*.
— 13 —
§ Mer ain Jüngling der Pamphilia brüder ain Edler burger zu Athenia
mit namen Cremes.
§ Mer ain Athenifcher Jüngling ain bülgefell Cheree. genannt Antipho.
§ Mer ain alt weib die zu Athenis Pamphiliam gefogt hett. mit namen
Sophronia.
§ Und weliche perfon in difer Comedi reden würdet, der felben perfon
namen wirt mit zwai oder dreien der eiften büchftaben von kürtze
wegen deß worttes. der felben rede für gefetzt.
§ Ällfo wenn Ladies redt fo wirtt gefetzt La.
Phedria
Phe.
Cherea
Che.
Parmeno
Par.
Trafo
Tra.
Gnato
Gna.
Sanga
San.
Thais
Tha.
Pithias*
Pith
Dorias
Dori.
Dorus
Dor.
Cremes
Cre.
Antipho
An.
Sophronia
So.
Allfo mag man fich darnach in difem buch zerichten wiffen.
8 verkehrt
— 14 —
8 Du vindeft auch ain yede perfon in ainer jeden figur. wa fi m [aij]^,
difem buch gebraucht wirt. glych ain mal als das annder. Und j
an ainem end als an dem anndern. mit gewand und geftalt. da mit
ain yede perfon underfchaidenlich aus den anndern erkennt mag
werden.
& Dife Comedi wirt auch mit virgeln und punckten underfchaiden-
lich nach fitt ^nd gewonhait der Poetry oder Poetifchen gedieht ge-
fchriben.
§ Darumb ift zemercken auff viererlei virgel und punckten. Auff dife
form/* .? ( )
§ Die erft virgel allso ftende /* bedeütunderfchaid ainer red oder oratz
on volkomenhait des gantzen finns.
§ Der ander punckt allfo gefetzt, bedeüt volkomen befchlieffung der
felben red oder oratz.
§ Der dritt punckt allfo ftende? bedeüt das fo darvor gefetzt ift in
fragweis verftanden werden foU.
S Zum vierden die zwen krummen ftrich allfo ftende ( ) bedeuten
äas fo darvor und darnach ftat. gelefen werden mag. on ver etzung
volkomes ** finnß. und das fo zwifchen den zwaien ftnchen gefetzt ift
mag dannocht auch hin zu (als ain zwifchen fetzung) gelefen werden.
Und wirt genennt Interpofitio oder Parenthefis.
* ./« ist. soweit überhaupt vorkommend, in diesem abdruck durch
ersetzt, so auch schon oben.
— 15 —
§ Es ift auch fürnemlich zemercken wellicli text in difer Comeda
ain gloß und apparat hat. das dann die felben wort des textes in der
gloß zenechft by dem Paragrapho anfenglich gefetzt werden. Und
dann darnach die gloß über den felben text biß ain anderer Paragra-
phus kunibt. So vindeftu andere wort deß textes. und dann aber
die gloß darüber. Und allfo für und für.
§ Die wyl nun das wort Paragraphus genennt wirt. So ift nott
das man wiß und erkennen müg. wie in difem buch Paragraphus*
in der Gloß werdt gefetzt. Der ftat allfo §
§ Du vindeft an ainem jeden blat text und gloß Auff der gling-
ken fytten den text in der groffern gefchrifft. Und auff der gerechten
fytten die gloß in der klainern gefchrifft.
§ Und an ainem yedem blat vindeft du der gloß weder minder noch
mer. dann fo vil als dem text an dem felben blat zu gehört.
Sequitur principium. Quid igitur faciam ?
Hernach volgt der anfang. Was tun ich nun?
* Paragraphus!
[a V iij \^ leer]
[bj yo leer]
Teren;
— 18 —
Der erft tail deß erften underfchaids. Redt der Jüngling und der [b
knecht mit einander. Und Thais gat uß dem huß.
Bild:
Straße. Vorn links Phedria^ von recMs Parmeno. Hinten links
tritt Thais aus einem haus.
\
— 19 —
Phe.
[W]As ** thiin ich nun? wird ich auch noch nit gan.
fo ich unbegerend bin berieffet? oder will ich mich allfo
ftellen das ich der bulerin fchmachait nit verdulde? Sie hat
mich aus gefchloffen Sie beriefft mich wider, wird ich wi-
der umb hingan? Nain, ob fie mich flechnete. Par. Bei
hercle fo ift nuntz fordrer noch fterckers ob du das thun
macht, aber wirdeft du das anfachen unnd nit weiflich vol-
bringen fo du es nit mer erleiden macht in ungemachtem
fride wirdest unberieffet zu ir kummen, erzaigende fie lieb
haben, und dein abwefen nit mügen erleid enn.
[I]N*** difem erften tail Prothefis wirt gezaigt wie gar verirret und ayges
willen ungewaltig ain yeglich menfch in bülfchaft verwickelt ilt. und
wie wyß der fich dar vor bewaret. § Was thün ich nun. Magft du
wol dar aus mercken das der Jüngling mengerlai gedacht hat ee das
er in dife traurige wort gefallen ift in zweiflung. § Wird ich noch
nicht gan ift der fin. das er zweifelet ob er fich durch ir entfchul-
digen und genüg tun verfonen woll oder fie gantz nicht mehr füchen.
befunder ir entfchlahen. § Der bulerin fmacheit Klagt von allen
und ift doch nun über aine erzürnet. § Außgefloffen. Macht es
groffer wann fie fios in nit auß. Aber fie wolt in nit ein 1 äffen die
weil der ritter bei ir was. § Beriefft mich wider j f ift aber mer wann
fprech er fie begeret mein. § Nain ob fie mich flechnete. Ob er
fprache. weder von gebet noch von berüffes wegen noch von flohen,
das groffer ift wird ich zu ir komen. § Hercle. Er fchwort als fo
wir fprechen by got. § Vordrer. Loblicher § Sterckers. Wann einem
mannß gemüt zu gehöret das er unordenlicher lieby müge krefftigk-
lichen widerfton.
* Von jetzt (bij) an foliierung
** [W] lücke durch drei zeilen
*** [IJ fehlt ohne lücke
t I in der glosse zeigt an, daß von da an die glosse unter dem
text, ganz herüber, fortgeht
2*
— 20 —
Dann ift es befcheben du bift verdorbenn, fie wirt dich ver- 1 v^
achten, wann fie dich uberwunden ficht. Phe. Darumb folt
du aber und aber gedencken die weil die zeit ift Par. Herr
welche ding nit rat noch maß in in haben die macht du
durch rat nit regiren. In der liebe find dife lafter alle,
fchantwort. argwon. veintfchaft. fridfatz. krieg, dann wider
frid wiltu die ungwiffen ding durch vernunfft gewis machen
fo wirftu nit mer thun wann das du fleiffig feift wie du mit
vernunfft mügeft unfinnen, und du nun zorniger mit dir selbs
betrachteft. folt ich die? die den? die mich? die nit?
laß nun. Ich wolt lieber fterben. Sie mus enpfinden was
manns ich fye. Bei hercle dife wort alle wirt ain falfches
zeherlin das fie die äugen reibende kaum mit gewalt her aus
§ Dann ift es befchehen. Als ob er fprache. denn hal't du das recht
verloren und müft underligen und leiden alle fmachait
§ Feintfchafft. Der mitbauwer. § Fridfatz. Etlich tag. § Wider
frid. Setzt er zeletft das der iüngling nit gar ontroft fie. § Solt ich
die. das find alle gebrechhafiffc reden als die zornigen mit halben
Worten gewonlich vertzucken. und werden allfo erfüllet. § Solt ich
die. libhaben. § Die den. ritter zu ir enpfangen hat. § Die mich,
hat auß gefchloffen. § Die nit. auff wolt tun § Zeherlin, Zemeren
der frauwen lift gegen irem bulen. fpricht. § Zeherlin. Nit zeher.
§ Falfch. Nit von hertzen wainent. funder die äugen reibende. § Mit
gewalt. Nit liederlich als die frauwen gewonlich. § Herauß truckt.
Floffen nit felber.
— 21 —
trucket, geftillen, und wirdeft dann dich felber fchuldigen und
zu büß erbieten Phe. 0 unverfchultes übel, nun merck ich
das fie bof fetig ift und ich eilend und verdruft mich, und
brinn doch in der liebe, und vergang mit vernunfft. wiffend.
fehend und lebend, und wais nit was ich tun foll. Par.
was du tun folt? nuntz wann das du dich gefangnen ledi-
geft fo mit minften du magst und ob du das mit klainem
nit vermügeft. wie du macht, nun das du dich felber nit ke-
ftigeft. Phe. Ratft aber allfo? Par. Ob du witzig bift,
das du dir nit befwerde zulegeft über die, die lieby felber
hat. und die fie hat folt du recht tragen, aber fich fie gat
her aus unfers ackers hagel. wann das wir nemen folten
das wirt uns von ir entzogen.
§ Würdeft dich felber fchuldigen. Ich bekenn mich ich hon un-
recht, leb mit mir wie du wilt. fetz mir büß. Ich will dichs er-
getzen. ach liebe laß ab. ich ergib mich gantz in deine ftraff. und
deß gleichen. § Nun. als ob er fprach fo fpat wird ich innen was die
lieby auff ir tregt. § Vergang mit vernunfft. Als ob er Iprach Ich
kenn waiß und fich mit gefundem leben das mich diefe lieby totten
will und kan doch nit darvon laffen.
§ Unfers ackers hagel. Als ob er fprach. fie verderbt uns als der
hagel das körn.
— 22 —
Der ander tail deß erften underfchaids reden die dry perfon mit 2v'^
ainander und Thais gat in das huß
Bild;
Straße. Vorn links Phedria, rechts Parmeno; Thais unter der haustür.
— 23 —
Tha.
[0]"^ Mir armen, ich beforg das Phedria ditz it fcliwer
getragen hab oder anders uffgenomen, wann es von mir be-
fchehen ift, das er geftern nit ward yngelaffen. Phe. Par-
meno ich zitter und krüfel gantzer, fo ich fie angefehen han
Par. Bis gutz mutz, gang neher zu difem füir fo erhitzigft
mer dann genug. Tha. wer redt hie ? wert du hie mein
phedria? warumb ftundft du hie? warumb giengft nit gleich
ynher? Par. Aber vom uffchliffen nit ain wort. Tha.
was fweigft? Phe. Ja trun fo mir dife tor all zyt offen
ftand oder das ich dir der fordroft bin. Tha.
§ 0 mir armen. Redet mit ir falber. § Ich zitter und krüfel.
Zeglycher wys, als fo der menfch das fieber bat das ift ain hitzige
kranckbait. wenn in das fcbütten will fo entzünt fich das plüt. So
zücbt das bertz alle krafft an ficb. und werdent die gelider zitternt.
und die but krüfelin. Alfo ift auch denen die in der lieby brinnent
fo fie ire bülen urbring erfechent. § Wer redt hie? Hie müft du
mercken das thais phedriam ee bat gebort reden als fie by dem büß
ftünden wann gefehen. Ettlich wollen fie hab in gefehen. fie tu
aber als ob fie in nit gefehen hab. als ainer folichen wol zu gebort.
§ Was fwygft? Merck wie liftigklich fpricht fie warumb fwygft. als
ob fie aller ding unfchuldig fye. und auch als ob fie nit gedenck
das phedria ichtz an fie zürnen folle. § Ja trün. Phedria rett | dife
wort alle in fpotßwys und mainet widerwartigs feiner rede. Als ob
er fprach. Du fprichft warumb ich nit glych ynher gang als ob mir
das büß alle weg offen ftand. Und ich dir der liebeft fye. und geftern
do ich kam do wolteft mich nit ynlaffen. wann du hetteft ainn liebern
by dir. § Ja trün. Das ift ja by trüen red ichs. aber er redt es in
fpot.
* [0] lücke durch drei zeilen
^ 24 —
Acli laß darvon, Phe. Wie? darvon laffen. 0 thais tliais
das aber unfer liebe geleich getailt were. das es dir in folcher
wys fmertzen brechte als mir. Oder das ich verachtet was
mir von dir befchehen ift. Tha. Ich bit dich flyflich du mein
gemüt phedria, du welleft dich felber nit allfo keftigen. By
pol fo han ichs nit getan, das ich kainen für dich erwele
oder lieb habe. Aber allfo was der nutz das es zethun was.
Par. 0 arme ich glaub (als dann befchicht) vor lieby haft
in aus gefloffen
§ Ah laß darvon. Merck wie fie aber redt als ain unfchuldige.
die nichtz wider in getan hat. wie dife fraaichwort befchehen wiffen
die mit umb gand. § Wie? darvon laffen. Als ob er fprache. es ift
mir nit als lycht. Ich merck wol es iffc von dir ring angeflagen das
mir vaft wee thüt. darumb wolt ich das es dir auch fo wee thete.
oder das es mir fo ring wäre als es dir ift. § Du mein gemut. thais
redt aber fmaichend. § Du mein gemut. Als noch befchicht zwifchen
liebhabenden, du mein hertzlin. mein troft. mein ainiger hört, du
mein türteldüblin. und des gelychen. do mit ains das ander in lieby
inbrünftiget. als fie auch oben | fprach. wert du hie mein phedria.
wann das wort mein zaigt ainigkait. Darumb brucht fie es defter
offter das er mercke das fie in habe in irem hertzen. Und muß man
mercken das fie dife wort mit geberden in zehalfen gerett habe, dar-
umb fpricht fie fürbas. § Keftige dich felber nit. Als ob fie zaigen
wolle wie fein keftigung ir gemut auch betrübe, darumb fpricht fie.
§ Du mein gemute. Als ob fie fprache. Du hift mein frod und truren
wann du trureft fo truren ich. wann du wolgemüt bift fo bin ich
wolgemüt. § 0 arme. Er ficht fie an und dütet uff Phedriam. Merck
wie fcharpff begryfft fie parmeno. wenn es ift der warhait nit glych
das kaine iren bülen vor lieby uffchlieffe.
— 25 —
Tha. Hen redft du allfo parmeno? wolan laß darvon. Aber
los du, warumb ich hab gehaiffen dich zu mir berieifen.
Phe. Das befcheche. Tha. Sag mir von erft mag der it
fwygen? Par. Ich? uberwol. doch horft du mit dem geding
uberbinde ich dir mein trü, was ich wars höre das verfwyg
und behalt ich uberwol
§ Hen redftu allfo. Als ob fie fprach. Du folteft uns verfonn fo
redft du das boß dar zu. Du folt fchweigen. § Wolan. ift ain ftraff-
wort. Als fo wir in mißvallen fprechen. ah wol an was foU das.
allfo fpricht Thais, wolan la dar von. was f ollen die wort. § Aber
los du. Als er oben gefprochen hat zürn parmeno am anfang fo ich
unbegerend zu ir berüfft ward. § Sag mir. Merck wie liftiglich fragt
fie ob der | verfwygen fye das er gedenk fie woll etwas gar groß
fagen dar zu fwygens gar not fye. § Ich? uberwol. Merck wie der
knecht nit warten wolt das fein Herr für in antwurten folt. wann er
mercket bas iren lift wann der iüngling der in lieby entzünt nit fo
wol für in hette geantwurt. § Mit dem geding. Merck wie liftigklich
begegnet Parmeno Thaidi. wann als fie ir fagen mit verfchwygen
verbinden wolt. als ob es etwas groß were. Allfo verachtet er ir
fagen als ain unwarhait oder erdichte fag. fich felber wider Phedrie
zelieben. Merck auch wie glych ir baider verbinden ift. fie waiß daß
die knecht gar feiten verfwygen was fie haimlichs hörn, fo waiß
parmeno das die bülerin feiten war fagen. Darumb verbinden ie ains
das ander an feiner wunden. § Verfchwyg und behalt. Das wort be-
halt ift von den faffen getzogen die in in uff enthaltn was daryn
gegoffen wirt wann die klumffen nit wol verdamt fynd fo rinnen fie.
Darumb fpricht er. Ich bin vol klumfen und rinn. Als ob er fprache.
Du waift das all knecht nit wol halten mügen was in haimlichs ge-
fagt wirt als die zekloben fas. will man das die fas halten fo muß
man fie vertammen. Allfo wiltu das ich halte das du fagen wilt fo
verftrych die klufften der lügen mit der warhait. oder es wird überal
uß mir rinnen.
— 26 —
Aber falfcli uppigkait ald erdichtes ift von ftundan offenbar. 4 vo
ich bin vol klunfen*, ich rinn her und dar. Darumb wiltu das
mans verfwyg fo fag die warhait. Tha. Mein muter ift von
famia gewefen und** hat zu rodis gewont Par. Das mag man
verfwjgen. Tha. Do fchencket meiner mutter ain kaufman
aiu tochterlin von difer Stat geraubet. Par. Ain burgerin?
Tha. Ich mains. ob es war fye wiß wir nit. vaters und
muter namen fagt fi
§ Falfch uppigkait ald erdichtes. Falfch ift da mit man übel that
verdecken will. § Uppigkait. Das nit allfo fein mag. § Erdichtes.
Das nit ift. und doch ain fchyn hat als ob es fye. § Falfch. ift der
lügner. § Erdichtes, der liftigen, § Uppigkait. der narren, mit
falfchem verfchult man fich. mit gutem gedieht verdient man. mit
uppigkait verfchemt man fich Mit falfchem werden wir betrogen durch
gedieht wol erfrowet uppigkait verfchmach wir. § Das mag man ver-
fwygen. Als ob er fprach das glaub ich. wann es koment gar vil
bülerin von Samia gen Rodis. So ift auch der bülerin | gowonhait nit
das fie gern dahaim blyben. § Das mag man verfchwygen. Als ob er
fprach das dient nit zu deinem lob. funder fchand do her komen die
bülerin. § Ain tochterlin. Bewyft jugent und wyplich pild das ir
enpfengklicher was und jeden. Und by dem daß fie folich fchencki
von fremden kauflüten nam. ift wol zemercken das fie auch ain bü-
lerin was. Auch by dem das fie fo verr von ainer andern ftat zu
Rodis wonet. Darumb werden in den Comedien die bülerin faft pilger in
gehaiffen. als in andria ftat die pilgerin von Rodis. § Ich mainß.
Spricht nit ja ich waiß. wann folt fie es gewift hon fo war Parmeno
nit fo gehertz das er Cheream in des verfchnitten klaider hette ange-
legt ainß fryen burgers tochter von Athenis zefchwechen. wann die
ftraff was groß. § Vatters und müter namen fagt fie. wann junge
kind mercken die fo fie vor jugent das ander nit mercken mügen. als
das land die ftat das gefchlacht. und deß glychen.
* klunfen] sie
** vnd; V verkehrt
— 27 —
aber das land und anndre zaichen weffc fi nit, fie enmochts
auch alters halb, der kaufman fagt das dar zu. er het ge-
hört von den raubern umb die er fie erkaufft hette, fie were
aus Sonio geraubet worden Mein muter da fie die enpfieng,
ward fie mit flys alle ding anfachen zeleren und ertziehen als
ob fie ir tochter wer. vil vermainten fie were mein fwefter
Ich zoch von dann mit dem gaft, mit dem ich die zyt allain
gemainfam hette. der mir auch verlieffe alles das ich hab.
Par. Der ietlichs ift falfch es wirt us rinnen. Tha. was
ift das?
§ Sie enmochts auch alters halb. Spricht alters halb, mit unver-
nunfift oder torhait halb weft fie es nit. § Sagt das dar zu. zu dem
das das tochterlin gefagt hett. § Aus fonio. Sonium ift ain vorftatt
zu Athenis gewefen. da die gemainen wochen märckt waren und das
kouffhuß. § Anfachen zelerenn. Spricht anfahen. und fpricht nit lert
fie, wann bülerin mogent wol anfahen erberkait. aber fie laffen bald
ab. § Vil vermainnten fie war myn fwefter. Merck wie haufFet fie
die liebe zu dem junckfreülin. da mit phedrie fein zorn gemindert werde
das fie den ritter zu ir gelaffen hett als ob fie es allain von des jungk-
freülins wegen geton habe. | § Mit dem gaft. Wann er | was von
Athenis. und was zu Rodis ain gaft. und zoch mit im wider gen
Atbenis. § Die zyt. Spricht wol die zyt da fie zu Rodis was. wann
zu Athenis het fie zwen. § Der mir auch verließ alles das ich hab.
redt fie darumb das Phedria defter minder begern folle das fie im
allein foll us warten. Und durch die wort wirt Phedria etwas befwert
darumb wolt Parmeno nit fwygen. und fpricht. § Der ietlichs ift falfch
es wirt us rinnen. Und erlütert das mit feinen nach genden wortten
fo er fpricht darumb das du dich an ainem nit lieffeft benügen etc.
So hat dir der das ift Phedria ain groffen tail zu bracht.
— 28 —
Par. Fragft mich ? dar umb das du dich an ainem nit lieffeft
benügen, noch dir allain gebe, wann der hat dir auch ain
guten groffen tail zu bracht. Tha. Ah es ift nit allfo. aber
laß mich gantz komen da hin ich will. In der zyt ritter Trafo,
der an het gehebt mich lieb zehaben zoch in Cariam, under
dem ward ich dich erkennen, du selber waist wie innerlichen
lieb icb darnach dich gehebt habe, und wie ich dir getraw
aller meiner gehaim. Phe. Trun das wirt Parmeno auch nit
verfwygen. Par. Da ift kain zwyfel an. Tha.
§ Ah es ift allfo. Merck wie fie nit getorft wider reden in offen-
baren dingen, funder fo fie ander fchuld uff fleh felber ungefragt
ertzelet. § Under dem ward ich dich erkennen. Merck wie wol fie
rett. fo fie fpricht under der zyt als der ritter Trafo in Caria was
der mich vor het an gehebt lieb zehaben ward ich dich erkennen. Als
ob fie fprach. Du folteft an fehen das der ritter vor dir mich gebület
hat. Und befchehe ainem unrecht das war der ritter bill icher wann
du. dannocht füch ich dich für den ritter. fo ich den riter* für dich
fuchen folt. ob er mir auch das jungkfreülin nit erbüte. Aber merck
fürbas wie fie fchmaichen wirt das er ir dife ftechende wort nit zehoh
an ziehe und fpricht. § Du felber waift wie | innerlichen lieb ich
darnach dich gehebt hon. Darumb das er nit gedenck. fo hör ich
wol du haft in lieber wann mich fo er vor mir zu dir gewont hat.
§ Erkennen. Wirt hie genomen für beflaffen. § Aller meiner gehaim.
Dar aus magft mercken das fie in berüfft hat in geftalt fich ertzaigende
als ob fie in den felben fachen feines rats wolt pflegen, und fpricht
dir getrüwe ich. wann fie dem knecht nit wol getrawen wolt. dar-
umb fie oben fprach. mag der it fwygen. und fprach nit wiltus ver-
fwygen wann fie trawet im gantz. § Das wirt Parmeno auch nit ver-
fwygen. Als ob er fprach. das ift auch nit war. § Da ift kain zwyfel
an. Ich verfwygs nit. wann es ift nit war.
Sic
— 29 —
Ach lieben land darvon. mein muter ift nun nechft alda ge-
ftorben. ir bruder ift ains tailes zegytig aufF das gut. da er
die jungkfrawen fach erberger geftalt, und auff dem faitten-
fpiel künnent, zehand hoffender guts werdes fürt er fie für,
und verkauft fie. On gever von gefchicht was difer mein
fründ dar by, er kauffet fie und hat fie mir gefchenckt, un-
fürbetrechtig aller difer ding unwiffend. Er kam. Do er em-
pfand das ich auch mit dir gemainfchaft hete
§ Ah lieben. Das wort redt fie nit fie zelieben. funder in beweg-
nuß umb das fie ir uanotig yntreg tünd. und kombt bald wider an
ire wort § Nun necbft. Spricht fie das er merck das die liebe gegen
ir noch nit erlofchen fye. § Ift ains tails zegytig. Das ift mit feinen
geberden zelefen als dar zu gehört. § Da er die jungkfrawen fach.
Merck wie fi die junckfrawen lobet durch ander leüt. darumb das er
gedencken foll. fie tut billich das fi hat für genomen und ob fi den
rifcter ain wyl lieber hat. durch di gäbe zu der fi in funderhait
genaigt ift. die auch andern leüten fo wol gefeit | ift nit unbillich.
§ Gütz werdes. vil geltz umb fie zebekommen. § Von gefchicht.
Maint guts gelück. oder von gefchicht. maint gute gefchicht. wann
fortuna halft bas gefchicht wann gelück und ift gut und bas ge-
fchicht. Und halft das ain gefchicht das unfürbetrachtet komend ift.
§ Difer myn fründ. Spricht nit der ritter. fi fpricht fründ. wann fie
will von im etwas haben. § Aller difer. Wil fie ertzaigen wie begir-
lich er das geton hette wann es kund gewefen war das fie ir fwefter
gehalten wäre, und ir fundre begird zu. ir und anders, und auch
will fie bewyfen wie vil fie Phedrie haimlicher rat getrüwe die fie dem
ritter nit fagen wolt und lat es auch Parmenonem hören. Darumb fie
oben fprach. mag der it swygen. § Das ich. Merck wie fwermütig-
lich fi fprach. auch mit dir. als ob fie fprach. dem ritter tet zorns
noter wann dir. wann ich ertzaigt im untrü das ich dich nam. § Ge-
mainfchafft hette. Merck wie fie fchampere werck mit erbern Worten
auß fprichet.
- 30 —
erdiclit er emfig urfaclien das er fie mir nit gebe, fagfc wann
er ficlierhait liette, das er dir fürgefetzt wurde by mir. und
beforgt auch wa ich fie von im enpfienge das ich in verlaffe,
fo wolt er mir fie geben, aber er furchte das. Doch als ich
argwonen, fo hat er fein gemüt zu der junckfrawen geftellt.
Phe. Auch nit wyters? Tha. Nichtz. wann das ich fie
fuche (mein phedria) es find viel fachen darumb ich fie beger
herdan zebringen von erft das fie mein fwefter gehaiffen ift.
on das,
§ Sagt. Merk das das wort fagt nit gefetzt wirt von den wyfen. wann
fo man etwas ertzelen will das ainer gefagt hat das villycht nit war ift.
oder erdicht, oder üppig ding, fo fpricht man mit opperfcher geberd er
fagt. § Sicherhait hette. Das ift das ich mich etwer mit ertzaigte das
er gedechte er wer mir lieber. Merck wie langfam. mit wievil vor
red kombt fie uff das fie in bitt ain wyl hinweg zetziehen. § Doch
als ich argwonen. Merck wie fcharpf und hoch liftiger fund das ift.
fie waiß das fich die büler umb kain ander fach mer fynden wann
umb das fie von aim bain als die hund nagen, darumb das fie den haß
Phedrie gegen dem * riter lindern mochte, fo fpricht fie doch arg|wonen
ich er hab etc. das Phedria gedencke. das war gut wurde er die jungk-
frawen hold hon. fo leg nit daran das ich fie ain zyt dem ritter
gute wort lieffe geben. § Auch nit wyters. Als ob er fprache. hat
der riter nit mer mit ir zefchaffen gehabt, fo antwurt fie nichtz.
und wurt dar by verftanden das fie nit gefchwecht ift wie wol fie
argwonet der riter hab fein gemüt zu ir geftellet. dannocht ift not
das fie keüfch beliben fye, foll fie ainem fryen Jüngling gemahelt
werden, als bald befchehen wirt. darumb wird fie keüfch behalten.
§ Herdan zebringen. Spricht nit von im als ain gab zenemen. funder
herdan zebringen als von aim gauch oder gogelman. da mit fie fich
aber Phedrie enpfenglicher machen will, wann er mercket das fie in
für ain guten man hat.
* de
— 31 —
das ich fie wider yn fetze und den iren wider gebe Ich bin
ainig. ich han niemand hie. weder freund noch maug. dar-
umb phedria begere ich fründ zemachen mit meiner guthait.
Lieber hilff mir emßlich wie das uff das aller ringeft be-
fchehe. und loß den ettlich tage den vorderern tail by mir
haben. Antwurteft mir nit? 0 du bofte. folt ich io etwas
anntwurten mit deinem gefchefft? Par. Enhen. der unfer
Ich lob dich, es will im doch zeletft zehertzen gan Du bift
ain man. Phe.
§ Wider yn fetze. Wir werden wider yn gefetzt denen zu den wir
willen hond zekommen. Wir werden aber wider gegeben denen die
uns gern haben, allfo find fie baide hie. § Ich bin ainig. Meins
gafchlachts. und geborner fründ halb. § Ich hon niemant hie Ge-
machter früntfchaft halb. § Weder fründ. Maint geborn fründ nit
bülen. Darumb maint fie gemacht fründ zeüberkomen mit irer gütig-
kait. das Phedria mercken müge das fie nit bülen maint § Hilff mir.
Merck ain feltzem zwingen des fie in biten wolt ze verdulden das er
ain zyt von dann zügo. bit fie in ir hilflich zefein. und waiß das es
vorhin im gar wider ift. § Mir nit. Redt fmaich|end mir. als ob
fie fprach. von meiner liebe wegen folteft mir billich antwurten.
§ Doch zeletft. Als ob er fprach. er merckt doch zeletft die untrüw
wie lang er gefchwigen hat. und beduncket mich das der text beffer
fye nach dem finn. Es will im doch zeletst zu hertzen gon. oder es
will in doch zeletft fchmertzen. wann Parmeno hat ain verdriffen
gehabt das er folang gedultig gewefen ift. darumb fpricht er: § Du
bift ain man. das du die bülerin verachteft und ir gcfchwetz.
— 32 —
Aber ich wift nit wa du hinuß wolteft. Ain megdlin ift von
hinnen geraubt worden, mein mutter hat es als ir kind er-
tzogen. fie ift myn fwefter gehaiffen ich beger fie herdan
zebringen das ich fie den Iren wider gebe. Fürwar alle dife
wort gand an das end. dannocht wurd ich aufgefchloffen,
der empfangen warumb anders wann das du in lieber haft
dann mich und fürchteft die die yetz her gefürt ift. das fie
dir denfelben nit abfetze. Tha. Hen furcht ich das felb ?
Phe. was bittzelt dich aber fünft?
§ Aber ich wift nit wa du hinuß wolteft. Merk wie in widerwertig-
kait nichtz fo wol mag geret werden man müg es verkorn. allfo was
thais für getzogen hat phedriam zewaichen wie wol es allfo was. Doch
ward er die felben wort alle wider fie bruchen das fie alle darufif
giengen das er uß triben wurd und der ritter yn gelaffen. und nit
darumb das fie das junckfreülin gern bette, funder darumb das ir der
ritter lieber wäre, als dann der text lauter uß wyfet. § Dife wort.
Die falfch oder erlogen find § Und furch ft die etc. Als ob er fprach
du haft doch den ritter fo lieb das da nit fehen mochteft das er ain
andere auch lieb het. damit er ir die wort auch verwirfft do fie oben
fpricht. Als ich argwonen fo hat er fein ge|müt zu der jungkfrawen
geftellet. § Das fie dir denfelben nit abfetze. Er nennet in nit. Sunder
als ain zorniger lieb haber fpricht er den felben. § Hen furcht ich
das felb? Als ob fie fprache in gefpott. das thet mir wol not folt
ich deß fürchten. Als ob es fie verfchmache das er nun gedencken
folle das fie deß ritters fürchte. § Was bittzelt dich aber fuft. Wann
es das nit ift das ich fage. Es mocht auch fton. Was macht dich
anders forgfeltig. Oder was bekümeret dich fünft.
— 33 --
fag. hat er dir itfc allain gab gegeben. Haft du ie empfun-
den das mein gütigkait vor dir fye verfchloffen gewefen. hen.
als du mir fagteft wie du ainer morin zedienen begerteft ließ
ich nit alle ding und fuchte fie? Fürbas fagteft du wolteft
gern ain verfchnitten haben die doch allain die künigin
brauchen
§ Sag. hat er dir it allain gab gegeben. Hie vahent an ir zwitracht
uß uffhebung der früntfchaft fo fie ainander ertzaigt haben. Als
ob er fprache thais du mochteft fprechen der ritter bat mir ditz und
das gefchenckt darumb ift billich das er mir lieber fye. fo antwurt
Phedria. Ich hab dir uß gutem willen allweg gegeben was du be-
gerteft. und ift mein gütigkait in dir nie verfloffen gewefen. Als ob
er fprache. Ich bin doch gantz dein gewefen mit | lyb und gut. und
was ich dir hon ertzaigt das hab ich von hertzen geton. und nit un-
willigklich. als menger tut. darumb dir meine gaben und ertzaigen
folten enpfengklicher fein. § Als du mir fagteft. Als ob er fprach.
als bald ich von dir hört das du gern ain morin haben wolteft ze-
dienen. da bedorfftu mich nit darumb biten. ich beftellet fie darby
du groffern willen mercken müft. wann ob du mich darumb gebeten
hetteft. § Ließ ich nit alle ding. Als ob er fprach Ich ließ doch
alls mein gefchefft und fücht fie mit gantzem flyß das ich dir willfagen
mochte in groffen und klainen dingen. § Ainer morin. Als ob er
fprach. Die morin find doch feltzen by uns. dannocht bracht ich dir
fie zewegen. und ift fein uff heben gegen ir deß guten und bofen
widergelt. Merck wie fcharpff. § Ain verfchniten. Die verfchnitten *
knecht oder hemling hond den anfang genomen in Perfia. wann was
Jüngling von Babilonia gefangen wurden in Perfiam die ließ man ver-
fchnyden. und gab fie den rychen frawen zedienen. § Für bas fagteft.
Merck darumb das er ir undanckperkait defter groffer mache, fo hebt
er ir zwifach die güthait uff von im befchehen. nit zefamen gerechet,
er mocht wol zefamen gefprochen hon. als du fagteft wie du gern
ain morin etc. aber er fagt ietlichs befunder das er fie defter mer
mocht verunglimpffen. § Die doch Das fein mitbuwer nit fprechen
mochten, fiha was fpotlicher gab hat ir Phedria gefchenckt. das will
er fürkomen und fpricht. es ift ain künigliche gab oder nun der
mechtigen frauen. deß glychen auch die morin.
* verfchniten . . . verfchnitten
T er e nz.
- 34 —
Ich bracht in zewegen. Geftern hab ich fünfftzig pfunt 8v
pfennig iimb fie baide gegeben, dennocht bin ich von dir
verachtet, das hon ich in myner gedechtniis gehebt, wird
ich dar umb von dir verfmecht ? Tha. was ift das phedria ?
wie wol ich die geren her dan züge, und ich main durch
das ding aller baft befchehen mochte, Aber für war ee
das ich
§ Ich bracht in zewegen. Merck wie er von dem verfniten redet. Ich
bracht in zewegen und von der morin. und füchte fie. dar umb das
er ertzaigte fein arbeit und irn willen geton. wann füchen und ze-
wegen bringen ist ietlichs groffer wann flecht kauffen. Und ift wol
zemercken wann fie gewonlich nun die mechtigen frawen hetten das
man fie nit liderlich ankomen mocht. darumb fpricht er und fücht
fie ich bracht in zewegen. Als ob er fprach. Mit groffer mü und
arbait. § Geftern hab ich fünfzig pfundt pfennig. etc. | merck wie er
baider gelt zefamen flecht. das die fumm defter rychlicher fye. wann es
war fcbimpflich folt er der morin summ ainig gefagt hon die nit mer
dann achthalb pfunt koft. als hernach der herolt fpricht das find
achthalb pfunt pfennig. § Geftern. ain uffhebung undanckperkait feiner
güthait ift fwerer. darumb fpricht er geftern. nit vor langem*. § Dan-
nocht bin ich von dir veracht. wann Verachtung und güthait ift
groffer. fo ift auch güthait an ir felb groffer die man leüten tut
unverdient. § Was ift das phedria. Oder was fol das uffheben hin
und her. und ift ain wort da mit fie willfagen ertzaigen will. Darumb
fpricht fie. § Wie wol ich fie gern her etc. Als von ainem toren und
narren, und wol gefein mocht durch die ding, dannocht wil ich es
nit wider dich tun. darumb fpricht fie. § Aber für war ee das ich
dich zefynd will haben etc. Merck wie liftig. fo fie ficht das fie mit
hadern nit überwinden kan so ergyt fie fich dar umb das fie in mit
gütigkait überwunde, als die frawen die Jüngling lycht mügen. und
fpricht alle dife wort. Ee das ich dich zefynd woU haben, darumb
das fie im zaigen mochte das fie in lieber hette wann er sie. Als ob
fie fprach. Ich will es von deinen wegen laffen wie wol mir schad
daran lyt. und du nichtz von meinen wegen laffen wilt. § Durch das
ding. Sie will nit fprechen durch dich und dein abwefen und ist doch
ir mainung.
*
* lano'e
— 35 —
dich zefjnd woU haben, ich tu als du haiffc Phe. 0 das du
das wort von hertzen und warlich reteft, ee das ich dich ze-
fynd woll haben, und das ich glauben mochte, das lauter ge-
redt fyn. ich mocht alle ding wol erlyden. Par. Er fchlupft
mit ainem wort fo bald überwunden, Tha. 0 mir armen,
red ichs nit von hertzen? Was dings haft du ye von mir
wollen, joch in fchimpff, du habefts erlanget, und ich mag
von dir nit erwerben, das du nun allain die
§ Ich thü als du haift. Merck* mit welicher geberd deß augefichtz
das zelefen fye. wann fie will es nit gern tun funder als zwungelich.
wann er nit anders "will. § Das wort. Er nimbt hie wort für die
gantzen rede das lauter geredt fein on vermifchung der liftigkait. Als
das honig füß ift wann das wachs darvon geleütert ift. allfo weren
mir deine wort auch füß wann fie lauter weren. § Er flupfft mit
ainem wort. Merck den knecht wie er wandert das der fleh erft fo
manlich ftelt das der mit ainem wort überwunden ift. und fo bald
ee das fie auch das zeh erlin auß den äugen truckt. darvon er oben |
fprach. Die wort alle wirt ein falfchs zeherlin etc. § Was dings haft
du ie von mir etc. Merck wie Thais Phedrie begegnet. Phedria fprach.
Als du ainer morin begerteft. fo fpricht fie. was haft du ie von mir
wollen, das groffer ift wann das Phedria fagt. und mer wann du
begerteft etwas in fchimpff. dannoch gedacht ich es zevolbringen.
ich wartet nit ufF dein gebot, ich faret felbs deines willen, das dir
dein woUuft nimer vertzogen würde. Merck auch wie fie mit difen
kurtzen worten alle Phedrie lange klag fo gar hin hinder wirfft. § Und
ich mag von dir nit erwerben. Als ob sie fprach. Ich hon dich alles
gewert, das du mich joh in fchimpff gebetten haft. Und ich mag nit
von dir erlangen das du nun allain zwen tag wycheft. und fpricht.
Nun allain die zwen tag. das fie ertzaige wie klain fie begere wider
das groß das fie im geton hat.
*
* Mrerck
— 36 —
zwen tag wychen woUeft. Phe. Ja wann die zwen tag war 9v
were. das fie nit zwaintzig tag würden. Tha. Frylich nit
mer denn zwen tag oder. Phe. Oder, ich byt nit. Tha. Es
fy nit. laß dich nun des erbitten. Phe. wol an. es ift ze-
tun als du wilt. Tha. Ich hab dich billich lieb. Phe. Du
tuft wol. ich züch ins dorff und keftig mich da felbs die
zwen tag. es foll allfo gefchehen gewißlich man füll thaidi
willfagen.
§ Wychen woUeft. Spricht wolleft. damit fie ertzaige das fi wider
fein willen nichtz thün wolle. § Zwaintzig. Er macht es zwen-
undzwainzig. wann es nach der ftimm nit vaft unglych lautet das
fie nit hin nach fpräche. ich fagt zwaintzig du haft mich nit recht
gemerckt. § Nit mer wann zwen tag oder. Merck wie fie wolt haben
gefprochen zwen tag oder dry. aber ee das fie es gar uß rett fo under-
fpricht er fie. und fpricht auch. § Oder, das fie nit mocht fprechen
dry. er fprach vor. Ich byt nit. Als ob er fprache. es ift an zwaien
zevil. § Es ift zethün als du wilt. Merck fein willfajgen. Er fpricht
als du wilt. ob es auch fuß an im felber nit gut ift oder mir nit ge-
feit. § Ich hab dich billich lieb. Spricht fie das er defter minder
argwons habe irr liebi gegen dem riter. § Ich züch ins dorff. Merck
wie er die ftat haffet. do er feines bülen gemainfami nit haben
mocht. § Und keftigen mich dafelbs. Er fpricht nit da fein, funder
da mich keftigen. § Die zwen tag. Das foll man fchwarlich lefen.
als ob es groß fy zwen tag von ir zeblybeu. und in zwai jar beduncke.
§ Es foll gewißlich allfo gefchehen. Merck wie im felb der inbrünftig
lieb haber gebüt. als ob er fprache. wie wol es mir vaft hert und
fwer ift dannocht muß es fein. § Man foll thaidi willfagen. Zaigt
was krefft die liebi hat. In follichem willfagen muffen darumb doch
die groffeft unainigkait auff erftat. zwifchen den mit nagern ains
bains.
— 37 —
du parmeno fchaf das die her gefürt werden. Par. Vaft gern.
Phe. Die zwen tag fjeft bewart thais. Tha. Und auch du,
wiltu fus ichtz anders Phe. Ob ich fus ichtz woll? ja
wann du by difem ritter bift, das du von im fyeft. und mich
tag und nacht liebhabeft. mein begereft. das dein träum
von mir fy, mein wartft, mein gedenckft, mich hoffeft, das
dein wolhift ab mir fye, das du gantz by mir fyeft. zeletft
will ich, das dein gemüt mein fy, wan ich bin das dein. Tha.
§ Parmeno fcbalf das die bergefürt werden. Will fagen. für ir her den.
verfniten und die morin. § Die zwen tag fyeft bewart. Phedria zücht
hinweg. Es iffc ocli not foll die fabel gerecbt fein das er von dannen
gefcbaiden werd. wann in feiner gegenwertigkait möchte fein brüder
Cherea nit gefürt fein in deß verfniten geftalt. und die junckfrawen
gefwecht hon. darumb gefegnet Phedria Thaidem* die zwen tag. das
er zaige nit lenger von ir fein mügen. § Und auch du. Syeft behüt.
müft verfton. § Willt du fuß untz anders. Merck felber weß fie fich
erbüt. § Wann du by difem. Redt er gar nydiglichen § Difen. Als
ob er fprach by jenem fchelmen oder gogelman | § Mein warteft.
Warten ift neher wann hoffen darumb fetzt er fie baide. So magft
du auch fprechen. § Mich hoffeft. Das ich dein auch gedenck und
in alle dife wege liebhabe, oder aber mich hoffeft furo von mir das
felb gelaubeft. hab gefetzt als hernach kombt. Ich hoft' ich hab iren
brüder bylich funden. § Das dn gantz by mir fyeft Mit dem gemüt
Merck er wonfcht das dem ritter das groffeft laid widerfare das er
hat. wann fein groftes laid ift das er nit by ir fein folt. Darumb
fpricht Phedria das du gantz by mir fyeft. Als ob er fprach. und
von im fo befchehe im als wee als mir nun gefchicht. § Ich bin das
dein. Als ob er fprach. bis du mein gemüt wann ich bin dein gemüt.
Thaide
0 mir armen, villeicht hat der ain klain vertrawen zu mir,
und urfcailt mich nun aus der anndern fin. und ich by poll
in guter gewiffen, waiß das für war, das ich nuntz valfch
erdicht hon, und in meinem hertzen difem meinem phedria
kainen lieber, und alle ding von difer Jungkfrawen wegen
geton habe, wan ich hoffen iren bruder billich gefunden hon
ainn gut edlen Jüngling. Der mir gezilt hat uf huit in mein
huf* zekomen. Ich wil hin yn gon. und wartten wann er
kome.
§ 0 mir armen. Merck wie fie ainig mit ir felber die v/arhait der
fabel fagt. wann folt fie es vor dem knecbt geredt hon. fo wer deß
Cherea anfchlag nit volbracht mit der jungkfrawen. § Und urtailt
micli uß der andern fin. Als ob fie fprache. wie wol es ungehort
ift das man getreu oder warhafFt bülerin finde. Doch fo hab ich
gantz in dem war gefagt. § Difem meinem Phedria kainen lieber.
Spricht bas kainen lieber wann das fie fprache. den ritter lieber habe.
SIC
— 39 —
Der dritt tail deß erften underfchaids. Redt der jüngling und der
knecht mit ainander. Und ficht Parmeno das Gnato ain jungkfrawen
fürt der Tbais zefchencken. als im enpfolhen was der felben Thais
ain morin und ain verfchniten zefchencken.
Bild
Straße. Vorn Parmeno und Phedria, beide nach links gewandt. Aus
dem hintergrund kommen Gnato und Pamphilia.
— 40 —
[T]U * allfo als ich gebaiffen han. das die hingefürt werden.
Par. Ich wills tun. Phe. Und flyßlich. Par. Es befchicht
Pbe. Aber by zyt. Par. Es foU fein. Phe. Ifts dir aber
genug geboten? Par. Ha. du bitft fo vaft als ob es fwer
fye. 0 das ich allfo lycht etwas finden mocht phedria, als
das vergat. Phe. Und ich vergang auch mit, das mir lieber
ift. bifa nit fo ungedultig dar umb. Par. Nain gar nüntz.
es foll aus gericht fein, gebütft aber fuß untz? Phe. Unn-
fer gab ziere mit wortten, als verr du macht, und den unfern
widertail, treib von ir fo faft du macht. Par. Lieber ich
habs gedacht, ob du mich auch nit manteft.
[D]As** ift der ander actus oder gefchicht mit ir inhalt als du fichft
und helt in ir mengerlai torechter teding deren di mit der kranck-
hait des hurübels befwert fynd Und meldet dife fcena nun was*** vor
geret ift. Doch befchaidenlicher und mit minder nyd. wann die
büler hond befuuder freüd und begird fo fie offt von iren bülen reden
§ Ha du bitft fo vaft. Parmeno redt das in ftraff wyß daß er fo not-
lich tut umb das fein ze verlieren und doch kennen folt. das es on
wider gelt gar verlorn ift. § Als das vergat. Verloren wirt. § gebütft f
aber fuß untz er fp rieht gebütft aber zeertzaigen das er dife ding on
feins herren gebot nit gern tut. Als er auch hernach fpricht. Haiftu
michs Cherea. und fpricht. Ich bit dich und gebüt dirs. § Unfer
Gab. Er fpricht nit mein, als ob parmeno auch tailhafftig und fein
ding fye. § Und den unfern. Er fpricht | den lang uft'getzogen an
den reden. Als ob er fpräch. Den heßlichen laidigen fchelmen der
unß an unfer liebi yntrag thüt. § Tryb von ir. Das ift uß irem ge-
müt in ir zelaidigen mit lützen und vernichten mit wortten.
* [T] lücke durch zwei zeilen
** [D] lücke durch zwei zeilen
*** was] s verkehrt
t gebüft
— 41 ~
!r^ Phe. Ich züch ins dorf und belyb allda. Par. Ich fchetzs.
Phe. Aber lofa du. Par. was wilt Phe. Mainft mich fo
ftet mügen fein, und erlyden das ich dar zwifchen nit wider
kom? Per. Dich? by hercle ich main es nit. wann du wirft
aintweders glych ietz wider komen oder bald zu nacht wird
dich dein urwachen zuher tryben. Phe. Ich will etwas
würcken, das ich fo müd wird das ich flaff ob ich auch nit
will. Par. Ja du niachft wol ee das du müder wacheft. Phe.
Ach es ift nuntz dein teding parmeno. man muß by hercle
die lychtmütigkait hinwerfFen. ich bin mir felber zeglaubig.
zeletft das ich joch on fie fye die drei gantz tag, ob es nott
fein wirdt. Par.
§ Ich züch ins dorif. etc. Das hat er vor auch gefagt. Aber er zaigt
wie hart er anfaht hin weg zeziehen. § So ftet mügen fein, und
erlyden, Merck er fpricht verftetigt und erlyden. das ift mer wann
das er fprache. mainft ob ich als ftet fy und ob ichs lyden müg.
funder ret er als ainer der darinn verzwyfelt ift. das er nit fo veft
fein müg das erß auch nit erlyden künd noch müg. § Dich? Als ob
er in wundern fprach. fragft du deß du foltft wol wiffen das ichs nit
gedenck das du es tun mügeft. § Ob ich auch nit will. Maint das
in die groß arbait die er im fürfetzt zethün tzwingen werd zu. dem flaff
ob er gern wachen wolt. § Ah es ift nuntz etc. Ich bin mir felb
etc. Merk die wort alle wie hoch er yn her kombt. Als ob er joch
etwas gar groß tun woU. und zeletft fagt er von dreien tagen, darby
du deß inbrünftigen bülhertz oder des hurübels irrfal mercken macht.
— 42 —
Hui der dreier und aller dreier tag. lug was du tüeft. Phe.
Die urtail ftat. Par. 0 ir guten göt. was kranckait ift das ?
follen die leüt von der liebe allfo verwandelt werden? das du
nit kenneft- den vorigen fin. Es was kainer minder unge-
fchickt wan* der. kainer redlicher und vefter. Aber wer ift
der, der da her zücht? ja ja es ift des ritters zutütler gnato.
Er fürt ain iungkfrawen mit im, deren zefchencken. Unhun
fie ift erber geftalt. wunder wird ich huit nit fchandtlich
befton mit meinem alten hemling. Die übertrifft "^"^ Thaidem
eiber.
*
§ Hui der dreier. Parmeno wundert ab feiner fag fo hoch angefangen,
und fpotlich geendet. Als ob er fpräch in fpot. das war ain groß,
wolteft fo lang von ir fein, darumb fpricht er § lüg was du tüft.
als ob er fprach. Wilt du dich ains groffen underftan. § Die urtail
ftat. als ob er fprach. Es raüß fein. Merck wie hoch er mainet auß
zebelyben. und wirt fo bald widerkomen. das er auch nie in dem
dorff rüwet. Er belybt auch nit lenger uß wann als die zyt begeret
die jungkfrawen zefwechen. § Was kranckait. Merck entfchuldigung
der liebe, fo fie ain kranckait ift fo entfchuldigen fich die Jüngling
defter minder, wann fi kombt lychtlich und ains tails unwiffent und
plint. darumb fpricht Parmeno. die leüt werden verwandelt von der |
liebe, er fpricht nit das fie toren werden. Als ob er fchetzte fich
vor der kranck kainen Jüngling wol behüten mügen. wa wyl und ftat
dar zu dient. § Minder ungefchickt. kainer redlicher. Das macht
auch das in Thais mer liebet wann den ritter. § Und fefter. An dem
gemüt das er sich anfechtung von zytlicher wolluft minder ließ über-
winden. § Unhun die ift erber geftalt. Hat Parmeno ain verwundern
von irr fchoni. was fol dann Chorea tun. § Wunder wird ich hüt etc.
Er maint der fo alt ift und die jungkfraw fo fchon. und fo jung.
§ Die übertrifft. Dar mit will er die jungkfrawen veft loben, doch
Thaidem nit fchelten.
* wa; dann lücke von 1 buchftaben
** übertraft
— 43 —
0 Der ander underschaid. Redt Gnato und Parmeno mit ainander Und
als Parmeno fragen wolt wenn er fein fchencki bringen folt So ficht
er das Gnato die Jungkfrawen her füret der Thais zefchencken.
Bild
Straße. Vorn nach rechts gewandt Parmeno, nach links Gnato und
Pamphilia. Im hintergrund Cherea.
— 44 —
Gna. 13 v'
[0]* Untötlichen göt. was übertrifft ain menfch das ander,
was ift underfclaaid des verftanden gegem narren, das ift mir
alfo inn fin komen. als ich zu her kommend was, beftellet
ich ainen meiner ftatt daher, und auch Ordens,
[I]N** difer fcen wirt Gnato in getzogen der ain zütütler was oder lieb-
kaller. und wirt darinn gezaigt der felben wefen. und wie Ti Tmaicben
künden umb irn bauch zefüUen Und wie fie das ir mit flecken ver-
tempffen und dann hoflecker werden, oder in ewiger armüt belyben.
Und haiffen rechts namens lecker oder fchlüch. Er will auch | zaigen
das man von erbern leüten etlich in folicher fchuld erfinden mag. als
er fpricht im text. Ainen meiner ftat und ordens etc. darby man
mercket das er auch guter leüt und reich da haim was Er will auch
zaigen was wefens und gegen wem fie zu tütein. welichen weg. mit
was Worten etc. Es ift auch zemercken das Gnato dife wort mit nie-
mand redt funder allfo geend redt er mit im felber. hin und her die
leüt anfehend. Und find dife wort ftraffwort. Difer lieb kauender
fitten die nun zu difeu zytten nit allain in der Fürften und herren
hofe. funder in allem ftät gaiftlich und weltlich den fürgang hond.
Darumb fpricht er. § 0 untötlichen got Als ob er fpräch. 0 got
was wilder fitten find in die weit komen fo die fchmaicher den frumen
fo wyt vor gond. darumb fpricht er. Was ift underfchaid deß ver-
ftanden gegem narren. Er mainnt deß fchmaichers und liftigen hof-
leckers gegen dem fchlecht frummen die man nun narren halft, dar-
umb fpricht er auch. Nit unfrumen. § Was ift underfchaid. Das ift
in verwundern zelefen. Als ob er wunderte das ain menfch fo liftig
folt fein wann das ander. § Beftellet ich ainen. Beftellet mit im
zereden. nit das ich in nun fehe. § Meiner ftat da her. Meiner ftat
maint nit allain die ftat dannen er geborn ift. funder auch den ftät
darinn fie baid gewefen find. Wann fie reich burger waren gewesen.
nun waren fie in armüt. Darumb fpricht er. Und auch ordens. Das
ift armüt. Wann fie betten baid ir gut mit füllery und fchlecken
vertempfft. Und foUen dife wort, der fein gut etc. lächterlich gelefen
werden, wann er maint fich felb nit darinn fchelten das er gern
wol gelebt *** hat mit effen und trincken. Und das sein damit verthon.
* [0] lücke durch zwei zeilen
** [I] keine lücke
*** geleibt
— 45 —
nit unfrumen. der fein gut auch vertempfft bat. Ich fich in
rauhen, unfaubern alt von klaidern und auch jaren, krancken.
was zierd ift das (fprach* ich) das ich armer verlorn hon, das
ich het. ha war zu bin ich kommen? all mein kennß wol
und fründ band mich verlaffen. Da verfmacht ich in gegen
mir. Du ungenietter torocbter man (fprach ich) haft du dich
allfo geftellt? das dir fürbas
§ Nit unfrumen. Als ob er fprach. erber leüt aber unhilflicb. als
fo man fpricht. er ift erber und nuntz mer. er ift fuß nieman nütz.
Und werden die leüt alfo gelobt die nichs befunders für gendes hond.
doch nit boß noch fchalckhafft oder liftig feind. § Rauhen. Zerftro-
bolten**. ungetzierten. zerriffen. § Alten von klaidern und auch ja-
ren etc. Merck, nach dem text fo müfte fton mit jarn und klaidern
umgeben war unverftentlich. und ift doch fain mainung er hette vil
jar und alte klaider. Wann in lajtin ftat obfitum. Und halft fitus
ain beftetigung. § Krancken. Magers lybs und eilenden. § Was zierd
ift das. Spotlich, als ob er fprache. wie gaft fo zerriffen. Doch hat
es in latin wol mer fin das zetütfch nit not ift. § Das ich armer
verlorn hon das ich gehebt hon. Merck er fücht im felb gelimpfF.
und fpricht nit ich hons mit fehl ecken verton. § Ha war zu bin ich
komen. Zaigt im klaider. als ob er fprache. Sich meine klaider und
eilend. § All mein kennßwol. Als ob er fprach. Sich was ift die
weit, wann ainer das fein verthüt fo ift er iederman unwerd. und
denen mer den man guts gethon hat wann den andern. Und ift ain
ftraffung der weit bofen fitten. § Da verfchmacht ich in gegen mir.
Das ift das er am anfang geredt hat. Was übertrifft ain menfch den
andern etc. Als ob er fprach. Wir fynd glych gewefen. nun ift er
fo arm fo verzwyfelt fo verlaffen. und ich fo fchon fo wol beklaidt.
fo wol mügend. § Du ungenieter. Sich wie er in ftrafft und faft
anfert das er fo arm ift und doch hin für wirt fagen es komt kainer
zu dir wann allfo bedacht das er feinen wolluft mit fmaichen vol-
bringe mit fo wenigem Ion er mage. *** das ift zu ainer ftraff geret
den hurn und hüben die fich nit halten künden das fie zeleben haben.
* spraeh
** sie
***
SIC
— 46 —
kain Hoffnung mer in dir fye? Haftu den rat mit dem gut
verlorn? fich mich an uß der Ttat geboren, was varb? was
fchyns? was klaidung? wie ift mein geftalt deß lybs? ich
hon alle ding, und hon doch gar nichtz. und fo ich nichtz
hab fo gebrift mir nichtz. aber ich unfeliger mag nit der
leüt goggelman fein, noch fchleg leiden, was? glaubftu es
gang allfo zu.
§ Kain hoffnung. Als ob er fprach. Biftu verzwyfelt. fo als gar vil
weg der narung feind. Und helt das wort vil in im. § In dir sye.
Als ob er fprache. Ich fich wol wann dir nit ettwas von gefchicht
züfelt fo haft in dir nit fo vil vernunfft das du ettwas erden ckeft dich
zeneren. § Haft du den rat mit dem gut verloren. Als ob er fprache
in ftraffwys. Wie bift ain man du hetft vernunfft oder lift genüg in
dir* wolteft dus brauchen. Darumb | fpricht er. § Den rat das ift
vernunfft mit dem gut. Das ist. haftu dein vernunfft verlorn mit dem
zytlichen gut etc. das ift der fei gut mit deß leibs gut. § Sich mich
an auß der ftat geborn. Aus der ftat das ift auß dem verderben wi-
der dar zu kernen das ich zeleben hab. und als ding hab fo ich
nuntz hab. § Was färb. Wider das er oben gefprochen hat. Ich fich
in rauhen. Und er fpricht. § Was fchyns. Wider uufauber. § Was
klaidung. Wider mit alten klaidern wefen deß lybs oder geftalt deß
leibs ** wider krancken. § Ich hon alle ding. Wider das ich armer het
hon ich verloren. § Und hon doch gar nuntz. Gen dem das er oben
gefagt hat. Meiner ftat und Ordens. Als ob er fprach. Ich hab als
wol nichtz als du. Aber ich kan mich doch waidenlichen behelffen.
§ Aber ich unfelliger. Merck wie Therencius die zyt ftrafft. das die
leüff der weit fo boß feind. das fich der menfch feiner frümkait
klaget, und haift fich unfalig fo er frumb und arm ift. und wolt nit
lieber fprehen***. ich will ee felber in armüt fein, wann ain fchmai-
cher. § Glaubftu es gang allfo zu. Das ainer fpotwort und fchleg
muffe leiden, das was.
*
* dir] i verkehrt
** lybs . . . leibs
;**
Sic
— 47 —
r'^ du irrft ganz des wegs. ettwan was difem geflecht vor zeiten
folicher gnieß by der alten weit, das ift ain nagel nüwes
vögeln. Difen weg hab ich der erft erfunden, es ift ain ge-
flecht der menfchen die in allen dingen die vorderften fein
wollen, und finds doch nit. den folg ich nach, gen denen
ertzaig ich mich nit das fie mein fpotten, funder begegnen
ich inen mit fpot worten. Und da mit hab ich verwundern
von iren finnen. was fie fagen das lobe ich. wider reden fie
dann das felbig ich lobs. würd ainer aber wider nain fagen,
ich fag nain. jehens ja, ich sprich ja. Zeletft hab ich mir
gebotten
§ By der altten weit. Da die leüt frümer waren. Wir fynd nun zege-
fchyd. Darum!) fpricht er. § Etwan was vor zytten folicher Ion. Das
ift ain nagel nüwes vögeln. Merck by der alten weit gab man den
leüten die fich treiben liffen offen und trincken als für ain Ion irs
treibens. Nun machen fi fich als vogler die das gefügel ätzen und
dann vahen. AUfo vahen fie die leüt mit fchmaichen. § Gegen denen
erzaig ich mich nit. Gat auff das der arm fprach. ich mag nit der
leüt gog'gelman sein. § Sunder begegnen ich inen mit fpotworten. Als
ob er fprach. Ich gedenck vor wie ich inen begegnen foll mit zü-
tütteln und liebkallen ee das fie anfahen mich zetreiben. § und da-
mit Das ift dann zemal fo fie mich treiben wollen fo lob ich fie in
andern fachen die fie gern hören untz das meins dings vergeffen wirt.
Oder ich gib in recht was fie fagen. als ob alle ire wort und werck
mir und menglichem wolgefallen. § Was fie fagen das lob ich. Wi-
derreden etc. Merck was fie fagen es fei gut oder boß. er fchembt
fich auch nit zefchelten das er erft gelobt hat. fo es nun feinem
fmaichherren gefeilt. Merck die bofen leüif der gantzen weit, on in
der herren hof von den gnaden gottes.
— 48 —
in allen dingen liebkallen. der genieß ift nun der frucht-
bareft. Par. was vernünfftigen menfchen, der macht die
torocliten menfclien gar unfinnig. Gna. Dar zwischen kamen
wir da ann marckt. da lieffen zuher in freüden all pfennig-
lofer, merfifcher, metzger, koch, würfter, vif eher, willpreter.
denen ich by meinem gut, und nach deß verlieren nutz* was,
und noch offt nütz "^ bin. Sie grüffen mich, ladent zum nacht-
mal. freuen
§ Der gnieß ift. Vil beffer wann der zu alten zjten do man die fpilieüt
fing und ir fpottet. Und merck wie das wort genieß nit uif ytel
erbers lautet. Als fprach man Told oder Ion. funder laut es ettwas
allfantzifch oder vortailifcli. § Ann marckt. Etlich fprechen zu der
metzel. Das mag nit fton. wann er fagt von aller lyplicher fpys die
findt man nit under der metzg. funder marckt bedeüt die ftbit da
man folich lypnarung kaufft. § Mor fifcher. Die zu Athenis ain
fundre ftat betten, und die füeffen waffer fifcher auch ain fundre.
darumb werden fie baid genennt. [ § Koch. Es ift noch an vil enden
fitlicb das befunder koch feind by den man mengerlai befunder effen
und flecklin findt. auch gemaine fpeiß. § Würfter. Seind auch die
nit anders tund dann würft machen, gar mangerlai von flaifch von
fifchen. von kreütern und airen. mit und on gewürtz. als auch der
hieigen herren koch wol wiffen § Wilpreter. Ift gemainer wann
vogler. und begreifft mer in im. und haift wilpreter nit wildper-
ter. als die fpitzwyfen füchen. wann das würt von ringe der fprach
auß gelaffen Als in vil andern zerbrochen und zefamen gelegten
wortten gefchicht. § Den ich by meinem gut etc. Ee das ich mein
gut vertempfFt mit füllery. und auch ietz fo ich nit aigens hab fo
bin ich in doch von fremden nütz. § Ladent zum nacht mal. Ob fie
in laden mit inen zeeffen. Oder ob fie in laden das ift bitten, an-
fchreien oder rüeffen von inen zekauften. fich du auff.
* nutz . . . nütz
— 49 —
fich meiner zukunfFt. Do mich der felb arm hungerig in fo
groffen eren fach und fo ringklich mein narung gewinnen, da
ward mich der man flechend biten, das ich im vergunte das
von mir zelernen. und ich hieß in mir nachvolgen ob ei^s
vermochte. Und wie die Junger von den Philofophen ire
namen habend. Allfo follen die fmaichler gnatoner gehaifen
fein. Par. Sich nun was muffig gan und fremde fpeis tuend.
Gna.
§ Zükunfft. Wann mans eigentlich nimbt fo ift zükunfft allain deren
der man warttend ift. und zu den man begird hat zekommen § Da
mich der felb arm hungrig. Darby merck was den friimmen bezwungen
hab das lieb kallen zelernen. das was hunger und armüt. Mer merck
wie dannocbt der gemain man auch erbermd hat über den armen
frumen hungrigen Mer wie lycht wir von der erberkait vallen in
ringfertigkait durch vermalgen bofer gefellfchaift. wann do der frumb
arm erfach das dem fein fmaichen fo wol erfchoffen was do bat er im
zegünden das auch von im zelernen. wie wol er | vor fo ftarck dar
wider was. und mainet es nit mügen erleiden. § In fo groffen eren.
Das fie in allfo grüften und engegen luffen § Der man. Merck mit
was geberd das zelefen fye. do ward mich der man flehend bitten etc.
§ Das von mir zelernen. Merck was gewalts und fürgangs hat nun
in difer zyt boßbait fchmaichery und liebkallen überkomen. das
nun die frumen von folchen leckern muffen begeren zelernen. das fie
an der herren hoff aucb für mügen komen und gehalten werden,
§ üud wie die junger. Ob er fpräch. fo ich defs fmaichens ain maifter
bin und mir ander auch nachvolgen wollen fo baiffen fie billich nach
meinem namen gnatoner. wann ich haiß gnato. als platonici. a.ri-
ftotilici*. epicurici. von iren maiftern plato ariftoteles epicurus* ge-
nannt, und criftenleüt nach crifto. alfo gnatoner nach dem gnato,
§ Sich nun. Parmeno underredt hoflich deß gnato lange fag
SIC
T e r e n 2 .
— 50 —
Aber da mit vertzüch ich die zu thaidi zefüren. und biten
das fie zu dem nachtmal kome. Aber ich Tich parmenonem
vor der tür traurigen des mit nagers knecht. Unfer ding
ftat wol. ift nit ain Avunder ob die leüt frürt. Zwar ich
muß den wicht umbtreiben. Par. Durch die gab mainent die
thaidem ir sein. Gna. Gnato macht den hochften parmeno-
nem vil hailes tailhafftig was tut man. Par. Man ftat. Gna.
Ich fichs. Aber fichftu ichtz das du nit wolteft. Par. Dich
Gna. Ich glaubs. aber fuß ichtz? Par. warumb fragft?
Gna. So du traurig bift. Par.
§ Unfer Ding ftat wol Wann er ftat vor der tür und nit im hauß.
und traurigen - das bedeüt unfer ding recht fein. § Durch die gab.
Pavmeno mocht wol fpotten. wann er weft all anfleg thaidis als er hört
da fie mit phedria redt § Gnato macht Parmenonem den hochften
gar vil hailes tailhafft Merck wie alle feine wort fpot fein, er fpricht
fein obriften. er mainfc freund, als ob er in für den beffcen freund
habe und ift gantz übel an im. und grüft in hoch doch in fpot, aber
Parmeno danckt im nit. § Was tut man. Redt fchmaichwort. Im
ift nuntz not zereden. darumb antwurt Parmeno und fpricht. § Man
ftat. Gnato wolt nit jehen was machft fo antwurtet er nit ich ftand
da. Doch mocht er wol gefagt hon. ich ftand da. wann er getorffc
nit hin yn gan. § Aber fuß ichtz. Er | maint vor die jungkfrawen.
aber er antwurt von im felber. darumb fpricht er. Aber fuß ichtz.
§ Warumb fragft. Er fraget den der in fragt, darumb das er nit
bedürff antwurten.
— 51 —
Nichtz frylich. Gna. Du folts nit sein, aber was beduncket
'lieh von der handtraich. Par. By hercle trün nit boß. Gna.
Ich bren den man. Par. was falfchen hertzen. Gna. wie
empfengklich mainft du dife gab thaidi werden ? Par. Das
redftu nun fo wir auß getriben sind, aber lofa. aller ding
ift widergelt. Gna. Dife fechs gantz monat will ich dich
rüwig machen, das du nit fo ftet auff
§ Nichtz freilich. Parmeno ertzaigt fich frolich do er allfo fprach.
Darumb fprach Gnato. aber hoflich. § Du folts nit fein. Damit er
im zu verfton gebe, das er fein trauren wo! gemerckt hat. § Nit
boß. ift der fynd lob. wann der fynd ain ding mit fchelten mag.
und doch nit gern will loben. § Ich brenn den man. Das redt er in
im felber. Als ob er fprach. ich rupf in doch das es im wee thüt.
§ Was falfchen hertzen. Als ob er sprach, du verftafts nit recht, du
wenft das nit enift. § Wie empfengklich maineft du dife gab etc. |
Merck wie raitzt er Parmenonem. Als ob er fpräche. Merck wie gar
fchon die jungkfraw ift. darumb fie Thaidi vaft empfengklich wer-
den muß. und ie lieber fie die jungkfrawen haben wirt, ie mer wirt
ir der ritter lieben und dem junckherren laiden. § Aller ding ift
widergelt. Merck wie beheb Parmeno was zeverfchweigen. das er in
gehaim von Thaidi gehört het. und war doch all da wol die stat ge-
wefen auß zelaffen da er von Gnato allfo geraitzt ward. § Sechs gantz
monat. Er belybt an feinem raitzen. und redt als ob durch in alle
ding gehandelt werden, und er aller ding heber und leger feie. Als
er oben fprach. Gnato macht fein obroften etc. Als ob er fprach.
Ich bin der ding maifter. und du mein hochfter freund, darumb muß
ich dich die fechs monat für ander mein freund fllig machen, das du
nit fo müd werdeft. auff und ab zelauffen. und nit verfchmeltzeft
vor wachen tag und nacht zehütten.
— 52 —
und ab lauffeft. oder bis gen tag wachft. und was? ich
mach dich feiig. Par. Mich? hunhun. Gna. AUfo tu ich
den fründen. Par. Ich lobs. Gna. Ich heb dich villeicht du
woltft anderf wo hin gan. Par. Niiendert *. Gna. A lieber fo
hilff ain wenig Mach das ich hin yn zu ir gelaffen werd.
Par. Mach nun hin. ietz ftat dir die tür offen fo du die
füreft. Gna. Soll ich dir yeman heraus berüffen?
§ Ich heb dich, villeicht du woltft anderß wo hin gon. Er hatte gern
auß im bracht das er verftanden hette warumb er da ftünde. ob er
hin yn wolt fein, und man in nit wolt yn laffen. § Lieber fo hilff.
Er redet dife wort fpotlich. Als ob er fpräche. Ich hon gewalt hin
yn zegan. du müft aber hieauffen beleiben, und getarft gantz nüntz
darwider thün. § So du die fürft. Das redt er haimlich gegen Gnato
murmeln das die junckfraw nit hört und verküwt es doch under der
Zungen das er feinen** haimlich nit auß lieffe.
Sic
" feine
— 53 —
Par. Laß die zwen tag vergan du glückhaffter tuft mir nun
die tür auf mit aim vingerlin. ob ich itt machen wird, das
du offt mit den füeffen umb fuß daran ftoffen werdeft? Gna.
Staftu noch hie parmeno? Hen bift du it hie hüter gelaffen.
das vil leicht kain undertreger haimlich von dem ritter zu ir
loffe? Par. wie hoflich gerett. wunder, was dem ritter ge-
feilt. Aber ich fich unnfern jungern hauß fun da znher
komen
§ Wilt du ieman lierauß beruft werden, als ob er fprach. du getorft
doch nit hin yn ichtzit werben.
§ Wie hoflich geredt. Als ob er fprach. was narren tading treibt
er es bedorfft fein nit. ich waiß mer dann er. darumb fpricht er.
§ Wunder was dem riter gefeilt. Als ob er fprache*. narren büben
lind all feins gleichen.
*
* fprche
-- 54 —
mich wundert warumb er von pirreo ab fei gangen, wann 18 1
er foll nun da offenlichen hütten. es ift nit umb suß. und
kombt eillend. ich waiß nit was er umb luget.
§ Mich wundert warumb er von pirreo ab fei gangen. Sein mithüter
heten in erweit ain mal zebeftellen do fach er die jungkfrawen under
wegen. Pirreum* was ain vorftat oder bollwerck vor Athenis dar inn
die hüter lagen wider die rauber. darinn auch das tochterlin ge raubet
ward, und ftünd gegen dem mor das es die rauber gar leicht unge-
warnet über fallen mochten. § Und kombt eillend. Hie wurt fürge-
meldet fein geberd zu den künfftigen Worten wol dienend.
*
* Pirreü
— 55 —
Der ander tail daß andern underfchaids. Redt der Jüngling und knecht
mit ainander. Und fo Cherea die Jungkfrawen gefücht hat fagt im
Parmeno das fie der Thais gefchenckt fei. Das * lat fich Cherea für
den Eunuchum verwandeln der Thais zebringen hernach.
Bild :
Straße. Vorn von links Parmeno, von rechts Cherea. üeber letz-
terem hinter dem offenen Fenfter Pamphilia.
SIC
— 56 —
Che. 19-
[I]ch * bin tod. fo ift auch die junkfrau nendert. ich waiß
auch nit Avie fie mir uß den äugen komen ift. wo ich fi
foche? wa ich frage? wo** ichs erfare? welchen weg ich
gang bin ich ungwiß die ainig hoffnung ift. wa wahin*** si
komen ift fo mags nit lang verborgen blyben 0 was fchöner
geftalt. nun fürbas tilk ich all frawen uß meinem gemüt.
Ich bin difer teglicher geftalten urdrützig. Par. Sich aber
den andern, ich waiß nit was er von der liebi ret 0 glück-
haffter alter, frylich der ifts. wird der anfahen lieb zehaben,
du wirft fprechen. jenes ding fy ain fchertz und fchallen
gwefen
[IJNf difer Seen wirt gezaigt ain nüwe liebi aines jungen fprüßhngs Und
dev rat die jungkfrawen zefinden fo klüglich das du weneft es befchech
ietz § Ich bin tod. Was kan er anders reden fo er eilend fücht und
nit fint. und waiß nit wa er auß foll. § Wa wahin fo mags nit lang
verborgen belyben. ir fchoni wirt fie zaigen oder verraten. § 0 was
fchoner Spricht nit allain angefleht, funder geftalt deß gantzen
leibs was man fehen mag. § Nun fürbas. By difen worten ift wol
zemereken das er vor difer zyt auch gebület hat fo er fprieht. § Ich
tilk. und ich bin difer teglicher formen urdrützig. und noch fprechen
wirt. und du kenft mich, wie wol ich ain fchone geftalt erkenn
§ Sich aber. Er gedajcht an Phedriam feinen brüder. darumb.
Spricht er. fich aber den andern brüder. § Ich wais nit was er. Als
auch fein brüder geton hat. § 0 glückhaffter alter, Mainet dife
zwaier brüder vatter der zwen follich miftünd fun hat in der liebi.
Er maint das widerwertig unglückhafft. oder macht das auch auff
güts verfton Als ob er ain fürmeldung tu uff den auß gang der ge-
lücklich wirt. wiewol die baid fun in bofer liebi verwickelt werden,
darumb halft er in glückhafft den außgang angefeheii.
* [I] fehlt ohne lücke
** wo . . . wa . . . wo] sie
*** wa wahin] sie
t [I] fehlt ohne lücke
— 57 —
gegen dem * das uns deß wüten geben wirt. Che. Das all got
und gottin das alter veiiiren**. der mich hiiit verhindert hat.
und mich auch das ich im geftanden bin und in nit verachtet
hab. aber fich parmenonem. gegruft feieft. Par. was bift
traurig? wie als fnell? wannen geft? Che. Ich waiß by
hercle nit, weder wannen ich gan, oder wo hin ich gon wird.
fo gar hab ich mein felbs vergeffen Par Ich bit dich was
ifts Che. Ich hab lieb. Par. Hen*"^^ Che. Parmeno nun
ertzaig wie du ain man fyeft. waiftu das du mir offt unge-
beten zu gefagt haft.
§ Gegen dem. Aus difen worten ift gut zeverrton das cherea vor wol
geübt ift gewefen auff die ding. Und wirfc nit umbfuft gemeldet.
wann folte er vor nit folliches vaft gepflegen hon fo wer nit gloplicb
das fich ain junger ungenieter fprüßling dar zu begebe das er fich in
aines verfniten wys füren h'effe. und ain unerkannte jungkfrawen mit
gwalt fwecbte. darumb wirt er von Parmeno wütend yn getzogen als
von ainem der es waiß. LFnd wie wol im an dem alter gebreche fö-
lichs zetun fo gibt er doch feiner natur defter mer zu das er yn brün-
ftiger fy in der liebi das die zagen jar erfüllt werden durch die hitz
der liebi. § Daff alter. Er fchilt alsft alter von des alten wegen der in
verhindert hat. und | maint den alten darumb fpricht er fürbas.
Der mich huit etc. und nit das mich etc. § Und mich. Er fetzt zwo
urfach warumb er fpricht das die got mich auch verlieren. Die ain
das er dem alten geftanden ift. Die ander das er in geert hat nach
feinem alter, und das er in nit veracht hat. und zelang ftünd das
er der jungkfrawen nit nach volgt § Was bift traurig. Als wir
fprechen. warumb traurft was gebricht dir. § Wie fo notlich, ald
wie ylft. Er fach an feiner geberd im etwas notlichs anligen. deß er
hoffnung het. § So gar. Als ob er fprach. fo unfinnig bin ich.
§ Wie du. Wie redlich du fyeft ob du halten wolleft das du mir offt
haft zu gefagt fo ich dir alle flecklin von effen und trinken in dein
kamer haimlichtft bracht
* de
** eic
*** He
t daf
tt sie
itt hallich
— 58 —
Ich hab dir etwas funden das du lieb habeft. yetz in difen 20
dingen wird ich fchaifen das du deinen nutz erkenneft. da
ich in dein zellin haimlich zefammen trug alle meines vatters
ipeiß. Par. Tu torlich Gh. By hercle das ift befchehen.
<3arumb fchaff, du nun das dein gelübt erfchynen. Par. Ift
es fo ain wirdiges ding darumb du dich arbaiten folt? Che.
Es ift kain jungkfrau unfer burgerin deren
§ Ich hab etc. Er hat kain benügen an dem das er im fagt er hab
im oft verhaiffen. Er Tagt im auch mit was wortten und wie das er
in defter mer bewege im zehalten § In difen dingen. Als ob er
fpräche. Ich will verfüchen ob da erkennen wolleft was nutzs du von
mir gehebt haft. fo ich dir alle weg das beft von effen und trincken
haimlich zu getragen hon. Und du mir alle weg wol darumb gehaif-
fen. Darumb tu ietz als du dich allweg zethün erbotten haft. § Tu
torlich. Als ob er fpräcb. Wie machft fo viel teding. weder zwy-j
felft an mir das ich dir deß gehaiß lognen wolle, oder wiltu mir dein
güthait fuß auff rupffen. als ob ich undanckper fye. § By hercle das
ift befchehen. Als ob er fpräch. Das ift befchehen das ich aine fun-
den hab die ich lieb hab. Aber du vertzüchft zelang. fie mir ze-
fchaffen. ^ Ift es fo ain wirdigs ding etc. Ettlich halten das Cherea
dife wort fprech. Und ift der fin. 0 Parmeno es ift ain folich ding
das du dein ädern billich darumb ftreckeft. Als ob er fprach. Sie ift
der eren wol werd das du dich ubeft mit allen deinen krefften henden
füffen und haubt. und dich ftreckeft. das ift vaft arbaiteft. Sind es
aber deß knechts wort, fo ifts der fin. 0 Cherea lüg nun das es
der eren wert fy das du dich darumb fo vil bekümerft. Ettlich
nemen ain andern fin der mir nit gefeilt, es ift auch fein mainung
«it gewefen fchamper zereden. § Es ift kain Jungkfraw. Merck die
antwurt auff die frag wie kaine im land noch in der ftat ir glvchet-
— 59 —
gleich, die ire muttern flyflich ziechen, mit hangenden achseln,
mit gefchmucktem leib das fie ran feien, ob aine bas mü-
gender ift fprechen fie fügt an ftryt. fie vertziehen in die
fpys, und ob fie wol gut von natur ift, mit irem fleiß machen
fis lieftifch allfo hat maus lieb. Par. wie ift dann däw"^ die
dein. Che. Ain nüvve geftalt des mundes. Par. Heben.
§ Die ire müter. Merck wie er maint ob die jungkfrawen etwas fchon
feind fo ift es doch nun von fleiß der mütern nit von natur. Als die
junckfrau die er gefehen hat. § Mit gefmucktem. Das ift hart yn
gebrifen und gegürt das fie fchmal und ran werden, wann es noch
auff ertrich fitt war fo verftünd maus wol. aber es ift vergangen als
den gaiffen faltz lecken. Merck wie er fpricht zwai ding, das ain das
fie die achfeln hencken. das ander das fi den leib in zwingen, und
die baide darumb das fi | final und ran fyen. und etlich hond mit
getzwengter prüft von yn brifen und folichem vil arbait auß menger-
lai urfach. § Ob aine bas mügender ift. Etlich fagen das den jungk-
frawen zelob. aber cherea will die nit loben die mager und dürr feind.
funder die leibig feind und fpricht. Wann ain jungkfraw leibig ift
fo gefeilt fie mir. die mütern fagen fie fügt zefechten als ain bauren
knecht § Sie vertziehen in die fpeis. Merck wie vaft er zwungne
fchoni verdamnet. Wann fo die zwingnuß auff hört fo ift ir fchoni
auch vergangen. § Und ob fie wol gut. Das ift wol mügend leibig.
§ Mit irer getzwingnuß machen fie lieftifch. Wann liefth find die
urlangen bintz. nit knopffet und nahent in gleicher groffe und fchmal.
Die geftalt gefeit im nit. § Allfo hat mans lieb. Das ift allfo wenen
fie man habs defter lieber. Als ob er fpräch. allfo hat mans lieb?
Nain freilich man het fie lieber wann fie von aigner natur wol leibig
und wol gefar weren und fie nit allfo fchmal auf züge. hungerig**
und mit färb angeftrichen. Merck aber wie er dife bofe fitten der jungk-
frawen ftraffet. § Ain nüwe etc. Er fprach oben. Ich bin der teg-
lichen geftalten urdrützig. darumb fpricht auch er. § Ain nüwe
geftalt. Wann was nüw ift das gefeilt den leüten. § Heben. Ift ain
wort das etwas verwunderns bedeüL
^ SIC
** hunherig
— 60 — I
Che. Ain wäre färb, ainn* feften leib, und wolfafftig. Par. 21
wie vil jar? Che. Seclitzecbne. Par. Ift der plum. Che.
Schaff das du mir die antwurteft es fy mit gewalt oder haime-
lich oder durch biten, es gilt mir glych, das ich fie nun
brauche. Par. was ? die jungkfrau. was volcks ift fie ? Che.
By hercle ich waiß es nit. Par. Von wann ift fie? Che.
So vil. Par. wo wonet fie? Che. Das auch nit. Par. wo %
haft fie gefehen? Che. Am I
§ Ain wäre färb Das ift ain natürliche färb deß leibs. nit von
falfchen färben angeftrichen. als die künden die fuft nit geftalt hond
fie blafen dann in das büchßlin. § Ain feften leib. Von natürlicher
feuchtigkait wann ir ift die fpeis nit entzogen, darumb ift fie wol-
mügen** und vol geplüetz. § Sechtzehen jar. zaigt das recht alter der
zeitigen jungkfrawen. § Schaff das ich die. Merck er nent dreierlei
gewalt. haimlich. und biten. das ift durch bülen oder kupeln. die
alle drü find untzimlich. aber durch kauffen bringt ainer aigen leüt
in fein gwalt. doch wift er nit geltz hinder im fo wift er auch feinen
vater nit | hinan zefüren. Darumb fpricht er. nit mit gut oder mit
gelt, wann erbet kains. und fpricht. § Mit gewalt. wann fie was***
ain jungkfrau § Haimlich. Wann fie was behüt. § Mit biten. Wann
es was kain gelt alda. da mit begegnet er der haimlichen frag deß
knechts ob er fprechen wurd. wie foU ich fie zewegen bringen fo wir
nit gelt haben. § Es gilt mir gleich. Merck es war ainem freien
Jüngling untzimlich folichs zetün. aber er rett ietz uß anfechtung deß
gemüts brinnent in der liebi. und als ain büler. nit als ain freier
edler. § Was volcks ift fie. Parmeno fragt nit allain von gefehl acht.
funder auch ob fie frei fei oder aigen. wann es in der ftrafi' groffe
under fchaid hette. Darumb fchwert Cherea by hercle er wiffe es nit.
wann folt Parmeno gewift hon das fie frei edel war gewefen er hette
fich nit underftanden Cheream zu ir zefüren.
am
— 61 —
weg. Par. wie hafts verloren ? Che. Das han ich doch yetz
am her gan mit mir felber grißgramet. und main auch das
gar kain menfch feie, dem gute felikait fo widerwertig feiend.
Par. was tibels ift das? Che. Ich bin vergangen. Par. was
ift befcheen? Che. Fragft mich? fag kennftu meins vaters
ohaim und mit gefellen achimenidem *? Par. warumb nit?
Che. So ich deren nachfolg fo begegnet er mir. Par. Frei-
lich uneben. Che. Ja freilich joch unglücklich, wann dir
feind andre
§ Wie hafts verloren. Merck wann Cherea die junckfrawen nit verlorn
hette. fo mocht die fabel iren rechten außgang nit gehebt hon. wann
Iblt Cherea gefehen hon wa hin man Tie gefürt hette fo war er von
Thais erkannt worden, das er für den verfchnitten nit mocht fein
gefürt werden**, und weren Parmenonis und Cheree anfchleg nit be-
fchehen. in für ain verfchniten zu ir zefüren. § Mit mir felber. Ift
ain zaichen groffers fchmertzen fo ainer in im felber grißgramet und
keftiget. § So widerwertig feiend, da gebrift als mir. § Wider-
wertig. Wann ich wolt freüd füchen fo kombt mir laid. § Güte
falikait. Ift ain gmain wort. als vil als | groffe falikait oder
groß gelück. wann er fchetzts im felb für ain groffe falikait das
er fi gefehen het. Aber vil für ain groffer un gelück das er fie aus
den äugen het verloren. § Was uogelücks ift das. Das im der alt fo
uneben begegnet, haift er ain Unglück, oder ungefell. § Achime-
nidem. Das ift mit der geberd zelefen. das man auß dem lefen
mercke das er geheffig feie. § Warumb *** nit. Als ob er fprach. Fragft
fo torlich, folt ich in nit kennen. § Ja freilich unglücklich. Er
fpricht freilich, wann Parmeno mocht gedacht hon. Wie leicht ift
er entzünt in der liebi nun von fehen. und het villeicht zweifelt ob
es war wäre, darumb fpricht er freilich oder werlich.
* achimenid(
** sie
*** waramb
— 62 —
ungemacli zefagen parmeno, ich mag wol fweren das ich den 22:
in difen nechften fechs oder nahend fiben monaten nie ge-
l'ehen hon, dann yetz fo ichs aller minffc wolt. und fein aller
rainft bedorfft. Eho ift das nit aim wunder geleich? wie
mainft? Par, Ja werlich. Che. Er lieff als bald von verrn
her zu mir, bugglot, zittern*, mit hangenden lefftzen, kychend.
loi los ich main dich cherea (fprach er) ich geftund. waift
was ich dein wolt? Sag, mir fei morn
Er liefF als pa!d etc. Merck darumb das er zaige im alle feUkaifc
widerwertig fyn fo macht er doch den alten buckloten laufFen das er
kychet. und doch lauffen v/ider das alter ift. § Keichent. Vor übri-
gem hüften der in ftetigklich keftiget. § Bugglot. Vaft gebogen vor
alter das er sich nit mocht auff richten. Merck auch wie Cherea den
alten fo ungeftalt machet, wann er het erft ain überfchone geftalt
der jungkfrawen gefehen. und wann zwei widerwertige ding beiain-
ander gefehen werden fo ift itlich feiner geftalt defter grober, darumb
bedücht in der alt vil defter ungeftalter ze | fein do er der jungk-
frawen geftalt in im het. und verlutzt in mit allen dingen gegen der
jungkfrawen zefchetzen. für ain jungkfrawen fetzt er ain alten, für
ir minne geftalt deß mundes fetzt er ain hangendes maul, für irn
veften leib ain buggloten ziterten. für ir wäre färb kychend und
hüftend plaich als follich lungenfüchtig feind. Und fo er ain bülender
Jüngling ift fagt er im von gericht und wyßhait. und fo er vaft eilen
foU macht er in ftill ftan. § Los los. Er redt fremklich. dar by
merck das er im vor auch gerüfft het aber Cherea gieng für fich als
ob er es nit horte, darumb ift es mit feiner geberd zelefen. § Waift
was ich dein wolt. Merck aber ain widerwertigkait Cherea der gachet
der alt vertzücht in erft mit übrigen worten und fragt ob er wiffe
v/as er woU und hett im gleich fo pald fein mainung gefagt als ge-
fragt, und alle andre wort vertzücht der alt auf das lengft fo er wol
kurtz het gefprochen Sag im das er morn mein fürfprech feie.
SIC
- 63 -
aiii reclitag. \vas dann? daftu das deini vater flyßlich ver-
kündeft das er gedenck morgens mein fürfprecli zefein. mitz
er das redt vergieng ain ftund. ich frag ob er it mer wolL
ich habs reht* (fprach er) So ich da her fich zu der jungk-
frawen, da ift kaine. fie het fich die weil etwa da her in
dife unfer gaffen gekert. Par. Ain wunder maint er nit die,
die deren huit gefchenckt ift. Che. So ich daher kom da was
kaine. Par. Ift etwar mit ir gangen? Che
§ Was dann. Merk wie kurtz feiend cheree worfc wann er eilet, und
merk mer wie vertzügenlich der alt redt von lauffen. müde, zitern.
hüften. und keichen. das er in manen müft und fprach was dann,
als ob er fprach. Red für dich, kauft du es nit pald fagen was du
wilt. § Das er gedenck. Aber ift die red über lengt. wann er mocht
^.s'-ol gefagt hon das er mein fürfprech feie. Merck hie die ftraff der
fürfprechen die mit übrigen wortten nit all ain die fach verziehen
fander auch die gerechtikait. und richter mit den umftenden und fich
falber entrichten. Merk wie er lange red verdamnet. | § Untz er das
geredt. Als ob er fprach, er vertzoch dife wenige wort als lang das
ainer mocht ain ftund rechnen. Merck er eilet und bedaucht in ain
kurtz zeit lang fein. Auch ftrafft er die fpitzweifen die ir fachen mit
umbworten ain ftund vertziehen. Die fie mit dreien worten mochten
aus richten, § Ich frag ob er it mer woll. Wann wir gern hinweg
giengen fo fprechen wir wilt du fuß ichtz. Allfo tet er auch wann er
eilet von im. und vor Thais fprach zu dem Phedria. § Ich habs
recht. Het wol gefprochen. nain. aber er macht umbred ich hons
recht, und auch das es gemaine antwurt ift wann man fpricht wilt
ichtz mer das man faget nain im ift recht allfo. Da fpricht er ich
habs recht, maint er auß gericht. § In dife unfer gaffen. Wann
Thais faß auch alda in der felben gaffen und was in der felben hau&
gefürt. § Ift etwar mit ir gangen. Er verlach fich wol das es kain
andre were. aber er wolt es aigentlich wiffen.
* f3](3
— 64 —
Am magt und der fryhait. Par. Sie ifts freilich. h6r auff
es ift befchehen. Che. Du gaft mit aundern dingen umb
Par. Kenfts wer f.e ift? Sag mirs. oder hafts gefehen^^
Par. Ich habs gefehen ich kenß. und waii wahin fie ge-
turt ,ft Che. Ach parmeno kenfts aber? Par. Ich kenns
Che. und waift wo fie fei. Par. Sie ift da her zu der bu-
lerin thaidi gefürt, und ir gefchenckt. Che. welcher ift fo
niechtig mit fo groffer gab? Par. Der ritter trafo, phedrie
nutgraber Che. Du predigft gar hert tail meins bruders.
Far^ Ja freilich wann du wifteft, was er ir dar gegen ^e-
kaufft hette, du fprechest S » " o^
*
§ Es irt befcheheu. Als ob er fpräch, es ift auß ge rieht, es ift die
recht. § Du gaft mit andern dingen umb. Er redet recht auff feine
wt wann er fprach es ift befchehen. das dinet* nit uf feine wort
als ob er fprach. Dir leit anders an. er wift aber „it was er von im
lind het geredt, f.e ifts freilieh. § Und waiß wa hin. er gab die
antwurt ee man in fragt, wann in verdroß der vil fragen, und ylet
auch das er deß Phedrie fchenck Thaidi breehte. § Der ritter Trifo.
habe ab aim fohehen mitnager. § Du predigft. Als ob er fprach. fo
freLh M t'/'' "■'' '""'°''' ^'^ ™™^S züverfeheneken §Ja
gab Phedrie. d,e fo fehnod ift. und ift vor durch fein aigne gab
gelobet. Das feind zwen we. für in. und baid wider Phedrifm.
1 r/'^ ue"- ^""^ ^'""' ^'^^'' *^'l der herter w&r gegen Thaidi.
das Ift der bofen** das fie in nit lieb hab als den ritter. Mefck wie gab
und miet gewalt hond und. fürgang in der bfilfchafft. Darumb tib
aul3 oder gang auß. °
*
SIC
SIC
— 65 —
noch mer. Che. was? ich bit dich durch hercle. Par.
Ain verfchnitten *. Che. Den ungeftalten menfchen (ich bitt
dich) den er geftern kaufft hat. und das altweib? Par. Den
felben. Che. Der man wirt freilich mit der gab auß ge-
fchlagen. aber die thaidem hab ich nit gewift unfer nach-
bürin fein Par. Es ift nit lang. Che. Hei, das ich si auch
nie gefehen hon. aber fag mir, ift fie fo fchon als man fagt?
Par. Ja trün. Che. Aber nichtz gegen difer der unfernn ?
Par. Es ift ain ander ding. Che. Ich bitt dich bei hercle
fchafF das ichs ha-
§ Was? ich bit dich. Was fcheackfc er ir dar gegen. Merck wie
fenft flycht der rat her yn das Cherea für den verfchniten thaidi haim
gefürt werde, und fpricht. § Ich bitt dich durch hercle. Als wir.
Ich bitt dich durch got fag mir was etc. § Den ungeftalten menfchen.
Spricht menfchen wann er was weder man noch fraw zefchetzen.
§ Der wirt freilich mit Merck er fprach nit uß gefloffen oder uß ge-
triben. funder uß gef lagen, als man den hunden tut. und ift fchno-
der § Aber die Thaidem. Es ift alles not zu rechter fchicklichait
difer fabel wann folten Cherea und Thais einander gekennt haben,
fo mocht Cherea nit zu ir gefürt worden fein für ain verfchnitten.
dariimb fpricht parmeno. § Es ift nit lang Das es defter glop-
licher | feie das ain Jüngling fchon nachbürin nit erkenn, darumb
fpricht er auch. § Hei das ich fie auch nie gefehen han. Als umb
die vorigen fach das er nit erkant müg fein fo er für ain verfchniten
gefürt wirt § Gegen difer der unfern. Ift hoflich für gegen der
meinen, als ob es nun den knecht auch antreff. Es ift ain ander
ding. Merck er fchilt kainem brüder die feinen, wann fie waren
baid lieb gehabt.
*
* vefchnitten
T e r e u z .
— Ge-
ben müg. Par. Ich wils mit fliß tun. und mich üben dir 2<
zehelffen. willtu fuß ichtz? Che. warumb galt yetz haim?
Par. Das ich dife gab als dein bruder gehaiffen hat, thaidi
haimfüre. Che. 0 glückhafften verfchniten der in das haus
gegeben wirt. Par. Als wie ? Che. Fragftu ? Der die fchonften
von geftalt alle zeit da haim ain mit aigne ficht, reden mit
ainander. wirt by ir in ainem haus fyn wirt etwen mit ir
effen. zu zeiten nahent flafen. Par. wie wann du felber
nun glückhaft wurdeft? Che Wie parmeno? antwurt.
§ Ich wils mit Heiß tun Merck er haift es von erft zetün. und dar-
nach will er erft heltfen. das macht fein haim eilen, die fchenki
zeverfüren darumb fpricht er. § Wiltu fuß ichtz. Als gewonlich die
abfchaidenden fprechen. Und auch aus difen werten die laichery ent-
fpringen wirt. in gleicher weife als ob es allfo befchehen feie fo
fenfft wechft aines aus dem andern. § O glückhafften verfniten.
Merk wie durch Cheree reden fo er den verfchniten falig fchetzt das
er hin ein fol gefürt* werden, wurt Parmeno defter mutiger Cheream
für in hinein zefüren. wann es war doch fuß zevil das er im folte
folichs zu. hon gemutet es war auch dem knecht zefrevel gewefen
folichs zetün oder zu folichem zeraten. darumb gebürt | es gleich fich
felber unfürtrechtig inher flychent. § Fragft du. Merck wie begirlich
er die fünff ftafFel der liebe meldet fehen mitreden tetfchlen. nach
dem kuß das fetfcheln. das wirt alles in dem text begriffen von dem
der in küwen kan. Sehen reden freüntlich taften nach dem fchnebeln
auff hin plaften. Er nemts auch alle fünff mit langen worten** ains
nach dem andern das er defter lenger frod haben müg von ir zereden
und das er groffe hoffnung künftiger frod ertzaige. § Wie wann du
felber. Es ift zebeduncken Parmeno rede das mer in fchimpff ee
wann darumb das es befchehen folle. aber es will dem Cherea nit
ain fchertz fein.
*
* gefür
** woten
— 67 —
Par. Nimb deß klaid. Che. Sein klaid? was dann darnach?
Par. So für ich dich da hin für in. Che. Ich hors. Par.
Und lag du feieft er. (]he. Ich mercks Par. Du enpfachft
den nutz von dem du yetz gefagt haft, den er haben werd,
mit ir effen, by wefen, antaften, fchertzft mit ir, etwan Tchlaffft
nachend. voruß fo dich ir kaine kennet, noch enwaiß wer
du feieft. über das ift din alter unnd geftalt das man dich
leicht für ain verfchnitten fchetzen mag. Che. Du haft fchon
geredt, ich gefach nie kain boffer rat geben furderlich laß
uns nun ynhin gan. rieht mich ietz zu. furhin fo bald du
mäht Par. was fagft. ich hon nun gefcbertzt. Che. Du
klaperft. Par. Ich armer
§ Nimb* deß klaid. Merk aber wie fitlich parmeno in gat. er wolt
nit zemal in die boi'en fach fallen das er fprach wolauf ich will dich
für den hemling thaidi haim füren, es war zefrevel. dar umb fprach
er dife ding an zefahen. Nimb* deß klaider. und do er merckt feinen
willen do ret er mer. So für ich dich da hin für in. feinen willen,
aber merck by cheree worten do er fprach. fein klaid. was dann
darnach, als ob er fprach das gefeit mir wie mer. und darnach.
Ich hors und mercks alles gern und gefeit mir wol. § Mit ir effen.
die ding wem gnügfamlich oben ertzelt. aber dife ftaffeln der liebe
ainem Jüngling offt fürheben und betrachten macht in ynbrünftiger.
§ Vor uß. Als vor zenechft begriffen ift fo er fpricht er hab fie nie
gefehen. fie fei auch nit lang by in an der gaffen gefeffen. § Dyn
alter. Wann on part als all verfniten feind. § Und geftalt. wann
du bift fchon. § Was fagft. Merk wie liftiglich der knecht fich gern
uß der groffen fchuld züge. doch das es dannocht befchehe. aber nit
uff in gelegt wurde. § Du klaperft. Als ain ftock. als ob er fprach.
Ich ker mich nit an dein gefwetz. es m^ß fein.
mili
was hon ich geton? ich bin vergangen, wie ftaft? du ent-
richft* mich ietz. ich fag dir wol bleib. Che. Gee wir. Par.
Laß nit darvon Che. Es ift gewis. Par. Lug das der rat
it zu liftig fei. Che. Nain warlich, laß gan. Par. Die
bonen werden in mir zerftoffen. ach wie ain verdachte bü-
berei. Che. Solt das fo ftraffbar fein, das ich in ainer bu-
lerin huß gefürt wurd. und das ich den felben die uns und
unfere plüende Jugend all weg allfo verherend und uns all
zeit in
*
§ Du entrichft*. Etlich fprechen an difem end. wie? flechft mich
darzü. als ob er fprach wie wilt mich noten das ze tun mit ftoffen
und f legen. Aber im latin ftat perculeris und nit percufferis. und
perculeris bedüt wegnuß oder entrichtung daß gemüts. Und percuf-
feris deß leibes wegnuß oder flahen. Nimb welches du wolleft. fo
ift doch das der fin. Ich fich wol du wolteft mich noten das ich dich
in der geftalt Thaidi haim fürte, doch wie dem allen fo fol man
doch die ding underfchidlich fitlich und verftentlich lefen uff den fin
das man uß den worten verftan müg das der knecht gleißnet das er
es nit I gern tu. funder als ainer der von feinem herrn getzwungen
wirt das zetün. § Laft nit. Als ob er** fprach. hör lieber laß von
deiner narrenweiß es ift mein fchimpff. mainft das mir ernft fei.
aber cherea wolt fich nit daran körn es müft fein und fprach ja frei-
lich ich laß nit ab es ift gewiß es muß fein du bedarfft mir kain
fchimpf daruß machen. § Die bonen. Das ift das übel wirt als uff
mich gelegt und du tüft es. Zegleicher weiß als fo man bonen ftoft
der morfer all ftoß muß enpfahen***. allfo wie wol du zeftraffen wereft
umb die groffen miffetat fo muß ich doch die ftoß und fleg für dich
leiden. Etlich fagen das fprichwort. die bonen werden uff mir zer-
ftoffen. fei genomen von den kochen wann fi die bonen nit recht
fieden das die herren fprechen man folt ins uff den kopffen zerflahen.
allfo mainet er man werde doch in ziehen f er hab die bonen übel kocht
den Cherea in ains verfniten weiß auß zefüren die jungkfrawen ze-
fwechen. darumb werd er geflagen und von im getzwungen, § Solt
das. Merck uff difen text. wie er gleich mit gleichem maint zever-
gelten fein. Und küw den text wol wann er hat gar vil in im.
§ verhernd. Das ift das beft von unß ziehen, als die trelche uß
den ehern.
* sie
** ober
*** enpfaben
— 69 —
all weg keftigent. nun widergelt, und fie alfo laich als
wir von in glaicht werden, oder mainft du es fei gleicher
das wir dife ding leiden wann das fie von mir übergefchydigt
werde? und wie wann fie es innen* werdent. niemant wirt
es fchelten. fie werden die gefchicht alle billich fein fchetzen.
Par. was ift das wiltus ye tun fo tus, aber das du hinnach
die fchuld nit auff mich kereft. Che. Ich tus nit. Par. Haift
michs aber? Che. Ich haiß dichs, ich zwing dichs auch, und
gebüt dirs. Par. Ich will dem obern gewalt nimmer entflihen
nun volg mir. Che. woll got das es wol gerat.
wann es ftat im latin defpicatam und kombt von fpica das ift ain
eher, etlich fprechen verfmehen oder verachten und wäre defpicatam
für defpectam. § Oder mainftu. als ob er fprach. lieber wiwol** es
dich villeicht zeliftig dunckt und ftraffbar ift dannocht ift uns weger
das die bülerin folichs von uns enpfahen wann wir von inen. Es wirt
auch von menglichem nit fo groß gefchetzt alf du fürchft***. wann
unfer ding wirt gelobet und das ir gefcholten. § So tus. für. wiltus
ye fo tu ichs. § Haift michs etc. Merck wie Parmeno difer fachen
nit ain fecber fein will, funder aia knecht. § Woll got etc Das
fprichwort hat ain urfprung von hectore und Aiace. wann als die
kriechen ains mals für froiam zugen do vertrib fie hector mit ftarker
haut on groffen widerftand. nun | ailain von Aiace der fich gwaltig-
lich fein er wert. Nacb langem fechten fragt in hector wer er war.
er fprach. ich bin Aiax thelamonis von Exiona geborn. die was
Priami feins vaters fwefter. Da lieffen fie den has und begabten ainer
den andern. Aiax hectorem mit ainer gürtel. hektor aiacem mit aim
fwert. und gerieten baid gab nit wol. wann als Hector von Achille
erf lagen ward do band man in mit der felben gürtel an die füß und
flaipfft in dreimal umb die ftat Aiax erftach fich felber mit dem
gefchenckten fwert. darumb das im Achillis waffen nit werden moch-
ten. Darumb nemen die weihin f kain meffer oder gürtel gefchenckt
fie geben etwas gelts her wider wie wenig das feie in maß als ob es
ain kauff feie.
*• SIC
*** sie
t si^.
— 70 —
Die* drit underfchaid. Redt der Ritter und Gnato mit einander, daa 2(
hört Parmeno haimlich. Und redt ye auch darzü.
Bild:
Straße. Vorn von links Trafo, von rechts Gnato. Rechts von diesem
sieht Parmeno hinter einer hausecke vor.
— 71 —
Tra.
[FJReilich* thais fagt mir groffe danck? Gna. übergroffe.
Tra. wie gichft. waß fie frölich? Gna. Nit fo vil von der
gab, als das fie ir von dir gefchenckt ist. deß zaigefc fie fich
figlich. Par. leb befich da her, das ich wann es zeit fei hin
für. aber fich den rifcter. Tra. Es ift mir von got be-
fcherfc das alle meine tun zedanck werden auff o^enomen. Gna.
§ [D]Ife** Seen das ift der tail oder gefchicht gat allfo das fie geredt
wirt zu der zeit als gnato die junckfrauen thaidi gefchenckt het. und
der riter gegen dem huß gieng thaidem uff das nachtmal zef ordern
und gnato vor dem huß zu im kam ee das Parmeno fein fchenck
bracht het. und helt in ir deß liebkallers zütüteln und der fmaicher
kunft. als er oben gelert hat in der fcen o untotlichen. Helt auch
inn*** die torhait des ergüdigen ritters. § über groffe. Merck uit' das
liebkallen. der riter | fragt von groffem danck. der liebkaller legt
darzü und antwurt nit allain ja groffe. Er fpricht übergroffe. der
riter fragt, ift fie frolich der gab halb, er antwurt. fie zaigt fich
figlich. das ift über frolich. als die in ainem ftreit den fig genomen
hond. Merck folichen fint man kainen mer. Glofa. Er lügt das land
ift vol. § Als das fie. Merck aber wie groß der zütütler der thais
lieb macht gegen demf riter fo er merckt das er gern hört das fie in
lieb habe, er fpricht es fro fie mer das die fchencki von im kom
wann die fchencki. als ob fie in Über hab wann die gab. das doch
wider der bülerin wefen und natur ift. § Deß zaigt Merck wie der
zütütler ain adelich wort braucht, figlich. als ob fie ain ftreit ge-
wannen hab. und tut es dem riter zefmaichen und zerüren § Ich
befich. da wirt parmeno yn getzogen als die drit perfon di mit ir
felb ret. darumb ift Unordnung der red wann er ret im finn und ift
die mainung. das ich wann es ift zeit fie hin füre die gab von meinem
herren als mir befolhen ift. § Das ift mir. Als ob er fprach. das ift
ain befunder gab oder befcherung von got das ich menglichem gefellig
bin. allda berürt er die befcherung. das wir fotumff haiffen. das ift
ain auffatzung von den goten ains yetlichen menschen wefen. davon
die maifter vil gefchriben hond. in funder Tulius ain gantz buch.
Ovidius. ßoecius und vil ander, aber es gehört nit hie yn zemifchen.
^- [F] lücke durch zwei zeilen
** [D] lücke durch zwei zeilen
t de
ti" fotü
— 72
Ich habs by hercle wol gemerckt. Tra. Der künig Taget mir 2'
all weg den groften danck, was ich begund. den andern nit
allfo Gna. welcher die wyßhait hat das in dir ift, der zücht
offt wol in fich mit Worten groß eer mit fremder arbait er-
worben. Tra. Da fagfts. Gna. Darurab hat dich der künig
allweg in äugen. Tra. ja trün. Gna. tragen. Tra. ja wer-
lich er getraut mir auch fins gantzen hors und aller feiner
gehaira. Gna. wunder. Tra.
§ Ich habs. Merk wie der zütütler alle deß riters wort beftetiget
als er oben gelert hat fprechents. ja ich fprich ja. § Der künig
Merk wi* der ergüdig riter vor übriger begird gelobt zewerden fo ain
höhen fprung tut uß klainem zütüteln untz uff den künig on als niitel.
Merck fyn torhait. § Welcher die Mainet weißheit haben fy in im.
Merck aber uf fein fmaichen er gyt dem riter weißheit und klügbait
der wort deren kains in im ift. darüber ift es ain vermifchte red die
man uff güts oder args verfton mag. auff args als ob er fprach. du
legft dir felber eer zu die I ain ander verdient und erworben hat und
dir nie gegeben ift. aber der riter verftat es uff den beffern fin das
ift der erft. darumb fpricht er dar uff, § Du fagfts. als ob er
fprach. Du verftaft** die ding alle gar wol Etlich hond im text du
häfts für du fagfts. ift auch recht, wann was wir in dem gemüt
verftand das haben wir. § Darumb hat dich der. Merck aber die
groß begird gelobt zewerden. wann ee das Gnato gar uß redt fo
underredt im der riter. wann Gnato wolt gefprochen hon. § In augeu
tragen, aber ee das er das tragen voll uß geredt fo fpricht der riter.
§ Ja trün. und eilt das er fich felber fürbas rüme. Und mügen dife
wort aber in ain andern weg genomen werden, als ob er fprach.
darumb hat dich der künig für ain toren inn äugen, aber Trafo be-
gert gelobt zewerden. darumb vernimbt er es für ain lob wie wol
im gnato das fpecklin durch den mund zücht. § Wunder Das wort
wirt in zwen weg genomen. der ain ift Du fagft wunder groffes
vertrüwen das der künig zu dir hat und liebi. das ift fein liebkallen.
Der ander ift verdeckt und fpotlich. als ob er fprach. es ift ain
wunder wann aiii künig ainen folichen leichten torochten ergüdigen
riter fein 8 hores oder rät getruwen foU. und der fin ift beffer.
*- v'ftat
— 73 —
r« Und wann er maßlaidy der leüt empfieng, oder has des ge-
fcheffts, oder wa er ruwen wolt, fo berüeffet er mich ainigen.
(kenfts felber) nachent. Gna. Ich waiß. als ob er das eilend
ans dem gern üet wöll fpeien. Tra. Du hafts. dann fo fürt
er mich allain mit im zu ainem zech gefallen. Gna. Hui du
meldeft von ainem treffenlichen künig. Tra. Ja er ift ain
menfch deren sfar wenisf ift. Gna.
§ Maßlaidy. Das ift der herren und amptleüt von im gefetzt, das ift
wann in verdroß deß gemainen nutz zebedencken mit feinen raten von
übriger mü. und er wolt ergetzlichait fücben und rüwen § Verftats
felber wol Merck aber deß ritters torhait. der maint man verftand
in e das er hab uß geret. als gewonlich die finu armen tünt die
mainen man fehe in in das hertz was fie reden wollen, und man
merck es auß irer geberd. § Als ob er das eilend. Das ift den ver-
driß und müde deß gemütes auß wollen treiben yeglicher wys als wir
überflüffikait deß lybes uß dem lych|nam fpeien. allfo fpeien oder
tryben wir iinrü und verdriß mit ergenlikait* uß dem gemüt. Und redt
Gnato grob, wann in verdroß auch übrigs rümen deß ritters. als ob
er fprach. Ja die herren habend geren follich narren mit denen fie
fich ergetzen und ir gemüt erholen. § Dann fürt er mich. So er fleh
in weißhait geübt und verdrieffen het. § Allain mit im. Merck wie
hoch er abher feit der vor ain haubtman was deß gantzen hores und
obrofter rat. den fürt er yetz und das er fein unrü und müde mit in**
als ainem goggelman vertreibe. Yil ander finn nimbt man uß dem
text. deß ift aber genüg, doch fpricht er nit umfuß allain. auch
fp rieht er. fürt er mich und fpricht nit. er berüfft mich. § Du
meldeft etc. Als ob er fprach hat er dich recht lieb fo ift er ain
goggelman als du. Ift er aber weiß fo helt er dich als du bift für
ain narrn mit dem er fein kurtzweil fücht. Und nach den baiden
finnen rauft du die nachgenden wort verftan. § .Ja er ift ain menfch.
Und deß gnato red fo er fpricht
Sic
_ 74 —
Ona.* Ja ich main kainer wann er mit dir lebt Tra. Sie nydten
mich all. biffen haimlich. ich verachtes. Sie neidten mich
erbermklich. aber doch ainer gar vaft, den der künig der
indifchen helfant marftaller gefetzt het. Als mich der felb mer
und mer befwerend was, fprach ich. ich bit dich Strato biftu
darnmb fo frevel, das du gewalt haft über Beluas? Gna. By
hercle das was fchon und weiflich geret hunhun du würg-
teft den menfchen. was fprach er? Tra. Er was gleich ain
ftum. Gna. wie kund rat fein? Par. 0 ir lieben göt wie
ain verlorner
§ Ja ich main kainer. als ob er fprech. ja wann er ain menfch ift
der dich von weißhait fürneme oder vernunfft wegen lieb hat fo ift
kain follicher menfch mer uff ertrich. aber der ritter nam es als uf
im zelob wann er was ergüdig. Oder man mag nemen das er das
wort. Ja ich main kainer. haimlich gerett habe. § Ich verachtes.
Ir neiden und haimlich ftnpffen und beiffen. Als aigenfinnig leüt
tünd. § Sie neidten mich er. Das ift vil zefaft das es zeerbarmen
was. Und merck eben wie zwe** mal ftat fie neifcen mich darby du un-
kundenhait deß ritters mercken macht, der unnützlich ain ding zwe-
mal** rett on endrung deß fmnß. und als bald darnach. § Aber doch
ainer gar vaft. und het doch vor gef prochen. All erbermklich. Das
doch I mer ift wann gar vaft. § Den der künig. Als ob er fich gegen
gar aim groffen geftrübt habe der gewalt über Indifchen Helffant ge-
hebt hat. die doch groffer feind wann ander. Merck fein torhait.
§ Beluas. iJelue haiffen die groffen unvernünfftigen thier die man zu
kriegen braucht, und wirt von dem wort bellum getzogen. das krieg
bedeüt. § Da würgteft. Merck auff den liebkaller. er fpricht würgteft
als ob er mit im gefochten hab. nit geredt. § Er was. Er het ain
wolgefallen von feinen geüdworten. und macht vil wort, het wol
kurtz geantwurt. nichtz. § Wie kund. Merck kluge ftupffwort. wann
er het vor gefagt du würgteft den menfchen
* Gna.] hier und 28 r" ende
** sie
— 75 —
'^ und armer menfcb. und den groffen fchalck. Tra. wie dann
das gnato? hab ich dir gefagfc wie ich rodium rüret in der
zech. Gna. Nie. Aber ich bitt dich fags. ich hons yetz
mer dann taufent mal gehört. Tra. Der Jüngling den ich
lag rodius waf bv unf in ainer wirtfchaffc von gefchichfc het
ich ain hürlin er fing an mit im zefchertzen und mein fpotten.
was fagft du fchamper menfch (fprach ich) du bift felbft
ain has, und fuchft die pretlin. Gna. Ha ha he. Tra. was
ift? Gna. Hofflich fchon unnd ordennlich.
§ Und den groffen fchalck. Maint gnatonem der den ritter alfo mit
liebkallen umfürt*, doch ftat im latin facrilegus das ift ainer der
heilige ding ftilt. Doch wirt es für ain fchalck genomen. § Wie ich
rodium rürt. Das ift zefpot bracht mit ftichwortlin. § Nie. Merck
wie liftiklich fo pald der ritter alifo ret do verftünd gnato das er es
gern gefagt het. darumb bat er in zefagen. § Ich hons yetz mer.
Dannocht wolt er es im zugefallen mer hören, ob er es nie gehört
het. Und merck das gnato dife wort in im felb ret nit laut das fie
der riter hört § Von gefchicht. Merk wer die narren reden lat wie
fie ir aigen fchand felber melden, als hie der ritter lang von grof-
fen I dingen hat gegüdet. zeletft fagt er felber wie fein von feins
bülen wegen gefpotet würt. als der text weift. § Du bift felb ain
has. Ift beffer verborgen wann glofiert. füch yetlichs felber den fin
der recht ift. du fuchft oder begerft das dn felber gibft. § Ha ha
he. Der zütütler lacht das der ritter wenen folle es gefall im fo wol.
als ob er es nie mer hab gehört, darumb ift es mit feiner geberd
zelefen. § Hof lieh, allfo das es die leüt erfro. und den redenden
gefeilig mach. § Schon. Mit zimlichen fchonen faubern worten.
§ Ordenlich. Wol getziert und mit worten geblümt.
* sie, nicht umb-
— 76 -
nüntz darüber. Lieber ift das fprichwort dein? ich wond
es wer alt. Tra. Haft vor gehört? Gna. OfPt. es wird für
andre gebraucht. Tra. Es ift mein. Gna. Es tut mir we
das folichs dem torochten freien Jüngling fy zugeredt. Par.
Das dich got fchent. Gna. Ich bit dich waß er? Tra. Er
was verlorn. Alle die da waren fturben vor lachen, dartzu
forcbten fie mich yetz all. Gna. Nit unbillich. Tra. Aber
los du würd ich mich entfchuldigen gegen der Thaidi ?
§ Ift das fprichwort dein. Vor zeiten wann etwas mercklichs und
fchons geredt ward der gedehtnuß * wirdigs. das ward dem erften
finder im zelob behalten geaignet und zu gefchriben. Allfo will
Gnato dem ritter liebkallen als ob er wene es hab von im ain anfang.
und fpricht. § Ich wont es wer alt So es gemainglich gebraucht
wirt. § Es tut mir we. Merk wie der liebkaller fpricht der Jüngling
erbarm in das er alfo von im wurde gefchent. als ob er im gar grof-
fes geton hab und ift doch fein fpott. als er vor auch fprach. Du
wurgteft den menfchen. nun zaigt er über in erbermd haben. § Das
dich got fchend | Das redt Parmeno umb fein falfches zütüteln und
maint Gnatonem. und redts doch haimlich das es Gnato nit hört.
§ Ich bit dich. Gnato redt kurtz das der güder wider zereden kom.
darumb redt er nit gar auß. er redt mit halben worten. § Die da
waren. Merck deß ritters torechte* wort, fpricht die leüt fturben vor
lachen, er ift ain tor darum b werden im torochte** wort zu geaignet.
§ Dartzu forchten fie mich. Das ich it ain andern auch rürte mit
difen wortten. Du bift felb ain has und fuchft die prätlin. und ich
bit dich Strato biftu darumb fo fraidig. das du gewalt haft über
beluas. § Nit unbillich. Das rett er gegen im liebkallend und ift
doch fein gefpot. § Würd ich mich entfchuldigen. Das ift ain vorred
oder Zettel zu dem krieg zwifchen dem ritter und thaide künftigen-
als du da felbs bas verfton wirft.
SIC
sie
— 77 —
das lie argkwonet, mich dife liebhaben? Gna. Nichtz minder,
ja du folt wol den argkwon meren. Tra. warumb ? Gna.
Fragft? waift nifc. ob fie etwan phedriam meldet oder lobt,
das fie dich prenne. Tra. Ich mercks. Gna. das das nit
befcheche, ift allain dife büß. wa fie phedriam nennet, du
als pald pamphiliam. aber wann fie fpricht, laß wir phedriam
her ein mit uns zeeffen, fprich du, berüff wir pamphiliam
zefingen. lobt fie deß geftalt, du deren herwider. Und gib
allweg
§ Das fie mich. Aus difen wortten ift wol zemercken das thais den
ritter darumb gekipelt hat. als dann die frawen tünd die efel vail
hond Ach du haft die auch lieb ich mags nit leiden, mir bricht das
hertz fo ich dich mit der fich reden etc. Affen fpil und deß gleichen.
Sie hat dife wort auch mit Phedria von dem ritter geredt, als oben
an dem end difer Seen 0 mir. § Ja du folt. Das wirt ain urfach
das der ritter wirt auß geftoffen. Und merck das weit fürtrachten
deß Poeten und wie gleich ains aus dem andern felb wechft. als ob
€8 yetz gefchehe vor uns. § Dife büß. Das fie dich gantz argkwone
pamiphiliam vaft lieb haben. § Wa fie. Wa bedeüt die ftat und die
zeit, und ftat hie wa das ift wann. Und merck bei difem text den
fchonen zettel zu* dem kipeln oder kriegen zwifchen dem ritter thaide.
und gnatone zebefchehende. § Als pald. Darumb das die bülerin
verftand das du fie mit der müntz betzalen wolleft die fie dir ge-
lihen hat. Ain gevatterfchafft übern zäun die ander herwider. und
das du ir alle untrüw mit gleichem** wilt vergelten ob du auch Pam-
philiam nit lieb haft. § Mit uns zeeffen. Der text hat comeffatum.
das bedeüt nit allain effen. funder darzü lüftliche wol beraitte fpeiß
nieffen die man flecklin nennt, und das befte tranck unmeffigklich
genoffen nach bofer begird. § Laß wir. Stat wol. wann Phedria
was aus dem haus. Pamphilia was darinn. Darumb bedorfft er ein-
laffens. fie nun berüffens, § Du deren. Das ift fo lob du der Pam-
philia geftalt herwider. das ift gegen irem loben das fie Phedrie tut.
gleiche
— 78 — '
gleich umb gieichs, das fie wider bitzel. Tra. Ja wann fie 30 vi
mich lieb hette, fo wer das hilfflich gnato. Gna. wann fie |
deß das du gibft begeret und lieb hat, fo hats* dich vorauß j
lieb, und mag ir leicht befchehen das ir wee tut, und all- J
weg deß nutz beforget den fie enpfacht das du erzürnter den
etwan anderfwa kereft. Tra. Du haft wol gerett, aber das
kam mir nit in fin. Gna. Es ift ain fpot. du haft nit daran
gedacht, wann freilich trafo du hetteft felber das vil bas er- I
funden. 1
§ Das Tie wider bitzel. Will fie dich raitzen mit dem phedria fo raitz
fie mit der pamphilia. § Ja wann. Hie merck ain weitfürtrachten
deß endes und der richtung die zeletft foU befchehen wann der ritter
würt leiden muffen in der richtung das im phedria bei thaide wei'd
fürgefetzt, und wie das defter leichter zedulden werde von dem ritter
fo ift fein arckwon gut darzü. das er allweg gedacht fie het phedriam
lieber wann in. Und ift dife red deß ritters wol zemercken. Sie ift
auch vernünfftig wiewol er fuß vil torlichs tut. Und fetzt der poet
mit fleiß auch etliche vernünfftige wort des ritters. zemercken das
gantz narren nit find in comedien zejfetzen. wann es bringt nit frod
noch ergetzlichait folich ytel toren oder unfinnig um treiben**. § Wann
fie. Merck was bofer vergifft liebkallen in im hat. der ritter redt
wol und weiflich, aber von ftund an beraubt Gnatonis liebkallen in
einer weißhait mit fmaichenden raten, und gibt doch durch feine
wort nit zeerkenen *** das fie in lieb habe. Merck den text wie er das
geßlin umhin** laufft fo er im nit gleich mag begegnen, doch das er
in verkore in feiner vernunfft fo vil er deren hat. § Anderfwa. Er
fetzt die ftat für perfon und maint anderfwahin ainr andern. § Aber
das. Das ift zelefen als ob der fin den Gnato gefagt hat den ritter
groß und fremd bedunck das ain ander etwas vernünfftigs vor im
finden folt. darumb fprach er. Aber das kam etc. Als ob er folichs
felb wol het betracht. wann er es nun bedacht het. § Ain fpot. Ob
er main das er ain gauch feie, oder das feine wort fchertzlich feien.
Merck die baid finn.
«
* hafts
** um-, nicht umb-
*** sie
— 79 —
Der ander tail deß dritten underfchaides. Bracht Parmeno die gab
Phedria vor der Thais hauß als fie ^an wolt mit dem Trafo effen.
Die befalch fie ir wol zebehalten und gieng. Do fchickt Trafo den
Gnato für das er hieß das nachtmal beraiten.
Bild:
Straße. Thais geht aus dem haus. Links Gnato und Trafo.
Rechts Dorus Enuchus in Schellentracht, Parmeno, mörin.
— 80 —
[M]Ich* bedunckt ich hab des ritters ftim gehört aber fich in.
gegrüft feieft mein trafo. Tra. Mein thais, mein woUuft.
was thut man. haft uns nit etwas lieb, von der faitten-
fpilerin? Par. wie ain liftiger anfang. von feiner gab, fo er
erft kombfc.
[I]N** difer fcen werden vil und mengerlai perfon yn getzogen. doch
fo m aif terlich under gefchidet das yetlicber rede nämlich auß der an-
dern würt erkundet und wol zu geaignet. Und redt dife wort mit ir
felbs. wann mit dem ritter zereden ift freüntlicher und bringt mer
begirlichs willens in bei dem namen zenennen. darumb fpricht fie zu
im. gegrüft feieft mein trafo. und fpricht nit mein riter. als ich
auch vor oben gefetzt hab. und wie etlich zu namen etlicher*** feind
zenemen wann die aigen namen. § Mein woUuft. Der text hat meum
fuavium. das wäre du mein füß küßlichs meülin. bedunck mich gnüg
und verftentlicher fein mein woUuft oder mein freüd. wann fuß wäre
not zefagen von dreierlai küffen. das ain haift ofculum das ift der
kuß deß frides und der gaiftlichen. das ander haift bafium und ift
der kuß der freüntfchafft und rechter lieb, das drit haift fuavium und
ift der unkeüfchen untzimlichen liebhabenden küffen. Für den kuß
hab ich woUuft gefetzt zu underfchaid der küß. § Was tut man. Er
wolt ir gern gefallen nach dem als er fie küft het. Und ret fmai-
chent. was tut man. Merck wie grob und peürifch. § Haft uns nit
etwas lieb Merck wie er fpricht. etwas von der gab wegen. Ift wol
zemercben der argkwon das fie Phedriam lieber bet. darumb antwurt
fie fmaichende. über vaft umb dein verdienen, und fprach nit urab
dein geben. § Saittenfpilerin. Spricht er. und fpricht nit von der
jungkfrawen. und redt yetz als ain büler. und als ob im ir fingen
auff dem faittenfpil wol gefall, und fie defter ee gedencken folle fie
fei ir gell, wann gewonlich fo find lautenflaherin und leirerin auch
gut gefellin. das ift auf teütfch bülerin. wolt er den argkwon Thaidis
meren als im Gnato geratten het. § Wie ain liftiger. Parmeno be-
greift den ritter umb das er anfacht zereden von feiner gab. wann
der woltüer foU vergeffen was er feinem freund wol tut. aber der fol
der güthait all weg ingedenck fein der fie enpfangen hat. darumb
fpottet Parmeno deß ritters anfang. wie ain liftiger, das ift un-
höflich
*
* [MJ lücke durch zwei zeilen
** [I] fehlt ohne lücke
*** sie : erlicher?
— 81 —
Tha. Über vaft uinb dein verdienen. Gna. So gee wir zum
nachtmal. was ftaft ? Par. Hern hem du mochteft wol fagen
der wer von jenem geborn. Tha. wa du wilt, fo vertzüch *
icbs nifc. Par. Ich will zu hin gan. und gleich thun als ob
ich erft auß her gang, gaft etwan hin thais? Tha. Ey Par-
meno, du haft by pol wol geton. hüit wird ich gon.
§ überfaft. Merk wie hoflich die bülerin ir libe * nit auff geitigkait
fezen wolt. funder auff billigkait deß widergelts. das es billich were
das fie in vaft lieb het. wann er heb fie auch allfo. etlich zelennd
es doch in den weg das fie im damit dancke. und umb dein ver-
dienen, wann du haft mir die jungkfrawen gefchenckt. aber das erft
ift hoflicher. § So gee Der lecker vergift deß fein nit wann er fetzt
die hochfte felligkait auff wol effen. damit er auch fein gut verton
hat. dar|umb manet er fie ungeftümigklich. weß ftaft. als ob fie
des groffen gats fomig feie. § Hem hem. Etlich wollen den latini-
fehen text verftan das das teütfch allfo darauff diene, macht wol
fagen das ain red auß der andern geborn feie, wann fie feind baid
torlich, aber difer text ift gleicher, der war von jenem geborn. als ob
er fprach herr und liebkaller ** find uß aim tigel gegoffen. oder über
ain laift geflagen. baid torochter red. deß ritters anfang ift fpotlich
fo er mit erzelung feiner güthait anfacht, und der lecker nun von
füllen fagt Auß difen werten merckftu Parmenonem liftiger fein wann
fie baid. § Wa du wilt. Wa bedeüt hie die zeit für wann du wilt.
§ Als ob Er was vor herauß. aber ferrer geftanden das er fie dan-
nocht reden hört. § Gaft etwahin. Darumb das er Thais gemüt er-
kunde fragt Parmeno gleichfend das er fuß wol wifte. wann er bei
dem erlauben Phedrie was zwen tag zu dem ritter. § Ey Par. Merck
wie die bülerin mit fmaichworten Parmenoni gnüg wolt tun das er fie
defter minder vermercken folt den ritter vaft lieb zehaben. umb das
fie gefprochen het. wa du wilt etc. und als ain erfchrockne gibt fi
wort nit auff fein frag dienent noch fuß vil finß habent. § Du haft
bei pol. Als ob fie im fmaichen woll und zaigen das fie in gern fehe
wann er kome und was er frage, und antwart doch zeletft. do fie
fich von dem fchrecken erholt fmaichent und fenfft. § Hüit wird ich
gon. Als ob fie es auch nit gern tue.
* vetzüch
* sie
** liekaller
T ere n z.
— 82 —
Par. wa hin? Tha. was? fichftu den nit? Par Ich fichs
und verdrüft mich, wa du wilt ib feind dir die gaben hie
Yom phedria. Tra. weß fton wir ? warumb gang wir nit
hin? Par. Ich bitt dich laß das befchehen mit deinem frid,
deren zu geben was wir wollen, zefamen komen und mit ain
reden. Tra. Über fchone gab gelaub ich, aber den unnfern
nit gleich. Par. Die gab wirts zaigen. Hörend ir.
§ Sichftu den nit. Spricht den. wann het fie gef prochen fichftu nit
mein freund es hete Parmenonem verdroffen. het fie dann gefprochen
fichftu nit den litter fo hete es Trafo für fmach auflpgenomen. darumb
fand fie das wort den. § Ich fichs. Das redt er darumb das er Thaidi
deß ritters liebe entzihe. § Wa du wilt etc. Was mocht dem ritter
heffigers befchehen wann das fein mit bauer von ftundan nach im in
feiner gegenwertikait feine gab feinem bülen fante. darumb fpricht
der ritter als bald. Weß ftan wir etc. dar;niit er zaigt das er Par-
menonis wort nit leiden mocht und im fein reden fchmertzen bracht.
Merck wie die gab tue wann er fie fehen wirt von feinem mitgraber
bringen. § Von Phedria. Merck wie Thais deß ritters namen vor
Parmenone nit nennen wolt, auch nit fprechen wolt meim bülen, fie
fprach fichftu nit den. darumb das es in nit bekümert. alfo nennt
Parmeno Phedriam mit fleiß das er den ritter brenne. § Laß das.
Als ob der krieg yetz zwifchen dem ritter und Phedria fei angegangen,
wann in kriegen macht man frid. Und find fpotwort. Als ob er
fprach. Wir werden gewalt bei ir haben es fei dir lieb oder laid.
Auch zu ir zekomen und mit ir reden nach unferm willen, und alle
dife wort find neidiglich und trützlich zelefen. § Aber den unfern.
Das ret er kecklich von der jungkfrawen fchoni wegen deren gab gleich
er mainte nit finden mügen. § Die gab etc Er beforgt deß verfniten
nam würde von in veracht darumb wolt er nit fprechen ir werden ain
wunderlichen verfniten fehen. er eilt wol das er pald herfür gienge
und von inen gefehen wurde fie zeraitzen darumb rüfft er überlaut.
Hörend ir haiffen die außher gan. und eilet das der ritter nit hinweg
gange ee er fie fehe.
— 83 —
haiffen die wol pald außher gan. als ich gehaiffen hon.
Gang du her. die ift bis daher von morenland. Tra. Da
find fünff pfund Gna. Hart. Par. wa biffc du dore, gee her
zu. hem. fich dir den verfniten wie ift er nit adelicber ge-
ftalt, und von plüendem alter? Tha. Ja allfo habend mich
die gott lieb,
§ Gang du her. Merck wie er an der mindern gab anfacht di wol
zeverfmehen were und fteigfc uf zu der koftlichern damit der vorigen
fnode wirt vergeffen. Auch wann er cheream vor folt gefchenckt haben
were argkwon uf erftanden das er nit ain verfnitner were. wann fo
er die morin vor gefchenckt hat. an der kain zweifei was wann fie
recht aigen erkaufft were. § Die ift. Das ift das Phedria oben zu
Thaidi fprach da | er ir fein güthait uff hüb. han ich nit als du etc.
darumb fpricht er von morenland. das er die gab koftlicher machte
von ferre wegen deß lands dannen fie komen was. das ift auch das
Phedria im befalch. unfere gab zier mit werten. § Da find fünff
pfund. Merck wie liftiglich wolt er Phedriam thaidi laiden und fein
gab. er waiß der bülerin liftikait und flecht die gab an umb fchnodes
gelt das fie Thaidi defter minder enpfenglich fei. als ob fie yetz foU
verkaufft werden umb gelt, und ift alles fein füchen das er der Thaidi
gunft und danckperkait gegen dem Phedria müge mindern, und daruf
liebkallet Gnato. § Hart. Das ift es find hart fünff pfund. § Wa
bift du Dore? Er tut als ob er in füch und rüfft Cheree bei deß ver-
fnitnen namen darumb das man in defter minder argkwone das er
kain enuchus feie. § Hem fich dir den verfniten. Merck wiewol dife
wort uff Phedrie fag dienend do er zu Thaidi fprach. Fürbas fag-
teft etc. als ob Parmeno fprech. hem fich dir den verfnitnen nach
deinem begern. § Wie. ift er nit etc. Der text ftat baß in Iragweiß
zelefen dann allfo wirt fein wolgetani och geftalt zwifach gelobt von
Thaidis antwurt und feinem fürheben, fuß vt^ann Parmeno fprach er
ift adelich oder wolgetan fo blib es allfo unbeftetigt. wann das be-
dorfft nit antwurt. § Und von etc. Als Jüngling die nun zu iren
tagen komen find. § Ja allfo haben etc. Sie fwert darumb fo fie in
loben will, das nit gedacht werde das fie gefallen ab im hab von
Phedrie wegen, funder von warer fchoni getzwungen werde in zeloben-
auch vor dem gegenwürtigen ritter.
— 84 —
Er iffc fchon. Par. was fagft du Gnato , haft ichts das du
verfmeheft ? aber du trafo ? fie fweigen es ift gnug gelobt,
bewere in in latin. in geradikait. in mufica. das ain frjer
billich wiffen foll. ich gib dir ain kunnftreichen Jüngling.
Tha. Ich will den Enuchum kommbt
§ Haft ichts das du. Haft für finft* ichts an im das du fchelten mü-
geft oder verfmehen. § Sie fwygen. Auf fein frag darumb ift es ge-
nüg lobs. vor auß fo fie die vorigen gab gefcholten hond. darumb
fragt er den trafo och in funder. § Aber du Trafo. Schilteft du die
gab auch. § In latin. In geradigkait. In muficis. Wann der edlen
freien Jüngling gehört zu zelernen latin fechten, ringen, fpringen.
und deß gleichen, auch in muficis. das ift auff gefang. faitenfpil
und deß geleich, deren ding was Cherea kunftreich das ift geübt.
§ Ich will etc. Etlich legen den text auß das der Thais rede kombts
dar zu das fich der verfniten recht helt oder nüchtern, das ift erkant
und fürbetrechtig ift als die nüchtern menfchen feind. fo will ich den
wol halten, das muß man zu erfoUung der red** hinzu legen, wann
fie wolt es in gegenwertigkait deß ritters nit gar uß fprechen das fie
in nit ertzürnte. aber Donatus der über Therentium fchrybt will das
dife wort deß ritters feien, und das er dife wort etwas zornigklich ***
in trowen und vertzuckt rede, doch alfo das Thais wol darvon mag
bewegt werden und zu dem das fie vor argkwon auff in hat der jungk-
frawen halb noch mer wider in Unwillens betrachte. Und will Donatus
das der ritter dife wort rede als ob er ain beduncken habe wie der
nit ain verfchnitner feie, und im darumb trowen wolle, das alles zu
künfftigem krieg wol dienet und fpricht § Oder nüchtern, das auch
brechaftig ift. als ob er fprach wann er dannoch nüchtern das ift
vernünfftig würt. und feine narren klaider ablegt fo will ich im Ionen
umb fein torhait das er fich mir zefmach allfo lat herein füren. Mer
und ob die red un vernünfftig und on groffe finn ift muß man dem
torochten ritter zu zelen der nit wol weft was er reden folt und doch
reden wolt das er nit aber von Parmeno gerupfft wurd als vor do er
fprach fie fweigen ift genüg gelobt
** rrd
*** erftes i verkehrt
- 85 —
es dar zu, oder nüchtern. Par. Und der dife ding gefent
hat, begert dich nit im allain zeleben, und von feinen wegen,
die andern auß gefl offen fein, ftreit erzelet er auch nit,
noch fein wund mafen für her zaigt er ift dir auch nit wider,
das etlicher tut, funder wa es dir nit fwer fei, wa du wilt,
wa dir die wyl wirt fo hat er gnug. wirt er dann enpfangen.
Tra. Der mag ains armen eilenden heren knecht fein. Gna.
By hercle nieman mocht (waiß ich woi) der fo fil hete, das
er ain andern beftellte, den erleiden. Par.
§ Dife. Das ift fo groffe gab. § Von feinen wegen. Mit difen Wor-
ten will Parmeno Thaidi den ritter laiden. als Phedria in feinem
abfchaiden von im begeret. wann den ritter ir zelaiden mocbt er nit
bas tun wann das er in feiner gegen wertikait allfo redte. Von feinen
wegen die andern auß gefloffen fein, und fpricht. § Die andern. Als
ob fuß vil weren die fie gern büiten. fo muffen fie beforgen das inen
nit befchehe als phedrie von deß ritters wegen befchehen ift. § Streit
ertzelet er etc. Er maint den ritter der von groffen dingen faget
geüdend on werck. § Noch fein wundmafen. Die feind loblich, aber
nit by bülerin. wann | nach dem gellt haben fie nichtz liebers dann
fchone deß leibs irer bülen. darumb wolt Parmeno in laiden von der
mafen wegen. § Er ift dir auch nit wider. Das er dein bülen von
dir treibe als der ritter. § Das etlicher tut. Maint den ritter da mit
er in Thaidi will laiden. wann er macht fie gedencken Phedrie unt-
zimlichs auß flieffen dar zu fie der ritter unbillich gebracht hat. Und
dienend alle Parmenonis wort auff dife mainung. Und das fein herr
defter mit befferm willen enpfangen werde. § Der mag ains armen etc.
So er feinen herren fo undertenig macht. Wie wol es etlich anders
auß legen.
— 86 —
Ach fchweig du. den ich doch und er aller niderften menfchen
fchetze. wann fo du dein gemüet gefetzt haft dem lieb ze-
kallen, fo main ich du mochteft die fpeiß aus dem für lanngen.
Tra. Gan wir nit? Tha, Ich will die vor hinein füren, und
gebieten das ich will, und von ftund an uß hergan. Tra.
Ich gee darvon. warte du. deren. Par Es ift untzimlich
den kai *
§ Den ich doch under allen niderften menfchen fchetze. Merck des
maifters mainung und hohen fin wie er die liebkaller under allen
wefen der menfchen bofer fchetzt. Ift zemercken. § Wann fo du dein
gemüet gefetzt haft etc. Das gemüet ftelt man nit wann auff fchware
ding, Darümb fchetzt Parmeno Gnatonem defter ringer fo er dem
narrochten ritter will umb die fpeiß vil liebkallen von dem doch fwer
ift etwas zebringen. § Du mochft** die fpeiß auß dem füer lanngen. j
Das fprichwort würt zogen darauß. wann ainem ain küchlin oder
etwas in das feüer feilt fo langt er es hart ungeprennt. Allfo fchetzt
er den Trafo als das feüer von dem etwas zeerlangen hert ift. Da
mit rürt er fie baid mit ainer antwurt und gutem widergelt feiner
red fo er fagt er main er fei ains armen eilenden Herren knecht.
Mercks wol. § Gan wir nit? Merck wie er eilet von haß und ungü-
tigkait wegen übern Parmeno. § Ich gee darvon. Dar auß merckft du
das der ritter verdrieffen het ab dem fleiß thaidis. Phedrie gab fo
wol zebewaren. § Es ift untzimlich Parmeno wie er mocht het er
gern unainigkait zwifchen in gemacht, als ob fie yetz an folt fahen
mit im zekriegen. Du wilt dich fchemen mit mir zegan und deß glei-
chen. Doch redt er wol bedacht mit feinem bülen und nit mit ainer
torin. Und mainet es doch. Aber er wolt fie nit fchmehen funder
von feineß harren wegen in gutem willen behalten, als er im ge-
botten het.
Sic
— 87 ~
fer mit feinem bulen auff der ftraß gan. Tra. was foll ich
dir vil fagen du bift dem herren gleich. Gna. Ha ha ha.
Tra. was lachft? Gna. Das du yetz gefagt haft. und das
du mir von rodio fagteft. kam mir in fin. aber thais kombt.
Tra. Gee hin, lauff für. das alle ding dahaim berait feien.
Gna. Das fei. Tha. Pithias hab wol eben acht, ob cremes
da her kumen wurde, das du in von erft bitteft zewarten. ift
im das nit eben das er widerkome. mag das nit gefein, fo
für in zu mir. Pith, Ich wils tun. Tha. was wolt ich mer
gefagt hon? ehern verforgen die jungkfrawen fleißlich, und
bleiben im hauß. Tr. Gee wir? Tha. Volgen ir mir nach.
§ Du bift. Merck der torocht ritter liett im nit mer rohmach zefagen.
wann das er in feinem herren wolt gleich fchezen. für das er in vor
alfo hert gerupfft het. § Was lachft? Er fraget nit dariimb das er
es nit wiffe. funder darumb das der torocht ritter empfand das er
des hübfchen wortlin lachet fragt er. als ob er fprach. fag hab ich
in nit wol auß gericht? Und thüt es das er gelobet werde, als er
allweg begeret. § Und das du mir etc. Merck wie der ritter fo ge-
naigt ift auff liebkallen das er bei dem gnato ftill ftatt die weil er
im zu tütelt. und doch vor fprach. Ich gee darvon. und wolt fich leich-
ter von feinem bulen wann von dem liebkaller hon gefchaiden. § Hab
wol eben acht. Dife wort hört der ritter nit er wurde fuß zefer
ertzürnt. doch feind fie als ain zettel deß künfftigen kriegs. | § So
für ifl zu mir. Ich fei wo ich woll. § Volgen ir mir nach. Sie mainet
Ire megdt die mit ir gon folten.
— 88 —
Der drit tail deß dritten underfchaids. Kumbt Cremes und will in 35
Thais hauß. und fo fie nit anhairafch ift, fo fürt in Dorias hinumb
in deß ritters haiiß zu ir.
Bild:
Straße. Pithias und Cremes nach links.
— 89 —
Cre.
[0]N* zwyfel ye mer und mer ich gedenck, fo ifts nit ain
wunder gibt mir thais ain groß übel, alfo liftigklich fich ich
mich von ir gewaicht werden yetz nun fo fie hat gehaiffen
mich in ir huß zu ir berüffen, wurd mich yeman fragen, was
gefcheifts ift dir mit deren? trün ich wefts nit. und da ich
vor kam fand fie ain urfach das ich do vertzüge, fie hete
gotz dienft volbracht, wann fie wolte ernftlich ding mit mir
ausrichten, als pald was argkwon. Die ding befchehen alle
bofliftiglich fie fatzt fich an mich, fie er "^^
[I]N*** dife Seen wirt ain peürifcher Jüngling gezogen, der veft fein
vermaint vor der bülerin liftigkait. darumb was mit im geret würt
nimt er auff in auffatz in zelaichen befchehen fein, man verftat auch wol
auß den Worten -das er vor bei Thaidi gewefen ift. und das fie mit im
geret hat. Mer wie er der bülfchafft angenietet und forgfeltig ift
§ Allfo hftiglich. Von ir gewaichet werden. Merck wie ftet er fein
wolt fo enpfand er doch etwas fürbas in im von ir entzünt werden,
auß irem ertzaigen dar von fein gemüt erwaicht wurd. als das hert
wachs von dem feüer. und auff fie bewegt. § Sie het gotz dienft.
Wann als offt die leüt vor zeiten etwas ernft|lichs wolten anfahen,
fo brachten fie got vor ain opffer. als nun die criften vor anderm
gefchefft gern meß horent und opffern. § Boßliftigklich. Es war
gnüg gefagt liftiglich. wann liftiglich bedeüt allweg boß. doch fetzt
er boß dar zu mit verftentnuß und anzaigen das alle liftigkait boß
fei. Doch wollen etlich das liftikait der guten und der bofen feie, und
zu underfehaid fetzt er boß § Sie fatzt fich an mich. Das ift zu mir.
das tet fie darumb das fie ire red enpfengklich machte, aber er nani
es anders auff. § Sie ergab fich mir. Er will als das ertzelen das
fich zu den wercken ziehen mag. und zu der mainung feines unrech-
ten auffnemens irer wort, wann fie begeret nit feins leibs.
* [0] lücke durch zwei zeilen
** sie
*** [I] fehlt ohne lücke
— 90 —
gab fich mir. fucht mengerlai red. und do ich kalt was, 86
kam fie zeletft da hin uß wie lang mir vater und muter tod
weren. ich fagt es ift ietz lang, und ob ich guter hab in
Sonio, und wie ferr vom mor. ich main es gefall ir, fi hat
es fin von mir zereiffen. Zeletft, an welchem tag mein klaine
fwefter vergangen were? und wer mit ir? und was fie het
da fie verging? und wer fi kennen mocht? warumb fi das
fragte wan das fi villycht vermaint die felbe mein klaine ver-
gangne fchwefter fein wollen als dann ir türftigkait ift. doch
lebts, fo ift fie fechtzehen
§ Sucht mangerlay. Red füchen gat uf fag und antwurt. darumb
fücht fie glimpflich mit im zereden im zegefallen und auch antwurt
im zegeben. als auch noch vil der vertzwuntznen mediin find die uff
yede red ain oben drauff künden. § Wie lang mir vater. Das fragt
fie von deß tochterlins alters wegen, wiewol Cremes das anders uff-
nam. darumb gab er ir* ain gnügfam antwurt. er fprach nit mei:
wann. Es ift lang, da mit wift fie nit wie lang. § Und wie ferr.
Sie fraget darumb das fie gebort het fi were von den mor raubern
geftolen worden, das fie doch wiffen mocht ob es der warhait gleich
fehe. aber Cremes mainet fie fragte von luftberkait | und fchoni und
nutz deß felben güts in Sonio. Und wie fi das von im bringen mocht.
§ Von mir zereiffen. Merck das wort zereiffen und nit zebringen.
"Wann von ainem etwas zereiffen bedeüt mer macht deß hebenden
und widerftenden. dann reiffen als fo man ainn** boum aaß der erden
reift mer wann fo er leit von dannen zebringen. § Warumb fie das
fragte. Die red ift brechhafft Aber fie fol allfo gelefen werden das
man auß der geberd und geftalt deß lefenden mercken müge was ge-
brechend feie.
m
' ain
— 91 —
® jar alt, nit elter. So ift thais elter wann ich. Nun hat fie
aber ernftlich bitten lallen das ich kom. nun lag lie was lie
woU oder laß mich unbekümert, wann by hercle ich kom nit
zum dritten mal. Horlt horlt. Pith. Hen, wer ilt da? Cre.
Ich bin Cremes. Pith. 0 du mein fründ holds. Cre. Man
will mir zu letzen. Pith. Dich hat Thais über faft gebetten
das du morgen widerkommeft. Cre. Ich gee ins go. Pith.
Ach lieber tus. Cre. Ich mag nit lag ich. Pith. Oder vert-
züch hie bj uns, untz das fie komme. Cre. Nichtz minder.
Pith. warum b
§ So ift Thais. Darauß merkt man das Cremes ain junger torochter
gefell was und Thais und die jungkfrawe wurden mit einander erzogen.
Doch was Cremes zwifchen den zwaien alters halb doch ungenietet.
§ Hen wer ift da. Sie flüg die tür zu in feinem rüffen do klopft er
dar umb fpricht fie wer ift da? § Ich bin Cremes. Er was ain püri-
fcher knecht. wie wol er von den edeln burger zu Athenis was darum b
antwurt er pürifch. Ich bin Cremes. Als er auch bald raer würt
ertzaigen fo er fpricht. Ich gee ins go Und fie fo lieplichi mit im
rett. Du mein fründ holds. Da muß mans erfüllen menfch oder lieb
das doch wol zeverfton were von denen die gemüetter weren gewefen
wann der grob knejcht. Aber da fie im freüntlich und fmaichent zu
redt, darumb das er willig were zebeleiben als Thais befolhen het.
do wand er fie wolt in bulen. und fprach in im felber. § Man wil
mir züfetzen. und Ich gee ins go. da mit er zaigen wolt nit zekomen.
und das was pürifcher. wann das er fprach. ich wils nit tun. darumb
fpricht er als bald. § Ich mag nit fag ich, wann fo er im dorff ift
fo mag er nit bei Thaidi fein. § Nichtz minder. Erfüll, tu ich. Als
ob er fprach. was mir zetün komen mag das will ich tun wann her
wider kommen.
- 92 —
mein creraes? Cre. Ach gee laß darvon. Pith. wilt aber
ye nit, fo bitt ich dich daß da* hin gangeft da fie ift. Cre.
Ich gee. Pith. Gee hin Dorias bald für den zum ritter.
§ Ach gee laß darvon. Das redt er zorniglich wann als er nit bleiben
wolt bat fie in fmaichend mit an greiffen do ertzaigte er fein paurn
ädern und ftieß fie von im und fprach zu ir, § Ach gee. Doch laut
es im latin. Maiam in rem hinc abis. das wejre gee in ain boß ding,
als wir fprechen. gee an galgen. doch ftat es nit fo lauter, darumb
fetz ich. Ach gee laß darvon. Mit den worten allen will er nun fein
widerfpenigkait ertzaigen und forg das er nit von ir behafft werde.
Und vor auß do fie mit angreiffen fo freüntlich fprach. Warumb
mein Cremes. § So bitt ich dich. Merck wie grob der Jüngling was
fo bleibt doch die dirn fenfftmütig gegen im. wann folicher frawen
megt follen nit ungütig fein, funder lieplich freüntlich fmaichend fich
ertzaigen. das geit gewin. darumb fpricht fie aber fenfft. § Da fie
ift. Gleich als ob fie fo nach feie das fie die ftat finger zaige. umb
das in der ferre nit verdrieffe. Und merck wie ftill der krieg zwifchen
dem ritter und Thaidi einher f leicht, wann der ritter wirt wenen fie
hab im ain mitnager zehauß gebetten darumb er Pamphiliam berüf-
fen wolt als Dorias fagt in der fcen. als mir got helff etc. Der text
laut. Amabo ut illuc tranfeas ubi illa eft. Das were. Lieber fo gang
dahin da ift fie. wann amabo ift ain liebender underflag und ift als
vil als ach lieber, und mag auch wol beftan. aber das ander ift
verftentlicher.
Sic
— 9a —
Der vierd tail deß dritten underfcbaids. Sucht Antipho Cheream * und
ficht in gan auß Thais hauß in hennßlins weiß.
Bild:
Straße. Cherea links aus dem haus gehend, schellentracht. Rechts
antipho.
Chei
— 94 —
An. 38i
[GjEftern* find wir etlich Jüngling ains worden, uff hüt mit
einander zeeffen in Pirreo. und hond cheream dar zu fchaff-
ner gemacht, wir band pfant gegeben, die zeit ift gefetzt,
und ift nun hin, und ift nichtz gericht an dem end da es fein
foll. der menfch ift nindert da. und waiß nit was ich fag.
oder was ich gedencken foll. die andern hand mir nun das
gefchefft befolhen, das ich den fuch Ich will gan befehen ob
er dahaimen feie. Aber wer gat da her uß von thaide ? ift
ers oder nit? er ifts. was menfchen ift das? was klaider
find die? was übels das fei kan ich nit verwundern noch
gefchetzen. Doch fei was es woll wolt ich gern vor von
verrn erkunden.
[I]N ** difer Seen wirt ain perfon für geworffen. deren Cherea fagen
wirt wie es im fei ergangen mit, der jungkfrawen. wann es ift haim-
lich befchehen. darumb foll es dem volck kunt werden fo muß das
von feinem fagen befchehen. als er auch begert in der nachgenden
Seen. Und ret Antipho mit im felber. § Aber wer gat da her uß von
Thaide. Die felzam geftalt der geberd und klaider bewegt Antipho-
nem zu Thaidis hauß zegan und wolte doch in Cheree hauß. Und
merck was Cherea alfo unkantlich von der geberde und klaider wegen
das in fein befter gefell nit erkennet fo was nit unbillich das er in
Thaidis huß nit erkennt ward, wann Antipho zweifelt lang ob er
Cherea wer oder nit Und do er in erkannte dannocht fprach er in
im felb. Was menfchen ift das. als ob er fprach. es ift fremd das
der jüng|ling da her uß gat in den feltzemen klaidern. und alfo forg-
lich umb lügt, darumb fpricht er. Was Übels das fei etc. das er
fich furcht § Erkunden. Ift etwas haimligkait und mer verborgne
ding füchen zewiffen Und lautet etwas weiter wann erfaren oder
fragen.
* [G] lücke durch zwei zeilen
** [1] fehlt ohne lücke
— 95 -
Der fünflFt tau des dritten underfchaids. Reden die zwen mit ein-
ander. Und fürt Antipho den Cherea mit im haim das klaid zever-
endern.
Bild:
Straße, antipho und Cherea (schell entraclat) nach rechts.
— 96 —
Che.
[I]St* jemand hie? Es ift niemand. Gat mir jemand nach?
Es ift niendert kain menfch. Soll die freüd nit auß mir
brechen? Oh Juppiter. jetz ift fterbens zeit, fo ichs er-
leiden mag. Das mir das leben mit ainch-
[D]Ife** Seen muß man mit Worten und geberden recht lefen. nach dem
als dann aim frolichen Jüngling wol getzimmet. dem in woUuft ge-
lungen ift. So aber kain freüd oder wolluft gantz ift fie fei dann ge-
main der freund darumb fo wirt fein liebfter freund und gefell auch
darein getzogen das er fich mit im freüwe. Und auch fo die ding
haimlich find das man wiffen müge | was befchehen fei fo muß es
allfo geoffenbart werden durch zukommend perfon und fpricht. § Ift
jemand hie? Wann do er hin auß gieng. beforgt er das er it von
den leüten vor dem hanß gefehen wurd. und fprach. § Gat mir je-
mand nach? Maint das volck in dem hauß das fie in it fehen auß
her fliehen do er die Jungkfrawen gefchwecht hette. Und do er nie-
mand vor dem hauß fahe vor dem er fich beforgte. und im niemand
nach lieffe. do wünfchet er ains guten gefeilen dem er fein freüd
ertzalte. und was fo begirig dar auff das er fprach. § Soll die freüd
nit auß mir brechen. Und fpricht brechen von übriger begird zefagen.
§ Das mir das leben mit aincherlai. Merck wie er das leben difer
zeit rupffet. wie das auff das glückrad gebunden feie das kain freüd
fo groß ift fie werd leicht vermalget von dem leben. Alle ding find
zergencklich auff' fchne gebunden, darumb wünfchet er in freüden
zefterben.
* [I] lücke durch zwei zeilen
** [D] lücke durch drei zeilen
— 97 —
erlai krankhaifc dife frod nit vermalge. Ich fich aber wol
das mir niemand hofflicher kombt der mir nach gange, Und
mich mit vil fragens betrüebe, mich tobe, was wefenns
§ Ich fich aber wol das mir niemand hoflicher kombt. Das dienet
wol zu der nachgenden red. fo er mit Antiphone reden wirt. den er
gern hett und hoflich was. das ift das er auch jung was und ain
bülhertz. noch in der falken meüß. Mit dem er von follichen dingen
getorft reden, wann | vor alten weifen und vernünfftigen hette er fein
übel nit gemeldet, als Parmeno * oben fprach. 0 ftraffbars übel die
bonen werden in mir zerknüfcht etc. § und mich mit vil fragen be-
tubte. Er begert vil gefragt werden, wann er ift vol freüden. Aber
die traurigen wollen nit gefragt fein. Und wann fie einwenig zevil
gefragt werden mer wann fie wollen, fo ift ir gemaine red. Ach du
machft mich tobig mit deinem fragen. Oder fie fagen allfo. Wilt
mich zetod fragen fo laß mich vor beichten, oder deß gleichen,
dannen hat Cherea feine wort getzogen. wann er gern vil gefagt hette
darumb begert er vil gefragt werden. § Mich tobe. Maint mit fragen.
§ Was wefens das feie. Das ich allfo notlich gebare mit hinderfich
fehen ob mir nieman nach gange auß der Thais häufe mit umbfehen
wa ain guter gefeil were dem ichs fagen mocht und andre als der text
fagt.
* Panmeno
T erenz.
98
I
das feie, oder was ich frolich fei. wo hin ich gang, wannen 4(
ich wüfche. wa ich diß klaid über komen habe, was ich
mit maine. ob ich finnig feie oder un finnen *. An. Ich will
hin zu gan, und die gnad als er begert von im entpfahen.
Cherea was ifts das du allfo gebarft ? oder was bedüten dife
klaiderV was ifts darumb du frolich bift? was machft dir
felber ? bift it finnig? wie fiehft mich an? warumb
fwygft?
§ Oder was ich frolich feie. Das ift warumb ich frolich feie
§ Wannen ich wüfche Als ain haß auß ainer hegken. allfo wüfcht
er oder fprang auß der bülerin hauß. Darumb fo fpricht er nit wannen
ich gienge oder kerne, funder wüfchte oder entrinne, als aus ainer
unerbern ftat. § Ich will hin zu gan. und die gnad etc. Maint mit
fragen fo er deß begert. Magft wol mercken das er nach zu im komen
ift das zeerfaren. als er in der vorigen Seen gefagt hat. Sei was es
woll. wolt ich gern vor von ferren erkunden. Und mainet freünt-
fchaift fo er fpricht gnad. | § Cherea was ifts das du allfo ge-
barft etc. Merck wie hoflich Antipho wider meldet die wort Cheree
das er verftan mag das er alle feine wort gehört hab. und lenger bei
im gewefen fei wann er wenet. § Wie fiehft mich an? warumb
fchweigft. Aus den zwaien fragen magftu wol mercken wie er gebart
hat die weil er mit im redt das er fich bedachte zeantwurten und in
gern fahe.
vn Irinnen
— 99 —
Che. 0 hochtzeitlicher tag deß menfchen. Fründ gegrüffc
feieft. under allen menfchen ift kainer den ich yetz für dich
begere zefehen. An. Sag mir was das fei ich bit dich. Che.
Ja ich fleche dich ye durch hercle das du es horeft. Kenftu
die die mein bruder lieb hat? Anti. Ich kennß trün, als ich
main Thaidem. Che. Die felben. An. Ich gedachts wol.
Che. Hut ift ir ain Jungkfraw zegab gefchenckt worden was
bedarfF ich ire fchon fagen oder loben antipho fo du mich
erkundet haft, wie ich ain maifter fei ge-
§ 0 hoclizitliclier * tag deß menfchen. Er lobt den tag und macht in
hochtzeitlich *. fo im alle ding fo gar an den ** tag nach feinem willen
befchehen der jungkfrawen halb und deß den er zekomen für alle
menfchen begert. Zegleicher weiß als der tage*** Unglücks von den
leüten verflucht würt. als das all tag gehört würt. § Fründ gegrüft
feieft Cherea begert fein, und wolt im etwas groffers fagen darumb
grüft er in billich. Aber Antipho was fo begirig die fremden ding
zehoren. das er in nit grüft. Er fprach nun fag mir was das fei ich
bitt dich. § Ja ich fleche dich etc Dient wol zu feiner begird zefagen
als er erft gewünfchet hat. Und merck wie Antipho in bitt zefagen
und er flehent in zehoren. Das groffer ift. § Wie ich ain maifter
|feie. Als ob er fprach. Du waift von mir das fie fchon muß fein,
die ich lobe. Als er auch oben gemelt hat gen dem Parmenon f. do
er ain fchon frawen pild befchreibet. Doch find mengerlai finn in vil
heübten ff. ainem gefeilt das aim andern ain anders. Sichftu Rütfchen
eilen gern, fie dunckt dich der helle morgen ftern.
* sie
** sie
*** sie
t sie
tt hübten
7*
— 100 —
ftalten zeerkennen. in der bin ich bewegt. An. Hen du? 41
Che. Ich waiß fechftus, du fprechft fie were die vorderft.
was bedarfs vil wort, ich hat an gefangen fie hold zehabenn,
und von gefchicht, gab fich das glück, das ain Enuchus da
haim was den mein bruder Thaidi kauft het, und was doch
ir noch nit haim * gefürt, da entwarff
§ In der bin icli bewegt wann ich hon fie fchon erkent als du mich
deß waift ain maifter fein. § Hen du? Als ob er fprach. Dir was
doch nie kaine eben, du haft doch den angel geflickt darumb will
Cherea fie fchon beweifen auß feiner urtail und fpricht. § Ich waiß
fechftus. Das er im defter minder verweifen müge das er auch in den
ftrick gefallen feie, und er doch maiuet in mocht kaine bef Iahen,
doch mag man wolff und beeren zemen | § Was bedorffs ** vil wort.
Als ob er fprach. A ja ich bin von ir gefangen an der liebi ftrick.
Aber los auff wie es mer gieng biß ich dar zu komen bin als du mich
fichft. Und merck wie er rechte Ordnung helt. von erft fo fagt er ir
fchoni. das ift auß der geficht, und darnach ward er in ir bewegt.
darnach da het er fie lieb durch das im hin für nichts zefchwer was.
Wann in der liebi ift kain maß. Als am anfang Parmeno zu feinem
herren fagt. Weliche ding etc. § Do entwarf mir der knecht. Par-
meno riet im nit das er es tun folt. Er entworf *** oder meldet im die
mainung ain wenig und er ergreiffts oder zuckts von ftund an auff.
wann fie gefiel im und dient zu feinem ding, wie wol fie unrecht
was. aber er was gefangen von der liebe und was kain Ordnung mer
feines wefens. Er fragt nit ob fie im mit glimpff oder unglimptf
wurde nun das er fie hette. als er oben fagt zum Parmeno. Schaff
das ichs haben müg. Und merck wie Therentius fpricht. do entworff ***
mir der knecht Parmeno. Er wil die groffe laicherei dem knecht
geben, wann aim freien Jüngling erber leüt follich lift zeerdencken
nit zeme. aber das bald auff zucken macht fein liebi.
* hai
** Sic
— 101 —
mir der kriecht Parmeno etwas das ich bald ergriff. An. was
ift das? Che. Sweig ftill, fo horfts defter ee. das ich feine
klaider wechfell, und mich haiffe für in da hin füren. An.
Für ain verfnitten? Che. Alfo ifts. An. was nutz mocht dir
darvon* nff erfton? Che. Fragft? ich fechs, ich horts, ich
wer bei deren ich zefein begerte. Dunckts dich klaine urfach
oder wegnuß. ich ward dem weib gefchenckt als pald fie
mich enpfieng was fie frolich, und fürt mich hin in ir huß.
enpfalch die jungkfrawen. An. wem? dir? Che. Mir. An.
Gnug ficher. Che. Sie verbot das kain man
§ Sweig ftill. Als ob im die fragen urfach feien das nit fo bald ze-
fagen als er gern wolt. dar umb ffcraffet er in nmb unordenlich frage
damit er den fagenden hindert. § Und mich haiffe Er fagt fein
übeltün feinem haimlichen fründ es zeme fuß kaim freien Jüngling
zegünden ** von feinen mißtaten, doch brint er noch, und ift der flam
vorn äugen das er zimlichs nit erkennen mag. als Phedria oben fprach.
Ich vergang lebend fehent etc. § Was nutz. Er maint in etw^as ze-
ftrafen das er die torhait beftmit und er doch kain nutz darauß ver-
ftünd. darumb fpricht Cherea. Ich fächs etc. § Dunckts dich. Und
mainet ye er foll im die fach glimpfiFen und nit Widerreden. § Was
fie frolich. Darumb was es on argkwon das er nit verfniten were.
vorab fo fie im die jungkfrawjen befilcht. § Fürt mich hin. Merck
er fpricht in ir hüß. als ob er fprach, es was gar ain ebne ftat zu
den fachen, als ob folichs in ainer bülerin hauß minder unglimpffs
uff im trüge und bas befchehen mocht. § Wem? dir?*** Er fragt nit.
er wundert dar ab. § Gnüg ficher. Als ob er fprach. Du hütft wol
gnug als der wolff der fchaff Oder gnüg ficher wann du lieft kain
andern hin zu. als auch Thais geboten het. Etlich mainen er fprach
gnüg ficher als ob er in erfrowen wolt ob er etwas geton het. oder
ob er in vertzaghait fie nit getorfte hernemen fo doch weil und ftat
waren.
* darnou
** sie
*** i verkehrt
— 102 —
zu hin gieng. und gebut das ich nit von ir kum, das ich in
dem innerften gemach ainiger bei ir ainigen feie. Ich gehieß
es, die erden gar züchtigklich anfehent An. 0 armer. Che.
Ich gee liin zum nachtmal. (fprach fie) und fürt die megdt
mit ir. iren wenig junge dirnlin, die waren beiiben. die rich-
ten behend zu das fie badten. ich manet zefürdern. die weil
man zurüftet, faß die junckfrau in der haimlichften kamer
über fich ain gemalte tafel an fehent da difß gemeld was
§ Und gebüt. Merck das kain argkwon was das er unVerfniten were.
das ret er fo frolicli und mit folcher gebart als ob er zaigen wolle das
im alle fachen gantz nach feinem willen volgienge*. und wie torlich
in bedüchte und doch nach feinem willen das Thais ander man ver-
bot und im fie befalh § 0 armer. Das du ainer bülerin zegab für
ain hemling gegeben bift. er redt fchimpflich. als ob er fprach. du
wert glükhafft es gieng doch gantz nach deinem willen. § Ich gee hin.
Merck wie fich alle ding fchiken nach Cheree willen § Und fürt.
Als Thais oben gefprochen hat zu den megdten. volgen ir mir nach
und fchikt fich | als wol. § Die richten. Die dirnlin richten das bad
zu do die frau auß dem hauß kam. wann fo die katz auß kombt fo
raien die meüß. § Das fie badten. Merck wie der Poet alle ding
ordnet, wann es würt auß dem lafterlichen fwechen ain rechte hocht-
zeit und fo gemain ift all gemehelt jungkfrawen zebaden vor dem zu
legen umb die begird deß manns gen ir zemeren. § Junge dirnlin.
Die noch in leerja-ren waren und der eptiffin noch nit gehorfam getün
heten. § Ich manet. Das fie von der jungkfrawen kernen und er
allain bei ir belib § Uberfich. Merck wie fich alle ding zu ge-
dürftigkait deß Jünglings fchicken die jungkfrawen an zewenden.
ainigen bei ir zefein wann Cherea was nit darumb komen das er fie
begerte zefwechen. funder das er bei ir wonen mocht. anfehen. mit
ir effen. etwan nahent bei ir flafFen. als oben ftat. Aber von der
guten fchickligkait aller ding ward er geraitzt und gehertzigt fie an
zewenden
SIC
— 103 —
wie Juppiter etwan (als man fagt) ain güldin flegregen Dane *
in die fchoß gefendt habe. Ich fieng auch felber an das ze-
fehen Und da er folichs fchimpffs felber gefpilt hette. ward
mein gemüt ye mer und mer befrott, das fich got zemenfch
verkort hett
§ Wie Juppiter. Merk wie der poet ain zimlich gemelt der bülerin
hauß gibt das alle vertzagt Jüngling gehertzer machet von frawen ze-
begeren und wolluft mit inen zehaben. als auch Cherea darvon ward
gehertziget. § Als man sagt. Das setzt der poet das er zeverfton
gebe das folliche fagen nit war funder gedieht feien, doch vil darjauß
zelernen. Wann Dane * nach der warhait ward mit gold von ainem
künig überwunden wie hübfch wie ftet fie fein wolt. und von dem
vater behüt was. wann fie was Acrifii tochter der ain künig in Krie-
chen was. und fie von irr groffen fchoni wegen fo lieb hette das er
fie uff ainn hohen turn verfloffe das kain man zu ir komen folt. Aber
die liebi durch ir gewiß kuppler das ift miet und gab öffnet den turn
das der fie lieb het zu ir kam und fwengert fie. Da der vater das
vernam er floß fie in ain truhen und ließ fie uff das mor dar uff fie
gebar Perfeum, und flos allfo mit dem kind untz in Italia do nun
Rom leit. do funden fie die fifcher und ward von in dem künig ge-
antwurt. der fie umb ir fchoni zeweib nam. Von dem ftamen ward
faturnus geborn der die groffen ftreit wider Eneam fürt als er von
Troia flüchtiger kam das felbig laud zebefitzen. Als Virgilius im fi-
benden buch von Enea berürt an dem . XXXVII verß. Nachus acri-
fius. Die war hiftorien ift verkort in das gedieht wie got Juppiter
fich verkorte in ain güldin regen der durch die rauchlocher ein fiel,
den fie auch allfo begirlich in ir fchoß enpfieng. Und er fich do in
ainß Jünglings weiß fehen ließ. Das berürt der Poet im text. Und
würt in den worten der frawen geitikait geftupfft. und das gemain
fprichwort. Es ift ain ftaini herta das miet und gab nit erwaichet.
§ Ich fieng. Wann gewonlich fo ain menfch ufmercken hat zu aim
andern, was dann das felb anficht dar uff" wirt es auch fehen. § Und
do er. Merck wie er das ain fchimpff halft und nit ain mißtün oder
übel, wann er maint es auch zetün. darumb will er es nit für ain
Übeltat halten, funder im felber etwas glimpff" fchopffen. als er oben
mit Par. ret. 0 ftraffbarß etc
SIC
-- 104 —
und durch fremde ziegel haimlicli durch ain rauchloch komen. 43 v
und ain frawen trieger worden. Und welchen got? der die .
oberften tenipel daß himels mit fchall erfchellet. Solt ich
menfchlin das nit tun? do tet ichs, und auch luftlich, die
weil ich die ding mit mir betrachtet, ward fie dar zwifchen
beruft zebaden. fie gat, wufch fich kam wider, nach dem
legten fie die anß beth. ich ftund wartend ob fie mir ichts
gebüten. aine kam. horfts (fprach fie) dore. nimb den wedel
unnd mach
§ Durch fremde ziegel Das ift zu dem tach ein. § Durch ain rauch-
loch Das alles würt nit gefetzt alf got unmüglich funder als ain ding
daf jovi untzimlich und zefchnod was. dem von menfchen leicht mag
nachgevolget werden. § Solt ich menfchlin. Merck er kennt das es
weder got noch den menfchen zimlich was dannocht wolt er es thün.
do es got getbon hette Merck was bofer ebenpild der obern den un-
dern urfach geben zefünden § Und werlichen * got. Merck ye groffer
der fünder ift ye mer urfach er den andern gibt. Irrt der hirrt die
fchof vergant Und merck wie er jovem erhebt und fpricht welcher
got der die obriften | tempel deß himels mit fchall etc. und nidert
fich f eiber und halft fich ain menfchlin. wann ye groffer und wirdi-
ger ain perfon ift ye minder er miß tun foll. Und herwider ye fchnoder
ye ringer wirt fein fünd geachtet. § Auch luftlich, ünvertzagt on
hinderfich fehen § Ward fie dar zwifchen. Es ward zeletft ain hoch -
zeit darauß darumb gehört ir vor zebaden. Und merck wie er fpricht.
Die weil ich die ding etc. Darauß du wol mercken macht das er nit
im finn het fie zefwechen do er fich von erft füren ließ, funder das
im die üppigkait deß gemeltes dar zu urfach gab und das er in ainer
bülerin hauß was nach dem gemainn wort. Die ftat macht ain dieb
§ Nach dem legten fie die. Merck wie alle ding ordenlich ** befchehen
als auff ainer erbern hochtzeit.
' sie
** oder ordenlich
— 105 —
114 ro deren ain lüfFtlin die weil wir baden, wann wir gebaden,
wiltu dann fo bade auch. Ich nam in trauriger. An. Da
wolt ich dein fchemlich maul über gern gefehen hon wie du
dich geftelt heteft den wedel zeheben, ainn folichen efel. Che.
Sie het das kaum vollret, fie wüfchten all hin uß, giengen
zebaden, fie rumpelten, als gewonlich befchicht wa die herren
auß feind. In den dingen bezwang die junckfraw der fchlaff.
und ich fchilcht haymlich durch den wedei , und fich damit
umb und umb, ob alle ding wol verfehen feien
§ Deren. Sie maiaet die Jungkfrawen und deutet auff fie mit der ge-
berd. § Nimm den wedel. merk wie oben fie im Tagt welker* wedel
gut wer lufft zemachen. wann es find funder wedel dar zu gemacht,
und haift wedel von weyen. Er was ain nüwer diener in dem hauß
darumb bedorfft er underweifung. § Ich nam in trauriger. Er gebart
trauriglich er was aber frolich. doch gebart er dem glych als ob er
lieber badenn wolt. Auch beforgt er den argkwon das er nit ain
hemling were. darumb zaigt er fich traurig, wann durch frolich ge-
hend were der argkwon gewachffen. § Da wolt ich dein fchemlich
maul etc. Es ift nit untzimlich das ain freund dem andern fcher|zlich
fchmechtwort gibt mit geberden darzü gehörend. als auch der text
zelefen ift. § Wie du dich geftellt heteft. Wie du gebaren kundeft
den wedel zehalten, wann es was ain befunder dienen mit dem wedel
wol künnen windlin machen, als yetzt fürsten und herren ftatur ** hond
die fich vor lang zeit in dem fürfneiden muffen geübt hon ee fie dar
zu genomen werden, darumb fo fpricht er. § Ain folichen efel. Der in
den dingen ungeübt ift. § In den dingen. Der fchlaff betzwang fie.
wann die natur begert der rü. und dar zu was das lüfftlin deß wedeis
hilflich. Die ding alle zaigen wol das die Jungkfraw kain argkwon
auff Cheream hette und flieff*** on forg.
••' SIC
** sie
*** ton
— 106 —
Ich fach es fein, ich fperr den rigel für die tür. An. was ii\^
dann ? Che. was dann narr ? Anti. Ich kennß. Che. Solt
ich ain foliche urfach, mir für getzaigt, foftutze*, fo erwünfchte,
fo ungehoifte verlieren, fo wer ich erft recht der, den ich
gleichßnet. An. Ja bei hercle als du fagft. was ift aber die
wyl deß mals halb befchehen? Che. Es ift gericht. An. Du
bift eitel nütz, wa? in deinem hauß? Che. Ja bei dem
freigel äffen difcum. An. Es ift vaft verr da hin. Che. So
gee wir
§ Teil fperrt den rigel für die tür. Das man ir nit ze hilft' mocht
komen § Was dann narr. Fragft To torlich, was thüt ain liebha-
bender Jüngling ainiger bei der ainigen. die er lieb hat in haimlicher
kammer befchloffen. § Ich bekenns. Das ich torlich gefragt hon
§ Solt ich ain follich urfach mir allfo für etc. Merck was er fage.
Er fpricht für getzaigt oder für gehebt, nit das follichs von erft fein
mainung were funder im für gebotten. § So ftutz *. Nit langfam.
§ So erwünfchte Nit allain erweite funder erwünfcht das mer ift.
§ So ungehoS't. Nit allain vor betrachte funder ungehofft. dar zu er
kain gedencken het. wann er begeret allain fie zefehen. | bei ir
wonen etc. als oben gefagt ift. und im widerfür groffers wann er
gedencken torft. § So wer ich erft der. Als ob er fprach. Hette ich
fie do nit an gegriften do fich fo vil urfachen dar zu begaben fo wer
ich wol ain rechter hemling für den ich hin zu gefiirt ward. § Ja
bei hercle als du fagft. Gebricht, es ift. das es allfo ftande. Ja es
ift bei hercle als du fagft. § Was ift aber die weil deß mals halb
befchehen. Merck wie er widerkombt an die fach darumb Antipho
von feinen gefellen ward auß gefchickt. § Du bift eitel nütz. Er lobt
in fo er ains und das ander auß kan richten. § Ja bei dem freigelaffen
difcum. Ain knecht ward freigelaffen hieß Difcus.
— 107 —
t5rö defter beider. An. Ender die klaider. Che. wa verender iclis?
Ich bin tod. wann ich hon kain hauß, fo beforg ich yetz
mein bruder das er it dinnen fei. Auch raer, ob mein vater
it yetz fei wider von dem dorfP komen. An. Gee wir da ze-
nechft zu mir, da enderfts. Che. Du fagft recht. Gee wir.
und als in mitten will ich rat von dir nemen, wie ich mich
deren für bas gebrauchen müge. An. Das befchehe.
§ Ender die klaider. Das dient wol zu dem nachgenden. wann er
wirt wider in der Thais hauß komen fo im feine klaider zetragen
zimlich feind. § Ich bin tod. Ift ain alt fprichworfc deren die erftockt
find und nit wiffen zevolbringen das fi gern wolten. Und bedeuten
dife wort nit mer wann ain verftockts gemüt. § So beforg ich yetz.
Er fagt urfach warumb er nit in fein huß getar komen. und ift im
als ob er kain hauß habe. Und merck wie er yetz den bruder befor-
get. wann das füer ift ains tails b gelefcht * aber vor die weil in das
inbrünftig | füer der lieb raitzet do beforgt er weder ditz noch das
§ Auch mer Das ift als ain eintzügige vorred deß vaters der von zim-
lichen rechten bei erlichen gemehelfchafft fein foll. § Zu mir. Das
ift in mein hauß. § Gee wir. Die wort bedeuten das er eilet.
SIC
— 108 —
Der vierd underfchaid. Gieug Dorias auß deß Ritters hauß und trüg 45 y'
etliche kleinat die ir Thais gegeben hett.
Bild:
Straße, dorias in frauentracht mit rosenkranz.
I
— 109 —
Dori.
[AjLlfo* haben mich die gott wol lieb, als ich den fach was
ich nifc gar on forcht. das der it ettwas haders oder gewalts
thaidi an legt, wann da der Jüngling da hin kam, der junck-
frawen bruder, batt fie den ritter, das er in hieß zu in laffen.
Der fieng an zürnen, und getorfts doch nit verfagen. Thais
lag im darnach an, in zeladen. das thet fie darumb, das fie
in enthielte, wann die zeit was nit das zeeügen das fie be-
gert von der fwefter. er lud in truriger. er belib da
[I]N ** difem fierden tail oder gefchicht wird ain waiclimütige perfon ein
gezogen die fich leicht erfchrecken lat. wann weiber find forchtfam.
und mainet Dorias der ritter were gar grüfelich. und was doch vert-
zagt und das zeerkennen wirt er von der forchtfamen frauen fraidig
und manlich gefchetzt das fein nach gendi zogi lutrer erfchine. und
defter ee zefpot wert und unnütz gefeben § Allfo haben. Wir fpre-
chen unfer fag zefeftigen als mir got helff. merck uß difen werten
wie die magt offenbaret was nach dem nachtmal in deß ritters wirt-
fchafft befchehen fei. das man darauß verfton mug wie das end werd.
§ Das I der it. Das ift fmachlichi zelefen. als von ainem der ieder-
mann zehaffen feie, als ob fie fprach. der unfinnig oder der gauch
oder gockelman. § Bat fie den ritter. Das ret fie auch fmachlich.
als ob fie fprach bat fie ritter fchoblin. § Der fing an. Wann er went
es war ainer von feinen mitnagern oder gemainern. § Und getorfts.
Als die wenwol all tünd *** die mit Unwillen den weihen wil Ifagen. ich
kenn ir vil mit harin failen hart geftrickt. Affen fail feind ainfach
poch bindens faft. § Thais lag. Merck wie verfchambt fie was. wie-
woi fie in zornig fach umb das fie begert in ein zelaffen dannocht
wolt fie das er den Jüngling auch darzü lüde mit in zeeffen. das er ir
auch nit verfagen torft. wiewol er in ungern lüde. Merck was das
gauch fpil vermüge. § Das tet fie. Das fetzt er das du merckeft das
fie irem Phedrie nit untrü ertzaigen wolt mit dem Cremes fie achtet
ritter fchoblins nit vil. § Er lud. Das ist ungern
^' [A] lücke durch zwei zeilen
** [I] ohne lücke
*** tüud
— 110 —
fie fieng mit im die red an. Der ritter wont im were ain 46v®
mitnager zeaugen gefürt, er wolt ir widerumb laid tun.
horftu (fpracli er) knab hol Pamphiliam das f * uns fröd mache,
fi erfchri in kainn weg zu wirtfchafft. Der ritter widert fich,
darumb kamen fi zekrieg Die weil tet das weib ir gold von
ir, und gibt mirs hin zetragen das ift ain zaichen fo erft fi
mag das fi fich von dannen hebt, ich waiß es.
§ Er belib do. wie wol er vor hin frech was. dannocht Heß er fich
thaidem erwaichen. wann fie kund ftreichen und fmaichen und maint
doch nit das fie rechte fach fürte, als fie thet. § Ain mitnager. Es
wer groffer wann fie in hinein dem ritter zeaugen gefürt hette. wann
wer er ungefarlich felber komen. darumb legt er alle fchuld auff
Thaidem. als ob fie im das zelaid geton habe, das ift ain urfach
das Cremes in deß ritter hauß nit gefmecht würt. wie wol in der
ritter ain mit nager verdencket. § Er | wolt ir. Ir Thaidi nit Cremi.
§ Hol Pamphiliam. Er volget gnatonis rat den er im oben gegeben**
hat. und fpricht nit beruf Pamphiliam wann fie was nit in deß ritters
hauß, er hieß fie holen auß der Thaidis hauß. § Das fie uns frod
mache, Merck das fmehen als ob es in Thais nit frowe. Merck das
raitzen nach Gnatonis lere, als ob er fprach. du haft ain andern.
fo will ich die Junckfrauwen. § Si erfchri. Spricht erfchri. und nit
fie antwurt ze ertzaigen iren groffen Unwillen darzü. § Zu wirtfchafft.
Maint es wäre untzimlich ain wol gezogen junckfrawen zeladen über
wirtfchafft der woUufcht*** und unkeüfchait. Und gebricht. In kainn
weg ift fie zeberüffen zu folicher wirtfchafft. Sie redt es nit gar auß
das fie fich felber und den ritter nit fmehe. wann wie groß bülerin
feind fo weren fie dannocht gern erber gefehen. Sie fpreche fuß fie
gehört nit zu unfer hürrei. § Widert fich. Er wolt fie haben. § Die
weil. Das er ir das nit für die junckfrawen neme und defter gerüfter
were von in zekomen. § Das weib. Spricht der Poet und nit Thais
das er aller weiber liftikait damit berüre. § Ich waiß es. Wann alle
ding fchicken fich zu unainigkait.
***
gegeben
sie
— 111 —
t7r° Der ander tail des fierden underfchaids. Als Phedria auß dem dorff
kam fach er Pithiam gar betrübt aus Thais haus gan eilens.
Bild:
Straße. Links vorn phedria nach rechts; rechts hinten, den türklopfer
in der band, pithias.
— 112 —
[D]Ie* weil ich ins dorff gan ward ich mit mir felber under
wegen (als dann befchicht wa etwas befwerd in dem gemüt
ift) ains aus dem andern gedencken. und alles in den bofernn
tail. was darfFs wort? fo ich die ding betrachte, fo fürgee
ich das dorff ungeachtet. Ich was yetz ferr gegangen, do
ichs mercket. ich gieng wider umbher Übels muts. da ich
an die wegfchaid kam ich geftund. ward mit mir gedencken
Hun hun. foltu zwen tag hie bleiben allain on die? was
ifts dann? Es ift
§ Die weil ich ins dorf gan. Die hochtzeit zevolenden was not das
Phedria kerne durch den die ding geleütert werden. Nun folt er ye
zwen tag auß beleiben darumb ift not zefagen was in bewegt habe
wider zekomen. Und kam doch der Thais halb auch nit uneben,
wann fie was in Unwillen von dem ritter gefchaiden. und was das
vollbracht darumb fie feines abwefens begert. § Und alles in den
bofern tail. Da gebricht auifnemen oder rechnen oder anders deß
gleichen fo ich die ding betrachte die ain büler betrachtet der gern
bei feinem bülen were. und nit fein mag und ainn andern bei ir waiß.
§ Ungeachtet. Das ich nit wift daf ich darfür | gegangen was wann
mir lag Thais im finn, § Do ichs mercket. Das ich für das dorflp hin
auß was. § Da ich an die wegfchaid. Da ich von der gemaine** ftraß
eben gen dem Dorff folt gon. § Ich geftund. Merck er geftund und
gieng nit zu dem dorff do er es vor im fach, das ift mer wann das
er vor unwiffend darfür ging. § Hun hun foltu zwen tag hie belei-
ben. Das ift zelefen mit unmutiger geberd. als ob es in überlang
beduncke. § Hie. Im dorff allain on fie und on all ander wolluft.
§ Was ifts dann. So ich fchon wider hin ein gang. § Es ift nichts.
Merck wie die büler mengerlai ratflagen. und ob fie wol etwas güts
rats finden fo beleiben fie doch nit dar auff. als hie fpricht er
[D] lücke durch zwei zeilen
'- sie
— 113 —
nichts, was nichts? berür ichs nit, fo fich ichs aber. Eh
zimbt ain^ nit, fo wirt das ander zimen. werlich in der letften
linien lieb haben ift nit gar nichts. Ich fürgieng das dorf
wiffent was ifts aber, das Pithias betrübte fo fchnell auff
her gat.
§ Es ift niclits. und ift gut und war. aber er beleibt nit auff dem
rat. er fpricht als bald darnach. § Was nichts. Und maint doch es
fei etwas wann er fie müg fehen. § Eh zimbt ains nit. merck wie
er eh fo fpotlich hin zu fetzt, gleich als ob er mit aim andern rede
und nit mit im felber. Und merck wie er zimbt und zimmen | fetzt,
gleich als ob er von gar groffen dingen rede darinne man groffe zim-
ligkait füchen muffe. Er redt als ain ynbrünftiger von Venus hitz.
§ Werlich in der letften linien. Es find fünff linien der liebi. fehen.
reden, lieplich ftraichen. kuffen*. thünd die frawen laichen, als auch
oben gefagt ift. § Ich fürgieng das dorff unwiffend. wann die liebi
zwang mich, als mir Parmeno oben gefagt het. § Das Pithias be-
trübte. Das ift ain eingang der nechften Seen, darbei man mercket
mit was geberd fie reden würt. wann fie ift traurig und betrübt umb
das die Junckfrauwe gefchwecht ift.
SIC
T e r enz.
— 114 —
Der drit tail deß vierden underfchaids. Pithias fücht den verfchnitnen 48
fo begegnet ir Phedria dem fagt fie wie der verfchniten die faiten-
fpilerin gefchwecht hab die Trafo gefchenckt het in beiwefen Dorias.
Bild:
Straße, phedria nach rechts, ihm entgegen pithias, hinter ihr
dorias.
— 115 -
i9 ro Pith.
[I]Ch* arme wa find ich den Schalckhafften unnd ungetrüwen
oder wa fuch ich in? Das er aber folich Übeltat getorft tun?
Ich bin hin. Phe. Ich forg was das feie. Pith. und darzu
das übel da er die Junckfrauwen
[I]N ** difer fcen ift hübfch zelioren wie Pithias der Thais diern mit
Phedria wortelt. CFnd im doch die ding unwiffent waren, ünnd wirt
dife diern ein gezogen als aine die den fliehenden und untrüwen wider
fuchen will § Den fchalckhafftigen und ungetrüwen. Vol boßhait und
Übels der Thaidem gefchelkt hat und die junckfrauen mit falfcher
liebi veruntrüwet. § Das er aber follich. Sie hat ain verwundern das
er follich übel fo getorftlich volbraht*** | hett. § Ich bin hin. Das ift
ain wort der vertzweifelten vor unmüt. ich bin hin oder tod ich mag
nichtz mer. § Ich beforg was das fei. Ditz gedenckt er. und finn f
wort bedürffen nifc fo gantz gefetzt werden als gefprochne. darumb
ift die red etwas gebrechhafft. ich forg was das fei. und ftat für
dife red. ich waiß nit was das fei. und forg doch etwas groß. § Und
darzü das übel. Sie fürt die klag der gefchicbt. und nennt in das
übel als ob Cherea felber die Übeltat feie, das ift mer wann fprach
fie der übelteter. als fo wir fprechen. du bift ain unglück. fo wir
ainn*j"f unglückhafft haiffen wollen. § Da er die jnnckfrawen fchwecht.
Merck wie hert fie die klag fürt, als ob er alle ding nun ir zefchmach
getün het und von kainer freüntfchafft oder liebe betzwungen were.
darumb fagt fie von dem gewalt ir befchehen mit zerreiffung irer klai-
der. darbei man auch ir widerftreben mercken mag. das er fie nit
leicht mocht überkomen. wie wol im alle fchicklikait mit was deß
hauß gefinds abwefen zeit und ftat. auch fie der flaff betzwungen het
das fie fich auch nach irem vermügeh gewort habe, mag man bei dem
zerftrobelten har mercken.
* [I] lücke durch zwei zeilen
** [I] ohne lücke
*** sie
t finnwort
tt ain
— 116 —
fchmecht, hat er ir als ir klaid zerriffen, und das har zer- 49 vo
raiiffet. Phe. Hern. Fith. Das er mir nun wurd, wie leicht
wollt ich dem gifftigen mit den negeln in die äugen wüfchen.
Phe. Ich waiß nit was betrübnuß in unferm ab wefen hie
haim erhebt ift. Ich gee zuhin. wie eilft? oder wen fuchft
Pithias?
§ Dem gifftigen. Der unraine falfche und unzimliche werk nit nach
feinem ertzaigen geton hat. Sünder die Junckfrawen entraint. § Mit
den negeln. Das ift der frauwen waffen. Unnd maint was die jungk-
fraw von zerte irs leibs und ungeniete nit volbracht het das wolt fie
gern tun. Das ift das angeficht mit den negeln zerkratzen, als ge-
wonlich die angefochtnen diernen thünd denen die ir wider irn freien
willen begerend feind. Und ift difer text zorniglich und grimraigklich
zelefen. als ob fie ftande mit gekrümbten fingern, in maß yetz in in
zefallen | und mit den negeln im fein antlit zerkratzen. Darumb
fpricht fie mit den negeln in die aagen wüfche. als ob es gehlingen
gleich als fliegend zu folt gon. Und darumb fetzt der latinifch text
in die äugen fliegen. Aber diß ift nach unferm teütfch gemainer.
§ Wie eilft. Wie zitterft. wie bift betrüebt. was leit dir an?
— 117 —
50 10 Pith. Hern Phedria. wen ich fuche ? Gee hin deß du wirdig
bift. mit deinen fchanntlichen gaben. Phe. was dings ift
das? Pith. Fragft mich? Der verfchnitten den du uns ge-
geben halt was betrübnuß hatt er uns gemacht. Er hat die
Junckfrawen gefchwecht, die der ritter geftern gegeben hat.
Phe. was gichft? Pith. Ich bin tod. Phe. Du bift voll
weinß. Pith. Ah das die allfo feiend, die mir übel wollen.
Dori. Hau. Ich bitt dich mein Pithias,
§ Hern Phedria wen ich füch? Sie hett ain verwundern von feiner
frag, als ob er Cheream in auffatz für den verfchnitten hinein ge-
sendet habe. Darumb fchilt fie in verborglich und haift in gon an
die ftatt die er verfchuldet hette wann es in der mainung von im be-
fcbehen were. Als ob fie fprach Gee hin ann galgen. oder deß
gleichen.
§ Was gichft. Das ift nit ain frag. Es ift ain verwundern aber irer
fage. § Ah das die alfo feind Als ob fie fprach. Wer ich vol weinß
das wer mir nit vaft laid. aber ich wolte das all mein feind allfo vol
weren. wann ich bin vol kumers und unmüts.
— 118 —
was Wunders ift das gewefen? Phe. Bift unfinnig? wie
mocht ain verfchnitner das tun? Pith. Ich waiß nit wer er
gewefen ift. Aber die fach zaigt was er geton hat. Die
Jungkfraw waint. und wie offt fie fragffc was es fei, fie ge-
tars nit fagen. So ertzaigt fich auch der gut man niendert.
Ich arme argkwonen auch, das er auß hin gand ichts entragen
habe. Phe. Ich kan nit verwundern, wahin der ungenitet *
weitter wann haim gangen müg fein. Villeicht ift er wider-
umb zu uns komen.
§ Was Wunders ift das Dorias redt weiplich. wann fie went der ver-
fchniten habe die junckfrawen gefwecht das wer wol für ain wunder
nach der natur zefchetzen § Ich waiß nit wer etc Da phedria fagt
fie were unfinnig, kain verfniter ** mochte das tun. do fiel Pithias von
dem das der verfniten das getün hette und lag allain aufF der fach die
nach allen zaichen ainer gefwechten junckfrawen zebeweifen gnüg
were und fpricht. § Die junckfrau wainet etc. Wann der nam difer
werck foll den junckfrawen unkund fein, wann were fie geflagen oder
geftoffen fie hette es gefagt. aber das zame ir nit zefagen. § Der
gut man. Sie maint es widerwertig. | als fo wir mengerlay mißtüend.
gut leüt haiffen und mainen doch fie feien boßwicht, und fpricht.
man. wann fie hat in nun für ain man nach feinen wercken. und
nit mer für ain verfniten. § Argkwonen auch. Zu dem das ich argk-
wone auß den zaichen er hab die junckfrawen gefwecht. § Ich kan
nit etc. Das alles redt er in im felb. untz da her. § Villeicht ift er
widerumb zu uns komen. Das felb redt er zu den dirnen. darumb bitt
in Pithias das zebefehen.
Sic
— 119 —
Pith. Ich bitt dich lieber fichs obs it fei. Phe. Du wirdfts
als pald wiffen. Dori. Ich bin hin, 0 du meine ich bitt dich,
wie ain unfeglich Übeltat Ich hons nie mer gebort Pith.
Und auch ich. Ich boret wol fie betten die frawen über lieb,
doch mochtens nichts, aber es ift mir armen nie inn fin komen.
ich het in fuß etwa hin verfchloffen. und die Jungkfrawen
nit bevolhen.
§ Ich bitt dich. Der text fetzt gar oift Obfecro. das ift mer dann
bitten, es ift flehen, aber fo das wort flehen in unferm gemainen
teütfch nit fo vil gebraucht wirt. fo fetz ich ofi't bitten, für flehen,
und muß dannocht mit ebendienender geberd gelefen werden doch
wirt das wort ich bit dich offt für ain ainig fchmaich wort gefetzt,
als zenechft hernach Dorias dife woit alle, o du meine ich bitt dich
für ain liebend oder fmaich wort fetzet, dar durch fie doch etwas
verwunderns erzaigen will, und haiffent einwürffige wort. beweg|nuß
des gemüts bedeutend, in f roden in trauren in verwundern, oder
anderm. § Ich hons nie mer gehört. Das ain verfchnitner folichs
pflegen folte. § Es ift mir armen nie inn fin komen. Das fie die
frawen über lieb haben.
— 120 — ■ j
Der vierd tail deß vierden undeifchaids. Phedria gieng mit den meg- 51
ten in fein hauß den hemling zefuchen. Da fand er den rechten
hemling in feines bruders Cherea klaid. Und als die raegt wider umb
beruß liefFen. do fach fie den Cremes der was auß deß ritters hauß
gangen und wolt in Thais hauß. Da lieff die ain diern mit den
klaineten vorhin.
Bild:
Innenraum. Links sitzt dorus enuchus, kahlköpfig, mit nackten beinen;
von rechts her phedria, pithias, dorias, hinter letzterer durch die
tür blick auf die straße.
— 121 —
Phe.
[G]Ee* außher du fchalk. wie? Setzft du dich auch? Für-
her du übel geratner flüchtiger. Dor. Ich bitt dich. Phe.
Ah ficha wie zerkrümbt der boßwicht das maul, was bedeüt
dein herwider komen? was endrung deins klaids.^ wasfagft?
wer ich ain wenig lenger auß beliben. Pithias, ich het in nit
hie haim er griffen alfo het er fich zu der fluht ** gericht.
Pith. Ah lieber haftun? Phe. Hau
[G]Ee *** auß her. Merk wie lieplich ift die irrung ze hören, in dem
Phedria nit zwyfelt er habe den fanden dem fie nachgond zefüchen
und doch nit ift. § Wie fetzft du dich. Phedria zoh in frefenlich
darumb fich Dorus als ain unfchuldiger etwas fetzet als die ftettigen
pferd. und het verwundern ab feines herren bewegnuß § Du übel ge-
ratner etc Er het in tür erkaufft. darumb haift er in übel geraten
gegen dem gelt das er umb in geben hat. alf man auch in andern
keüfiFen tut. pferden fo mans reit. Schweinen | oder ochffen fo man
fie metzget. fpricht fie wol oder übel geraten fein gegen dem gelt
darumb gegeben. § Flüchtiger. Die fchuld Cheree legt er auff Do-
rum. § Wie zerkrümbt der boßwicht das maul. Merck wie liftiglich
er feiner ungeftalten gab helffen wolt als ob er von natur fchon fei.
wann er fich nit übel ftellet. § Was bedeüt dein widerkomen. War-
umb bift widerkommen. § Was endrung deins klaids. Was bedeüt
müft auß dem obern mercken. § Wer ich ain wenig etc. Es ift gar
gemain das zornig leüt wann fie im zorn aus geftoffen hond. das fie
fich darnach zu andern keren zebedeüten das ir zürnen zimlich ge-
wefen fei. § Allfo hett er fich zu der flucht gericht. Maint feines
brüders klaider als ob er fie wolt entragen hon. § Ah lieber haftun.
Das ift wol gut zehoren das fie fragt und fah in vor ir fton. darumb
fprach er. warumb folt etc. als ob er fprach. fo er vor mir ftat fo
hon ich in gnüg wol was irrt dich.
* [G] lücke durch zwei zeilen
** sie
*** [G] ohne lücke
— 122 —
warumb folt ich in nit hon? Pith. 0 das ift gut. Dori. Bei
pol es ift joch gut. Pith. wa ift er aber? Phed. Fragft?
fichts* nit? Pith. Ich bit dich, wen folt ich fehen? Phe.
Trün den. Pith. was menfchen ift der? Phe. Der hüit zu
üch gefürt ift Pith. Unfer kaine hat hüit den mit iren äugen
ye gefehen. Phe. Nit gefehen? Pith. Glaubftu den ich bit
dich zu uns gefürt fein? Phe. wen hab ich fuß anndern ge-
habt? nieman. Pith. Ah der ift trün nit zefchetzen zu yenem.
der was ainer erbern adelichen angeficht. Phe. Allfo beduhts **
dich vor, wann er mit mangerlay varben
§ Wa ift er. Sie fach darumb an und fragt als ob fie fpracb. Ich
fich den wol. aber ich kenn in nit. ich fuch auch den nit. ich kenn
ain andern. § Fragft? fichfts nit? Sie waren auff bald feitten un-
getig wann fie fagt deß Cheree gefchicht. er maint fie fag von Doro.
und feind baid unrecht. § Was menfchen ift der Das redt Pithia***
Dorum angreiffend. § Unfer kaine. mit allain Thais, funder kaine
unfer dirnen aller. § Nit gefehen. Mit der verwunder frag, zaigt er
doch irer fag etwas gelobig werden. § Glaubft du den. Sie fraget in
als ob er mer hab gehebt auß denen er difen zefchicken geweit habe,
darumb antwurt er und fpricht er hab kain andern gehabt. § Ah der
ift trün. Ah ift ain wort betrübts ge|mütes. § Der was. Spricht der
was. als ob ers nit mer feie, fo er hin ift. oder ift er noch allfo
fo ift er doch Thaidi nit allfo fo er von ir geflohen ift. § Wann er
mit mangerlai. Es was gewonhait das man folich knecht zierlich
klaidet mit getailten klaidern mengerlai färb, in funderhait wa man
fie verfchencken wolt.
* SIC
**
SIC
«:(:«
SIC
— 123 —
ro beklaidet was. Nun beduncket er dich darumb fchnod fein,
das du die nit fichffc. Pith. Sweig ich bitt dich, als obs
klaine underfchaid feie, Der hüit zu '^ uns gefüret ift ain Jüng-
ling, den du gern feheft. Phedria. der ift fchwinglich alt,
wafferfüchtig, und tunckelblaich. Phe. Hern was mers ift
das? du machft mich fo unfinnig, das ich felb nit waiß was
ich geton hab
§ Sweig ich bit dich. Merck wie auß weiplichem zorn. ret fie fweig
ich bit dich, fi mocht in nit hören da er mit follichen ungleichen
Worten fie bereden wolt ainn den andern fein under denen fo groffe
underfchaid was. Und wie faft fie bewegt was dannocht fmaichet fie
im etwas fo fie fpricht. Den du gern feheft Phedria und lobet den
Jüngling auff den fie zornig ift. das fie Phedriam gelobig mach das
der nit gefürt feie zu inen der vor im ftat. darumb fchilt fi den
felben. er fei fwinglich als ain gert der ander güts wol mügens** | leibs
der alt. difer von fechtzehen jarn. der wafferfüchtig ift difer gefund.
der plaich difer rottenhafft. Und fpricht den du etc. wann fo du bift
ain fchawmaifter fchoner geftalten und ain büler du müfteft in loben
and gern fehen. § Der ift fwinglich. Das alles ift zelefen zornigklich.
als von ainem den man lutzen wil. und daß deß andern geftalt defter
mer gelobt fei. durch difes ungeftalt. und fpricht fchwinglich. maint
Main und mager, als die zongerten waich und flechtig. § Waffer-
füchtig. Als die verfniten gewonlich im alter werden, und das bet-
zaigt die färb da mit fie in lutzen will gegen dem andern. § Tuückel-
blaich. Etlich fprechen tod färb, und maint bofer färb flecket und
vol braiter mafen. § Du machft mich. Das alles redt er betrübter,
und als ainer der dife wort Phitie*** nit gern hörn will, funder felb die
warhait erfaren.
SIC
^ sie
-- 124 -~
Hoho hon ich dich kauft Dor. Du hafts thon. Pith. Haiß
in mir dann antwurten. Phe. Frag in. Pith. Bift du it hüit
zu uns komen? er lognet. aber der ander ift komen, bei
fechtzehen jar alt, den Parmeno mit im füret. Phe. wol an
pald bericht mich deß. von wannen haft du die klaider die
du haft? er fchweigt das menfchlich wunder, wilts nit fagen?
Dor. Cherea kam. Phe. Mein bruder? Dor. Ja. Phe. wenn?
Dor. Hüit. Phe. wie lang ifts? Dor. Nülich. Phe. Mit
wem? Dor. Mit Parmeno. Phe. Haftu in vor och erkent?
Dor. Nain. ich hon auch nie gehört fagen wer er feie. Phe.
wannen wifteft dann, das er mein bruder were? Dor. Par*
§ Er lognet. merk wie fie beweifen will das fie recht habe, das der
komen fei von dem fi fagt wann difer ift nit bei in gewefeu als er
ietz felber fpricht § Wol an. Merck wie phedria fo begirlich will
der warhail bald underricht werden. § Er fweigt. er fweigt auch wol
wann er beforgt Cheream untz das er es fagen müft dannocht fagt er
es ftameln ** und fitlich und nit gech. als ainer der nit gern faget.
wann er beforgt yetlichen bruder uf baid weg § Das menfchlich. Er
fchilt in er fei ain wundermenfch. wann er ift weder man noch fraw
und redt zornigklich. wilts nit fagen. § Wannen wifteft etc. Fragt
nit unbillich wannen er in erkennet fo er fo ain nüwer knecht in dem
hauß was und erft erkauft und Cherea gewonlich auff dem Pirreo was
und ret die wort alle das er fein red widerfprechen mocht wann im
was laid das fein bruder folichs gethon hett. darumb fragt er men-
gerlai in zebegreiffen.
SIC
sie
— 125 —
0 meno fagt er wers. Der felb hat mir diß klaid gegeben.
Phe. Ich bin tod. Dor. Er legt das mein an. und giengen
mit einander aiißhin. Pith. Yetz glaubeft du das ich nüchtern
fei. und dir nichtz gelogen, es ift nun genug gewis, die
Junckfrawen gefchwecht fein. Phe. Gee du torochte, glaubft
du dem was er fagt? Pith. was bedarff ich dem glauben,
die fach betzaigt es. Phe. Kom da her ain wenig. Horfts
nit nun ain wenig. Pith. Es ift genug. Phe. Sag du das
aber, hat dir Cherea dein
§ Jetz glaubft das ich nüchtern fei. Es het fie groß verfchmacht das
er oben zu ir gefproohen het. Du bift vol weinß. Als auch frauwen
fchentlich und unerlich ift. truncken werden, darumb fo will fie fich
der fchand entfchuldigen. § Es ift genüg gewiß. Merck rechte Ord-
nung Von erft entfchuldigt fi fich der trunckenhait Und darnach fo
komt fie erft an der Junckfrauwen fach. § Glaubftu dem was er
faget. Do Phedria höret das von feinem brüder die mißtat befchehen
was do het er das gern verborgen unnd widerumb her bracht. Darumb
fo fpricht er. Glaubftu dem was er fagt. Als ob er fprache. Du be-
darfFft dem nit glauben, wann all knecht liegen gern. Auch darzü
fo ift der ain flüchtiger verfchnitner. darumb im defter minder ift
zeglauben. § Die fach betzaigt es. | Do Phedria die diern überwand
das der fchnoden perfon nit zeglauben feie, do zoch fie fich auff
die fach.
— 126 —
klaid abzogen? Dor. Es ift befchehen. Phe. Und ift dar
mit beklait? Dor. Es ift befchehen. Phe. Und für dich da
her gefürt? Dor. Ja. Phe. 0 groffer Juppiter was fchalck-
hafften und trutzigen menfchen. Pith. wee mir, nun glaubft
du das wir in unzimlich weg verfpottet feien. Phe. Es ift
ain wunder glaubftu
§ Komb daher ain wenig. Phedria wolt die warhait haimlich von im
erfaren das es Pithias nit horte, und zeicht * in befunder. Darumb
fpricht Pithias. § Es ift gnüg. Maint erfarn oder gehört. Doch da
er in haimlich fragt unnd die warhait erfür. do fprach er. § 0 groffer
Juppiter was fchalckh äfften und trutzigen mennfchen. Und maint Che-
ream oder Parmenonem. aber er** redts mit der geberd das*** Pithias
wonet er mainte den verfchniten. und darumb fpricht fie als pald
dar auflp. Wee mir nun gejlaubftu das wir in unzimlich weg ver-
fpottet feien. § Es ift ain wunnder glaubft du das der fagt. Ain ver-
fchnitner flüchtiger knecht.
"• Sic
** aberer
*** geber ddas
— 127 —
lo das der fagt. Pith. Ich waiß nit was ich tun foll. Phe.
Horftu lognen wider. Mag ich hüit nit die warhait auß dir
graben? Haft du it mein bruder Cheream gefehen? Dor.
Nain. Phe. Ich fich du magft nit vergehen "^ on dein groß
übel. Gee nachher. Yetz gicht ers, dann lognet er. bit
mich. Dor.
§ Horft du lognen wider. Das fpricht Phedria zu dem ** verfchniten
haimlich. und das ander laut das er die dirnen wider ab dem glauben
bring, das es Cherea nit feie. § Ich fich du machft nit verjehen * etc.
Merck wie er alle fein vorigen fagen mit difen wortten begeret ze-
vernichten das er den glauben auß den diernen zieche. darumb
trüwet*** er im. Unnd ift gleich als fo man ain martert untz | das er
fagen muß was man wil. ob er fuß war het gefagt. § Gee nachher
etc. Als ob er in an die wag füren woll die warhait auß im zebringen.
Und ift doch alles zu ainem fchein vor den diernen das fie defter
minder gelauben follen. Darumb redt er haimlich zu im. § Bitt mich.
Als ob er herrt und fcharpfF fei. und wie Phedria mainet er folte
gleichfnend biten. dannocht fo bat er in gar ernftlich und fprach.
* Sic
** den
*** sie
— 128 —
Ich bit dich io recht vaft mein Phedria. Phe. Gee einhin.
Dor. Oy hei oy. Phe. Ich waiß nib wie ich fuß erlich von
hinnen gang, es ift befchehen. und du bub wilt mich erft
auch umfürn. Pith. Ich waiß bas wann min leben das der
boß lift Parmenonis ift. Dori. Es ift alfo Pith. Bei poll
ich wird ^
§ Ich bit dich io recht Wann er forchte fich. Und auff das fpricht
Phedria gar zornigklich unnd frevenlich. § Gee ein hin. Darumb
wainet Dorus. § Oy hei oy. Wann er mainet ** im were ernft. aber
er füchet nun wie er glimpflich von den diernen komen mocht. Wann
er was gantz überwunden das Cherea den unfüg geftiift hette. § Es
ift befchehen. Alles das fi gefagt hond von der Junckfrawen Und
Cherea hat es geton. Doch fo will er | gleichßnen das nit befchehen
fein. Unnd leret den knecht liegen und geftatet der unwarhait wider
alle erberkait. Das doch ainem *** freien Jüngling nit getzimbt. Und
darumb wer der Poet zeftraffen. Antwurt. Er thüt das glimpif und er
feins brüder zebehalten und fein felbs und der feinen. Und das die
hocbtzeit defter ain erlichern auß gang gewunne. Und clarumb nimbt er
Urlaub glimpflich der lügen unnd unwarhait beiftand zethün. Darumb
fpricht er. § Ich waiß nit wie ich fuß erlich von hinen gang, ünnd wirt auch
alle fchuld aaff den knecht getrochen. Darumb fpricht Pithias. § Ich
waiß bas wann mein leben, etc Darumb das freien und edeln Jüng-
lingen untzimlich ift follich lift zeerdencken. § Bei poll ich wird noch
hüit der gleichen erfinden etc. Das ift ain guter ein gang dife fabel
frolich zeenden. wann durch den widergelt Phitie f dem Parmenoni
wirt der vater zu dem prautlauff berüfFt die durch in ,zefeftigen.
* i fehlt
** miauet
*** ain|nem
t sie
— , 129 —
ro noch hüit der gleichen erfinden, das ich im danck fage. aber
was mainft du nun zetun fein Dorias ? Dori. Von der Junck-
frawen fragftu? Pith. Ja ob ich fweig, oder ob ichs fag?
Dori. Bei. pol biftu witzig, das du waift das wiß nit. weder
vom verfnitten noch von der Junckfrawen fwechen. da mit
züchftu dich auß allem kipel. und machft dir die dankbar
da mit, fprich Dorus fei hinweg gegangen. Pith. Ich wils
tun. Dori. Aber ich fich Cremen, Thais wirt ietz hie fein.
Pith. wie das? Dori. wann da ich von in gieng, da erhub
fich das kipeln. Pith. Trag du hin das gold, ich will wiffen
was es feie.
§ Das du waift das wiß nit. Merck der Poet wolt nit das die ding
von ftund Thaidi und Creraeti gefagt wurden wann Thais mocht fie
nit fo fer dem brüder gelobt hon. irer wol kundende* zucht tugend
und fcham halb, wann fie gewift hetten das fie gefwecht were. Auch
weren fie nit fo keck und manlich gewefen fie vor dem ritter zebe-
fchirmen. der als pald hernach käme mit feinem hör fie wider ze-
fordern. § Weder von verfnitten. Das er nit verfniten fei. funder
Cherea. § Und machft dir die danckbar. Das du ir lafter nit weit
auß braiteft. wann es ainer junckfrawen groß und fchentlich zefchetzen
ift wa fie gefwecht wirt. darnmb haben fie es gern haimlich. Etlich
fetzen. Und machft die den** Cheream danckbar. aber es dienet nit.
wann fie feind im gram, und fuchen nit wie fie in willfagen funder
rechnen. | § Thais wirt yetz hie fein. Die wirt aller ding felb gewar.
darumb machtu fchweigen.
SIC
IT erenz.
— 130 —
Der fünfft tail deß vierden underfchaids. Redt Cremes mit Pithias in 5f
Thais haus. In dem gieng Thais her und wolt auch hinein.
Bild
Links geschlossene haustür von außen, Thais will hinein ; rechts höher
im innern pithias und Cremes auf einer bank.
— 131 —
Cre.
[0]N ^ hon bei liercle mir find wort gegeben. Der wein
bat mich überwunden, den ich getrunken hon. Doch die weil
ich faß beducht ich mich fchon nüchtern fein, aber da ich
auff ftund, mocht weder fuß noch finn feine werck wol vol-
bringen. Pith. Creme. Cre. wer ifts? Ah pithias wie vil
fchoner bedunnckeft
[I]N ** difer Seen wirt der Jüngling Cremes halb truncken ein getzogen
zelernen was der wein vermüge zu dienft fro Veneri. Und auch wie
die truncken der fürgenden*** ding gedechtig feiend, und in den gegen-
würtigen ftumeln und ftutzen. als cremes tut mit der zungen und
füffen. darumb fpricht er. Hon. fo er auff geftanden ift und waibeln
gen der Thais hauß gat. als ob er fprach onhon erft enpfind ich wie
mir I ift. Nun fich ich das mir gute und freüntliche wort gegeben
hat. untz das fie den wein in mich bracht hond und mich frolich
gemacht, wann er het Thaidem allweg in argwon fie wurde weg er-
dencken damit fie in hinan brechte, Darumb mocht er das gedencken
wiewol es nit allfo was. Oder mir feind wort gegeben, vom wein
der mit füffigkait ain truncken ertzaigt hat. als die fchmaicher mit
wortten thünd untz ich antrunck worden bin. § Weder fuß. Wann
er kund nit wol mer gon. Daß gleichen fetzt auch Plautus f von dem
wein dife wort. Der wein ift ain liftiger ringer. er kan fchrencken
nimbt ainem die füß zum erften. Und Virgilius vom trauben. Er
nimbt von erft die füß. darnach bint er die zungen. So fpricht der
Poet hie. Das weder die füß noch die finn alle das ift das gantz ge-
müt ire werck volbringen. doch bedeücht in im wer recht, aber er
irrt das bekent er mit den nachgenden worten fo er fprach. Aber do
ich auff etc. § Wol volbringen. Und fpricht wol. wann er gieng und
braucht fein finn aber nit wol. § Wie vil fchoner. Merck fo er vom
wein verwandelt ift bedunckt in fie fei auch verwandelt, darumb
fwert fie werlich und bei got er dunck fie frolicher fein, wann er
gab ir vor grobe und unmutige wort, als oben ftat. darumb fwert
fie zwifach. fie fagt recht, aber er irre das fie fchoner fei. doch
gibt fie im erwer antwurt wie wol fie im finn het er were trünckner
und voller weinß.
* [0] lücke durch zwei zeilen
** [I] keine lücke
*** fargenden
t Plant US
0*
~ 132 —
du mich yetz fein, wann vor. Pith. Und warlicli bei poll du
vil frolicher. Cre. Bei hercle, das vvort ift war. on cerere
unnd wacho * ift venus kalt, on fpeiß und tranck ift venus
kranck. aber thais ift fie vor lang komen? Pith. Ift fie
dann auß vom ritter gangen? Cre. Ja vor langen. Es feind
groß krieg zwifchen inen worden. Pith. Sagt fie nichtz?
das du ir nachvolgteft. Cre. Nuntz wann da fie ** außgieng **,
winckt fie mir. Pith. Eho was das nit gnug? Cre. Aber
ich wift nit das fie das maint. nun fo vil was ich zewenig
verftunde, das ftraift der ritter, wann er ftieß mich auß dem
hauß. aber fih ich fich fie. mich wundert wa ich fie für-
kert habe
§ On cerere und bacho Ceres ift ain gotin des korns Bacbus ain got
des weinß. On die das ift on effen und trincken ift venus kalt. Das
ift die gotin geberen feins geleichen, wann ir kind wirt geleicht in-
brünftigem feur etc. Das auß zelegen gehört an ander end wann fo
vil natürlich zereden fo all leiplich begird aufF natürliche wermi deß
geblütz gefetz *** ift und das geblüt on wol effen und trincken nit gut
und warm beleiben mag. fo mag auch die begird zu den werken
veneris nit beleiben, funder wirt fie erkalten, und ab gan. zeglei-
cher weiß als erkaltet bech bald abfeilet fo man mit bichet. § Winckt.
fie mir. Zaiget wol das fie in zorn von dem ritter gefchaiden ift
doch ift der zorn nit fo groß gewefen das fie von irem für nemen der
junckfrauen und irs brüder . laffen wolt. darumb fpricht er. fie
winckt etc. § Eho was das nit etc Merck wie Cremes fo | ainfeltig
und ungenietet würt in dife Seen getzogen das in auch ain diern umb
fein unkünden ftraffen mag. als hernach bas gezaiget wirt. § Wann
er ftieß mich. Verfechlich er flüg f in nit. wann er was auff Thaidem
zorniger wann auff in.
* SIC
** statt i beidemale lücke
*** sie
t sie
— 133 —
Der fechft tail deß vierden anderfchaids. Sagt Thais dem Cremes wie
fie im fein fchwefter zewegen hab bracht und auff enthalten. In dem
erftechen * fie den ritter. Der kumbt mit vil volk die Saittenfpilerin
wider zenemen. Dar gegen ruften fie fich mit verfperren deß liauß.
Doch wolt Cremes gern heruß fein. Den behüb fie kaum mit guten
wortten bei ir.
Bild:
Straße. Links sehen Cremes und Thais zum fenfter heraus; von
rechts Trafo, Gnato, Siriftus mit lanze, hinter ihnen Dorax und
Simalio mit hellebarde, Sanga.
SIC
— 134 —
Tha.
[I]Cli * glaub freilich er werd yetzt komen das er mir die neme.
laß in nun komen, und rürt er fi mit aim vingerlin an, im
werden gleich die äugen auß gegraben, wie lang mag ich
noch deß ungftümi leiden und hohe wort? Es feind auch
nun wort, wann wolt ers zu wercken bringen er wurd ge-
flagen. Cre. Thais ich bin yetz längs hie. Tha. 0 mein
Creme ich besser auch dein
[1] Ch ** glaub. Merck dife wort wie fi die auß den vergangnen krieg
mit dem ritter redet, als ob fie fprech. Nach dem als wir mit ein-
ander gehadert hont fo lat er nit er werd mir die junckfrawen wider-
nemen. und merck wie ir der krieg fo hart inn leit das fie weder
den ritter noch die junckfrauwen nennet, funder fpricht fie. er und
die. als aine die noch bewegt ift. § Laß in nun koraen. Das ift ain
gemain wort deren die irn feinden manlichen widerftand mainen ze-
tün. Und rett im finn. wann fie ift aljlain. und wellich allfo feiend
die ftellend ir gemüt auch den minften widerdrieß zerechen darumb
fpricht fie. Und rürt er fie mit aim fingerlin etc. Die räch ift ge-
mainlich aller hedrigen frawen. befunder gegen den bülern das fie
das angeficht trouwen zerkratzen, wann ire waffen feind die zungen
und negel. als auch Phitias *** oben fpricht. Wie leicht wolt ich dem
gifftigen in die äugen wüfchen. Wann aller frauwen fraidigkait rieht
fich gegen den äugen. § Wie lang mag ich etc. Merck fie fpricht
leiden, dabei merck ir aller fin wandel und wefen fwer ift. und fein
gemainfami allain von deß genieß wegen verduldet und nit von liebi.
darumb fpricht fie ungeftümi oder unfchicklichait (Als der latinifch
text fetzt) zu der liebi und früntfchaft und hohe wort f. wann es feind
auch nun wort, als ob fie fpräch. Er pilt wol aber er beift nit. wann,
er ift nun ergüdig und gantzer zag der kain manhait ye erzaigt hat
dar umb ift fie defter fraidiger fo fie in zag waiß. und fpricht. Wann
wolt ers zewercken bringen etc. Das ift wolt er tun nach feinen wer-
ten er wurd etc.
* [IJ lücke durch 2 Zeilen
** ohne lücke
*** sie
t oder wort
— 135 —
felbs. waift aber das alle dife haderei von deinen wegen be-
fchehen ift? und alle ding dir zu gehören? Cre. Mir? wie?
als ob ich das? Tha. wann die weil ich lern dir dein fwefter
widerzegeben und einfetzen, fo hab ich dife ding und vil der
gleichen erlitten Cre. wa ift fie? Tha. Da haim bei mir.
Cre. Hem. Tha. was ifts? Sie ift allfo ertzogen, als dir
und ir wol gebürt. Cre. was gichft? Tha. Als es an im
felb ift. Die gib ich dir zegab. und beger auch von dir
umb die kainerlai widergelt. Cre.
§ Mir? wie? als etc. Er verzuckt an difen worten als ain grober
peürifcher ungeniter * Jüngling, der von ftund an forcht es wurd über
in gan. und erftockt in forgen das er feine wort nit volfprechen
kund, darumb ließ in Thais nit gern lang in dem zweifei. warumb
das were und fagt es fei dar umb das fie im fein fwefter wider geb.
und doch allfo das er merckte fie vil von feinen wegen erliten haben,
yetz das er gefehen hat und vor das er nit waiß. Merck wie wol fi
fich kan gefellig machen und fchetzt das alles im zu. § Hem. Der
Jüngling erfchrak do er hört das fein fwefter in ainer bulerin hauß
was. darumb begegnet im thais bald und fpricht. Was ifts. ] doch **
bedarff nichtz wundern. § Sie ift allfo herzogen. Maint zu Rodis bei
irr müter etc. das er icht gedechte fie were von irem bofen genieß
und bei follichen untzimlichen woUuften ertzogen. darumb fpricht fie.
§ Sie ift allfo ertzogen als dir und ir wol gebürt. Und fpricht nit als
mir gebürt. darumb fpricht Cremes. § Was gichft? Als ob er f prach
das wer ain wunder wann fi in ainer bulerin hauß nach eren folte
ertzogen fein. § Und beger auch von dir etc. Von recht mocht fie
wol das gelt von im genomen haben aber fie wolt ertzaigen ir miltig-
kait gegen in baiden. und fchenckt fie lauter.
SIC
— 136 —
Deß haftu von mir, und fag dir groffen danck thais nach
deinem verdienen. Tha. Doch hüit creme, das du die nit
verliereft. ee du fi von mir enpfaheft wann fi ift die umb
die der ritter ietz kumbt fi von mir mit gwalt zenemen. gee
du pithia bring das kiftlin ußher mit den kuntzaichen. Cre.
Sichftu den thais? Pith. wa ftat fi? Tha. In der lidrin
truhen du hef liehe bift noch da ? Cre. Den ritter fo vil
volcks
§ Deß haftu etc. Dank haben ift. wann ich die güthait im hertzen
behalten will und nit vergeffen. als ob ich deß allweg begere züver-
gelten on end. aber danck fagen gar mit wortten uß dem hertzen.
darumb hat er danck und fagt auch danck. als ob er fprach Ich
danck dir mit Worten und will doch deiner güthait allweg in gedenck
fein zewidergelt. wann du das wol umb mich verdient haft. Auch
merck wie Thais dem Cremi fein fwefter defter balder gegeben hat.
wann fie wift das der ritter körnen wolt fie wider zenemen. darumb
fpricht I fie. Doch bewar Creme das du die nit verlireft*. wann fie ift
die umb die der ritter yetzt kumbt etc. Und ret das nit das fie in
forchtfam machte, funder das fie in manet fich für zebetrachten und
ordnen mit was worten und wercken er im widerftand thün wolte
Wann Thais maiat der Jüngling wer manlich. aber er was ain zag
darumb ward in Thais als pald troften und fprach. Furcht dir nit
gedenck das der ritter frembd ift und nit wol hie gement als du.
§ Bring das kiftlin mit den kuntzaichan. Das feind der Junckfrawen
erfte klaider darinn fie von den raubern verkaufft ward, und andere
zaichen bei den man kennen mag das fie Cremes fwefter fei. § Sichftu
den thais. Was dar zwifchen im text ftat. ift ain underred Phitie **
und Thaidis. § Vil volks. Er redt als ain forchtfamer. und haift
fechs perfon vil volcks. wann es was nun der ritter Gnato Dorax
Simalio Sirifcus *** und Sanga.
^ SIC
**
sie
sie
— 137 —
f® her zu dir füren ? tha tha. Tha. Bis nit forchtfam mein
menfch ich bit dich. Cre. Gee hin. folt ich fortig "^ fein?
Niemand under allen menfchenn der lebt minder. Tha. Und
es iffc notdurfft. Cre. Hei ich forgen. was mans mainftii das
ich feie? Tha. Trün du folt auch diß bedencken mit dem
du zethun haft. der ift fremd, minder mechtig wann du,
minder bekannt, hat minder freund. Cre. Ich waiß das. aber
torlich ift das verlieren
§ Tha ta ift ain wort etwas erfchrocken geinüts. § Geehin. Das ift
ain wort** da mit er will erzaigen verdrieffens das in Thais hertziget,
wann er beduncket fich fuß manUch fein und ift doch vertzag ***.
§ Und es bedarff fein Das du nit vertzagt feieft § Hei ich forgen.
Das ift ain gebrefthafftig red. und beduncket in Thais halt nit vil
auff fein manhait. und macht das der wein, wann ee das er truncken
ward veracht er fie gantz aber nun will er ir gefellig fein und man-
lich gefehen werden, darumb fpricht er in im felber. Hei ich forgen
das mich j Thais it für vertzagten anfehe. und ertzaigt fich manlich
und fpricht. § Was manns mainftu das ich fei. Ich bedarff nit
troftens ich furcht in nit. Oder fprich. Ich forgen du wiffeft nit
was manns ich fei. § Der ift fremd. Sie redt in eil. darumb kürtzt
fie die red. Sie wolt fprechen. bedenck das er fremd ift und du ain
burger. er nit fo mechtig als du bift etc. Die ding mügen ain menfch
wider das ander hertzigen. § Aber torlich ift das verlieren etc. Merck
wie Therentius zaigen will das vil mer guter urfachen zu der forcht
dienend f dann zu der fraidigkait. wann wie wol die vorgenden wort
alle zu fraidigkait dienend, fremdi deß widertailes. minder mechtig
minder bekannt minder fründ. doch fo wirt das alles mit dem ainigen
rat geftillet. Torlich ift das verlieren etc. und bald wirt er fprechen.
Es zimbt dem weifen das er alle ding ee durch rat wann mit dem
waffen befüche.
^ 81C
** worr
*♦*
BIC
diennd
— 138 —
das du bewaren magft. Ich will lieber uns verfehen, dann
den rechen, fo wir die fmach enpfangen haben, gee du hin
und verflüß die tür einwendig, fo lauff ich übern marckt ich
will das wir helfFer haben in difer fchar. Tha. Bleib bleib.
Cre. Es ift beffer. Tha. Bleib. Cre. Laß mich. Ich wird
yetz hie fein. Tha. Es bedarff deß nit. Alllb, fprich fi fei
dein fwefter, und habeft fi ain klains megdlin verlorn, kenn
fie nun. zaig die zaichen. Pith. Da find fi. Tha. Nimbs*.
tut er dir gewalt, züch in für recht. Hafts gemerckt? Cre.
wol. Tha. Lug nun das du das wol be-
§ Gee du hin etc. Merk wie ain czagen ** rat er gibt, er waiß auch
kain hilff zefüchen wann die tür zeverfchlieffen und die üueht. darbei
merckftu wie weines manhait nit beftand hat. § In difer fchar. Merck
aber fein zaghait. Er haift ditz ain fchar vor dem fich auch ain weib
nit fürchtet. § Es ift beffer. Das ich fliehe. § Bleib. Das muß mit
rechter geberd gelefen fein, wann fie hüb in bei dem mantel. aber
er widerftrebt auf die flucht darumb fprach er. laß mich, ich wird etc.
§ Es bedarft' deß nit. Verftee das wir helffer haben. Oder es bedarff
fein nit. das wir uns allfo forchtlich ftellen. wann du fprichft fie fei
dein fchwefter ob er ichtz mit dir zetun hab § Kenn fi nun. Thais
zaigt im die zaichen wie | die junckfraw geraubt worden ift. und
fpricht. Kenn fie nun bei den zaichen und zaig die zaichen dem ritter
und büt im die und fprich. Nimbs. tut er dir gewalt etc. wann es
ift beffer mit recht dem gewalt widerftan wann mit dem eifen. § Lüg
nun das du das wol befinnt redeft. Thais fach in erfchrocken. fie
hette fuß dife wort nit gerent***.
fteht da Gott., Stuttg. lücke
— 139 —
r*' finnt redeft. Cre. Ich wils tun. Tha. Heb den mantel auff.
Ich bin tod, der bedorfft felb wol helffer den ich mir zefcbir-
mer mache.
§ Ich wils thün. Das ift auch forchtfamlich zelefen. § Heb den mantel
auf Das wort beweifet in was forgen er was do er den mantel nach
im kegt. doch was er auch truncken. § Der bedorfft felber wol helffer.
Das wort beweift, wie grob wie erfchrocken und unhilf lieh* der Jüng-
ling was. und doch von eren geborn.
*
* vnhilfllch
— 140 —
Der Sibend tail des fierdeu underfchaids. Wie der Ritter mit den 61
knechten das hauß wolt ftürmen. Unnd wie es zergieng und ab-
fchieden.
Bild:
Straße. Links Trafo und Gnato in Unterredung. Weiter rechts
Saiiga, Dorax mit lanze, Simalio und Siriftus mit hellebarde gegen
das haus, aus dem im erften ftock Cremes und Thais sachen herab-
werfen, im zwiten sehen Dorias und pithias heraus.
— 141 —
Tra.
[S]Olt* ich icht dife fo merckliche fmach in mich entpfahen
Gnato. zefterben ift mir gnuglicher. Simalio, Dorax, Sirifte
folgend mir nach, erftlich will ich das hauß ftürmen. Gna.
Ift recht. Tra. Ich will die junckfrawen mit gwalt nemen.
Gna. Frümklich. Tra. Ich will fi übel fiahen. Gna.
hübfchlich. Tra. Dorax kumb du her, mit dem rigel en-
mitten in das gefchick. du fimalio in den lingken fpitz.
firifte du in den rechten, rüeff den andern, wa ift centurio?
fanga? und die fchar der kuchenknecht ? Gna. Sich an.
Sanga ift engegen. Tra. Du tor was gedenckft du
§ [S]01t ich. Hie wirt widerumb deß ungefcliickten ritters fchnodikait
ertzaigt. der zu feinem bülen als gegen fein feinden uf gezogen ift
mit bewegtem gemüt. eilendem laufF und ungeberde. Wie ain fpot-
lich für nemen. Als ob träfe nimer fo keck were ainig fcheltung
wider die bülerin für zenemen er het im dann den tod für gefetzt.
§ vSimalio etc. Dife wort füll man zorniglich auffprechen. § Ich will
fie übel etc. Merk die Ordnung ainß krigs. am erften die ftürmung
der maur. darnach widernemung deß entwerten gütz. Zum letften
die pein der rauber. Gedenck aber den offenbarn fpot under den
Worten deß lobs. Dann was ift recht geton. in der ftürmung deß
hauß was ift frümkait. In entwerung der junckfrawen. was ift
hübfchs in übelflahung | deß weibs. dann fo er fpricht. Ich will fie
übel fiahen. do maint er Thais. Dorax kumb da her. Wunderlich
find die namen der fcharhalter zu verfmehung verfamelt. wann Dorax
hat den namen von aim ror enpfangen. als ob er fnod und fwach
fei. Simalio von aim äffen von unrainigkait wegen deß munds oder der
nafen. Siriftus ift es ain klains namlin vom Siro, § Kumb mit dem
rigel. Gnüg fpotlich ift es ain rigel zebrauchen wider ain frauen.
darumb ftelt er in mitten in den hauffen. § Du tor. Hie erfcheint
das der koch durch den fnellen auflauf zu gelofen** was gleich wie
er fich zu feinem gefchefft in der küchen zu gericht het mit dem
für tüch.
* [S] lücke durch zwei zeilen
**
Sic
— 142 —
zeftreiten mit den* kuchenpletzlin. war zu tragftu in da her?
San. Ich it. ich hab erkennet den gewalt deß gebiters** und
die kraft der ritter, on plut vergiffen** folchs nit gefchehen
raüge das ich die wunden trüknet. Tra. wa find die andern?
San. welich (unglück) andern? AUain Samio *** hütet deß hauß.
Tra. Du underweiß dife ich wird hie nach dem anfang fein,
davon will ich euch allen zaichen geben. Gna. Das ift weiß-
lich, fo er dife an ge weifet, er im felbs ain ftat für fehen
hat, das felb hat auch Pirhus faft geton. Cre. Sichftu it
thais was fach der übt? On zweifei das ift ain rechter rat
von dem beflieffen des huß. Tha. was manns ge'^'^
§ Weliche (unglück) Es ift ain verflochtne red. dann das wort Un-
glück ift darzwifchen gefetzt auß eilung der rede, und baift zu latin
parenthefis. Und ift fo vil als ob er fpracb. ift das nit alles unglük
das er nacb den andern fraget, nun ift docb unfer nit mer dann
allain Sanio *** büt deß bauß. oder was bedarf er nacb mer leüten
fragen zu difer fach. Und das wort unglück wirt nit eingeflocbten,
dann fo man die äugen umwirfchlicb gegen dem zu kert der etwas
geret bat das wir widerfprecben. § leb wird bie nacb. Dife ficherfte
ftat erwelet er imfelbs als ain zager, darumb fpracb er. leb wird
nacb dem anfang fein, das er in zweifei was ob er an dem end oder
mitten in dem baufifen am ficberften were. § Das felb bat aucb. Da
fpot er fein, yedocb ertzaiget er da bei das ambt ains oberften allfo
wefen das er ficbfelbs | fürfeben und nit in fcbaden werffen foU.
Pirhus ift ain künig Epirhotarum gewefen und der geübteft aller
fürften zu der ritterfchafft. Ift aucb der erft gewefen der ertzaigt bat
in welicber weife die kunft und gefchickligkait der recbnung auff der
tafel gegeben wurd.
* de
** sie
~ 143 —
dunckt er dich nun? Er ift ain groffer lecker, für war nit
forcht dir. Tra. was bedunckt dich? Gna. Gern wolt ich
das dir jetz ain fling gegeben wurd, das du dife weit von
hinnen verborgenlich treffeft das fie die flucht geben. Tra.
Aber nimb war, die thais. ich fih fie. Gna. wie bald fallen
wir hinein. Tra. Vertzüch. Es zimbt ainem weifen, alle
ding ee mit rat dann mit den waffen zebefuchen. wie waift
du ob fi die ding die ich fi haiffen wird, on gewalt thun
werde. Gnato.
§ Er ift ain groffer etc. Recht fpricht fie. wann fo der Jüngling er-
f chrocken ift von dem alter und groffe des riters das er ain geftanden
man und deß leibs groß ift. die baide die bülerin an im fchnod und
untüchtig fein (Als die es erfarn hett) auß rüfft. darumb ftrafft fie
den Jüngling das er im umb fuft fürchte*. § Was bedunckt dich, der
ritter fprach nit was bedunckt dich wann es nach feinem finn gieng.
aber yetz vermerckt man in von forchten verendert fein, als den den
nach frefelm und fcharpflFem anfang die forcht zu fchreken und laß-
hait zücht und nichtz mer üben tar funder deß hoffnafchers rat plligt.
§ Ich wolt das die etc. | Spricht der knecht fo er ficht den ritter ver-
zagt fein, darumb gibt ""er im ain rat der forchtfamen leüten zu ge-
hört, dann die leüt geprauchen fich der flingen die nit nahend zu
den feinden komen künden. Er fpricht auch ain flingen und nit ain
fpieß oder fper. darumb das es gar weit mag geworffen werden.
§ Aber nim war. Als ob er fprech. fih an dort fih ich fi wider die
wir ftreiten wollen. § Wie pald. Spricht der knecht zefpot dem ritter.
dann es ift ain rede der die mit zorn in ain ftreit gond. und der
ritter der vor fo fraidig was das in niemand enthalten mocht dann
das er im zefterben oder den krieg ze erobern fürgenomen het. fpricht
yetz im felbs zefpot vertzüch. Es zimbt ainem etc. gleich als ob er
auch der weifen ainer fei.
füchte
— 144 —
0 ir gott eüwer treüw. wie weißlich ift das? nimer* gee
ich zu dir das ich nit gelerter von dir fchaid. Tra. Von
erften fo antwurt mir das thais da ich dir gab dife Junck-
frawen. fprechtu*''' it du wolteft dich dife tag mir allain geben
Tha. was dann darnach. Tra. Fragft du? die mir für die
äugen, deinen liebhaber entgegen zu gefürt halt. Tha. was
handelft du mit im? Tra. Und haft dich mit im haimlich
von mir auß geftolen. Tha. Es hat mich geluft. Tra.
§ 0 ir gott. Das fpricht Gnato gleich als ob er fich ab feins herren
weifhait verwundere, und fpottet doch fein als fo wir etwas wunder-
lichs fehen fo fprechen wir. 0 gott deiner gnaden, oder wie groß ift
dein gnad. und deß gleichen. § Nimer gee ich zu dir Das rett der
Gnato mit dem ritter. Und ift ain gantze verfchembte fchmaich rede,
das er folt werden gelert von ditz toroten ritters weißhait § Thais
von erften. Merk wie der büler hat laffen fallen zu. begern die Junck-
frawen wann er befücht yetzt nit die Junckfrauen funder den gehaiß
den im die thais geton hette. § Was dann darnach. Sie lognet nit.
fo bejkennt fie es nit. als ob fie fpräch. weder hab ichs geredt oder
nit. Merck aber die widerfpenigkait der Thais die den ritter auß ver-
fmechung mer frag weiß dann durch anntwuft anreden wolt. § Fragft
du ? Das ift ain kriegwort als ob er fprach. was frageftu waift es
wol. § Was handelft du mit im. Die Thais fchetzt den ritter gantz
nit wert fein das fie im antwurt geben, oder fich gegen im entfchul-
digen foll. fo gar ift fein liebe bei ir umfuft ***. § Es hat mich
gelüftet. Das ift ain hoffertige und hürrifche antwurt. § Darumb fo
gib Pamphiliam wider etc. Das ift ain beger ainer Widerlegung ains
frefels.
statt i lücke
" sie
m
— 145 —
f*^ Darumb fo gib Pamphiliam wider hieher. du wolleft dann
lieber das fie mit gewalt genomen werde. Cre. Das fie dir
fie widergebe? oder das du fie rürft. du aller. Gna. Ach
was fprechrt"^ du? fweig. Cre. was wilt du dir? Tra. Soll
ich nit berüren die meinen? Cre. Die deinen, aber du gal-
gen trager? Grna. Für fich dich. Du waift nit was manns
du yetz übelredeft. Cre. Du geeft nit von dannen? waift
du nit wie fich die fach deinthalb haltet? ob du heüt ichtzit
auffrur hie machft, fo will ich verfügen das du difer ftat
difes tags, und mein all weg wirft gedencken. Gna. Du er-
barmft mich der du difen folichen menfchen dir zu feind
macheft. Cre. Ich wird heüt dein haubt mindern, du geeft
§ Das fie dir. Hie mifchet fich der cremes erft in die fach, fo der
ritter erbleügt ift als die jungen und zagen tünd. und fpricht. Oder
das du fie rüreft. als ob er fprach Du folt fie nit anrürn. § Du
aller. Das fol man mit rechter geberde lefen. dann es ift ain ver-
zuckte red ains zornigen, als ob er fprach. Du aller boßhafftigfter
folt fie dir die Junckfrawen geben, oder wolteft du fie anrürn.
§ Waift du it etc. Dife wort ret er nit mit dem knecht funder mit
dem ritter. § So will ich verfügen Es ift der forchtfamen leüt ge-
wonhait das fi groffe tro wort pruchen und wenig auß richten. Darumb
merck auf wie fcharpf difer zag troet
§ Du erbarmft mich. Dife wort ret der knecht nit zu guter warnung
dem Cremes funder zu fmaichrede dem ritter.
SIC
T e r en z. JQ
— 146 —
dann hin weg. Gna. SpricMt dus icht? zwar du redeft als 64 v«
ain hund. Tra. was menfchen bift was wiltu dir ? was Hand-
lung haft du mit ir? Cre. Du wirft es innen. Anfengklich
fag ich fi fry fein. Tra. Hern. Cre. Ain burgerin von Athe-
nis. Tra. Hüi. Cre. Mein fwefter. Tra. Ain herts maul.
Cre. Ritter für war ich verkünd dir yetz das du nit ainichen
gwalt wider dife übeft. ich gee zu Sophronam* ir faug-
mutter** das ich fi hie her bring
§ Zwar du redeft als ain hund. Dife red gepraucht man gewonlicli
zefmach den unfchemigen feinden. § Was menfchen biftu. Das ift
ain figur wa vil fachen erfchrockenlich gefragt werden. § Du wirfts
innen. Das fpricht der Jüngling nit mit lieplichen wortten funder
zornklich. als ob er auß zorn fprach. Du wirft es noch wol inn.
§ Anfengklich. Dardurch wirt hin genomen das fi dein fei. In dry
tail hat er das ambt feiner befchirmimg getailt. Er was ain verkün-
der, fo er fagt das fi frei fei. Ain erkenner fo er fpricht fi ain
burgerin von Athenis. Ir brüder fo er fi nennt fein fwefter. § Hem
hüi. Dife wort ret man mit geberd wider die gegen denen wir zürnen
Ritter für war. Hochjmütigklich fpricht der Jüngling das. dann das
wort verkünden gehört ainem richter oder gebieter zu. Und ftoltzlich
fpricht er Ritter das er in nit bei feinem namen nennet. § Das du
nit ainichen gewalt. Hie wil er behalten das gebot der Thais inge-
denck als fie oben zu im fpricht. Thüt er dir gewalt fo zeuch in für
gericht. § Ich gee zu Sophronam *. Dife wort fpricht Cremes nit zu
dem ritter. funder gemahlichen *** ret er es mit der Thais.
* SIC
** fangmutter
— 147 —
en, und dife zaichen zaigen werde. Tra. Verbeüteft du mir
icht das ich die meinen nit berüren folle. Cre. Ich verbeut
es, fprich ich. Gna. Horeft du icht, difer verbindet fich ainer
diebrtal. Tha. Das felb ift dir genug. Tra. Sprichft du
auch das felb. Tha. Such ainen anderen der dir antwurt
gebe. Gna.
§ Ich verbeut es. Der Jüngling afert nit gnüg gefchicklich die rede
deß ritters mit difen worten. § Horft du icht? Der Gnato fücht yetz
lang urfach wie er dem krig* ain end machen müg. Darumb fpricht
er zu dem ritter. § Difer verbindet fich ainer diebftal. Da mit will
er in raitzen das er von dem krieg * laffe. und in mit recht für neme.
Das tut er aus begird die er zu dem tifch und zu der fpeiß hette,
dar zu in verlangt, und darumb gibt er dem ritter der ain fremdes
gut das fein nennet difen rat gleich als dem rechjten gemeß und
fpricht. Horft du icht. difer verbindet fich ainer diebftal. als ob er
fprache. wie unrechtlich redt dir der zu. und thüt dir ain fürbott
on erlaubung deß richters. Da mit hat er fich fchuldig gemacht ainer
miffethat. § Sprichft du auch das felb. Mit den wortten wolt der
ritter die Thais hinderkommen, das fie fich verreden folt. als ob er
fprache. Thais fprichft du auch das felb. und allfo wie es Cremes
redet. Aber fie mercket es. und fprach liftigklich. Such ainen der
dir antwurt gebe, da mit verfchmecht fie den ritter. und maint er
wer nit allain unwirdig das fie im antwurt gebe, funder künd er
kaum ainen finden der mainen folt das er ainer antwurt wert were.
sie
10
— 148 —
was tu wir nun? trün wir geen hin wider liaim. yetzo wirfc 65 v
fie felbs kommen dich bittende. Tra. Mainft icht ? Gna. Ja
fürwar. Ich hab erkannt das gemüt der weiber. fi wollen
nit wa du wilt. wa du nit wilt fo begeren fie ungebetten.
Tra. Gnato du fchetzeft es recht. Gna. Yetzo will ich die
fchar hin laffen. Tra. wann du wilt. Gna. Sanga thu allfo. i
als gebürt den ftarcken rittern das du ftettigklich deß haufes
und der herdftat gedenckeft. San.
§ Was thü wir nun ? Wa find yetz die wort die der ritter vor fprach
Erftlicli wdll ich das hauß ftürmen etc. Aber fehnode ungeftümigkait
nimbt allweg ainen folichen auß gang. § Mainft icht. Welicher allfo
fraget der verwilligt ains tails. § Yetzo will ich die fchar hinlaffen.
Ain fchar hin laffen gefchicht aintweders fo die fach befridet. oder
fo man von den veinden vertriben wirt. Darumb ift dife großmech-
tikait fchimpflich zefagen fo fi ungeftalt worden ift. § Sanga thü
allfo. Grar kaumb ftreit ain Ritter kecklich der an fein haimand* ge-
denckt. Darumb fo merck wie hoflich und wolgefchickt dife fach und
das volck zu eingendem krieg und ftreitbarn fachen gewefen feind.
wann Dorax was der oberft zu dem haußhalten. oder der vorderft
haußkn|echt. Aber Sanga was ain koch der ftetigklich deß hauß und
der küchen wartet.
* sie; ebenso später
— 149 —
1'^ Yetzo lang ift mein gemüete * in den pfannen. Gna. Du bift
fruchtig. San. Volgend ir mir nach daher.
§ Yetzo lang ift mein gemüt *. Hie hat der Poet entdeckt die fach
warumb Gnato ungeren zu dem krieg und gern wider haim gieng etc.
SIC
— 150 —
Der fütifft underfchaid. Thais wirt gewar der Handlung Cheree. und 66 v<
wolt Pithias das fie in folt vahen laffen. Und zaiget ir den auff der
gaffen gan.
Bild:
Straße. Links Thais aus dem fenster, unter ihr pithias. Von hinten
kommt Cherea im fchellengewand.
— 151 —
(7r<' Tha.
[0]* Du boßhafftige, verharreft du icht mit mir fo betrogenlich
zereden. icli waiß, ich waiß nit. er ift hinweg gegangen.
Ich habs gehört, ich bin nit da gewefen. wiltu mir es nit
offenbar Tagen, was ift es? Die Junckfrauw mit zerriffem
klaid wainende fchweiget. der
[N]Uii** zeleft wirt erkennt das die junckfraw gef wacht, nach dem
fi von der thais mit groffem fleiß bequemlich befchirmt und enthalten
ift. wann bald volgt hernach, ir unnd deß Cherea hochtzeit. der fie
gefchwecht hat. § Betrogenlich *** zereden Darumb fpricht fie betro-
gentlich***. Dann fie hett ir fürgenomen die miffetat der junckfrawen
zeverbergen. § Ich waiß. ich waiß nit. Gar klain hat die magt die
frauwen mit den Worten mügen betriegen. unnd doch ertzaigt das fie
betrogen|lich*** geredt damit fie die frawen ertzürnet hat. § Ich waiß.
Als ob fie fprach. Ich waiß das die Junckfraw waint. Ich waiß nit
das fie gefchwecht ift. § Er ift hin weg gegangen. Der verfchnitten
knecht. § Ich habs gehört. Da haimand das es gefchehen fei. § Ich
bin nit da haim gewefen. Dife wort alle redt die Thais in wider-
affrung. gleich wie ir die magt geantwurt hat. Und es ift ain aigen-
fchafft der zornigen leüt das fie die red widerumb affrend die am nechften
durch die geredt find mit denen fie zürnend. § Die Junckfraw mit
zerriffem klaid. Dife reden erzaigend das wefen und antlüt der zor-
nigen frauwen.
* [0] lücke durch zwei zeilen
** [N] lücke durch drei zeilen
***
Sic
~- 152 —
der verfchniten knecht il't hin weg gegangen, warumb ? was 67 v^
ift nun gefchechen? Schweigft du? Pith. was foll ich dir
fagen, ich arme. Sie laugnend in verfchniten gewefen fein.
Tha. wer was er dann? Pith. Der Cherea. Tha. welcher
Cherea? Pith. Der ungehärtet bruder Phedrie. Tha. was
fagft du gifft trage- *
§ Wer was er dann, Difes foll man mit trowender geberde reden
Ainntweders darumb das die magt den jüngling ungern an gäbe. Oder
zweifelet an dem namen deß unerkannten. Oder ift erfchrocken von
forcht wegen, oder das man nit gedenck das fie die fach gewift | hab.
Oder darumb das fie nit gern fagt oder nennet feinen nammen wider
den fie zürnet. Aber ich erkenn die gewonhait der magt die iren
frauwen verfaumig feind. und bald ain fürwort finden kündent.
§ Was fagft du gifftragerin '''. Yetzo wirt die fraw wider ertzürnt.
SIC
— 153 —
rin? Pith. Und zwar ich hons erfarn. Tha. warumb ift er
(bitt icli) oder auß was urfach zu uns gefürt ? Pith. Ich en-
waiß. Ich glaub dann das er Pamphiliam liebgehabt hab.
Tha. Hern Ich arme, ich bin tod. für war du unfelige du
fagft war dife ding, waint icht die Junckfraw das felb?
Pith. Das felb fchetz ich. Tha. was fagft du hailigen
diebin? Hab ich dir das nit verbotten? als ich hin weg
gienge.
§ Warumb ift er (bit ich). Nicht durch gebett funder zornß weife
fpricht die fraw bit ich
§ Das felb fchetz ich. Liftigklich fpricht die magt. Das felb fchetz
ich die frawen zu betriegen wann fie waift es wol.
— 154 —■
Pith. was folt ich tun? alfo als du gehaiffen haft, ift fie 68 v%
im allain bevolchen worden. Tha. 0 du boß hafffcige, du
haft das fchaff dem wolff bevolchen, hart fchemb ich mich,
das mir allfo wort gegeben feind. was menfchen ift dort?
Pith. 0 mein fraw fchweig (bitt ich) wir find erloft. wir
haben den rechten menfchen. Tha. wa ift er? Pith. Hern,
zu der lingken feitten. fichft du in nit? Tha. Ich fich in.
Pith. Haiß in fachen als vi! du magft. Tha. Du torin was
wollen wir im tun? Pith. was fragft du?
§ Hart fchem ich mich War Cherea nit hie zwifchen kommen, fo
wolt die Thais mar geredt haben. § Was menfchenn ift dort. Hie
zwifchen der rede begegnet ir der Cherea. und die Thais kennet difen
menfchen nit zehand. wann wie wol er noch deß verfchniten klaider
trüg fo het er doch fein gang das antlüt* und wefen un verwandelt und
auß genomen das klaid fo was er gantz der Cherea. § 0 mein fraw.
Gar fenfftmütigklich unnd lieplich lacht die magt die frauwen an.
fie fpricht nit darumb fweig das fie nit reden foU. funder als ob fie
fprach bis ficher. § Was? fragftu? Hie werden vermercket die wort
der erfchrocken diernen die nit wift was fi antwurten folt zu dem das
die fraw geret het
anlüt
— 155 —
r» fich mein liebe, ob er dich nit fo du in an fichft ain un-
fchemigs maul bedunck. Tha. Es ift nit. Pith. was ift dann
nun fein gedorftigkait.
§ Sich mein liebe. Von dem das die magt het vor angefangen zeant-
■wurten fallet fie zu ainem andern auß verwundrung ab dem kecken
fürnemen Cheree. § Es ift nit. Als ob die fraw fprach. Er ift nit
unfehemig. er ift wol aijnem unfchemigen gleich. § was ift dann
nun etc. Als ob fie fprach Ift er nit verfchembt was ift dann fein
fürnemen.
— 156 —
Der ander tau deß fünfften underfchaids. Cherea lieff noch im hem-
ling klaid. und kam auff der groffen zu Thais und Pithias. Nach vil
Worten begab fich Cherea die f aittenfpilerin ' zenemen do er boret das
fie ain Bürgerin von Athenis was. Allfo gieng er in Thais hauß ze-
warten das Cremes mit irr feugmütter ** kam ir herkomen ze beweifen.
Bild:
Straße. Von links nach rechts: Pithias, Thais, Cherea im fchel-
lengewand.
* das zweite i verkehrt
** fengmütter
— 157 -
Che.
[BJAide* vatter unnd mutter antiplionis warn da haimand, als
ob fi fich deß gefliffen hetten das ich in kainn weg hinein
geen mochte, das fie mich nit fehen. Dar zwifchen als ich
vor der thür fte, fo kombt mir ain kenßwol entgegen. Da
ich in fach, ich felbs auf die füeß als faft ich mag in ain
ode enge gaffen, da von aber in ain andere. Darnach in ain
andre hab ich aller ermefter** alfo mit emffigem fliehen ge-
flohen, das mich nit etwar erkennet. Aber ift nit das die
thais die ich fich? fie ifts. Ich zweifei was ich tun fol.
aber was ift mir darumb, was will
[A]ls*** Cherea wider iimb gieng gegen der haimand auß dem hauß der
bülerin. und feinen willen mit der junckfrauwen verpracht hette. da
faget er wider fich felbs urfach warumb er nit die klaider geendert.
allfo das er nit deß verfchniten knechts klaider aus getzogen. unnd
die feinen widerumb an getan hett. Es hat fich aber allfo gezimbt
und müft von notturfft wegen difer materi fein das er die klaider nit
verwechfeln tet Darumb als die Thais hört das die Junckfraw von
Cherea gefchwecht was. und in mit dem fchnoden klaid her geen
erfach. da vermutet fi fich das er an der lefterung der junckfrauwen
fchuldig wer § Als ob fie fich deß etc Es was nit fo gantz wun-
derber das die lüt in dem hauß warn. Aber das was mer zewun[dern
das fie als eben an dem ende in dem hauß warn da der jüngling hin
ein komen folt. § Aber ift nit das Thais. Vor hett die Thais den
jüngling gefehen. yetzo erficht er fie aller erft. § Ich zweifei. Die
erft forcht vertreibt den rat. aber die widerbetrachtung bringt her
wider den troft. § Aber was ift mir darumb. Wer der jüngling auff
der forcht beharret und hett geflohen fo were der brautlauft' vermitten
bliben.
* [B] lücke durch zwei zeilen
** ermerfter
*** [A] lücke durch zwei zeilen
— 158 -
fie mir tun. Tha. wir woUent hinzu geen. Dore guter man 7o!
bis gegrüft, Sag mir biftu entflohen. Che. Fraw es ift ge-
fchehen. Tha. Gefeilt dir das it wol? Che. Nain Tha.
Gelaubft du icht. dich ungeftr äfft entgeen werden? Che.
Verzeich mir dife ainige miffethat. Ift das ich yendert ain
andre verbring, fo tott mich. Tha. Haft du nit geforcht
meinen zorn? Che. Nain. Tha. was dann? Che. Dife hab
ich gefurcht, das fie mich icht dir verklaget. Tha. was haftu
geton? Che. Zwar wenig. Pith. Eho. wenig. Du unfche-
miger. oder bedunckt dich das wenig zefein ain gute burger
Junckfrawen ze-
§ Dore guter man. Dife reden alle fpricht die Thais durch geleichnuß
fubtillich als ain bülerin. wann fi waift das der den fie an redet
Cherea. und nit der verfchniten knecht ift. Aber aus dem das er noch
die klaider unverendert an tregt. und gleich als ain verfchnitter *.
und als ain knecht geet. fo hat fie urfach genüg zu im hin zegon.
Und mit verkorter fpottlicher rede, das fi fprach. Dore guter man
biß gegrüffet. hat fi im mer hohmüts** ertzaigt. dann het fie in als
er was genennet. § Fraw es ift gefchehen Nit het der Cherea mügen
fubtillicher antwurten dann das er fich mit fchmaichreden allfo zu
liebet § So tot mich. Er fpricht als die forchtfamen kneht*** den
kain künftige verhaiffung greulich oder fchwer ift. darumb das fie
der gegen würtigen ftraflf entgeen mügen.
SIC
' sie
— 159 —
fchwechen? Che. Ich wond fie were ain mitdiern. Pith. Ain
mitdiern*? Kaumb enthalt ich mich, das ich dir nit in die
lock fall, das raerwunder ift auch mit willen fpotvveife her
zu kommen. Tha. Gee hin weg du torin. Pith. Trün war-
umb füll ich allfo hin weg geen? Ich gelaub difem galgen-
trager nichtzit vor auß fo er fich bekennt deinen knecht.
Tha. wir wollen das laffen auß fein Cherea du haft nit ge-
ton als dir gebürt. Dann ob ich difer fchmachait vaft wirdig
bin, fo ift doch dir faft untzimlich das du es
§ Ich wont fi war ain mitdiern etc. Wunderberlich nennet er fi ain
mit diern. Man foU es auch mit erbermlicher geberde auffprechen als
ob er fie auß mitleiden für ain magt angefehen hab. die ain burgerin
was. und darumb ertzürnt pithias nit unpillich. als fie hört das er
ain burgerin ain maget nennet. Und fie gepraucht fich weibifcher
trowort die inen felbs und anderen leüten fo fi ertzürnent mit den
negeln in das har oder antlüt fallent und kretzend als die vogel.
darumb foU man difen reden mit ubung und Worten auch mit bewe-
gung deß leibs hilff thün. § Wir wollen das laffen auß fein. Sie
maint den fchimpff und lachtertading wollen fi verlaffen. und ernft-
lich von I der fach reden. § Cherea du haft nit gethon. Gar ge-
fcheidiklich fpricht die Thais dife wort, und legt nit ir felbs funder
dem Jüngling die ere haim. dann fie beforget wol wa fi frofelich**
fprach er folt es in irem hauß nit gethon haben. Ir war geantwurt
worden er het irenthalb nit mißhandelt, dann in ainer bülerin häufe
war nit untzimlich hürifche werck zeverbringen. Und es ift ain wun-
derbere ftraffung. wann fie ift mit lob und fenfftmütigkait vermifchet.
mitdieern
' sie
— 160 —
teteft. Icli waiß auch bei poli nit was rates ich nun pflegen 71
foll von difer Junckfrawen. alfo haftu Chorea mir all urfach
betrübt das ich fie nit mag den iren (als billich gewefen ift
und ich mich gefliffen* hab) über antwurten, dar durch ich mir
dife freüntfchafft gantz machte. Che. Thais, Ich hoff aber
das nun fürohin zwifchen unfer ain ewige freüntfchafft werde.
Es ift offt auß folicher der gleichen fachen und von ainem
bofen anefang vil freüntfchafft entfprungen. Und wie? ob
das ain gott allfo hat haben wollen. Tha. Und zwar bei poU
in derfelben geftalt entpfach ichs und will s. Che. Ja allfo.
das bitt ich. Ains folt du wiffen, das ich es nit auß
§ Ich waiß auch bei poll. Die thais mercket wol das Cherea die
junckfrawen lieb het. und deß halben fpricht fi dife wort, darumb
ob fie ain hochtzeit darauß machen mocht. dann fie erfindet in dem
zaichen gnüg fo der Cberea das fchnod klaid deß verfchnitten knechts
von der Junckfrawen wegen anfich genommen hat. Und merck wie
die Thais zu an rieht ung deß brautlauffs her kombt. alfo das das fi
nit reden thar das felb zaiget fi dem Jüngling durch ainen gegen
wurff Sie verflicht in. wann fi wift das er die junckfrawen lieb het.
und zaiget im verborgenlich den weg das er die junckfrawen zu weib
begeren folt. § Thais ich hoff aber. Yetzo kumbt Cherea auff den
rechten wege**. und verlaffet die fchimpff rede. § Und wie? ob es
ain gott. Vil ding die auß gehem einfall und wunjderberm zekommen
gefchehend die werdent got zu gemeffen.
gefliffn
— 161 —
f* urfach ainer fchmachhait funder von liebe gethon hab. Tba.
Bei poll ich waiß es, darumb vertzeich ich dir yetz deß mer.
leb bin nit allfo gar ainß iinmenfchlicben gemüets cberea.
noch fo ungeübet, das ich nit wiffe was die liebe vermüg.
Che. Ich hab dich auch yetzo thais (als mich die gott lieb
haben) lieb. Pith. Bei poll fraw ich merck, das du dich auch
vor difem cherea hüetten folt. Che. Ich bin fo keck nit.
Pitho Ich vertrauw dir nichtznit. Tha. Laß darvon. Che.
Thais iQh bit dich das du mir yetzo in difer fach ain mit-
helfferin feieft. Ich befilch und gib mich deiner trüw. Ich
nimb dich mir zu ainer haußmutter. dich
§ Darumb vertzeich ich dir yetzo deß mer etc Als ob die Thais fprach.
So ich waiß das die ubung difer gethat nit dem funder der liebe
fchuld ift. So vertzeich ich dir deß ee. dann ich bin nit fo unmilt
noch fo unwiffend als du mich fchetzeft. als ob fi fprach ich bin
auch ain liebhaberin. und nit fo keüfch das mir dife ding verborgen
feien. § Ich bin fo keck nit. Auff dife wort das die magt fpricht zu
der frawen fie foll fich auch vor im hüten das er fie nit erbüle. fo
fpricht der cherea ich bin fo keck nit. das ift zeverfteen aintweders
von feiner Jugend, oder von feins brüders phedria wegen, der die
thais lieb het. Aber Cherea fpricht es nun fpottes weife. § Ich be-
filch und gib mich deiner trüw. Der Jüngling redet genüg lieplich.
da bei man wol verfteet das er yetzo gantz gefangen und der Jungk-
frawen ergeben ift.
Terenz. H
— 162 —
bitt ich. Ich erftirb ob ich die nit zu ainer hauß frauen neraen
würd. Tha. Doch ob dein vatter wil Che. was? Ach er
wirt es wollen, das waiß ich fürwar. fo fie nun ain burgerin
ift. Tha. Bait ain klain. ob du wilt. der junckfrauen bru-
der wirt yetzo hie bei fein, er ift gegangen die feügammen
zeberüeffen. die fie in der Jugend genert hat. So wirft du
Cherea entgegen fein in der erkanntnuß. Che. Fürwar ich
bleib. Tha. wilt du icht, fo wartten wir als leicht die
weil in
§ Ich erftirb ob ich fie nit zu ainer etc. Merck die liebe deß Jüng-
lings dem doch in dem plümmen der Jugend nichts füeffers ift dann
das leben, yedoch wolt er das verfchmehen wa im die Junckfrau nit
zu weih werden folt. § Doch ob dein vatter will. Das ift ain ab ge-
fchnitne red. Dann cherea redt ir dar under. das fie es nit gar
verbringt.
§ Wiltu icht fo warten wir etc. Die Thais was nit unwiffend der bül-
fchafft. dann fie den jüngling nit allain auf | enthielt, funder be-
rüefft in auch in das hauß da die Junckfraw was das er defter gieriger
wurd. ünnd genüg gefcheidigklich fragt fie in ob er wolt. als ob
fie nit wifte das er es gern. täte.
— 163 —
r^ dem hauß als hie vor der thür, biß das er kumbt. Che. Ja
ich beger es faft Pith. was fachh wilt du handeln? Tha.
was nun allfo? Pith. Frageft du? Gedenckeft du icht, di-
fen wider in das hauß zenemmen. nach folichen dingen? Tha.
warumb nit? Pith. Gelaub das meiner treüwe. er wirt dir
von neüwem ainen andern ftreit geben. Tha. Au. Schweig,
bitt ich. Pith. Du wirft fechen, das du feiner kunhait wenig
erfarn haft. Che. Pithias.
§ Ja ich beger es vaft. Aus holtfchafft fpricht der Cherea nit allain.
Ja ich will, funder ich begers vaft.
§ Das du feiner kunhait. Das ret die magt fpotlich. als ob fi feiner
kunhait wenig gefehen het. und doch die fach offenbarlich v/as. oder |
ift fo vil als ob fie fprach. Du kenneft in noch nit recht wie ain
groffer betrieger er ift.
11
— 164 —
Ich wills nit tun. Pitb. Bei poll Cherea, ich gelaubs nit. es 73
fei dann das die gethat nit gefcheche. Che. Pithias billicher
folt du mich behalten. Pith. Ich torft dir bei pol nichtzit
zebehalten geben, noch dich behalten. Tha. Seit zefriden.
der bruder ift faft bequemlich hie. Che. Ich bin tod thais
ich bit dich laß uns hin ein geen. Ich will nit das er mich
an dem weg mit difem klaid fehe. Tha. warumb doch, oder
fchemeft du dich? Che. Daffelb. Pith. Daffelb. Aber die
Junekfrau ift gefwecht. Tha. Gee vor ich will dir nach-
folgen
§ Pithias ich wils nit thün. Dife wort fo der Jüngling und die magt
gegen einander üben, das find alles fchimpftading. als man offt
ainen Jüngling und ain diernen ficht mit einander kofen. § Ich will
nit das er etc Gar fubtillich findet der Jüngling yetzo die urfach das
er mit füg in das hauß komb. § Warumb doch. Dife frag halt in
fich ain ftraff deß Jünglings unvernünfftigen gethat. § Oder fchemftu
dich. Dife frag ift vol fpottung wider den der fich unfchemigklich
gehalten hat. § Daffelb. Difes wort wirt gleich mit betrüebtem an-
gefiht* gefprochen. das mercket im die magt an feiner** rede und ge-
berde wol ab. Und wideraffert feine wort, und fpricht darauf fpot|-
lich. Aber die Jungkfraw ift gefchwechet. § Gee vor ich will etc
Es ift offenbar warumb die liftig Thais den Jüngling vor ein hin gien***
hieß, das fie in dem nachfolgen das bas vertziehenf künde, wann fi
wolt das er mit der Jungkfrawen ain freies gefprach und zimliche
liebe mocht haben, wann fiegeet nit mit im hin ein. fie will auch
die magt nit hin ein laffen.
* Sic
** feines
*** sie
t verrziehen
— 165 —
Ir« Pithia bleib du allda, das du den Cremes her ein füreft. etc
§ Pithia bleib du alda Die magt ift auß vil urfachen vor der tür be-
liben. Und am maiften das durch fi der knecht Parmeno geteüfchet. |
und von feiner forcht wegen der alt Laches in der Thais hauß zegeen
bewegt. Und zu beftetigung der hochtzeit entgegen fein wurd etc.
— 166 —
Der dritt tail des füniften iinderfchaids. Die drei perfonen gand 74 v
eilends mit den kuntzaichen in Thais hauß. und werdent Parmeno
aufichtig.
Bild:
Straße. Vorn von links Sophronia, pithias mit Cremes; weiter
hinten von rechts her parmeno.
— 167 —
Pith.
[W]As* mocht mir yetzo in den fin komen? was doch? wie
ich dem hailigen dieb danck Tagte, der uns difen hat under
geftoffen. Cre. Seugmutter üeb dich doch beider. Soph. Ich
üeb mich. Cre. Ich f ich s Aber du fürderft nichtzit, ** Pith;
Cremes haft du it yetzo der feügamen die zaichen getzaigt ?
Cre. Alle. Pith. Mein lieber was fpricht fi ? erkennt fi die
icht? Cre. Ja gedechtiklich. Pith. Bei pol du fagft wol.
wann ich bin günftig difer Junckfrawen. geet hinein, mein
fraw wartet yetzo eüwer langft in dem hauß. Sicha ich*** fich
den guten man parmenonem dort her eingeen fichftu it wie
muffig er ift
[WjAs* mocht mir. etc. Dife reden alle mit ainander ift ain difputatz
der magt Pithias das fi gedenk in ir felbs wie fi fich an dem knecht
parmeno der den Cheream in das hauß an deß verfchnitnen knechts
ftat gefürt hat mocht gerechhen.
§ Ja gedehtiklich f. Die kürtze der antwurt bringt die mainung fo
gantz das die magt nit vil bedorfft fragen. § Sichft du icht wie
muffig er ift. Die magt mißgünnet dem knecht das er ru hett. fie
maint er fei mit ubung und geberde muffig den fi bald zebetrüben
müt hat.
* [W] lücke durch zwei zeilen
** sie
*** Sich a|ich
t sie
— 168 —
Ich hoff (ob es den gottern gefeit) mich zehalten, wie ich
in nach meinem willen betrüben werde. Ich will hin ein geen.
das ich gewißlich innen werde von der erkantnuß. Dar nach
will ich her wider auß geen, und difen hailigen dieb hart er-
fchrecken.
§ Ich will hin ein geen. Si wolt die ding in dem hauß erfarn. und
darnach darumb her auß geen. das fi den knecht zu forcht brecht.
I
— 169 —
5r^ Der vierd tail deß fünfften underfchaids. Parmeno rett mit im felb
von deß Cherea handeis* und Pithias. Und Pithias trowt im zorn-
nigklich **.
Bild:
Straße. Von links pithias, von rechts parmeno.
SIC
' sie
— 170 —
Par. 76 yo
[IJCh'*' will befehen was facli doch der Cherea hie ausrichte,
wellicher. ob er die ding gefcheidigldich gehandelt hat. 0
ir gott. eüwer treüwe. wie ain groffes, und wie ain wares
lob wirt Parmeno enpfahen. wann fo ich auffen laß, das ich
im zu gericht hab ain aller fchwerefte und teürifte bulfchafft,
von ainer geitzigen bulerin. Allfo das er die jungkfrawen die
er lieb hett. prauchet, on trüebfal, on koftung, on verhind-
rung Trün fo ift dar nach das das ander, das ich fchetz.
mir ain fignult fein, fo ich erfunden hab, wie ain Jüngling
die gemüet und fitten der bulerin zeitlich erkennen müg, und
als ers erkennen e wirklich haf-
[I]Ch** will befehen. Difes redet Parmeno in freüden durch Verwunde-
rung in im felbs. und mainet im folt billich groffe belonung auß der
mercklichen getat das er dem Cherea zu der bulfchafft geholfen hette
entfteen. Und bald vergift er feiner angefangnen wort und redt von
der Jungkfrauwen. Darnach aus überflüffigkait fagt er die urfach.
und fpricht. er hab im die Junckfrauwen on fein müe unnd fchaden
überwunden zewegen pracht.
* [I] lücke durch zwei zeilen
** [I] keine lücke
i
— 171 —
fen wirt, welliche. So fie aufwendig find, nichtzit rainers.
noch nichtzit mer getzieret. noch mer hofliches gefehen wirt,
die. als fie mit irem liebhaber zu nacht effend hoflich
leckend. Derfelben frefferei unrainigkait und armut zefehen,
wie unerfam fie allain da haimand, und der fpeiß girig find.
in welicher weife fi das fchwartz brot auß der gefterigen brüe
verfchlickend. Dife ding alle zeerkennen*, ift ain hailfamkait
den Jünglingen. Pith. Ich will dich bei poll (du fchalck)
umb dife reden und getaten ftraffen das du nit umbfunft wi-
der uns gefpottet habeft.
§ So fie auß wendig find. Das maint er fo fi bei iren bulen oder fuft
auff der fchonhait find Er fpricht wol. es wirt nichts hoflichers ge-
fehen. dann fie kündent hoflich gebarn. als ainen bedunckt. es ift
aber nichtz darhinder. fie laffent fich dannocht mercken dar bei man
ir art erkennet. Er nennt das brot fchwartz. darumb fo es fer alt
hart und fchimlig worden ift. § Ich will dich bei pol Die magt wirt
durch dife deß knechts reden defter mer geraitzt das fie im ain forcht
machen woU. alfo das durch in verfliegt da mit der alt Laches in
der Thais hauß geen. und durch fein züknnfft die hochzeit heftetet
werde.
zeerkenen
- 172 - I
Der fünfft tail des fünfften underlchaids. Pithias redt zornigklich mit 77 y
Parmeno. und will in Thais hauß gan. Deß gleich Parmeno auch,
und fehen den alten Laches aus dem dorff gan.
Bild:
Straße. Vorn von links parmeno; rechts auf das haus zu, sich nach
ihm umwendend pithias. Von hinten kommt laches mit (pilger ?-)
mantel und rosenkranz.
— 173 —
Pith.
[A]Ch* der got treüw. ain fchantliche gethat. 0 den uii feii-
gen Jüngling. 0 den boßhafftigen Parmenonem der in da her
gefüert hat. Par. was ift es? Pith. Es erbarmet*'*' mich,
darumb das ich es nit fehe. fo bin ich arme da her aus ge-
flohen, was unverdienter beifpil. Tagend fie. wider in künfftig
fein. Par. 0 Juppiter. was auffrur ift das? wie? wann
ich bin tod. Ich will hin zu geen. was ift das Pithia? was
fagft du? wider wen werdent die beifpil? Pith. Fragft du?
Du aller tumefter *** du haft difen
§ Ach der gott treüw. Hie rüfft die magt an die treüw der goter.
als ob in dife fach der menfchlich rat nit nutzber fei. und auß er-
dichter betrügnuß erfchrecket fie den kriecht, und redt das .alles das
der knecbt nit anders waift dann das fie in nit da wiffen foU. Aber
fie waift in wol. Und redt dife wort dar umb. und man foU dife
wort alle mit forchtfamenf und erfchrockemf angeficht anffprecben.
und die magt thüt mer verkünden die arbaitfelligkait deß Jünglings,
dann wider in zezürnen Aber wider den Parmeno zürnt fie der in
darhinder bracht hat. § Es erbarmbt mich. Dife ding ret die magt
alle gleich als mit ir felbs. als ob fie nit wiffen hab das der Par-
meno da ftee. | § Fragftu? du aller etc. Dife reden alle find in ge-
berde lind antlitz der magt erfchrockenlich geftellet. doch nach ge-
wonhait der weiber und liftigklich fpricht fie. Du haft den Jüngling
verderbt den du für ain verfchniten knecht zu uns gefüert haft. Da
maint fie der knecht foll mer erfchrecken ab der pein fo dem Jüng-
ling durch fein zuthün widerfar. dann ob fi in ftraffet und zürnet das
er wider die Thais getün und gehandelt hett.
* [A] lücke durch zwei zeilen
** erbarmmet
*** sie
t sie
— 174 - -
Jüngling verderbt, den du für ainen verfchnitten knecht zu 78
gefüert haft. fo du dich iieiffeft uns wort zegeben. Par.
was allfo? oder was ift gefchehen? Sag an. Pith. Ich wils
fagen. Dife junckfrauwen die der Thais zu gäbe gegeben ift.
waift du? fie ain Bürgerin von hinnen, und iren bruder |
vaft edel fein. Par. Ich waiß es nit. Pith. Und fi ift auch
allfo erfunden. Die leiben hat difer arm gefchwecht als difer
aller frefenlicheft bruder folichs gefchehen fein erfaren hat.
Par. was hat er doch geton? Pith. Er hat in erftlich mit
eilender weife armer maß zefamen gebunden. Par. Hem ze-
famen gebunden? Pitb. Und als in auch
§ Waift du fi ain burgerin. Diß alles fpricht fi im zu mererm
fchrecken fo fi die Junckfrawen lobet. § Ich waiß nit. Der knecht
kund nit lognen. fo wolt er auch nit bekennen. Und darumb fpricht
er fchirmbs weife. Ich waiß es nit.
§ Und fi ift auch allfo erfunden. Ainn groffen gra^ufen bringt das
dem knecht. fo die magt nit mit im zürnt, funder im die fach fo
fchwer angibt. Und fi tut als ob er fie erbarmme *. Und wirt alles
in das ende von dem Poeten betrachtet das der alt in das hauß ge-
pracht. Unnd die hochtzeit heftetet werde.
Sic
— 175 —
79 r« dannocht die Thais batt, das er follichs nit thete. Par. was
fagft du ? Pith. Yetzo tröwet er im vaft. Im als dann fol-
lichs tun wollen, das den eeprechern gebüert. das ich nie
mer zetun gefehen hab, noch wolt. Par. Aus was konhait*
getar er ain folliche getat thon ? Pith. warumb allfo fo gros?
Par. Ift dir dann das nit das aller groffeft? wellicher menfch
hat ye gefehen. jemand für ain eeprecher in ainer bulerin
haus an getaft werden. Pith. Ich waiß nit. Par. Doch Pi-
thia das ir des nit unwiffend feiend. Ich fag und verkünd
euch den felben unfers herren fun fein. Pith.
§ Das den eeprechern gebürt. Zu den zeitten was allda der fitt
das man den eprechern die humen ** aus fchnit. den felben graufen
macht die magt dem knecht. von des Jünglings wegen. Und fie redt
es durch ain gleichnuß. als ob fie es vor fcham nit fagen torft.
SIC
' sie
— 176 —
Hern, ich bitt dich? ift es der? Par. Das die Thais icht 79 v«
aincherlai gewaltz wider in gefchehen laß. Aber doch zwar
warumb gee ich nit felbs hin ein. Pith. Lug Parmeno, was
du thüeft, das du nit dem felben nutzber feieft. und du ver-
derbeft, wann fi mainend das, was gefchehen ift, aus dir ent-
fprungen fein. Par. was foll ich armer dann thun? oder
anfahen ? Aber nimb war, ich fich den alten widerkomenden
von dem dorff?* Soll ich ims fagen oder nit? Hercle, Ich
will ims fagen. wie wol ich waiß, mir ain groffes übell be-
raitet fein. Aber es ift notturfft, das er difem zehilff komen
[keine gloffe]
SIC
— 177 —
0 werd. Pith. Du verfteeft es. Ich ge da hin hin ein. Du foit
dem verkünnden alle hanndlung, als es gefchehen fei etc.
[keine gloffe]
Teren z. 12
— 178 —
Der fechft tail des fünfften underfchaids. Als Laches aus dem dorff
in die ftatt gegangen kam. begegnet im Parmeno und fagt im den
handel von Phedria und Cherea. Deß erfchrack er fer. und eilens
was er in willen in Thais haus frefenlichen zerumpeln.
Bild:
Straße. Von links parmeno, gegenüber laches.
— 179 —
La.
[V]On* meinem nechften gow entpfach ich ditz gemach, das
mich weder deß velds noch der ftatt haffung yendert berüert.
An wellichem ende fich der urdrutz erheben will fo verwandel
ich die ftatt Aber ift nit der unfer parmeno ? Zwar er ifts.
wes warteft du hie parmeno , vor der thür Thaidis ? Par.
wer ift der menfch? Hem. Ich fro mich dich gefund hie
her komen fein. La. wes warteft du? Par. Ich bin
§ Von meinem nechften gow. Hie fo der alt man bei gütter rü und
fich yetzo kainer kümernuß verfehen ift. fo kumbt im dife unver-
fehen betrübnuß von feinen fünen zehanden. Darbei wirt gemercket
wie gar fchnell das gelück fich verwandeln und ain rüwig gemüt zu
betrübnuß bringen** mag. wann fo das gemüt zu unfal nit berait ift.
So ift die arbait deß fchwerer den widerfal zeleiden. Darumb bringt
yetzo das züfallent gach gefchrai dem alten man des mer befchwer-
nuß. Und er fpricbt. Ift nit das unfer Parmeno. wann er mocbt in
von verren fo bald nit erkennen, als ain alt man dem die äugen von
alter verdunckelt und trugenlich waren. § Wer ift der men|fch etc.
Wie woi der knecht ain wiffen het das es fein herr was nach dem er
in von verren her het fehen gan. noch dann aus forchten und
fchrecken wift er nit was er fagen folt. Und thet als ob er in nit
fehe und fprach. Wer ift der menfch. Oder fprachs villeicht darumb
wie wol er in von verren gefehen. da was im aber fo ernft auff ze-
mercken wie es in dem hauß gieng das er den herren überfehen.
Oder aber darumb das er die auß züg fo er im für gefetzt hett dem
alten vor zefagen nit reden torft.
* [V] durch zwei zeilen
** briugen
12*
— 180 —
tod. Mir hafftet die zung vor forclit. La. Hern, was ifts ? 81^
warumb czitterft* du? Geet es icht gnug wol? Sag mirs.
Par. Herr erftlich will ich das du die lach als es ift achteft.
was des dings halb verbracht das ift nit von meiner fchuld
gefchehen. La. was ifts? Par. Für war du haft recht ge-
fragt, es hat fich gebürt. mich die fach vor zeerzeln.
Phedria hat ain verfchnitten knecht gekaufft den er der zu
gäbe gebe. La. wellicher? Par. Der thais. La. Kaufft?
Hercle ich bin tod. wie theüer? Par. Umb zwaintzig pfund.
La. Es ift gefchehen. Par. Dar zu fo hat Cherea hie ain
Saittenfpilerin lieb.
§ Mir hafftet die zung Der knecht was fo hart erfchrochen das er
die fach nit ordenHch fagen kund, funder yraerdar das hinder her
für kort als ainer der liegen wil und fchuldig ift. und het fich doch
gern felbs dar aus getzogen. durch foliche wechffel wort er den alten
allfo erfchrecket das er wenen wolt die fach wer noch groffer.
— 181 -
lo La. Hern, was? hat er lieb? oder waift er yetzo was
frauwen feien ? oder kumbt durch liftigkait ain übel auß
dem anderen. Par. Herr du folt mich nit verdencken. Durch
mein anweifung tut er das nit. La. Hör auff von dir zefagen.
ich will dich du galgentrager, ob ich leb. Aber entricht am
erften das was es ift. Par. Er ift für den felben verfchnitten
knecht der Thais zu gefüert. La. Für den verfchnittnen
knecht icht? Par. AUfo ifts. dar nach habend fie in für
ainen eeprecher da innen an gefallen , und in yetzo be-
zwungen. La. Ich bin tod. Par. Merk die kekhait der bu-
lerin. La.
Hern, hat er lieb. Dife reden f ollen alle allfo gefagt werden, das
fie ain forcht ainer groffen unwirfchhait an zaigend. § Oder kumbt
durch liftigkait. Dife wort fprieht der allt durch fchaidenlich. und
wirSt die augeu in den knecht. dar umb der knecht fo er verftet das
der herr die fach mercket. fo will er fleh entfchuldigen und fprieht
Herr du folt mich nit verdencken. oder allfo anfehen. dann durch
mein anweifung thüt er das nit. § Ich will dich du galgentrager etc.
Ain yede tobhait ift aintweders in der Verwandlung oder in dem fchein
der wort, darumb aus gaher grimikait fo underfpricht der alt fich
felbs das er nit gar auß redt. Und ift als ob er wolt fprechen. Ift
das ich leb fo will ich dich wol ftraffen. Und difen * reden * alle fprieht
der alt auß grim|men** müt. § Merck die keckhait der bülerin. Sub-
tillich thüt der knecht mit difen Worten den zorn deß alten von im
und von dem Cherea abkorn. und über die bülerin wenden.
— 182 —
Ift nit etwas anders Übels oder fchadens überig das du nit 82
gefagt haft? Par. Es ü't allain das. La. Vertzeüch ich da
hin ein zerumehi *.
§ Ift nit etwas anders. Billieh fragt der alt allfo. wann er raerckt
das der knecht alle ding ungern und erfchrockenlich fagt. § Vert-
zeüch ich. Der alt ift in folichen fchreken ein geworffen. das | wir
nit zweifeln dann das er yetzo bald die hochtzeit befteten und feinem
fun auß groffen forchten fein leben damit befriden wolt. ob im joch
der heürat** nit gemeß wäre.
SIC
^ heürait
— 183 —
L'o Der fibent tail deß fünfften underfchaids. Redt Parmeno mit im felbs
auff der* gaffen.
Bild:
Straße. Im mittelgrund parmeno, von rechts nach links gehend.
deir
— 184 —
Par. 83 1^
[E]S* ift nit z weif eis dann das auß difer fach, fei ain groffes
übel. Yedocli ift es aber notturfft gewefen das zethun. Dar-
umb freu ich mich, inen durch mich etwas bofes künfftig
fein, wann der alt was yetzo lang fachen ainnich urfach
darumb er etwas mercklichs tet. Yetzo hat er es funden. etc.
[W]Ie** wol die untat alle durch den parmeno angefangen und zu ge-
richt. und er yetzo durch die magt in groffe forcht und fchrecken
fpotweife ein gefürt ift das er nit anders waift dann das im von
feinem herren ain groffe ftraflF verbanden fei. noch freüwt er fleh
das er mainet der bülerin und irer magt foll von dem alten ain groffe
fmach widerfaren. fo fi im den fun als der knecht went der maffen
peinigen laffend.
* [E] durch zwei zeilen
** [W] durch zwei zeilen
— 185 —
Der acht tail des fünfften underfchaids. Gat die Pithias aus dem haus
Ihaidis lachend den Parmeno zu verfpotten. Umb das fie in betrogen
hat. Das es dem * alten Laches auff erlogne wort in Thais haus er-
ichreckt hett.
Bild
Straße. Links, nach links hinten gehend parmeno. Rechts pithias,
aus dem haus kommend.
sie
— 186 —
Pith. 84 v«
[M]Ir * ift bei poll yetzo lang her nimer iclitzit begegnet, das
ich zegefchehen lieber haben wolt dann das yetzo der alt
hin ein zu uns irrig komen ift mir allain ift es ain gefpott
gewefen als die fo weft was er fürchten tet. Par. was ift
aber das? Pith. Darumb fo gee ich yetzo heraus, das ich
den Parmeno an reden werde, aber wa ift er. bit ich?
Par. Sucht die icht mich? Pith. Aber nimb war, ich fich
in. ich will hin zu geen. Par. was ifts? du ungefchickte.
was wilt du dir? warumb lacheft? beharreft allfo? Pith.
Ha ha he. Ich bin tod, ich arme. Ich bin yetzo vermüedet
durch lachen von dir. Par. warumb
§ Mir ift bei poll. Pithias die magt geet aus dem haus, als ob fie
deß knechts Parmeno fpotten woll als fie fchetzt. Aber nach mainung
deß Poeten muß fie heraus geen das fie dem volck fag was der alt in
dem hauß tue. da mit man der fabel underricht werde, und darumb
wirfc ein gefürt ain lachende perfon die den Parmeno füchen thüe. und
als fie in anficht vor groffem gelabter** kaum reden kan § Hin ein
zu uns. Nit irrig deß gangs oder wegs funder deß gemüts. § Was
ift aber das etc. Der Parmeno verwunderet fich warumb die magt
lachet, und fpricht Was lacheft. beharreft icht allfo. Aus den
Worten ertzaiget er wie vil die gail magt lachet.
* [M] lücke durch zwei zeilen
** sie
— 187 —
iiSro allfo? Pith. Fragftu? Ich hab bei poll nie kainen torochtern
menfchen gefehen noch fehen wird Ach es mag nit gnug
gefagt werden, was fchertzes du da innen gemacht haft. und
ich hab auch am erften geglaubet dich ainen liftigen und
vernünfftigen menfchen fein. Par. was? Pith. Mufteft du
icht zehand gelauben, die ding die ich dir gefagt han? Oder
hat dich nit gerauwen oder benüegt der miffetat die der
Jüngling (durch dich anheber) geton hett? Du zaigeft dann
auch dar zu den armen, feinem vatter? wann was mainft
du das im als dann zemut gewefen fei, da in fein vatter mit
difem klaid angetan fein, gefehen hat?
§ Was fcherzeft du etc. Sie maint aus verirrung und groffer forcht
des allten der da wond das fein fun beftrickt und belaidigt war in
der bülerin haus. Und dife reden alle find allfo zefagen das die wort
der magt ymerdar mit gelachter under geftoffen werden. Darumb fo
fie dem knecht dar vor fo ain ungloblich fchimpflich ding gefagt das
er es von ftund an gelaubt. und fich felbs und feinen alten herren
allfo in forg und angft ein geworffen hat. § Da zaigeft dann auch
darzü den armen. Die magt wirfft im für zwai übel, ains das er dem
jungen übel geraten, das ander das er dem vatter die handlung ge-
faget hat.
— 188 —
Par. was ifts? Pith. Yetzo waiffc du dich verdorben fein. 85 vo
Par. Hem. was haft gefagt, du aller bofefte? oder leügft
du? Noch lacheft du. Oder hat es dich bedeücht allfo ain
hofliche fchalckhait. uns zeverfpotten? Pith. über hoflich.
Par. Ja ob du es ungerochen wirft haben. Pith. Gar war.
Par. Hercle. ich wills vergelten. Pith. Ich glaubs. Aber -
das ift teglich Parmeno, das du vaft troweft. Du wirfts yetzo
betzalen. Der du difen torochten Jüngling mit mifftaten un-
adelft und den felben zaigeft, oder dar gibft. Ir yetweder
werdent die beifpil wider dich prauchen. Par.
§ Mit mifftaten unadelft * Dife red bedeutet mit einander zwo fach,
das ift. du haft gemacht das er miffton hat. und haft in dar zu
gegen dem vatter verratten. § Ir ietweder werdent | die beifpil etc.
Das find neüwe und billiche ftraffung. dann die gefchichten werdent
gehaiffen beifpil oder exempei. die andern leüten zeunderweifung
komend. oder zewarnung. da mit das fie die mifftat fliehen.
* vnaddelft
ir»
— 189 —
Ich bin kain menfch. Pith. Dife ere und gezier wirt dir
umb die reiben gab. Ich gee da hin. Par. Ich armer bin
lelber heüt durch mein dargebung, als ain waffermaus ver-
dorben.
§ Dif« ere. Die magt mainet die ere die mau denen pfligt zegeben die
lolich ding zuriehteut. und auffrur machent.
§ Als am waffemaus Die aigenfchafft der waffermaus M das fie
heller /ulend oder grei|neud dann die andern meüß. oder mer rum-
lend 10 fie die frafeln ding nagend. Anff die felben ftimm man dann
achtet und fie ertötet.
— 190 —
Der nünd tail des fünfften underfcliaids. Gnato redt mit Trafo ge- 86 v
fcheidigklich. Und zeletft erfehen fie den Cherea in dem hemling
klaid aus Thais hauß fpringen.
Bild:
Straße. Vorn links Trafo, gegenüber Gnato ; hinten rechts Cherea
im schellengewand.
— 191 ~
Gna.
[W]Ie* nun? Mit wellicher Hoffnung, oder mit was rates
geen wir hieher. was fachft du an trafo? Tra. Icli icht?
das ich micli der Thais gantz ergeben, und thüe was fi mich
haiffen werd. Gna. was ifts ? Tra. wie? minnder dann
Hercules
*
§ Wie nun? Mit wellicher hoffnung. Gedenck das der zütütler der
yetzo dife wort fpricht der ift der vor gegen dem Ritter fprach von
der Thais ytzo lang hat fi dich lieb etc. Und aber fprach er. ytzo
wirt fie von ir felbs komen dich bittend. Und aus dem wirftu fehen
was außgangs** die fchmaichunglhab. wann derfelb knecht was dem
ritter ain | merer der hochften vertzweiflung. Und merck das der felb
Gnato fich allweg ungern von dem tifch bringen ließ, als aus dem
hie vor erfcheint da der ritter in den ftreit geen wollt das im Gnato
ungern nachfolget. Darumb fpricht der ritter an dem felben end. Solt
ich dife fo mercklichen fchmach etc. Und der knecht fpricht hie wol.
mit wellicher hoffnung. und mit was rates. Als ainer der alle ding
erfaren het. und weder der gaben genäm noch von forchten zeer-
fchreken was. Ab dem hoffnafcher verfteet man was der ritter han-
delt, aber er wirt darumb eingefürt den ritter zefragen das das volck
hören*** mit was rates er zu der Thais komen werd. Die hochft miß-
hoffnung ift bei dem ritter in der verfonung feins bülen. das erfchei-
net auß dem das er fich nit verhofft das fi in zu verfonung auff nerae
er leid dann gedultigklich das fi den Phedria lieb behalt, und er
auch hin zu auff genomen. Da mit das ende der fabel nit traurig
werd. § Das ich mich. Was volgt nach einfürung deß kriegs und
underweifung des ftreits anders dann ergebung der die überwunden
find. § Wie minder. Der Poet ertzaigt die gewonhait in der die un-
weifen die urfach irer mifftat und die beifpil herfür zihendf. als er
oben von dem künig Pirrho gefagt hat. Oniphale ff was ain künigin
von Lidia die den Herculem der ir dienet auch zu woU arbait bet-
zwang, als fi den fpindelkorb die kunckel und die weiblichen Übungen
mit den gefchoffen und fper. auch mit deß Leo tecke verwandeln
thet. Und die mainung in dem text ift allfo. als ob er fprach. Solt
ich minder dienen der Thais dann Hercules hat gedienet Oniphale ff.
und er ift doch der aller manlicheft gewefen. vil mer kort mir der
Thais zedienen.
♦
* [W] durch zwei zeilen
** außangs
***
SIC
t sie
tt sie
— 192 —
hat gedienet Oniphale*. Gna. Das beifpil gefeit mir. wolt 87 v<
gott das ich folt fehen dir dein haubt mit ainem feidintüechlin**
geftraichelt *** werden. Aber es habend die thür von ir ge-
küret. Tra. Ich bin tod. was Übels ift aber das , den hab
ich nie gefehen. wariimb fpringt er auch allfo eilend herfür.
§ Was Übels ift aber das. Ditz fpricht der trafo. als der Cherea in
deß verfchnittnen knecbts klaider. aber doch mit männlicher ge-
dürftigkait herfür fprang. und den ritter als mit ains ] neüwen ge-
rn ainers angeficht erfchrecken thet. § Den hab ich nie gefehen.
Darumb verwundert fich der ritter ab dem Cherea. fo er in vor nie
gefehen hett.
"^ Sic
** tüechln
*** sie
— 193 -
Der zehend tail des füniften underfchaids. Cherea fagt Parmeno wie
all fach fo glücklich ergangen feien in groffen froden Des werden
Grnato und Trafo fer betrübt. Und gefchehen foUich reden an der
gaffen.
Bild:
Straße. Links vorn grüßt parmeno den von rechts in feinem rechten
gewand kommenden Cherea. Im mittelgrund rechts Trafo mit Gnato.
T e r e n z.
13
— 194 —
Che.
[0] * Ir leüt. und welicher lebet heüt glückfamer dann icli ?
hercle. niemand überal. wann die gott habend an mir vol-
ligklich allen iren gewalt ertzaiget, dem fo fchnell fo vil
gmachfamin widerfaren find. Par. warumb ift der fo fro-
lich. Che. 0 mein Parmeno. 0 aller meiner wolluft er-
finder, anfaher und Vollender, waift du icht in wellichen
freüden ich bin? waiftu mein Paniphilam** ain burgerin er-
funden fein? Par. Ich habs gehört. Che. waift du fie mir
vermehelt fein. Par. Es ift (als mich die got lieb haben)
wol gehandelt. Gna. Horft du icht was der fagt? Che.
Darzu fo freu ich mich das meinem bruder Phedria alle fein
liebe in friden ift. Ain huß ift es fi hat fich mein-
§ 0 ir leüt. Hie ift cherea inbrünftig vor freüden. als die Jüngling
in glückhafften fachen gewon find. Und ift nit wunder ob er fich
tobent freut von der hochtzeit wegen, weil er vor hart frolocket
allain darumb das er bei der Jnnckfrawen gelegen was.
§ Warumb ift der frolich. Darumb das der ritter und das gemain
Volk bericht werdent was in dem haus gefchehen fei. fo ift erfunden
ain perfon. das ift der knecht Parmeno dem der Cherea die gefchicht
eröffnet.
§ Horft icht was der fagt. Dife red fpricht Gnato mit verwandeltem
und betrüebtem angefleht.
[0] lücke durch zwei zeilen
"^ sie
- 195 —
)i'** em vatter in befchirmung befolhen. und hatt uns ir treüw ge-
geben. Par. Darumb ift Thais gantz deins bruders? Che.
Gar war. Par. Yetzo ift das ain anders darumb wir uns
freüwen. wann der ritter wirt hin aus getriben. Che. So ver-
flieg du wa ymmer mein bruder ift, das er erftlich follichs
hören werde. Par. Ich will da haimant befehen. Tra. 0
Gnato zweifelft icht, das ich nit yetzo ewigklich vergangen
fei? Gna. On zweifei ich fchetz es Che. was foU ich am
erften betrachten, weder foll ich am maiften loben den, der
mir den rat gegeben hat das ich es tete? Oder mich felbs
der fo keck was an zefahen?
§ Yetzo ift das ain anders. Der knecht Parmeno mainfc fie follen fich
nit allain freüwen darumb das die fach alle in rü gefetzt, funder
auch dem ritter zeneid. das dem ritter die Thais entwert fei. dann
im wirt yetzo nit ftat geben das er der Thais dienen müg. funder
hat fie fich in deß alten Laches püicht ergeben das fie von feinem
fun Phedria lieb gehabt, und von dem alten befchirmet werde. § Was
foll ich am erften betrachten. Wiewol der Jüngling vor groffen
freüden tobet. Noch dann bedencket er fich das er denen durch die
er in folch freüd gebracht ift danck fagen foll. und vergift nit gott
zebitten das er im die güthait lanckwirig behalt.
13*
— 196 —
Oder foU ich loben das gelück, die ain regirerin ift gewesen,
die fo vil groffer fachen bequemlich in ainen tag befchloffen
hat? Oder die frolichhait und miltigkait meins vatters? 0
Juppiter behalt (bitt ich) uns dife guthait.
[keine gloffe]
— 197 —
Oro Der ailft tau deß fünfften underfchaids. Phedria het verwundern als
er vom Parmeno gebort hett. das alle ding fo wol ergangen warend
und redten davon frolich Cherea und er. Aber Trafo was traurig und
rüfft Gnato an weg zeMchen, Der felb Gnato verriebt in mit Pbedria
und Cberea. Und wurden ains.
Bild:
Straße. Links Trafo. Gnato gebt von ibm nacb recbts auf Cherea
und pliedria zu.
— 198 —
Phe.
[0]* Ir gott eüwer treüw Unglaublich find die ding, fo Par-
meno yetzo gefagt hatt. Aber wa ift mein bruder. Che.
Berait ift er engegen. Phe. Ich freu mich. Che. Ich glaubs
gnug. bruder Es ift nichts wirdigers, das lieb gehabt foll
werden, dann dife dein Thais AUfo ift fi unfers hauß ge-
finds aller ain günnerin. Phe. Hüi. Lobeft du mir fie. Tra.
Ich bin tod. ye minder hoffnung ift, ye mer ich lieb hab.
Gnato ich bitt dich, in dir ift die hoffnung. Gna. was wilt
du das ich thun folle? Tra. Verbring das mit gebett, das
ich doch umb ainen Ion an-
§ 0 ir gott. Vor groffen freüden und in froloken fo phedria ab den
ungloblichen meren fo der knecht gefagt entpfangen het thüt er die
treüw und gütigkait der gofct betrachten und ermeffen. § Ich glaubs
genüg. Die oder folich wort fpricht man zu den guten freunden die
fich mit den andern freüent in glücklichen fachen, er fpricht aber
darumb ich glaubs fo er fein bruder** ift wann es fpricht fuft mancher
er freu fich ab ains andern glück fo er in haimlich darumb neidet.
§ Hüi lobft du mir die Als ob er fprach du bedarffft mir die nit
loben fie liebt mir fuft gnüg. § Ye minder hoffnung Das ift die aller
unfanffteft brunft do ainer on hoffnung lieb hat. Die weifen werdent
am maiften aus der hoffnung getrungen zu. der liebe. Aber die thoren
allain | von der geftalt. § Verbring das mit gebett. Der rifcter het
kain hoffnung mer dann nun bitten, als ain gefangner, und gelt
auß zegeben. als ain reicher. Darumb wünfcht er nichtzit anders
dann das fich die fachen allfo begeben das er zu der Thais durch
gebet und gelt komen mocht. Und man foll dife wort gefchweifflich
und fenlich fprechen.
* [0] lücke durch zwei z eilen
** sie
— 199 —
hangen werd bei der tliais an ettlichem tail. Grna. Es ift
fchwer. Tra. Ift das es dir gefeilt, fo ift es ring. Ich hab
dich erkennet, ift das du es verbringeft, fo beger von mir
wellicherlai gab oder Ions du wilt, das wirft du nach deinem
willen haben. Gna. Allfo icht? Tra. Es wirt alfo. Gna.
Ift das ich das verbring, fo begere ich das mir dein hauß in
deinem bei und abwefen ungeladen offen das mir da allweg
ain ftat feie. Tra. Ich gib dir mein treüw, das ich allfo
thun wird. Gna. So will ich mich rüftenn. Phe. wen hör
ich hie ? o trafo. Tra. Seit gegrüft. Phe. Du waift vil-
leicht nit die gefchichten, fo hie find. Tra. Ich waiß es.
Phe. warumb fich ich dich dann
§ An etlichem tail. Er begert nun der aller minften güthait. und
fpricht nit ain gleichen tail. funder als ain vertzweifelter an etlichem
tail. § Es ift fchwer. Das fol man mit geberd mit der rede und
nbnuß bef tetigen.
§ So will ich mich ruften. Diß fpricht der hofffchalck nit darumb
das es fo fchwer zetbün ift. funder das im der lone cleß unverdriß-
licher verfolge. § Du waift villeicht. Diß alles redt der Jüngling aus
trowung übermütigklich.
— 200 —
an den orten? Tra. Ich hab euch vertrauwet. Phe. waift 91 \
du icht was du vertrauwet haft. Ritter ich verkünd dir ift
das ich dich hie nach yendert an difer gaffen erfich. fo ift
nichtz das du mir mügeft fagen, ich hon ain anndern gefucht,
ich hab den weg hieher gehabt. Du bift verdorben. Gna.
Ey es zimbt fich nit allfo. Phe. Es ift geredt. Gna. Ich
erkenn eüwr gefchlecht nit fo hoffertig Phe. Es wirt allfo.
Gna. Hörend vor ain wenig, fo ich das gefagt hab , ift das
es euch dann gefeilt fo thüt es. Phe. wir wollen es hören.
Gna. Trafo entweich du ain wenig hin dan. erftlich fo will
ich, das ir baid mir das gentzlich gelaubent, was ich hier inn
verbring, das ich daffelb am
§ Ich hab euch vertrauwet. Das fpricht er von forchten und torlich,
wann niemand fol feinen gemainern und feinden vertrauwen. § Ritter
ich verkünd dir. Dife reden fpricht Phedria alle fchmachlich. und
will in nit an der gaffen, ich will gefchweigen in der Thais haus
leiden umb kain fach noch außzüg.*
SIC
- 201 —
maiften von meintwegen thu, doch fo euch daffelb zenntzt *
kombt, ob ir das nit tuet das ift ain unweißhait. Phe. was
ift das? Gna. Ich fchetz den ritter für ainen gemainer auff
zenemmen fein. Phe. Hern, auff zenemen ? Gna. Bedenck **
nun bei hercle Phedria, und du lebft geren mit ir. lebft
auch gern wol, und das du aus gibft, das ift wenig, und ift
not das die Thais vil einneme da mit fi deiner liebe under-
würffig fein müg on deinen unkoften zu difen dingen allen
niemant fo bequemlich noch mar zedienen nütz fein mag.
Erftlich hat ers das er aus gebe, und niemand gibt miltigk-
licher. er ift ain thor. ain tummer***
§ Doch fo euch das zenutz kombt. Vil fchmaichred fagt der hoffchalk
als ob es nit dem ritter funder im und den zwaien brüdern zegüt
komen foU wa der ritter zügelaffen werde, und mit folichen lider-
lichen reden wirt des menfchen gemüt ee erwaicht dann ob es offen-
lich und konlich an fi begeret § Niemant gibt miltig f Der hoflecker
faget in vor das der ritter rych fy und gern aus geb. und das fi der
gaben bedürflfent. dann er waift wol das gaben manig hert hertz er-
waichen. er gibt auch dem ritter mancherlai unlieplicher namen dar
mit man der frauwenff vor im nit bedorf forchten. Mit dem fff allen
maint er fi zebewegen zu feinem fürgeben, dann er waift wol das die
frawen die reichen muten büler vor allen andern gern hond. Aber
das ift den unkeüfchen weibern ungenera wa ainer die andern lafter
die der knecht hie erzelt an im hat. und mit | dem werck nit richtig
ift. er fei wie reich er woU. Darumb fagt es der knecht von im das
in der Jüngling des ee zülaß und in nit forcht. Und man foll die
wort von mer lafters wegen mit etlicher unwirfchait des antlitz ver-
künden.
**
***
eher Gedenck
sie
f sie
tt frawuee
ttt de
— 202 —
treger. er fcbnarclifc nacht und tag, du bedarffft in auch nit 92 1
forchten, das in das weib icht lieb hab. leichtiklich treibft
du in aus wann du wilt. Phe. was thu wir? Gna. Dar zu
ift das das ich auch für merklich fchetz gantz niemand
enpfahet. difen menfchen bas noch lennger. Phe. On zwei-
fei. Es ift difes menfchen in ettlich weife nottürfftig. Che.
Daffelb main ich auch. Gna. Ir tut reht. auch bit ich euch
ainß das ir mich in eüwer rott nemend. Ich weltze yetzo
gnug lang difen felfen. Phe. Wir nemend*. Che. Und gern.
Gna. Du phedria und du cherea fo will ich euch darumb
den zeeffen zetrincken und zeverfpotten geben. Che. Es ge-
feilt uns. Phe. Er ift es wirdig. Gna. Trafo gee her zu
wann du wilt
§ Ich woltze yetzo etc. Merck wie fittlich der hofnafcher fich enthelt
in der Jüngling fchmaichung durch leftrung des ritters. Wann ditz
fprichwort ift von den die . mit unmercklicher arbait befwerd find.
Gnato welzet den felfen als der Sifiphns der felb fififus welzet oder
treibt ain felfen in der hell ftetz nmb. und verdint** nimer kain end
feiner arbait. darumb das er die diebftal Jupiters feinem vater be-
kennet da der Jupiter lieb gehabt hat Eginam die tochter Exopi.
* nenend
** sie
i
— 203
iro Tra. Ich bitt dich, was tuen wir ? Gna. was ? die habent
dich nit bekennt, aber nach dem ich dein fitten ertzaigt und
dich gelobet To hab ichs nach deinen werken und tugenden
erworben. Tra. wol haft du getan, ich hab groffen danck.
Ich bin auch yendert nie gewefen das mich nit alle menfchen
faft lieb betten. Gna. Hab ich euch icht gefagt das in im
die auffprechenlichait von Athenis fei. Phe. Es ift nichtzit
aufgelaffen. Gna. So geet da hin. Seit gefund und freut
euch. Ich Caliopius habs ertzelt.
§ So hab ichs nach deinen wercken. Wol redt der hofnafcher aber
verborgenlich. dann als der ritter ain narr was. allfo erwarb im
Gnato das fie all ab im äffen trunken und fpotteten. § So geet da
bin. Wa haift fi der Gnato hingeen. Zu der Thais oder zürn nacht-
mal des riters Ich glaub es gefchecb als er in verhaiffen hab Als
ob er fpräch. Geet bin effen zu dem ritter. oder zu der Thais, wann
alle ding find nach dem nachtmal gefchehen. allfo das das nachtmal
von deß krigs wegen nit gar verbracht ward. Und | darnach nit vil
zeits ichtzit aus zerichten vor äugen was. Und als Caliopius diß Co-
medi mit dem volck ertzelt gehebt hat er in gefunthait gewünfchet.
Und fie mit freüden haiffen ab fchaiden.
Dife Comedia hat Hanns Nythart | zu Ulm laffen trucken den Cünrad
Dinckmüt. | Nach Crifts gebürt*. M.CCCC.LXXXVI. Jar.
[93 v^' leer]
— 205 —
Glossar und register.
Im folgenden ist versucht, spräche und Wortschatz des denkmals
in alphabetischer anordnung darzustellen. Auch namen sind aufge-
führt, nur nicht die der personen, welche im stück selbst auftreten, ausser
wo die form des namens anlass dazu gibt. Cursiv sind die Worte des la-
teinischen Originals (text und glosse) gegeben, in „ — " die bedeutung
in modernem deutsch oder in latein. Wo die deutsche Orthographie des
denkmals schwankt, ist die dem nhd. angemessene form gesetzt: fleiss,
nicht Üyss, sohl- usw., nicht sl- ; statt u immer ü, aber u und ü geschieden ;
ss, nicht ß. Die lateinische Orthographie ist die gemeinhin übliche, wie
sie wohl auch in dem von Neidhart benutzten original zu finden war.
-a an imperativ angehängt: bisa
„sei" 40, losa „höre" 41, sicha
„sieh" 121. 167.
ab c. dat., causal 37 usw.
aber ,, abermals" 63. 72.
abgeschniten red sXXBv])t.c, 162.
abher fallen 73.
abkorn avertere 181.
absetzen praeripere 32.
Achimenides Archimenides 61.
achsel humerus 59.
achten arUtrari 180.
achthalb s. pfunt.
Acrisius 103.
adehch liberalis 83. 122; militaris 71.
ader nervus 58.
äfern repetere 147; s. wider(umb).
Affen sail seind einfach, doch bin-
dens fast 109; äffen spil 77.
ah au 122; ah ist ain wort be-
trübts gemütes 122.
Aiax 69.
aigen serva 60.
aignen und zuschreiben 76.
ainf eltig simplex 132.
ainig solus 31 ; ainiger bei ir ainigen
„solus cum sola" 102; ainnich
ursach „aliqua causa" 184; ainig
„nur" 38.
aintweders ,, entweder" 41. 152. 161.
ait s. sagen.
ald „oder" 26. 57.
aller: aller frefenlichest violentissi-
mus 174; eUiptisch: du aller
omnium 145.
all weg semper 72.
als demonstrativ: als leicht potius
162; relativ: als vil quantum 154,
nit so vil als quam 71, als verr
„soweit" 40, als bald „sobald als"
33 usw.
amaho ist ein Hebender underslag 92.
amptleüt 73.
an dem weg in via 164, an der
gassen 193; an mich mecum 89,
erklärt zu mir 89; anss beth in
lectum 104.
anfahen incipere 176; coeptare 191;
anfacher inceptor 194.
anfallen compr eilender e 181.
anfechten, ein Mädchen ,, um wer-
ben" 116.
anfengklich principio 146.
angeben indicare 152.
angel: den a. slicken 100.
angesicht fem. facies 122; aspedus
192.
angetan indutus 187. .
angreifen „anfassen" 92.
206 —
anliaimsch „zu hause" 88.
anhangen Jiaerere 198.
anheber auctor 187.
anlachen arridere 154.
anhgen: was leit dir an 116.
anreden convenire 186.
anrichten conciliare 160.
anrürn 145.
ansehen aspicere 193; spectare 181;
ansichtig werden 166.
antasten längere 67; prendere 175.
antlit 116; antlüt 151. 154. 159;
genet. des anthtz 201.
antreffen „betreffen" 65.
antrunck „angetrunken" 131.
antwurten tr ädere 60. 103.
an Weisung: durch mein a. me
impulsore 181.
anwenden, ein weib aggredi 102.
anziehen: hoch a. „übel nehmen"
28.
apparat = gioss 15.
arbeit „mühsal" 179; sich arbeiten
nervös intendere 58; arbaitsellig-
kait miseria 173.
argument 4.
arg(k)wonen suspicari 30. 118.
Aristoteles, aristotilici 49.
arm miser 174.
Athenis (aus, von, vor, zu, gen)
4. 5. 6. 27. 54; von A. atticus
146. 203.
auch etiam „noch dazu" 121.
auf(f), uff: uff im 101.
auf(f)enthalten 133; retinere 162.
[a]uff erston „entstehen" 101.
[a]uff heben: sein uffh. gegen ir 33;
uffhebung exprodratio 34.
auffher gan egredi 113.
auffhin plasten s. sehen,
auf lauf strepitus 141.
aufflosen „horchen" 100.
[ajufmercken haben 103.
auffnemen „auffassen" 89.
auf f rupf fen „vorwerfen" 58.
auffrur turU 145. 173. 189.
auffsatz „üble absieht" 89.
[ajuffziehen 40.
auf f zucken arripere 100.
äugen s. werffen.
auss sein lassen missum facere 159.
aussen lassen mitter e 170.
aussgan : gib auss oder gang auss 64.
aussgraben eff ödere 134.
aussher gan exire 81. 121.
ausshin gan (foras) alire 118. 125.
aus[s]lassen praeter promittere 203.
aussrichten „abfertigen" 87.
ausschlagen foras quatere 65.
aussprechenhchait eloquentia 203.
aussstelen suhducere 144.
ausstossen: den zorn a. 121.
[a]us warten odsequium 27.
ausswendig foris 171.
ausszug „ausrede" 179. 200.
B. P.
Bachus (Wachus) 132.
baden: part. praet. gebaden 105.
bain: von aim b. als die hund
nagen 30.
baiten opperiri 162.
balder 136, beider ocius 167.
paragoge 8.
paragraphus 15.
parenthesis 14.
bas mügender hahitior 59; hast
maxime 34.
lasium 80.
baurenknecht 59; paurnadern 91;
peürisch agrestis 80, rusticus 89,
pürisch 91.
bech pix 32; s. a. bichen.
beer: Doch mag man wolff und
beeren zemen 100.
befelhen, bevelhen committere 119,
commendare 195.
befriden pacisci 182, pacem facere
befroen: ward befrott gaudelat 103.
begaben „beschenken" 69.
begeben: sich b. „sich entschliessen"
156.
begegnen c. dat. 46.
begreif fen ( — ^y — ) „packen, fassen"
24. 124, repr eh ender e 80.
behafft „festgehalten" 92.
behalten servare 146. 196.
beharren pergere 186.
beheb „dicht" 51.
beheben „fest halten" 133.
beichten 97.
beilich: bylich „in der nähe" o. ä. 37.
pein poena 141.
beispil exemplum 173. 188; glossiert
mit exempel 188.
207 —
b(e)issen mordere 74; Er pilt wol,
aber er beist nit 134.
beiwesen: bywesen adesse 67.
bekennen: nicht b. ignorare 203.
belaidigen off ender e 187.
bellen s. beissen.
Mua 14:. 76.
benüegen 187; contentus 58.
bequemlich 151; opportunus 196.
201; fast b. optime 164.
ber s. zemen.
berait praesto 198.
perculeris, percusseris 68.
berichten: einen b. instruere 194.
Perseus 103.
berüffen, part. praet, berüfft, adhi-
lere 28; berüff mr 77.
berüren tangere 145.
beschaidenlich 40.
beschehen „geschehen" überall,
bescherung 71.
beschirmen 195, defendere 151;
-ung clientela 195, defensor 146.
beschliessen concludere 196. 106.
beschweren: beswerend molestus 74.
besehen 118, revisere 170, viser e 195,
ich besieh proviso 71.
besinnt: wol b. animo praesenti 138f.
besorgen: sich b. 96.
bestan „eingestehen" 101.
bestellen parare 85.
besteten firmare 182; bestetigen
firmare 199; bestetigung con-
jirmare 165, süus 45.
bestrickt astrictus 187.
besuchen 137, experiri 143, ewigere
144.
besunder adj. 105, s. a. sunder;
„sondern", partikel 19.
betöben 97.
betrogenlich perplexe 151.
betrü(e)ben conturlare 160, ex-
cruciare 168; betrübt timidus
113, turlatus 194; betrübnuss
^Mf&ae 117, b. ist erhebt tur-
hatum est 116.
bewaren cavere 138; syest bewart
mZe 37.
bewegen: In der bin ich bewegt
in ha{n)c commotus sum 100;
bewegnuss 29.
beweren periculum facere 84.
bezwingen (-tz-) constringere 181.
pfanne patina 149.
pfant annulus 94.
pfennig s. pfund; pfenniglöser cu-
pedinarius 48.
pferd 121.
pflegen 119; sich in eines pf licht
ergeben 195.
pfund (pfunt pfennig): fünff pf.
tres minae 83; achthalb (7^) pf.
tres m. 34; zwaintzig pf. viginti
m. 180; fünff tzig pf. pf. viginti
m. 34.
bichen 132; s. a. bech.
pilgerin peregrina 26.
billicher quin 164.
binden vincire 131.
bintz 59.
Pirreo (von, in) 54. 94; nom. Pir-
reum 54.
Pir(r)hus 142. 191.
bis „sei" 23. 137. 158; bisa 40.
bis daher von Morenland usque 83.
bitten ohsecrare 119 (s. glosse). 153 f
158. 163.
bit(t)zeln mordere 78, solUcitare 32.
blasen s. büchsslin.
Plato, Platonici 49.
Plautus 131.
blüendes alter aetas integra 83.
plüm m. flos 60; in dem plümmen
der Jugend in ipso flore 162.
Boecius 71.
poet 186.
Pol(l), by P. oft.
bollwerck 54.
bone faha 68, s. glosse.
bös ,, schlecht" 86, malus 91; boss-
hafftig scelestus 151. 154; bos-
fetig scelestus 21; böslistiglich
dolo malo 89; bösswicht carnifex
121.
brauchen potiri 60, edere 188.
brautlauf f (p-) nuptiae 128. 157.
160.
brechen erumpere 96.
brechhafft deest 90; brechafftig 84.
predigen praedicare 64.
brennen urere 51, s. glosse. 77.
82; s. a. brinnen, brunst.
pretlin pulpamentum 75.
Priamus 69.
bringen: den wein in mich br. 131.
brinnen ardere 21; s. a. brennen,
brunst.
prolog(us) VII. 4,
208 —
prothesis 8.
brunst ardor 198; s. brennen,
brinnen.
büb(e) 45, nebulo 128; verdachte
büberey flagitium 68.
büchsslin: in das b. blasen „sich
schminken" 60,
bugglot incurvus 62.
büle m. gehebte 5. 75. 82, amica
87; biilen c. acc. 28. 85; bülerin
meretrix 170, - in plur. 181, einer
b. hauss domus meretricia 175;
bülgesell 13; bülhertz 41. 97;
bülsohafft illecebrae 162.
büss remedium 77.
C.
(cz s. z.)
Cal(l)iopius 203.
camos 7.
Caria 28.
Ceres 132, s. glosse.
christenleüt 49.
Cicero >; s. a. Tulius.
comedi(a) 7. 203.
commessatum 77, s. glosse.
D. T.
(th ist als t eingereiht.)
tha tha at{t)at 137; tha ta ist ain
wort etwas erschrockens gemüts
137.
tagt senex 12.
tafel: gemalte t. tabula 102.-
da haimand s. haimand.
da her ziehen huc f erger e 42.
da hin gan ahire 189.
tail: 4 t. der comedi 8; hert t.
durae partes 64; in den bosern t.
in pejorem partem 112.
Dane Danae 103.
dank plur. gratiae 71.
dann: noch dann s. noch; dannocht
81.
dannen „von wo" 83.
darein ziehen 11.
darff c. genet. opus est 112.
dargeben f. zaigen;
dargebnng indicium 189.
dar under „dazwischen" 162.
darvon lassen desinere 161.
darzü legen adjicere 71.
das s. der.
tasten s. sehen.
tecke tegmen 191.
teding 41. 58; torechter t. (gen. pl.)
vaniloquium 40.
tegüch in diem 188.
Thelamon: Aiax Thelamonis 69.
der: das id quod 35; dess, des, desto
179, dester 62; düw die dein
„diese" 59; derselbe s. selb.
Therencius 3. 46. 137.
despicare, despicere 69.
tetschlen 66.
dieb: Die stat macht ain d. 104;
diebstal fem. furtu7n 147.
dienen apparatus 97; ze d. nutz
ex usu 201.
diern ancilla 115; dirn = Pithias
92; dirnhn pl. puellae 102.
tigel 81.
Dinckmüt, Cünrad VIII. 203.
dinnen intus 107.
Discus (-um) 106.
disputatz 167.
toben 195; tobent insane 194;
tobhait saevitia 181; toben ene-
care 97, s. a. be-; tobig 97.
tod: ich bin t. perii 107. 117. 139.
164. 173. 186. 192. 198; occidi
56. 125. 153. 181; todfarb 123.
Donatus VII. 84.
tor ignavus 141, fatuus 201; torin
stulta 154; torecht 40, torocht
12. 45. 48. 72. 76, stultus 187,
du torochte lelua 125, torot 144;
torlich 61. 78, ineptus 58, stultus
137. 200.
Dorax Donax, immer -r-.
dprff rus 107. 112. 176, villa 113.
torste s. turren.
traube: vom trauben de uva 131.
trechen „ziehen": part. praet. ge-
trochen 128.
treffenlich elegans 73.
treg tardus 202.
trescher 68.
treüw geben fidem dare 199; hatt
ir tr. gegeben dedit se 195.
Troia 103.
trost confidentia 157.
trowen „dräuen" 84, trüwen 127;
aus tro^vung minaciter 199; tro-
wort minae 145.
druckausstattung VIII ff.
trugenlich 179.
— 209 —
truhe 103.
trüknen abstergere 142.
irun, trün 28, sane 23, glossiert
by trüen 23, nempe 99, sciUcet 72.
122, quin 148.
truren 24.
trutzig audax 126; trützlich adv.
82.
Tulius 71; s. a. Cicero,
tumm insulsus 201 ; tumester auda-
cissime 173.
tun: tu wir 148, tue egerit 186,
thüest agas 176; fürchten tet
186, suchen tue 186 u. sonst;
meine tun quae facio 71.
tunckelblaich colore mustellino 123.
thür plur. fores 192.
durchschaidenlich 181.
turren „wagen": tar 143; törst(e)
175, ausim 164 ; türstikait audacia
90. S. a. geturren.
türteldüblin 24.
E,
eben „passend" 100. 101, commodus
87; ebendienend „zweckmässig"
119.
edel: gut e. adeo noMUs 38.
ee: ee dann ,,ehe, leichter als" 201.
eeprecher moechus 175.
Egina 202.
ehem ehern 87.
eher spica 68. 69.
eho eho 132. 158.
ei- = mhd. ei- s. ai-.
ey eia 200.
eUens 177.
einbreisen „einschnüren": ynge-
brisen 59.
einfürung des kriegs indictio lelli
191.
eingang upooixovoiJLta 128.
einher: ynher ,, herein" 23; inher
slychen 66, einher sleichen 92;
s. a. hoch,
einhin: ynhin gan 67; ga einhin
i intro 128.
einsetzen restituere 135; wider yn-
setzen r. 31.
ein wendig intus 138.
einwerffen conjicere 182. 187; ein-
würffig wort „interjektion" 119.
T er e n z.
einziehen, yn(t)ziehen inducere „auf
die bühne bringen" 44. 57. 71.
80. 109; eintzügig vorred prae-
paratur 107.
(e)inzwingen „einzwängen" 59.
eisen „waffe" 138.
eitel „nur" 106, ytel 78.
Ellen: Sichstu Rutschen eUen gern,
sie dunckt dich der helle morgen-
stern 99.
empf- s. entpf-.
emsslich ,, emsig" 31.
en- „nicht": das nit enist 51; en-
waiss nescio 153.
end: an demselben e. ,, ebenda" 191,
an disem e. 68, an wellichem ende
uM 179, in das ende ,,zu dem
zweck" 174, gand an das end
huc redeunt 32.
endungen: liebe (amor), daneben
liebi, lieby, alles öfters; bülerin
plur. 181, göttin plur. 57, usw.;
ain stum mutus 74; gantzer Mus
praed.-attrib. 23; tetschlen . . .
fetscheln 66; ich argwonen 30.
118 (argwone 118), begegnen 46,
sorgen 137, truren 24; beruf f
wir 77, gee wir 81 ; lass wir 77,
tu wir 148; ir gelaubent 200,
haissen judete 83, versorgen cu-
rate 87, volgen sequimini 87. 102,
volgend 141. 149; wolmügen =
-end 60. 123, zittern tremulus 62,
zittert 62, eilens 177.
Eneas 103.
enhen en 31.
en(t)gegen sein adesse 162. 198.
enthalten retinere 109. 143. 151;
sich e. „sich auf-, erhalten" 202.
entpfahen accipere 141; empfengk-
lich 51. 83. 89.
entrainen, ein mädchen 116.
entrichten expedire 181, percellere
68; entrichtung 68.
entsprungen ortus 176.
ent[t]ragen auferre 118.
entweichen concedere 200.
entweren capere 141. 195.
enuchus s. eunuchus.
epenthesis 8.
Epicurus, Epicurici 49.
Epirhotae 142.
erber honestus 29. 42. 122, er wer
131; flektiert erberger 29.
14
— 210 —
erbermd 76; erbermklich misere 74.
erbieügt fradus 145.
erbülen 161.
ere: von eren geborn honeste naius
139.
erfinden „finden" 160, repperire
170; erf Inder inventor 194.
erfoUung „ergänzung" 84.
erfüllen „ergänzen" 91, complere
20.
ergan: wol e. „gut ausgehen" 197.
ergeben: sich e. sese dare 89 f.; er-
gebung deditio 191.
ergetzen 21; ergetzlichkait 73.
ergeüdig 6, ergüdig gloriosus 71. 72.
74. 134.
ergreif fen arripere 101.
erhitzigen ealescere 23.
erkennen: part. praet, erken(n)t
124. 151, hab dich erkennet novi
te 199; erkant „verständig" 84;
erkan(n)tnuss cognoscere 162, cog-
nitio 168; erkenner cognitor 146;
erkennen: wirt hie genomen für
beslaffen 28.
erkunden sciscitari 94, s. glosse;
erkundet haben novisse 99.
erlaubung 147.
erleiden perpeti 85.
erlich honestus 80 (gedr. etlich). 128.
ernst serium 68.
erobern: den krieg e. „gewinnen',
143.
erscheinen: erschynen apparere 58.
erschellen concutere 104.
erschiessen „glücken" 49.
erschreien: praet. erschri exclamat
110.
erschrocken attonitus 173; er-
schrockenlich 173, terrihiliter 146.
ersechen offendere 200.
erst: von erst primwn 30. 87. 100;
am ersten primo 187; erstlich
primum 141, principio 200.
ersterben emori 162.
erstocken 135; erstockt sein 107;
s. a. ver-.
ertöten 189.
ertrich 59. 74.
erwerben impetrare 203.
erzaigen: ertzaigen ostendere 203;
sich e. apparere 118.
erzelen: habs ertzelt recensui 230.
erziehen educere 135, glosse her-
ziehen.
esel asinus 105; e. vail hon 77.
etwahin quopiam 81; ettwan olim
47, etwan quondam 103, etwen
nonnunquam 66; etwar „jemand",
quis 63, 157; etwer mit „mit
etwas" 30.
eügen indicare 109.
eunuchus und enuchus durch ein-
ander; s. a. verschnitten, hem-
Hng.
ewigklich perpetuo 195.
exempel s. beispil.
exemplare des alten drucks X.
Exiona 69.
Exopus 202.
F. V.
fabel 186.
Fabri, FeUx V.
fachen comprehendere 154, vahen
150; gefangen vidus 198.
falke: in der falken meüss 97.
faUen in involare in 159; fallen von
„abkommen" 118.
faren c. genet. „achten auf" 35.
fass: fas nom. pl., fassen dat. pl.
25.
vast „sehr" 24. 117, apprime 174,
plurimum 203; s. a. vest.
fechten gladio uti 74.
veld ager 179.
fels saxum 202.
Venus: On speiss und tranck ist
V. kranck 132.
verbieten interminari 153.
verbinden 25, alligare 147.
verborgenlich dp-cpißoXov 203, ver-
borghch 117.
verbringen 162, perficere 198, effi-
cere 199, facere 200; verbracht
fadum 180.
verdeckt 72.
verdencken 110, spedare 181.
verderben trans. perdere 174.
verderben in trans. 176, verdorben
sein periisse 188 f. 200.
verdi[e]nen ,, erzielen" 202; ver-
dienen subst. meritum 81. 136.
verdriessen haben 73, verdriss eb.
verdulden 31. 134.
— 211 —
verflochtne red parenthesis 142.
verfü(e)gen facere 145. 195.
verfüren „wegführen" 66.
vergan perire 40. 61. 68. 89; ver-
gangen als den gaissen saltz
lecken 59.
vergelten r edder e 188.
vergifft fem. 78.
verbanden „bevorstehend" 184.
verharren pergere 151.
verberen despicare 68.
verhoffen: sich v. 191.
verirrung error 187.
verkören convertere 103.
verkünden edicere 146. 175. 200,
narrare 177; verkünder assertor
146.
verküwen „verbeissen" 52.
verH[e]ren perdere 51. 14:; admittere
137, der Übersetzer muss amittere
gelesen haben,
verlutzen ,, herabsetzen" 62.
vermalgen 49, contaminare 97, s. 96.
vermehelt desponsa 194.
vermercken 81.
vermischte red „doppelsinnige" 72.
vermitten bleiben „unterbleiben"
157.
vermüedet defessus 186.
vermügen valere 161.
vermuten: sich v. 157.
vernichten 127.
vernünfftig disertus 187.
ferre longinquüas 83; von ferren
98. 179; ferrer 81.
verreden: sich v. 147.
verrichten 197.
versamlen componere 141.
versaumig oMiviosus 152.
verschambt 109; nit verschembt =
unschemig 155.
verschhcken vorare 171.
verschliessen condudere 119.
verschmacht in contempsi 45; es
versehmacht mich injuriam pa-
tior 125; verschmechen unpers.
32; versmehung contemptus 141.
verschmeltzen intrans. 51.
vers(ch)nit(t)en 5ff. ; s. a. hemling,
eunuchus.
versehen explorare 105, prospieere
138; versechlich verisimüis 132.
versorgen curare 87.
verspotten deridere 202.
verstau „erkennen" 68. 101; ver-
steest es sapis 177; verstanden
intelligens 44; verstentlich 68.
verstetigt 41.
verstockt 107; s. a. er-.
vertammen „verstopfen" 25.
vertempffen 44. 48, abligurire 45.
vertrauwen: hab vertrauwet ^retus
200.
vertreiben 69.
veruntrüwen „untreue begehen"
115.
verwandeln commutare 179, mutare
191. 194; Verwandlung commina-
tio 181, der Übersetzer las com-
mutatio.
verzagt: vertzag 137; vertzaghait
101.
verziehen trans. „hinausziehen" 35.
63, deducere 59; intrans. cessare
50, morari 81, mauere 89.
verzucken 20. 84, commovere 135,
conciere 145.
verzügenhch 63.
verzweifelt desperans 199.
verzwuntzen 90.
vest continens 43; adv. „sehr" 43,
sonst vast; festigen 109.
fetscheln 66.
figur figura 146.
finden: part. praet. funden 37. 58.
184, gefunden 38 ; fund s. scharpff .
vingerlin digitus 134; fingerzaigen
92.
virgel ,, Interpunktion" 14.
Virgilius 103.
Flad, Karl V.
flam masc. 101.
fle(c)hen olsecrare 19. 99; grösser
als bitten 99, daher durch bitten
ersetzt 119, flechnen 19, flohen 19.
flechtig 123.
flecket 123.
f leiss : mit f 1. sedulo 66 ; sich f leissen
studere 160. 174; flys(s)lich ma-
iure 40, diligenter 63, studere 59,
flysHch bitten olsecrare 24.
fliegen involare 116.
fliehen: hab geflohen 157.
f Hessen „sch^vimmen" 103.
flucht: die fl, geben fugam facere
143; flüchtig fugitivus 121.
vogel plur. 159; vögeln aucupium
46; Vogler s. wiUpreter.
14-
212 —
volck populus 186; s. a. was.
voll weinss temulentus 117, völler
weinss 131; völligklich plane 194;
Vollender perfector 194; volgan
„nach willen gehen" 102; voU-
reden eloqui 105.
vor(a)uss so „zumal da" 84, prae-
sertim cum 159, quandoquidem
67.
f orcht 109, Stupor 181 ; zu f. bringen
in iimorem conjicere 168; for[ch]-
tig formidolosus 136; forchtlich
138; forchtsam 136, formidolosus
136, meticulosus 145, pavidus
173; forchtsamlich timide 139.
f Order 'pnof 19, loblicher 19; forderer
tail partes priores 31; vorderst
primus 100, fordrost primus 23.
vorhin 31.
vorred oder zettel oly.oyo\ii(x. 76.
vorstatt 54, Promontorium 27.
fotum ,,fatum" 71.
fraidig ferox 76. 109. 134. 143;
fraidigkait 134. 137.
fraw hera 154. 158. 161. 167;
meretrix 181; frawenpild 99; ain
frawentrieger worden fucum fac-
tum mutiere 104.
freier Jüngling honus adolescens 100;
fryhait masc. parasitus 64; frei-
lich, frylich quidem 51, vero 56,
71, her de 61, ilicet 64, certe 65,
equidem 134.
fremd „seltsam" 78. 94; fremklich
aliter 62.
fresserei ingluvies 171.
freuen: sich fr. exultare 194, plau-
dere 203, als gaudere verstanden ?
freund amicus 31; geborner fründ
opp. gemachte früntschafft 31;
min fründ holds capitulum lepi-
dissimum 91; früntschafft iene-
ficium 160, gratia eh., familiaritas
eb.
frevel adj. 67. 143, „klein" 189,
temer arius 66; frefenlichen 177,
zornigklich und frevenlich terri-
Uliter 128.
frid: in friden in tranquillo 194, mit
deinem frid pace tua 82; fridsatz
induciae 20.
fröhchhait festivitas 196; frolocken
laetari 194. 198.
fruchtig frugi 149.
frümkait proMtas 46; frümklich
prohe 141.
füesse caZces 53.
füllery 44.
für andere in primis 76, für dich
magis quam te 99.
fürbetrechtig 84.
fürbott 147.
furderlich 67; fürdern proper are
102, promovere 167.
fürgan praeterire 112 f., fürgend 45.
131; fürgang „vortritt" 44. 64.
fürheben „vorhalten" 67.
fürher prodi 121.
fürkeren antevertere 132.
fürlauffen praecurrere 87.
fürmelden ante formare 54; fürmel-
dung 56.
fürneme „Vornehmheit" 74; für-
nemen: mit recht f. „vor gericht
ziehen" 147.
fürs(ch)neiden 105.
fürsehen cavere 142. 145.
fürsetzen „vorziehen" 78, propo-
nere 141.
fürsprech advocatus 62. 63.
fürtrachten „vorausdenken" 77,
olxovo{ita 78.
fürtüch „schürz" 141.
für war vero 162.
fürwerffen insinuare 94.
fürwort „ausrede" 152.
fürzaigen ostendere 106.
G.
gab: Es ist ain staini hertz, das
miet und g. nit erwaichet 103;
gab plur. 69.
gäch adj. 179, gech 124, geh
repentinus 160; gachen 62.
gaü petulans 186.
gaiss s. vergangen,
galgen 92. 117; galgentrager fur-
cifer 145. 159. 181.
gan: gang eat 46, gee wir eamus 81,
gang wir 82; lass gan sine 68.
gantz solidus 160, gantzer totus 23.
gar war scilicet 195.
gasse platea 200; das gesslin umhin
lauffen 78.
gauch 78. 109; g. oder gögelman
siultus 30.
— 213
ge- vor inf.: möcht gerechhen 167,
kann geschetzen 94, will ge-
schweigen 200, gesein mocht 34,
mag das nit gesein 87, wirt ge-
stillen 12; ich gestund constiti 112.
geben: 3. sg. ind. praes. geit 92;
„zur last legen" 100.
geberd vultus 35. 199.
gebett preces 198, rogare 153.
gebrauchen: sich einer g. potiri
107,
gebrechen deesse 106. 112; gebrech-
kafft bXX&i^lc, 20, „elliptisch"
115; gebresthafftig „eU." 137.
gebüt imperat 102.
gedechtig „eingedenk" 131; ge-
dechtiklich memoriter 167.
geding: mit dem g. hac lege 25.
gedorstigkait usw. s. geturren.
gefallen lulere 199.
gefar: wol g. „schönfarbig" 59.
gefügel 47.
gegen c. dat. 65, „im vergleich mit"
121, gegen dem praeut 57; gegen-
wurff conjedura 160; gegenwür-
tig 83, gegenwertigkait 84 f.
gehaim fem. 28; aller seiner g.
consilia 72.
gehaiss pactum 144; gehaissen an-
nuere 102.
gehertz ,, beherzt" 103, ausurus 26.
gehessig odiosus (objektiv) 61; s. a.
has.
gehören: kört 191.
geiti(g)kait avaritia 81. 103; geitzig
avarus 170.
gelauben usw., geleich usw. s. gl-.
gell „nebenbuhlerin" o. ä. 80.
gelübt promissum 58.
gelück usw. s. glück.
gelüsten: es hat mich gelust lHuit
144.
gemach commodum 179; gemähli-
chen lentius 146; gemachsamin
pl. commoda 194,
gemain „üblich" 102, ,, gemeinver-
ständlich" 116, famüiaris 121,
g. Volk populus 194; gemainer
rivalis 109. 192. 200 f.; s. a.
gezeüg; gemainsami „Umgang"
134.
gemehelschafft 107.
gemeld pictura 102.
gement s. wol.
gemüet(e) animus 149, g. setzen
animum inducere 86, g. stellen
a. adjicere 30, mein g. anime mi
24, s. glosse; gemüetter adj.
compar. 91.
genäm gratus 191.
g(e)niess quaestus 47 f. 134.
gentzlich vehementer 200.
genug: gnuglicher satius 141.
geradigkait palaestrae 84.
geraten s. übel.
gerecht dexter 15.
ger(e)n „gern": cuper e 34, g. haben
97.
gescheid: geschyd illustris 64; ge-
scheidi(g)klich 190, artificiosel59,
callide 162, astu 170.
geschieht factum 69, die geschichten
so hie sind quae facta hie sient
199; „akt" 9 ff.; von g. forte
(fortuna) 29. 46. 75. 100 (s.
glück).
geschick agmen 141; geschicklich
exercitate 147.
geschoss und sper sagittae 191.
geschrifft „druckschrift" 15.
geschwaif flieh und senlich 198.
gesellin (pL): gut g., das ist auf
teütsch bülerin 80.
gesicht fem. 100.
gestalt forma 198, in derselben g.
in eam partem 160.
gestanden man 143.
gestaten „den lauf lassen" 128.
gesund salvus 179; seit g. valete 203;
gesunthait wünschen ,, abschied
nehmen" 203.
getaute klaider „mi-parti", ,,auf
beiden Seiten verschiedenfarbig"
122.
get(h)at subst. „tat" 161. 164. 170.
getrauen credere 72.
geturren: getar 3. sg. ind. praes.
107, audet 118, getarst 2. sg.
52, dafür getorst 53; getorst
praet. 28, audere 109; gedorstig-
kait confidentia 155, gedürstig -
kait conf. 192; getorstlich 115.
geübt peritus 142.
g(e)üden „prahlen" 75. 85, günden
(1. güden) 101; güder 76; geüd-
wort 74.
gevatterschafft: Ain g. übern zaun.
die ander herwider 77.
— 214
gever s. on.
gewalt m. 115, vis 109, virius 142,
potestas 194, oberer g. audoritas
69.
gewissen: ich [bin] in guter g.
mihi sum conscia 38.
gewon „gewohnt" 194.
gezeug: seinen getzeüg in gemainem
weier sencken in amoris mere-
tricii partem 6.
gezier hahitus ( ? miss verstanden)
189; getzieret compositus 171.
gezwingnuss 59, s. a. zw-.
gichst s. jehen.
gifftig veneficus 116; gifft tragerin
venefica 152 f.
glauben: ir gelaubent 200; ich bin
mir selbe ze glaubig nimis me
indulgeo 41, gelöbig 122.
gleich „passend" 81, gleicher aequus
69, gleich ilico 74; geleichen „ver-
gleichen" 132; geleichnuss 158;
glei(ch)ssnen 68. 127, simulare
106.
glimpff oder unglimpff 100, glimpff
schöpf fen „entschuldigung seh."
103; glimpffen annuere, consen-
tire 101.
glingg „links" 15.
glosa, gloss(e) VII. 15. 71 ; glosieren
75; s. a. apparat.
glück: gelück 179, von geschieht
gab sich das gl. forte fortuna
100; glückhafft fortunatus 53.
66. 102, inf. 56 (muss /. gelesen
haben, s. glosse), gl-e sachen
prosperae res 194; glücksam for-
tunatus 194; glückrad 96.
gm- s. gem-.
gnad gratia 98, = freüntschafft eb.
Gnatoner 49.
gniess, gnug s. gen-.
gö: ins gö rus 91, göw rus 179.
göckelman 109, gög- 37, gögg-
ridiculus 46 f. 73, gauch oder g.
stultus 30.
got: Das dich got scheut ut te di
perdant 76; pl. göt 42. 44. 57. 71.
74, o ir göt eüwer treüw di
vestram fidem 144; göttin pl. 57;
gotz dienst res divina 89.
Göttinger exemplar V. X.
graben exsculpere 127.
gram 'sein 129.1
grausen subst. 175; grüsehch terri-
Ulis 109.
greinen 189.
greulich horrililis 158.
grimikait 181.
grissgramen stomachari 61.
grob „extrem" 62, durus 80, rudis
139, grobe wort 131.
grossmechtikait magnificentia 148.
güldin adj. 103.
günnerin fautrix 198; günstig sein
favere 167.
gürtel fem. 69.
güthait 20. 58. 136, heneficium 31,
bona 195 f.
H.
ha ha ha ha ha he 87; ha ha he 75.
186.
haben: du hasts tenes 73; part.
praet. gehebt 45. 122.
hader turla 109; haderei turha 135;
hadern 134; hedrig 134.
hafften haerere 180.
hagel calamitas 21, glossiert grando
21.
hailigen dieb sacrilegus (s. d.) 167 f.,
h. diebin s-a 153.
hailsamkait salus 171.
haim legen „anheim geben" 159;
haimand „heimat" 148. 157; da
haimand 151, domi 157. 171,
domum 195; haimlich 52, haime-
lich dam 60; haimsen und an-
nemen adjungere 5.
halsen contreetatio 24.
halten: halt „hält" 164; sich halten
se hadere 145. 168.
hand: zehanden komen 179; s. a.
zuhand.
handel 169; handeln agere 144. 163,
facere 194; handlung 150, res
146. 177, consilia 187; handtraich
mancipium 51.
hangend demissus 59. 62.
härin: mit härin sailen hart ge-
strickt 109.
hart adv. 109. 154, „kaum" 86;
adj. s. hert.
has lepus 75; wüschen als ein hass
auss ainer hegken 98.
— 215
has „feindschaft" 69;
odium 179; hessig exitiosus 82
(Verwechslung mit odiosus?); hes-
lich odiosus 136, hesslich laidig
molestus et odiosus 40.
hau interj. 121.
haubt Caput 192, mengerlai sinn in
vil heübten 99, haubt mindern Ca-
put diminuere 145; haubtmann 73.
hauffen cmnulare 27.
haussgesind familia 198; hauss-
halten 148; haussknecht 148;
haussmutter patrona 161; hauss
sun herilis filius 53.
heben detinere 52, comprehendere
138; heber und leger 51.
Hector 69.
heben papae 59, ist ain wort das
etwas verwunderns bedeüt 59.
hei perii 65, hau 137.
helfant elephantus 74.
helffer patronus 139; s. a. hilff.
hell inferi 202.
hem hem 81. 83. 116. 123. 146. 153.
174. 180. 201.
hemhng 5. 120; hemling klaid 156.
190.
hen 90, -ne 25. 32 f., hem 57.
hennsslin: in h-s weiss „im narren-
kleid" 92.
hercle hercle 176, by h. h. 41, bi
h. trÜQ h. 51, durch h. h. 65.
Hercules 191.
herdan bringen alducere 30.
herdstat focus 148.
hernemen „futuere" 101.
hert adj. „schwer" 86, durus 146;
adv. s. hart.
hertz s. gab; hertzigen „ermutigen"
102 f. 137.
herwider contra 11; herwiderkomen
reditio 121.
herziehen s. erziehen,
heürat masc. 182.
hilff: zehilff kommen suhvenire 176;
hilffhch sein prodesse 78; s. a.
helffer.
hin: ich bin h. perii 115.
hinan bringen 131.
hin dan istuc 200.
hinderkommen circumveyiire 147 ;
hinderwerffen ohterere 35.
hinein faUen irruere 143, h. rumein
intro rumpere 182.
hinfüren deducere 40, (aijducere 67.
hinlassen dimittere 148.
hinnemen 146.
hintragen auferre 110.
hinumb „hinüber" 88.
hin uss wüschen se prorumpere
foras 105.
hinwerf fen ejicere 41.
hirt: Irrt der h., die schof vergant
104.
hoch yn her komen 41; hoch listig
30, s. scharpff ; hohe wort magni-
fica Verla 134; den höchsten
Parmenonem summum 50, gloss.
obrist; hochtzeit nuptiae 182;
hochtzeitlich festus 99.
hof: hofhch, höfhch 97. 148, aUso
das es die leüt erfrö und den
redenden gefelhg mach 75, facete
53. 75. 81. 98, elegans 171,
lepidus 188, curiosus 97, moraliter
65, h. lecken ligurire 171; hof-
lecker 44. 201, hof nascher 143.
203, parasitus 191, hofschalck
201, parasitus 199.
hoffertig superius 200.
hoffnung: in dir ist die h. in te
spes est 198.
hoho eho 124.
hold haben amare 30. 100; aus
holtschafft amatorie 163.
honig neutr. 35.
hörst hörst heus heus 90.
hübsch 87; h. ze hören operae
pretium delectationis 115; hübsch-
lich pulchre 141.
hui, hüi hui 73. 146. 198.
huit, hüit „heute" 38. 42. 57. 81.
humen „hoden" 175.
hunhun papae 52. 74, hem 112.
hürlin scortum 75; hür(r)isch 159,
meretricius 144; hurübel 40 f.
husten tussis 62.
hüten als der wolff der schaff 101.
I.
(s. a. ei.)
icht, it(t) „irgend(was)" 23. 53. 109,
itt mer quid 63, itt num 33, num-
nam 53, -ne 25. 142. 181. 186.
191. 203; vgl. nit; ichtz „irgend-
(was)" 23, quid 37. 50, numquid
— 216 —
84, süss ichtz quid aliud 50; untz
37.
yendert usquam 203; itlich „jeder"
62; yetweder uterque 188; yetzo
lang jam dudum 149.
im dat. refl. 50. 101. 118.
in s. mitten, sunder.
inbrünstig fervens 194; inbrünstigen
„i. machen" 24.
indisch 74.
inne(n) werden resciscere 69, scire
146; innerHch intimus 28; einem
hartinnhgen „am herzen liegen"
134.
interpositio 14.
interpunktion X.
irren s. hirt; irrig errans 186.
it s. icht.
ItaHa 103.
ja trün scilicet 72, ja werlich ma-
xime 62.
jehen 47; gichst ais 71. 117; gicht
ait 127.
joch 41, tandem 35, immo 61, jo
vero 128; ob joch „obgleich"
182.
Juppiter 103. 196. 202, Jovem 104.
K.
kaine quis 24, kainer quisquam 24.
kalt sein frigere 90.
katz: So die k. auss kombt, so
raien die meüss 102.
keck: (so) k. sein andere 161. 195;
kekhait audacia 181; keklich 82.
kegen trahere 139.
keichen 63, kychen gemere 62.
kennen ,, wissen" 40. 104, novisse
73; kennsswol notus 45. 157.
keren: die schuld auf einen k. con-
ferre 69.
kestigen 61 f., cruciare 24. 69,
macerare 36.
keusch 161.
kind: von k-s wesen 5.
kipel turla 129; kipeln 77, turla
129, jurgium 77.
kistlin cistella 136.
klain „wenig" 151, paululum 162;
klains nämlin „deminutiv'' 141;
klainat 108. 120.
klapern garrire 67.
klufft specu 25.
klüglich: so kl. tanta virtute 56.
klumse rima 25, klunse r. 26.
knöpf f et „knotig" 59.
konhait audacia 175, könlich 201.
kosen „reden" 164.
kosthch 83.
kraft vis 142.
kranck fem. „krankheit" 42.
Kriechen 103.
krieg 92, lis 76. 87, litigium 134.
147, jurgium 110, rixa 203, plur.
Utes 132; s. a. einfürung; krieg-
wort contentio 144.
krüseln horrere 23, s. glosse.
kuchenknecht für 141; kuchen-
pletzlin peniculus 142.
kümernuss 179.
kunckel colus 191.
künden „können" 44; auff dem
saittenspiel künnent fidihus scire
29; s. a. wol.
künfftig futurus 76. 173, eventurus
184.
kunnstreich solers 84.
kuntzaichen documentum 136. 166.
I kupeln 60, kuppler 103.
küren crepare 192.
kurtzweil 73.
kuss: 3 arten k. 80, s. a. liebe;
küsslich 80.
küwen 66. 68.
lachend cachinnans 186; lächterlich
44; lachtertäding fuiilia 159.
laden: lüde „lud" 109, lüde invitet
109.
laichen „betrügen" 89, f allere 69;
s. a. liebe; laicherei 66. 100.
laiden „verleiden" 51. 85; laidig
s. has; laidigen verb. 40.
laist: über ain laist geslagen 81.
lang: vor lang komen multo ante-
venire 132; lennger prolixius 202;
langst jam dudum 167; lanck-
wirig 195.
lassen: last nit pergirC 68; lass wir
77; imper. lass u. la 25.
— 217 —
lasshait 143.
laster crimen 129, ,„tadel" 201;
lesterung 157.
latin 84. 91.
laufen: luffen currebant 49.
laugnen negare 152.
iautenslaherin plur. 80.
l(a)uter „deutlich" 9. 92. 109. 135,
sincere 35 ; compar. lüttrer 4 ; leü-
tern „klären" 112.
lecken s. vergan.
lecker 44. 81, nelulo 143.
lefftze laUum 62.
leger s. lieber,
leibig 59.
leichnam (-y-) corpus 73.
leicht „windig" 72; leichtiklich
facile 202; lychtmütigkait molU-
ties 41.
leirerin PL 80.
leo leo 191.
lernen studere 135.
leschen 107.
lesen s. schwarlich.
leüt: ir 1. populäres 194.
Lidia 191.
lidrin truche riscus 136, gloss. cista
pelle contecta.
lieb: mein liebe amabo 155; liebe
o,mor 27. 42, lieby 21, liebi 36;
5 linien der 1.: Sehen, reden,
Mephch straichen, Küssen thünd
die frawen laichen 113; lieben
„lieb machen" 25, „heb sein" 51.
198; liebhaben amare 36. 202
(obsc); hebkallen44. 47. 49. 71 f.,
assentari 48. 86; liebkaller 44. 71.
74; lieplich puellariter 154.
h(e)derUch 201, facüe 20. 34.
liegen ,, lügen" 125; Er lügt, das
land ist vol 71.
liesth „binse" 59; liestisch junceus
59.
ligen: auf etwas 1. ,, beharren'' 118.
linie: in der letzten linien extrema
linea 113; s. a. liebe,
list m. 25 ; hstig venustus 80, callidus
187; s. a. scharpff; listikait 89,
durch 1. in astu (missverst.) 181,
loblich gloriosus 85.
lock plur. capillus 159.
Ion pretium 198 f., lone 199.
los du auscuUa 25, los(a) (du) lieus
tu 41. 51. 62. 76.
lüfftlin ventulus 104.
lug vide 68. 176; lug, das fac 138.
lungensüchtig 62.
lustberkait 90; lüstig 3; lüsthch
77, lustlich lihens 104; s. a. ge-
lüsten.
lützel 12; lützen 40, lutzen 123.
M.
machen: was machst dir selber
quid UM vis 98.
mähelen 30, mehelen 102.
malam in rem dbis 91.
man: was tut man quid agitur 80.
manlich 109.
marstaller 74.
mase „fleck" 123.
mass: in m. als ob 69.
masslaidy satietas 73.
maug cognatus 31.
maul OS 105. 121. 146. 155, opp.
mund 62; meülin 80.
mauss s. katz.
mechtig potens 64. 137.
mein: du meine mea tu 119.
melden „mitteilen" 97, mentionem
facere 77, wider m. repetere 98.
menger „mancher" 33; mengerlai
112.
mensch neutr. 44, mein m. mi homo
136, ich bin kain m. nullus sum
189; menschlin homuncio 104;
menschlich s. wunder,
mer „mehr": nie mer ne quidem
119, wie mer „sehr" 67.
mer: meren „nachrichten" 198;
s. a. was.
mer „meer": mör 103; merfischer
cetarius 48; mörrauber 90; mer-
wunder monstrum 159.
mercken intelligere 138; merck
,,notabene" im glossar überall;
mercklich 170, insignis 141. 184,
primus 202.
messer 69.
methaplasmus 8.
metzg 48; metzgen 121; metzger
lanius 48.
miet 64; s. a. gab.
milt 64. 201 ; mutig 201 ; miltigklich
large 201; miltigkait ieneficium
135, facilitas 196.
218 —
minder: nichtz m. nil minus 91;
minst 62.
minnegestalt 62.
missgünnen invidere 167; miss-
hoff nung desperatio 191; miss(e)-
tat flagüium 187 f. ; misstüPx oder
übel ludus 103. 104; misstünd
56. 118.
mit ain reden colloqui 82; mitaigne
conserva 66; mitb(a)u(w)er 5. 20.
33, rivalis 82; mitdiern conserva
159; mitgesell aequalis 61; mit-
graber rivalis 64. 82; mithelfferin
adjutrix 161; mitnager rivalis 5.
. 50. 64. 92. 109, aemulus 110, m.
ains bains 36.
mittel: on als mittel intempestive
72; als in mitten simul 107.
Morenland Aethiopia 10. 83.
morgenstern s. Ellen.
morn mane (= „cras") 62.
mörser 68.
müde subst. 73.
mügen: ich mag nichtz mer „kann
nicht mehr" 115; 2. sg. ind. praes.
macht 41; conj. mage „möge"
45; wol mügen(d) 60. 123; bas
mügender haUtior 59.
mund OS („gesicht") 59; opp. maul
62; das speckHn durch den m.
ziehen 72.
müntz 77.
müssig otiosus 167.
mut: zemut gewesen animi 187.
muttern nom. pl. 59, mütem gen.
pl. 59.
N.
nach ,,nahe" 98; nechst propinquus
179, am nechsten ,, soeben" 151;
nahend „beinahe" 59. 62, propter
66; nachbürin vicina 65; nachher
gan sequi 127.
nachtmal cena 48. 203.
Nachus Acrisius 103.
nagelneüw novus 47.
nämlich mire (?) 80; nämlin s. klain.
narr 73. 203; narrenbüben 53;
narrentäding 53; narrenweiss 68.
neid: zeneid „zum possen" 195;
nyden invidere 74: neidiglich
82.
Neidhart V ff. 203.
nemen captare, tentare 131.
neudruck V. XI.
neüw s. nagelneüw, sprüssling;
nühch modo 124.
nichtz 46, nichtz minder nil minus
91, nichtzit 198, nichtznit nihil
161; nuntz 21. 38. 41. 45 f. 50,
nüntz 40. 76.
niderst infimus 86.
nie s. mer.
n(i)endert nusquam 52. 56.
nit: last nit pergin' 68; vgl. icht.
noch etiam „noch dazu" 188, „den-
noch" 184, noch dann „dennoch"
195.
not: tet nöter magis sit causa 29;
nötUch 40. 57. 97; notturfft
necesse 176. 184, opus est 136;
nottürfftig opus est 202.
nüchtern solrius 125. 131.
nun nunc 53.
nun „nur" 21. 32 ( ?). 33. 40. 44.
69. 77. 198, modo 52. 60.
nuntz s. nichtz.
nutz 73, res 24, commoda 67; ze
nutzt komen prodesse 201; nütz
irugi 106; nutzber sein prodesse
176.
0.
ob si 168; ob joch ,, obgleich" 182.
ober 104; oberer gewalt auctoritas
69; obrist 50, s. hoch; obrost
37.
olsitus 45.
öd desertus 157.
oder: weder — oder 58. 144.
offenbar aperte 151.
öhaim cognatus 61.
on gever forte 29; s. a. geschieht,
on hon at at 131.
Oniphale st. Omphale 191 f.
öppersche geberd 30.
oratz: red oder o. 14.
ordennlich laute 75, gloss.: wol
geziert und mit Worten geblümt;
ördenlich 104.
ort regio 200.
Orthographie X.
osculum 80.
Ovidius 71.
oy hei oy 128.
219 —
P s. B.
R.
raien „tanzen" s. katz.
rain mundus 171.
raitzen 110.
ran graciUs 59.
rat consüium 157. 191; ratslagen
consilium 112; wie kund rat sein
quidni esset 14r.
rauber 54. 136, praedo 141.
rauchloch 103, impluvium 104.
rechen ulcisci 138; gerechhen 167;
rechnen „rächen" 129.
recht: mir ist r. „ich bin bei sinnen"
131; r. ipse 154; ich habs r.
rede 63; von ziemlichen rechten
107; für r. ziehen in jus ducere
138; dem rechten ,,Juri" 147;
rechtag Judicium 63; s. a. richten,
red oder oratz 14; reden s. liebe,
sehen; redlich severus 42.
reflexiv s. im.
regirerin guhernatrix 196.
reüwen: part. prät. gerauwen 187.
richten adornare 121; richter prae-
tor 146; richtung „entscheidung"
78; s. a. recht,
rigel pessulus 106, vedis 141.
ring „gering, leicht" 24. 104. 199,
facile 31 ; ringkHch facile 49 ; ringe
„leichtigkeit" 48; ringfertigkaib
49.
ringer ludator 131.
ritter miles, immer so; s. a. Schöb-
hn; ritterschafft stratagemata 142.
Rodis 5. 26 f. ; Rodius Rhodius 75.
87.
Rom 103.
rott grex 202; rottenhafft 123.
rü securitas 167; in rü setzen 195.
rüffen: part. praet. gerüfft 62.
rum(p)len 178. 189, perstrepere
105.
rupffen reprehendere 84, crimen
ostendere 96.
rüren „treffen" 86, tangere 75, gloss. :
ze spot bringen mit stichwörtHn,
145.
rüsten: sich r. accingi 199.
Rutsch: Sichstu Rutschen Ellen
gern, sie dunckt dich der helle
morgenstern 59.
S.
sach „Ursache" 200; secher „ur-
sächer" 69.
sacrilegus, das ist ainer, der heilige
ding stilt, doch wird es für ain
schalck genomen 75; vgl. hai-
ligendieb.
sag ,,was man sagt" 42. 109; sagt
ait 30, s. glosse.
sail s. härin.
saittenspil s. künnent, singen; sait-
tenspüerin fidicina 80. 180.
saltz lecken s. vergan.
Saturnus 103.
sauber: mit zimhchen schönen säu-
bern Worten 75.
saugmutter nutrix 146, seüg- 167;
seügamme n. 162. 167, sögamme
11.
s(a)usen 189.
schaf s. hirt, hüten.
Schaffner 94.
schaiden: part. praet. geschaiden
87.
schalck sacrilegus (s. d.) 75, scelus
171; schalckhafft scelerosus 115,
scelestus 126; schalckhait scelus
188.
schallen s. schertz.
schamper 58, impurus 29, impudens
75, foedus 173; schanntlich lepi-
dus 117, schentlich 125. 129;
schandwort injuriae 20 ; sehenden
76; s. a. schemlich,
schar exercitus 148; scharhalter
legionarius 141.
scharpff 24. 33, scharpf und hoch
listiger fund alta et acuta inventio
30; acriter 145.
schawmaister ,, sachverständiger"
123.
schein der wort apparatus verhorura
181.
Schelm 37. 40.
scheltung jurgium 141.
schemlich impudens 105; s. a.
schamper.
schencki donum 26.
schertz 66, ludi 187, seh. und
schallen ludus jocusque 56; schert-
zen alludere 75; schertzlich 78.
105.
schetzen censere 41. 201, conjicere
220 —
94, putare 148, opinari 153. 195,
seh. zu comparare ad 122.
schickligkait „gute gelegenbeit"
102. 115, olxovo^ta 65.
schilchen limis spedare 105.
schimpff jocus 35. 68, jocularia 159,
ludus 103, in seh. reden jocari 66;
s. a. spilen; schimpf Heh ridiculus
148; sehimpffrede jocularia 160;
schimpf täding jocularüer 164.
sehirmbsweise defensionis loco 174;
sehirmer defensor 139.
s(eh)laipffen 69.
schl(a)ueh 44.
s(ch)lecht ,, einfach, nur" 34.
s(eh)leeklin 48. 57. 77.
s(ch)legregen imber 103.
s(eh)licken: den angel sl. 100.
s(eh)ling funda 143.
schlupfen lalascere 35.
schmachait contumelia 159. 161 ;
smachlich 109, schmäehhch con-
tumeliose 200; schmechtwort 105.
s(ch)maichen 24. 28; sehmaich(l)er
131, parasitus 49; smaichherr 47;
smaichrede 145; s(ch)maichwort
24. 81, Uandimentum 50.
schmucken : geschmückt vindus
59.
schnarchen steuere 202.
sehne: auff sehne gebunden „ver-
gängHch" 96.
schnebeln s. sehen.
s(eh)nell alacris 57.
schnöd „gering" 64 f. 104. 125. 143.
148. 157, foedus 123, snöd inanis
141, sehnödes gelt 83; schnöde
subst. 83; sehnödikait vanitas
141.
Schöblin, ritter 11. 109.
schön honestus 84, lepide 75, facies
99, s. a. sauber; seh. nüchtern
pulchre soirius 131; schöni subst.
82, schöne 85.
schoss fem. gremiur)i 103.
schrencken 131.
schuldigen accusare 21.
schütten ,, schütteln" 23.
schwär: schwäre ding ohjedae diffi-
cultates 86; swer molestus 85,
insuavis 134; schwarlich lesen
„mit betonung" 36; swermütig
magno pondere 29.
schwechen vüiare, oft.
schweigen: ich will geschweigen
200.
s(ch)wengern 103.
sehen intueri 103; Sehen, reden,
freünthch tasten, nach dem schne-
beln auff hin plasten 66; sich(a)
vide 121, ecce 71. 167; sechstus
si videris 100.
segnen ,, abschied nehmen" 37.
seidin tüeehlin sandalium 192.
sein: inf. gesein 34. 87.
selb: dasselb id ipsum 164.
selig machen heare 52; gute seHkait
pl. lonae felicitates 61.
seltzam(-en) „selten" 33, „selt-
sam" 94.
sencken s. gezeüg.
senfft mollis 66, mollüer 65; senfft-
mütig 92, senfftmütigklich hlande
154.
senlich 198; s. a. geschwaiffhch.
setzen constüuere 94, sich s. accum-
lere 89, restitare 121 ; s. a. gemüt.
siglieh: zaiget sich s. triumphal 71,
gloss. überfrölich; signust pal-
marium 170.
singen auff dem saittenspil „fidibus
canere" 80.
sin(n): s. haben sperare 90; im s.
reden 71; mengerlai s. in vil
heübten 99; sinnig sanus 98, s.
Unsinnen; sinnarm stolidus 73.
Sisiphus 202.
sitt m. 175, Sitten mores 203; sit(t)-
lieh 68, „wie sichs gehört" 7,
„behutsam" 67, opp. gech 124,
paulatim 202.
so vil tantundem 60.
sollen: eonj. soll 184.
Senium Sunium 27. 90.
sorgen vereri 115, metuere 137; sorg-
fältig „in sorge" 32. 89.
specklin s. mund.
speien exspuere 73.
sper s. geschoss.
sperren oldare 106.
spica 69.
spilen eines sehimpffs ludere ludum
103.
spindelkorb calathus 191.
spitz cornu 141; spitzweis „über-
klug" 48. 63.
spot ridiculum 78; s. a. rüren;
spottung irrisio 164.
221 —
Sprung transitus 72.
sprüssling: junger spr. 6, nüwer
spr. eyhebus 56.
Staffel pl. lineae 66, staffeln 67.
staini s. gab.
stam: von dem stamen 103.
stameln 124.
stan: ich stand 50; stat 42, s. urtail;
ich gestund constüi 112; gestan-
den bin restiterim 57; s. a. ge-
standen.
starck fortis 148.
stat „ort" 51. 77, locus 44. 145. 179.
199, weil und st. ,,zeit u. ort"
42. 101, stat geben ,, gestatten"
195, die st. macht ain dieb 104;
St. urls 179.
stät ,, Staat", zustand 44.
Statur (= ?) 105.
stechende wort 28; stichwörtlin s.
rüren.
Steinhöwel VI.
stellen: part. praet. gestellet 173;
s. a. gemüt.
stet sein se olfirmare 41; stettig
(pferd) 121; stettigklich vicissim
148.
stillen 137, restinguere 21.
stock 67.
stoltzlich 146.
straff increpatio 164; straffen 59,
invehi 46, conigere 132, reprehen-
dere 132; straffung „tadel" 159,
pl. tormenta 188; straff bar flagi-
tium 68; straff wort corripientis
25.
straichen s. sehen; straichlen com-
müigare 192.
Strassburger Terenz VI. VIII.
Strato 74.
strecken intendere 58.
streit „kämpf" 71, pugna(e) 85.
163, lis 191 ; fügt an str. pugil est
59; underweisung des Streits in-
structio pugnae 191.
strick 100; gestrickt s. härin.
strüben 74.
stum mutus 14:.
stumeln und stutzen 131.
stupffen 74. 103; stupffwort 74.
Stuttgarter exemplar V. X.
stutz hrevis 106, gloss. nit langsam;
stutzen s. stumeln.
suavium 80.
subtillich subtiUter 158. 164, oratorie
181.
suchen: sein s. ,, treiben" 83; was
s. 184.
sunder 29. 84. 105; s. a. besunder.
süss ,, sonst" 85.
T s. D.
U.
übel malum 89, scelus 115, s. a.
misstün; ü. geraten male concilia-
tus 121 ; übelreden maledicere 145;
Übeltat 103, facinus 119.
üben agere 142, movere 167; geübt
peritus 142; übnuss asseveratio
199; Übung 161. 167, gestus 159,
cultus 191.
über- nimium 188; niemand überal
nemo quisquarnlQ-i; -hrndenastrin-
gere 25; -fast maximo apere 91;
-flüssigkait 170, humor onerosus
73; -geschydigen ludere dolis 69;
-gross ingens 71; -hoflich 188;
-komen 31, nancisci 98; -lengt
prolixüas 63; -lieb haben 5, ama-
torem esse maximum 119; -mütigk-
lich superle 199; -schön pulcher
62, perpulcher 82, -vast 80, plu-
rimum 81; -winden vincere 131,
„überzeugen" 125. 128; -wol
optime 25; übrig 73, non necessa-
rius 62.
uff s. auff.
Ulm V ff. 203.
umb das 185; umfüren 75, ludificare
128; umblügen 94, circumspec-
tare 54; umbred 63; umbsunst
impune 171, umsuss 73, nit u.
non temer e 54 ; umbtreiben ludere
50, deludere 78; umbwort 63.
un-: -adeln noMUtare (ironie weg-
gefallen) 188; -begerend ultro 19;
lass mich unbekümert molesta ne
sies 90; -billich injuria 76, -eben
incommode 61. 112; -erber in-
honestus 98, -erlich 125, -ersam
inhonestus 171; -erkannt 57,
ignotus 152; -frum 44, impurus
45; -fürbetrachtet 29, -für(be)-
trechtig imprudens 29. 66; -ge-
achtet imprudens 112; -gebartet
ephehus 152; -gebetten ultro 148;
222
-gefarlich 110; -gefell 9. 61;
-gehört 38; -geladen invocatus
199; -gemach incommodum 62;
in ungemachtem fride pace in-
feda 19; -genem 201 ; -geni(e)t(et)
„unerfahren" 57. 89. 91. 132.
135, ignavus 45. 118; -geniete
subst. 116; -gern invitus 182;
-gerochen impune 188 ; -geschickt
ineptus 42. 141. 186; -gestalt
inhonestus 65, deformis 148, subst.
123; -g(e)stümi ineptia 134; -ge-
stümigklich 81, - -kait 148; un-
getig sein stomachari 122; -getrüw
impius 115; -geübet imperitus
161; ungewaltig ayges willen
non suae potestatis 19; -gleich
123; -glimpff 100 f.; -glöblich
incredihüis 187; -glück malum
142; -gütigkeit stomachus 86;
-hilfhch 139; -hoüich 80: -kant-
lich 94 ; -keusch 201 ; -kost sump-
tus 201; -kund 118, -künden 132;
-lieplich 201; -mercklich inextri-
calilis 202; -milt 161; -müghch
104; -mutig laborantis animi 112;
-Ordnung 71; -rainigkait foeditas
141, sordes 171; -rechtlich 147;
-sanfft insanus 198; -schemig 155,
impudens 146. 155. 158, - -lieh
164; -seghch infandus 119; -selig
infelix 46. 153; -sinnen insanire
20. 98, -sinnig 109; -tat 184;
-tötlich immortalis 4:4:; -verdient
indignus 173; -verdrisslich ultro
199; -vernünfftig 74; -versniten
102; -verwandelt 154; -weis igna-
vus 191, -weisshait inscitia 201;
-wirsch(h)ait 201, indignatio 181,
- -lieh 142; -zimlich indignus 126.
159.
und doch ,,da doch" 62.
under-: -geschidet discretus 80;
-red „dialog" 136, einem under-
reden praefestinare 72; -richten
docere 186; -schaid ,,akt" 9 ff.,
fem. interest 123; -slag „inter-
jektion" 92; -sprechen „unter-
brechen" 181, dTcooiiüUYjatg 36;
-stossen supponere 167; inter-
rumpere 187; -tenig 85; -treger
internuncius 53; under wegen
inter vias 112; -Weisung s. streit;
-würffig suppeditare 201.
unhun papae 42.
untz dum 63.
untz s. ichtz.
uppigkait, gloss. 26.
urbring 23.
urdrutz satietas 179; urdrützig
taedet 56.
urlang „sehr lang" 59.
ursach occasio 106, ratio 160, zwo
ursach causas 57.
urtaU fem. 100, sententia 41; die u.
stat stat sententia 42.
urwachen insomnia.
V s. F.
W.
wa uhi 198, wa und wo 56, wa
wahin uhi uhi 56.
wag tormentum 127.
waibeln „schwanken" 131.
waichen „erweichen" 32, lahefactare
89; waichmütig 109.
waidenlichen 46.
wainen trans. lacrimare 153.
wann „ausser" 91, nach ,, ander"
23, nach compar. 23 u. oft.
wann ,,denn", „weil" 61. 63, nam
40. 187.
wannen unde 124.
war: nimb war eccum 186.
war: gar w. scilicet 195; werlich 61,
vero 72, certe 113, ja w. maxime 62.
Warnung monitor 145.
wart(t)en opperiri 162, praestolari
179.
was dings quid rei 117, w. mans
qualis 137, w. menschen quis
homo 122, w. mers quae fahula
123, w. volcks cuja 60; was wilt
du dir quid tihi vis 186.
wassermaus sorex 189; wassersüch-
tig veternosus 123.
wechsselliebe 4; wechsselwort 180.
wedel flahellum 104 f. ; von weyen
105.
weder „was von beiden" 195;
weder — oder 58. 144.
weg modus 126, w. suchen 197;
zuwegen bringen 133, repperire
33 f. ; wegschaid diverticulum 112.
weger „besser" 69.
wegnuss 68, ratio 101.
— 223 —
weichen: wychen concedere 35.
weier; mitbauwer (s. d.) seines
wyers 5; s. a. gezeüg.
weil: wyl und stat 42.
weisshait : wysshait sal 72; wie weiss-
lichist das quanti est sapere 144.
Weih „welscher" 69.
weltzen volvere 202.
wenn quando (fragend) 124.
wenwol ,,ich glaube" (?) 109.
werck „tatsache" 89, one w. „we-
senlos" 85, pl. officium 131,
„opus veneris" 201.
werden: wird fio 41, wirt erit 200,
einem werden dari 116, w. mit
inf. 28: ward biten coepii oh-
secrare 49.
werffen: in schaden w. 142, die
äugen in einen w. 181,
wesen 86.
wess „warum" 81.
weyen s. wedel.
wicht nebulo 50.
wider: -äffern 164, -äffrung 151;
-betrachtung recogitatio 157;
-driess 134; -fal „Umschlag" 179;
-gelt 33. 81. 86, vicissitudo 51,
ulcisci 128, w. begeren pretium
repetere 135, -gelten gratiam re-
ferre 69; -legung „Vergeltung"
144; sich widern tendere 110;
wider sein ohstare 85; -spenigkait
92; -sprechen mit acc. 124; -tail
aemulus 40, -umb äffren „nach-
äffen" 151; -wärtig „entgegen-
gesetzt" 23. 56, adver sus ,,feind-
Hch" 61, slpwvi/cwg 118; - -kait
„gegensatz" 62.
wie mer s. mer; wie du ain man
syest qui vir sies 57.
willfagen 33. 36. 109. 129, consentire
34, morem gerere 36.
wdl(l)preter auceps 48; gloss.: ist
gemainer wann vogler und be-
greifft mer in im, und haist wil-
preter, nit wildperter, als die
spitzwysen suchen.
windlin ventulus 105.
wirdig dignus 198.
Wirtschaft convivium 75. 109 f.
wissen: 3. sg. ind. praes. waist 158;
wissend sciens 113; praet. west
27. 84. 186, wist 32. 60; part.
praet. gewist 26.
witzig sein sapere 129.
wo s. wa.
wol prole 138, salve 180; w. besinnt
animo praesenti 138 f.; w. gefar
„schönfarbig" 59; w. kündend
129; woUust m. 45. 96. 110, sua-
vium 80, voluptas 194; w. mügend
59 f. 123; w. gement „gut ausge-
rüstet" 136; w. safftig succi
plenus 60; -tüer 80.
wolff s. hüten, zemen.
wollarbait lanificium 191.
wort: hohe w. magnifica verla 134;
w. geben verla dare 154. 174,
gloss. gute und freüntliche w.
131; s. a. schein, stechend; wört-
len querela 115.
wunder mirum 42. 72. 126; mensch-
lich w. monstrum hominis 124;
wundergross 72; wundern intr.
35. 42; wunderhch 82.
Wunderlich, Hermann V.
wundmase cicatrix 85.
würcken: etwas w. opus facere 41.
würgen jugulare 14:.
würster fartor 48.
wüschen emergere 98, s. glosse,
involare 116; hinussw. se pro-
rumpere foras 105.
wüten: dess w. hujus rabies 57.
Wyle, Niclas von VII.
Z.
zag 57, pavidus 138; gantzer zag
134; zögi „feigheit" 109.
zaichen Signum 147.
zaigen oder dar geben indicare 188.
ze s. zu.
zech convivium 15; zechgeseU con-
viva 73.
zeherHn lacrimula 20.
zeihen: ziehen 68.
zeit: zu zelten interdum 66; zeitig
60; zeitlich mature 170.
zeUin cellula 58.
zemen: Doch mag man wolff und
beeren z. 100.
zerbrechen: zebrochen und zesamen
gelegte wortt 48 ; zergencklich 96 ;
zerklieben: zekloben fas 25; zer-
krümben distorquere 121; zer-
rauffen conscindere 116; zer-
— 224 —
stossen cudere 68; zerstrobelt 115,
horridus 45.
Zettel olxovo|JLia 76 f. 87.
Ziegel tegula 104.
ziehen: 3. sg. ind. praes. zeicht 126;
in sich ziehen in se transmovere
72; sich z. zu ,,sich beziehen auf"
89, se referre ad 125.
zieren ornare 40.
zilen constituere 38.
zimen 157, decere 200, licere 113;
zimlich 107. 121. 164, mirus 103,
s. a. sauber; zimhgkait 113.
zittern(d) tremulus 62, zittert eb.
zöngerte 123.
zörnigkHch 84.
zu: züaignen adscribere 76; züfaUent
179; zehand 154, ilico 187; züher
tryben adigere 41; zu hin gan
adire 81. 116; züknecht ,,neben-
buhler" 5; zekommen yroventus
160; zukommend 96; zükunft
adventus 49, s. glosse; zulegen
addere 21, die braut zum bräu-
tigam z. 102; sich züHeben
se accommodare 158; zumessen
ascrilere 160; zureden dicere 76;
zurichten conficere 170; zesamen
binden colUgare 174; zesamen
gelegt s. zerbrechen; züschetzen
135; zusetzen insidiae 91; zü-
tüteln 44. 47. 71 f., zütütler 44.
71. 191, parasitus 6. 42, adulaior
72; züzelen „zuschreiben" 84.
züchtigküch modeste 102.
zwar vero 146, certo 153, certe 179.
zwe mal 74; zweintzig 80.
zweifei : es ist nit zweifeis duhium
non est 184.
zwengen 59; zwingnuss 59, s. a.
ge-: zwungen ,, erzwungen" 59;
zwungelich 35.
1^
F
Publicationen des litterarischen Vereins in Stuttgart.
l. verwaitungsjahr (1839 bis 1842).
1. Closeners straüburgische chronik. Le-
ben Georgs von Ehingen. Mneas Syl-
2. vius. Kulands handlnngsbuch. Codex
hirsaugiensis.
3. 4. Fabriß evagatorium, band I. II.
(im 4. verw.jahr nacligeliefert)
6. Die "Weingartner liederhandschrift.
Italiänische lieder des holienstaufischen
hofes in Sicilien.
6. Briefe der prinzessin Elisabetli Char-
lotte von Orleans, erste Sammlung
2. verwaitungsjahr (1843 u. 1844).
7. Leos von Eozmital reise. Die livlän-
dische reimchronik.
8. Chronik des Bamon Muntaner.
9. Bruchstück über den kreuzzug Fried-
richs I. Ein buch von guter speise.
Die Heidelberger liederhandschrift.
1 0. Urkunden zur geschichte Maximilians I.
11. Staatspapiere über kaiser Karl V.
3. verwaitungsjahr (1845 u. 1846).
12. Das Ambraser liederbuch.
13. Li romans d'Alixandre.
14. Urkunden zur geschichte des schwä-
bischen bundes, band I.
15. Eesendes cancioneiro, band I.
4. verwaitungsjahr (1847 u. 1848).
16. Carmina burana. Albert von Beham
und regesten Innocenz IV.
17. Eesendes cancioneiro, band II.
4. Fabris evagatorium, band III.
5. verwaitungsjahr (1849 u. 1850).
18. Konrads von Weinsberg einnahmen-
und ausgabenregister.
19. Das habsburg.-österr. urbarbuch.
20. Hadamars von Laber jagd.
2J. Meister Altswert.
22. Meinauer naturlehre.
23. Der ring von Heinrich Wittenweiler.
24. Philipps von Vigneule gedenkbuch.
6. verwaitungsjahr (1851).
25. Ludolf, de intinere terrae sanctse. 88,
26. Eesendes cancioneiro, band III.
27. Die kröne von H. von dem Türlin. 89.
28. Fastnachtsspiele aus dem 15. Jahrhun-
dert, band I. g«
7. verwaitungsjahr (1852 u. 1853). 9l
29. 30. Fastnachtsspiele aus dem 15. Jahr-
hundert, band II. III.
31. Urkunden zur geschichte des schwä-
bischen bundes, band IL
32. K. Stolles thüring.-erfurt. chronik.
8. verwaitungsjahr (1854).
33. 34. Grimmeishausens Simplicissimus,
band I. II.
36. Erzählungen aus altdeutschen hand-
schriften.
9. verwaitungsjahr (1855).
36. Die Schauspiele des herzogs Heinrich
Julius von Braunschweig.
37. Johanns von Morsheim spiegel des
Kgiments.
38. Hugos von Langenstein Martina.
10. verwaitungsjahr (1856).
39. Denkmäler der provenz. litteratur.
40. Amadis, erstes buch.
41. N. Frischlins deutsche dichtungen.
42. Zeitbuch Eikes von Eepgow.
11. verwaitungsjahr (1857).
43. F. Zorns W^ormser chronik.
44. Der trojanische krieg von Konrad
von Würzburg.
45. Karl Meinet.
12. verwaitungsjahr (1858 u. 1859).
46. Nachlese zu den fastnachtsspielen.
47. Federmanns und Stadens reisen in
Südamerica.
48. Dalimils chronik von Böhmen.
49. Kebhuns dramen
50. Wilwolts von Schaumburg eben.
51. Steinhöwels Decameron.
13. verwaitungsjahr (1860).
52. Dieterichs erste ausfahrt.
53. Mitteldeutsche gedichte.
54. Die gedichte Jehans von Condet.
55. Huyge van Bourdeus.
56. Das buch der beispiele der alten weisen.
57. Translationen von N. v. Wyle.
14. verwaitungsjahr (1861).
58. Scherzgedichte von Lauremberg.
59. Tagebuch des grafen W. v. Waldeck,
60. Meleranz von dem Pleier.
61. Krafts reisen und gef an genschaft.
62. Spangenbergs musica.
63. Nürnberger polizeiordnungen.
15. verwaitungsjahr (1862).
64. Tucliers baumeisterbuch v. Nürnberg.
65. 66. Grimmeishausens Simplicissimus.
band III. IV.
67. Renaus de Montauban.
68. Meisterlieder aus der Kolmarer hand-
schrift.
16. verwaitungsjahr (1863).
69. Sanct Meinrads leben und sterben.
70. Des teufeis netz.
71. Mynsinger von den falken , pferden
und hunden.
72. Der veter buoch.
73. Flemings lateinische gedichte.
74. Eeimchronik über herzog Ulrich von
Württemberg.
17. verwaitungsjahr (1864).
75. Barlaam und Josaphat von Gui do
Cambrai.
76. 77. Ayrers dramen, band I. II.
18. verwaitungsjahr (1865).
78. 79. 80. Ayrers dramen, band III. IV. V.
19. verwaitungsjahr (1866).
81. Buchenbachs Sendung nach England,
82. 83. Flemings deutsche gedichte.
84. Oheims chronik von Eeichenau.
85. Paulis schimpf und ernst.
^ 20. verwaitungsjahr (1867).
86. Kiechels reisen.
87. Das deutsche heldenbuch.
88. Briefe der herzogin Elisabeth Char-
lotte von Orleans, zweite Sammlung.
89. Spechtsharts flores miisicse.
21. verwaitungsjahr (1868).
Leben der h. Elisabeth.
92, Zimmerische chronik, band I. II,
22. verwaitungsjahr (1869).
93. 94. Zimmerische chronik, band III. IV,
95. Kirchhofs Wendunmuth band I.
23. verwaitungsjahr (1870).
96|99. Kirchhofs Wendunmuth, band II/V.
24. verwaitungsjahr (1871).
100. 101. Deutsche historienbibeln,bd I. II.
102—106. Hans Sachs, band I.— V.
25. verwaitungsjahr (1872),
107. Briefe der herzogin Elisabeth Char-
lotte von Orleans, dritte Sammlung.
108. Der nonne von Engelthal büchlein
von der genaden überlast.
109. Eeinfrit von Braunschweig.
26. verwaitungsjahr (1873).
110. Hans Sachs, band VI.
111. Die ersten deutschen zeitungen.
112. Historia del cavallero Cifar.
113. Logaus Sinngedichte.
27. verwaitungsjahr (1874).
114. Verhandl. über Thomas v. Absberg.
115. Hans Sachs, band VII.
116. Durmars li G;_alois.
117. Steinhöwels Äsop.
28. verwaitungsjahr (1875).
118. Tüngers facetise.
119. Dichtungen des 16. Jahrhunderts.
120. Jehan de Journi.
121. Hans Sachs, band VIII.
122. Elisabeth Charlotte, vierte Sammlung.
29. verwaitungsjahr (1876).
123. Bertholds von Holle Demantin.
124. Briefwechsel zwischen herzog Chri-
stof von Württemberg und Vergerius.
125. Hans Sachs, band IX.
126,
127,
128.
129,
131,
132,
133.
134,
135.
136,
137,
138.
139.
140.
141.
142.
143,
144.
145.
146.
147.
148.
149.
150.
151.
152.
153.
154.
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30. verwaltungsjabr (1877).
Reuchlins briefwecheel.
Des dodes danz.
Muffels beschreibung von Rom.
Quellen zur geschichte des bauern-
kriegs in Oberschwaben.
Simon Dach.
31. Verwaltungsjahr (1878).
Hans Sachs, band X.
Elisabeth Charlotte, fünfte Sammlung.
Anmerkungen zum Trojanerkrieg.
Tuchers haushaltbuch.
Ernstingers raisbuch.
82. verwaltungsjabr (1879).
Hans Sachs band XI.
Hermann von Sachsenheim.
Gryphius, lustspiele.
Quellen zur gescbichte des bauern-
kriegs in Eotenburg.
33. Verwaltungsjahr (1880).
Hans Sachs, band XII.
Mittheilungen aus dem Eskurial.
Nibelungenlied.
Hugo von Montfort.
Elisabeth Charlotte, sechste sammig.
Sleidans reden.
84. verwaltungsjabr (1881).
Fausts leben.
Niederdeutsche bauernkomödien.
Fabelbücher des mittelalters.
Hans Sachs, band XIII.
Heidelberger passionspiel.
35. verwaltungsjabr (1882).
Villinger chronik.
Tristrant .und Isalde.
Lutwins Adam und Eva.
Der Basler Alexander.
Aschhausen, reise nach Rom.
Egerer fronleichnamspiel.
Elisabeth Charlotte, sieb. Sammlung.
36. verwaltungsjabr (1883).
Richental, concilschronik.
Hans Sachs, band XIV.
J. V. Frankenstein, Kreuziger.
J. V. Wedel, hausbuch.
Gryphius, trauerspiele.
37. verwaltungsjabr (1884).
liindeners schwankbticher.
Hugs Villinger chronik.
A. de Viana.
Schachgedicht des H. von Beringen.
Schreiben des kurfürsten Karl Lud-
wig von der Pfalz und der seinen.
38. verwaltungsjabr (1885).
Reisebuch der Familie Bieter.
Li romans de Claris et Laris.
Dramen von Ackermann und Voith.
Gryphius, lyrische gedichte.
39. verwaltungsjabr (1886).
H. Schiltberprers reisebuch.
Hans Sachs, band XV.
Reinolt von Montelban.
U. Füeterers prosaroman von Lanzelot.
40. verwaltungsjabr (1887).
Die Indices librorum prohibitorum
des IC. Jahrhunderts.
Walter Burley.
Der Roman von Escanor.
Hans Sachs, band XVI.
verwaltungsjabr (1888 u. 1889).
Vita beatae vriginis Mariae rhythmica.
Hans Sachs, band XVIE.
Gedichte ron H. Kaufringer.
AlexandervonUlrich von Eschenbach.
42. verwaltungsjabr (1890).
Schmidels reise nach Südamerika.
Deutsche Volksbücher.
Felicis Fabri tract. de civit. ulmensi.
Le roman de Marques de Rome.
verwaltungsjabr (1891 u. 1892).
Hans Sachs, band XVIII.
Morgant der Riese.
Chronik des Johann Oldecop.
Hans Sachs, band XIX.
44. verwaltungsjabr (1893).
Pauli Waltheri itinerarium.
Hans Sachs, band XX.
Anseis von Karthago.
Hans Sachs, band XXI.
45. verwaltungsjabr (1894).
196. Hermann Schedels brief Wechsel.
197. Valentin Schumanns Nachtbüchlein.
198. Brun von Schonebeck.
199. Weckherlins gedichte, band I.
46. verwaltungsjabr (1895).
200. Weckherlins gedichte, band II.
201. Hans Sachs, band XXII,
202. Oliver von Paderborn.
203. Predigten des h. Bernhard.
47. verwaltungsjabr (1896).
204. Paumgartner briefwechsel.
205. Boccaccio-Steinhöwel, De claris mu-
lieribus.
206. Haimonskinder.
207. Hans Sachs, band XXIII.
48. verwaltungsjabr (1897).
208. Wetzel, söhne Giaffers.
209. Frey, gartengesellschaft.
210. Gatineau, leben des h. Martin. ■
211. Spangenberg, griech. dramen I.
49. verwaltungsjabr (1898).
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213. Nürnberger Meistersinger-protokolle I
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215. Primus Trubers briefe.
50. verwaltungsjabr (1899).
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217. Montanus, schwankbücher.
218. Gleim und Uz, briefwechsel.
51. verwaltungsjabr (1900 u. 1901 )
219. Haller u. Gemmingen, Briefwechse 1
220. Hans Sachs, band XXIV.
221. Dreytwein, Esslinger Chronik.
222. Georg Wickram, band I.
52. verwaltungsjabr (1902).
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224. Hesler, Evangelium Nicodemi.
225. Hans Sachs, band XXV.
226. Knebel, Chronik von Kaisheim.
53. verwaltungsjabr (1903).
227. Füetrer, Merlin und Seifried de Ar-
demont.
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229. Georg Wickram, band III.
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231. Elisabeth Charlotte, Briefe.
232. Georg Wickram, band V.
233. Makkabäer.
234. Erste deutsche Bibel, band I.
55 verwaltungsjabr (1905).
235. Das Buch Sidrach.
236. Georg Wickram, band VI.
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238. Erste deutsche Bibel, band II.
56. verwaltungsjabr (1906).
239. Ortneit und Wolfdietrich.
240. Schöpflin, brieflicher verkehr.
241. Georg Wickram, band VIII.
242. Gleim-Eamler, briefwechsel, band I.
57. verwaltungsjabr (1907).
243. Erste deutsche Bibel, band III. IL
244. Gleim-Ramler, briefwechsel, band II.
245. (xeorg Rudolf Weckherlin.
246. Erste deutsche Bibel, band IV.
58. verwaltungsjabr (1908 u. 1909).
247. Hugo von Trimberg,band I.
248. Hugo von Trimberg, band II.
249. Erste deutsche BibeJ, band V.
250. Hans Sachs, band 26 (schluss).
59. verwaltungsjabr (1910).
251. Erste deutsche Bibel, band VI.
252. Hugo von Trimberg, band IH.
253. Christian von Schallenberg.
254. Erste deutsche Bibel, band VII.
60. verwaltungsjabr (1911).
255. Pyramus und Thisbe.
256. Hugo von Trimberg, band IV.
257. Matthisson, band I.
258. Erste deutsche Bibel, band VIII.
61. verwaltungsjabr (1912 u. 1913).
259. Erste deutsche Bibel, band IX,
260. Der Laubacher Barlaam.
261. Matthisson, band II.
62. verwaltungsjabr (1914 u, 1915).
262. Spangenberg, Anbind- oderFangb riefe.
263. Columella band I.
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265. Terenz, Eunuchus.
University of
Connecticut
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